Archiv für den Tag 21/02/2006

Oriental Beauty und seine Zukunft

Oriental Beauty hat einen anderen Name: Bai Hao Oolong. Bai Hao Oolong war einmal der Synonym von Formosa Oolong. Dieser Oriental Beauty braucht drei Geburtshelfer.
1. Die Xiaolü Yechan 小綠葉蟬 – die Insekten, die den Oolong zum Oriental Beauty machen, sind uneingeladene Gäste der Teegärten. Sie vermehren sich im Wetter, in dem Kein Wind weht, feucht, warm ist. Sie befallen die frischen Triebe, die dann aufhören zu wachsen und vergilbt werden. Sie besuchen nur Teegärten, die natürlich wachsen und nicht mit Chemie gepflegt werden. 2. Glück. Diese ersehnten Gäste besuchen nicht jeden Trieb. Das Wetter ist auch nicht immer optimal. 3. Die wirkliche Oriental Beauty – alte Teepflückerinnen von Haka-Bevölkerung.
Im heißen Sommer fahren wir nach Xinzhu und Taoyuan – die besten Anbaugebiete. Wir steigen aus dem bedeckten klimatisierten Auto aus und steigen in die unbedeckten heißen Teegärten. Die Pflückerinnen, die sich mit voll Kopfbedeckung vor der Sonne schützen, sind fast nur Omas. Omas von Haka – ein Bevölkerungsgruppe, die berühmt von ihrem Fleiss und Ausdauer ist, pflücken gerade die kleine feine befallene Triebe. Die Situation ist klar: welche junge Frau aus Taiwan würde noch diese harte Arbeit unter der kränkenden Sonne annehmen? Vielleicht müssen junge taiwanesische Teebauer die anspruchslosen südasiatischen Schönheiten importieren, die die Tradition des Oriental Beautys fortsetzen.
Oriental Beauty hat außerdem noch andere Sorgen. Die Hightechnik-Industrie, die Acer, BenQ und Siemens Handy etc. produzieren, wollen auch dort aufhalten, wo die Xiaolü Yechan gerne verweilen. Auch Golfplätze, die die junge Professionals nach dem Feierabend ihre Freizeit verbringen, sollen auch in der Nähe sein. Und Tempels, die dem von Arbeit geplagte Seele trösten, sollen auch in der erreichbaren Nähe sein. Reihenhäuser, in den sich gut verdienende Young Professionals als schönes Heim niederlassen, sollen auch naturnah und nebenan sein. Die Teebäume werden rausgerissen, Teegärten als Bauland verkauft und umfunktioniert und das Land steigt noch mehr an seinen Wert… Beim Besuch der Familie Kan im letzten frühen Sommer haben wir festgestellt: wir finden immer mehr Tempels, die Teegärten zum seinen Parkplatz machen; Reihenhäuser, die unter der Sonne glänzen; und Golfplatz, dessen grüne Rasen uns traurigerweise an Teebaum erinnert!

Vielleicht ist es irgendwann nicht mehr lohnenswert, den Oriental Beauty zu produzieren. Es gibt keine fleißige robuste Beauties mehr, die diese harte Arbeit noch machen. Kein Bauer würde seinen Garten weiter pflegen, weil es ihm zu teuer wird. Statt Oriental Beauty aus Taiwan haben wir dem Europa und der Welt Acer und BenQ anzubieten!
Hakka Beauty