Gongfu Cha (Kungfu Cha)

Meister Chen ezählte mir, was er unter Kongfu Cha versteht. Jeder kennt das Wort Gongfu und weiß, dass diese Terminologie mit dem Kampfsport zusammenhängt. Für einen Qi-Gong Meister bedeutet Gongfu Cha wirklich eine Art von Tee-Zubereitung, die mit Qi (Energie) gearbeitet wird.

Er schaute mich genau zu und beobachte, wie ich den Tee zubereite. Lächelnd erklärte  er mir, was für eine Rolle „Qi“ im Tee spielt.

Qi bereichert den Tee und verändert ihn. Wenn wir die Teeblätter in unserer Hand nehmen und bewusst tief ein- und ausatmen, nehmen die Blätter unsere Energie auf. Wenn wir gesund sind, wäre es eine Bereicherung für den Tee. Wenn wir gerade nicht in gutem Zustand sind, wäre es nicht immer positiv. Es geht nicht um Aroma des Tees, sondern um die Energie des Tees, wie er in uns wirkt.

Jeder Tee hat seinen spezifischen energetischen Haushalt, der sich in uns auswirkt. Ein grüner Tee erfrischt den Geist, kühlt den Körper gleichzeitig ab. Ein Pu Er, der unsere Energie sanft aufbauen könnte, sollte ein natürlich gelagerter und alter Pu Er sein. Dieser Tee wäre nach 15.30 nicht mehr geeignet zu trinken – man hat zu viel Energie. Nun durch das Qi von uns könnte den Tee zusätzlich energetisiert werden. Meister Chen erklärt mir, dass er auf diese Art und Weise Gongfu Cha praktiziert.

Auf der Teefest im China Garten Zürich zeigte er viele Teeliebhaber, die sich bei uns verweilten, wie er die Teekanne „energetisiert“. Er hielt die Teekanne in der Hand und atmete bewusst ein und aus. Eine Teekanne sah sofort glänzend aus und strahlte eine Lebendigkeit aus. Die Zuschauer waren entzückt von der „Magie“ des Qi. Meister lächelte und sagte, „Das kannst Du eigentlich auch. Du muss es einfach selbst ausprobieren und erleben!“

5 Gedanken zu „Gongfu Cha (Kungfu Cha)

  1. stefan

    Für mich geht es schon sehr um den Geschmack,das Aroma des Tees, denn Aroma ist auch Wirkung (s. zb. Aromatherapie)
    Und warum sollte man pu erh nur bis 30 trinken? Ich sehe da kein Problem.
    Unsere Energien bauen sich ständig auf und ab;wir sind Energie. Das kann man nicht durch Tee erreichen sondern es ist ein Vorgang der durch das Leben an sich beeinflusst wird, Tee ist nur ein kleines Element dazu. Qigong,Taiji,Reiki,etc sind meiner Meinung nach alles nur verschiedene Ausdrucksformen die versuchen eine Hilfestellung zu geben um unsere Natürlichkeit nicht zu vergessen
    und uns einen Halt im täglichen Leben zu geben.Ich kenne deinen Meister nicht, sehe jedoch diese allgemeinen Aussagen kritisch.

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  2. Suzanne

    Hello!

    Ich habe zunächst einmal die Tendenz, die Meinung von Stefan zu teilen. Wir sind mit unserer westlichen Philosophie dazu erzogen, kritisch zu denken, an den Dingen zu zweifeln, die einem vermittelt werden und nicht einfach zu „glauben“. Ich finde es im Grundsatz eine richtige Einstellung – die Wahrheit braucht ja den Zweifel nicht zu fürchten. Wenn etwas echt ist, kann kein Zweifel oder keine Kritik daran etwas ändern.

    Dennoch gibt es – trotz dieser grundsätzlich „zweifelnden“ Einstellung jede Menge Menschen hier in der westlichen Welt, die irgendwelchen Betrügern oder Scharlatanen aufsitzen! Ich denke, das ist überall auf der Welt so. Unsere Einstellung schützt uns also nicht vor allem!

