Der Sommer 2015

Es ist mitten im Sommer.

Nachmittags ging ich kurz ins Shui Tang und wurde begrüsst von vielen grossen Paketen! Es sind wunderschöne Tees, die You 2015 sorgfältig ausgewählt und produziert hat. Beim Auspacken seufzte Carola, „Der Duft!“  Der Duft von dem wilden schwarzen Tee aus Mengku Da Xue Shan verführte unsere Nase mit seinem Charme bereits beim Auspacken!! Die schönen Kürbis–Sieb mit Ramie sehen so herrlich aus!  Es ist wie ein Weihnachten!

Ich erinnere mich in letzem Herbst mit You und seiner Frau den gemeinsamen Aufenthalt im Kloster Einsiedeln. Ein Ort, wo er seine Ruhe gefunden hat – unter einem alten Eichen auf einem Hügel. Er macht das Foto zu seinem Profil. In diesem Sommer verbracht ich wieder paar Tage hinter der schweigsamen Mauer. Ruhe und Kraft strömen wieder in mir.  Am kommenden Sonntag findet auch dort ein Konzert von taiwanesischen Kompositionen. Jeder ist herzlich eingeladen.

Auch dort begegne ich paar jungen Pliger aus Deutschland und woanders. Sie erzählten mir viele Aussenpersketive über die Schweiz und das Leben. Viele von ihnen waren bereits in Spanien auf dem Jacobsweg unterwegs. Die Studentinen erzählten mir, dass die Menschen dort sehr arm sind. Sie haben wenig. Sie teilen mit den Fremden  von dem wenigen, was sie haben! Oft wurden sie nur nach einer Spende gefragt, auch wenn sie ein Bett und Essen bekamen. Während sie dort das Herz der armen Menschen spüren, erleben sie in der schönen reichen Schweiz eine klare Preisvorstellung. Die Menschen haben hier doch sehr viel, oder? Eine fragte mich, ob sie in die Schweiz kommen soll für ein Austauschjahr. Sie will aber ein Land mit Herzlichkeit. Ich antwortete ihr, „Das ist eine Frage der Ressonanz! Wen willst Du anziehen?“  

Die Armen teilen mit Fremden das, was sie haben. Das erleben wir häufig bei rückständigen Ländern. Und umgekehrt? Deutschland profitiert von der Krise Griechenlands und der Staat spart 100 Milliarden  – das berichtet das Medien. Heute wurde verhandelt wie 82 Miliarden nach Griechenland fliessen sollte. Hinter der dicken Mauer habe ich immer noch ein Handy.  In den letzten 7 Tagen habe ich keinen Camelia Sinesis getrunken. „Wie schaffst Du es?“ fragte Fabio. „Ganz einfach! Ich trank jeden Tag zwei Tassen Kaffee!“

Auch hinter den Klostermauer telefonierte ich mit Atong. „Warum hast Du mir keinen Huang Jin Gui aus Muzha von der neuen Ernte geschickt?“

„Es gibt nichts mehr!“ sagte er auf anderer Seite der Welt. Der Bauer nimmt diesen Tee für die Wettbewerb Muzha Tie Guanyin! „Was? Der Tee ist Huang Jin Gui! Nicht ein Tie Guanyin!“ Wer kümmert sich darum? Aber es gibt doch Profis und Jurys! Ach! Atong lachte. „Sie können doch nicht erkennen!“ Sprachlos trauere ich über die Teekultur meines Landes! Wie geht es weiter? Schritt für Schritt unbeirrt weiter!

Reinhard war so lieb. Er holte mich aus dem Kloster zum Geburtstagessen! Das Essen war üppig. Aber es ist nicht das Wichtigste, sondern die Freundschaft. Liebe ist ein Geschenk. Eine Beziehung zu pflegen bedeutet viel Verzicht! Das ist ein Kuan (Rätsel im Zen). Ich habe keine Antwort.

Die Inspektorin hat sich angekündigt. Es sei ein spezieller Einsatz. Ich bin gespannt und es gibt bestimmt etwas zu berichten! 

      

   
   
 

Nachwuchs des Tee im Europa 

in der Kirche fehle Nachwuchs, hieß es. Im Tee wächst es. Kann man Heute noch als Teemeister leben? Diese Frage stellte der Tim Ulrich. 

In einer Selbstverständlichkeit antwortete er, “ Natürlich! Schaue mich an.“

Es sind oft die Welle, die einen zum Tee treibt. Es sind die gleichen Welle die einen wieder weg treibt! In der Ruhe erzählte Ulrich uns, egal wie die Wellen uns spülen, mache es einfach weiter!