    Dies vorausgestellt möchte ich auf die Aussagen von Menglins Meister eingehen.

    Erstmal denke ich, ist es eine gute Gewähr für den Meister, dass er Dein Meister ist, Menglin! Das macht ihn in meinen Augen bereits viel glaubwürdiger! Da ich ihn nicht persönlich kennenlernen konnte, kann ich aber nur das beurteilen, was ich auf der homepage und hier im Blog gelesen habe.

    Ich denke schon, dass die Kraft des Qi eine sehr präsente, echte ist – keine eingebildete, oder ein „Zauber“. Wir alle wissen doch, wie sehr uns eine auch nur „virtuelle“ Unterstützung beeinflussen kann. Wenn man eine Rede hält, und der Saal ist abweisend (negatives Qi), wird nicht alles so gelingen, wie man es möchte. Wird man jedoch von den Zuhörern – beim Fußball von den Fans! – „getragen“, so gewinnt man. In beiden Fällen hat gar kein „echter“ (oder vielleicht eben doch…) Energieaustausch stattgefunden!

    Ich denke/glaube eigentlich nicht, dass die Teekanne, die energetisiert wurde „wirklich“ geglänzt hat… aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass alle es so gesehen oder gespürt haben! Mit meiner kartesianischen Weltsicht kann ich nicht glauben, dass das Qi auch auf Sachen wirkt… Auf den Menschen und seine Vorstellung kann ich es mir diesen Einfluß jedoch sehr gut denken. Aber es würde mich sehr interessieren, die Energetisierung einmal selbst zu sehen bzw. zu erfahren. Vielleicht ändere ich ja dann auch meine Meinung…?

    Pu-Er nur vor 15:30 ? Warum nicht… es stimmt schon mit der Natur dieses Tees überein, dass er viel Kraft gibt, und davon hat man nachmittags meistens mehr bzw. sogar zuviel. Ich mache das aber sehr von meinem Befinden und der Lust auf diesen oder jenen Tee abhängig… dann wird getrunken, was ich gerade will und das klappt eigentlich immer gut.

    Eins habe ich nicht ganz verstanden, Menglin: das mit dem intelligenten und dummen Schüler… in Deinem Beitrag davor (vor diesem). Kannst Du es noch einmal umschreiben? Ich war wahrscheinlich eine ganz dumme Schülerin… 😉

    Und warum sollte man eine Tradition nicht weiterentwickeln? Das kann ihr doch helfen, zu überleben… oder meint Dein Meister, DU als Übermittlerin (oder jeder andere „Übermittler“) solltest daran nichts ändern, wenn Du das Kung Fu anderen beibringst? Das wiederum kann ich verstehen. Dann bist nicht Du Auslöser der Veränderung.

    Die Tradition ändert sich sowieso, ganz allein. Denn: Alles fließt und nichts bleibt. Das hast Du ja vielleicht auch in Griechenland gehört…

    Jetzt wo ich das schreibe, kriege ich richtig Lust darauf, wiedermal die griechischen Philosophen zu lesen. Deine Beschreibung aus Olympia hatte mich dazu schon angeregt… nur – immer fehlt die Zeit dazu.

    Als ich vor 20 (!) Jahren mit meinem Lateinleistungskurs in Griechenland war (eine riesige Rundfahrt zu allen klassischen Stätten), war mir – und sicher allen anderen auch – gar nicht bewusst, was wir da für Schätze sahen. Oh sorglose und unbedachte Jugend…

    War aber dennoch (oder gerade deswegen) eine wunderschöne Zeit 🙂

    Dir/euch einen schönen Sonntag!
    Viele Grüße,

    Suzanne

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  3. Suzanne

    Hello nochmal!

    Ich wollte – sicherheitshalber – noch mal kurz klarstellen, dass ich, als ich oben von „Betrügern und Scharlatanen“ gesprochen habe, natürlich auf keinen Fall an Leute wie Deinen Meister dachte!!

    Ich wollte damit nur sagen, dass eben trotz aller „kritischen Denkweise“ hierzulande doch auch Betrüger ihrem „Beruf“ nachgehen können, mit Erfolg. Unsere Denkweise ist also gar kein absoluter Schutz…

    Wir „Westler“ sind immer so stolz auf unser kartesianisches, kritisches Denken – aber leider halten wir uns sehr oft überhaupt nicht daran.

    Ich hoffe, Dein Meister kommt nochmal nach Europa – dann würde ich ihn sehr gern kennenlernen.

    Und dann noch eine ganz „profane“ Frage: hier sind seit Tagen über 30°C, draußen und drinnen. Was mach ich mit meinem Tee?? Kühlschrank geht nicht – da liegt der gute französische Camembert und Roquefort drin… und das riecht fast wie Durian. Also keinen Tee in die Nähe.

    Wie machst Du es? Das beste wären sicher Tongefäße, aber ich habe keine…

    Also ganz schnell alles austrinken 😉 ? Oder ist es nicht so schlimm?

    Liebe Grüße!

    Suzanne

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  4. Menglin

    Man sollte kritisch sein. Die Frage ist wann? Eine grundsätzliche kritische Einstelung des Lebens erleichter wohl nicht die Lebensführung. Negative Denkweise ziehen negative Dings an. Mehr muss ich nicht sagen. Das Problem unserer Erziehung ist, uns beizubringen, kritisch zu sein, ohne eine Sichtweise zu entwickeln, situativ zu handeln und eigene Intuition zu entwickeln. Nur kritisch zu sein und Intellekt zu betonnen reichen nicht, die Problem im Leben und in der Welt zu lösen. Weisheiten sind das, was wir brauchen, Geschehen rund ums uns richtig zu sehen und damit umzugehen.
    Das ist auch der Grund, weshalb dieser Qigong Meister von dummem und weisen Schüler spricht. Denn Intellekt, was wir in der Schule entwickeln, kann uns nicht helfen, Menschen und Geschehen zu verstehen. Weisheiten, die uns hinter der Kulissen führen, zeigen wir die roten Faden auf, statt nur von Phänomene verblendet zu sein.
    Jede Tradition kann als Tradition weiter leben, wenn sie ihre Authentizität bwusst bewahren. Die postmodernen Menschen sind gewöhnt, alles zu vermischen, weil Man verschiedene Möglichkeiten aus verschiedener Kulturen zur verfügung stehen. Everythins goes! Take it easy!
    Warum nicht? Wozu trinken wir überhaupt noch chinesischen Tee? – wenn der Tee mit Aromen doch viel „aromatischer und vielfältiger“ ist?

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  5. Suzanne

    Jetzt verstehe ich viel besser, was Dein Meister meinte…

    Bei der Tradition des Kung Fu Cha – oder egal bei welcher Tradition – lehnt er die „Beliebigkeit“ ab, mit der manche Leute damit umgehen. Der Ursprung ist ihnen egal, vielleicht kommt es – wenn überhaupt – auf die Äußerlichkeit an. Das lehne ich auch ab.

    Aber wer weiss… vielleicht entwickelt sich über längere Zeit eine „europäische Variante“ des Kung Fu Cha? Eine gelebte Teetradition, die u.a. auf Deiner Vermittlung beruht 🙂 das wäre doch auch etwas Schönes – und Authentisches! Ohne Beliebigkeit…

    Denn wenn ich bei mir Tee in der Art des Kung Fu Cha zubereite, mache ich sicher noch vieles falsch.. aber ich habe es so schon meiner Schwester gezeigt… und diese wieder anderen (das wird am Ende was geben…). Das meine ich nur: alles fließt…

    Ich hoffe, es ist irgendwie verständlich geworden, was ich meine 🙂 es ist schon spät!

    Gute Nacht!

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