Weiter machen mit einem Anfängergeist fehlt mir schwer. Shuitang ist 7 Jahre alt! Ich bin immer wieder von den Wellen hin und her getrieben. Es fehlt mir schwer zu sehen dass mein Teeweg weiter geht als Shuitang! In solchen Momenten schätze ich die jungen Teemeister die noch heranwachsenden sind. Sie leben mir den Anfängergeist vor!

Mein Teeweg geht auch ohne Shuitang, ist bereichert durch Shuitang! 

    
   

Postkarte zur Oolong Produktion in Shuitang 

Ab dem 18.8 gibt es auch Postkarte zur Produktion von Oolong. 

Diese Karten sind entstanden aus unserer Teereise 2011 in Mingjian Taiwan. Fotografiert meistens von Doerte Hausbeck und Atong ( Chen, Huantang).

Ich freue mich mit euch die schönen Karte zu teilen! Jeder Schritt von Oolong Produktion gleich einen Prozess unserem Innenleben! Aus dieser Perspektive habe ich sie gestalten lassen. Hoffentlich stießen die Karte an die Menschen die meine Gedanken teilen!

  

Was hast du vergessen?

Unser Gongfu Cha II ist nun beendet.

Die letzte Lektion ist der Tee mit einem viereckigen Schachtel.

Vier Eck, hat eine Bedeutung von Bewusst werden von der Menschlichkeit. In der chinesischen Kultur bedeutet Quatrat häufig etwas wie der Anfang der Unendlichkeit.  Ein Tee durch ein Quatrat-Schachtel hat eine gewisse Andeutung von Öffnung zur Undendlichkeit.

Es war die letzte Stunde unser Kurs. Es ist nicht der Schluss von einem Versuch. Sondern ein Anfang.

Wir hatten immer viel Spass. Jedesmal versucht jeder spontan einen Tee zu zerebrieren. Manchmal mit einem Schachtel, mit einem Tuch oder mit einem Tablett.

 Und jedes Mal wird es vergessen. Gestern zählte Susanne das, was wir vergassen. Manchmal die Schale für Abfallwasser, manchmal den Aufgusskanne oder Teeschiff. Warum? Was bedeutet es? Wir versuchten es zu rätseln wie wir Orakel abfragen. 

Gegen Ende von Kurs sagte Anna und Susanne, beiden Musiklehrerinen, als Markus mit einem Würde das Tee-Schachtel zum Tisch trug. Sie würden einen Anfangsritual in ihrem Schulunterricht einführen. Sie würden ihre Flöte wie das Schachtel mit Respekt und Würde in der ersten Stunde ins Schulzimmer tragen. Dann würden sie die Flöte so behandeln wie sie die Teatoys anfassen, mit Respekt und Sorgfalt  vor den Schülern zerebrieren! 

Wir waren richtig begeistern von ihrem Idee! Vielleicht geben sie ihren Kinder mehr als die Musik selbst. Sie zeigen den Kindern eine Möglichkeit zur Unendlichkeit und ihre Umgebung mit Respekt und Würde. Es ist eine Arbeit von Eros – eine Verbindung zu schaffen zwischen Menschen und der Welt.

Wie schön Gongfu Cha zu praktizieren? Wie schön diese Fähigkeit zu besitzen, DAS in den Alltag umzusetzen anstatt nur im Teezimmer als Meister zu spielen! 

   
    
    
   

Erwachsen Sein…

Sie hatten den letzten Schultag.

Es war Zeit vorhanden für einen Gongfu Cha. Noam und Serafino beenden Ihren letzten Schultag in Shui Tang mit Gongfu Cha und Kinderarbeit…

Wie sehen die Kinder unsere Welt? Das sind immer die Gesprächsthemen auf dem Teetisch. Ich lerne die Welt neu zu betrachten im Augen der 13jährigen. „Erwachsen sein hat etwas trauriges.“ sagte der Noam.

„Warum?“ 

„Weil die Erwachsenen nicht mehr so fröhlich sind wie ein Kind.“

„Ist ein Kind fröhlicher? Warum?“

„Wir haben nicht so viel Sorgen. Wir können spielen und lachen. Erwachsene lachen nicht so.“

„Meinst Du weil die Erwachsenen Verantwortung tragen?“

„Das stimmt nicht.“ sagte Serafino, „Viele Erwachsenen tragen keine Verantwortung.“

„Wir, Kinder tragen so wie so Verantwortung für uns selbst, nicht nur die Erwachsene.“

“ Was kannst Du machen, wenn Du zwangsläufig erwachsen wirst? Wirst Du traurig?“

„Ich möchte in meinem Herzen fröhlich bleiben!“ sagte Noam. „Ein Kind im Herzen macht einen fröhlich.“

„Jetzt weiss ich, warum Du sagtest, dass ich nur 5 Jahre alt bin, wenn ich lache.“ lachte ich. Wegen meinem inneren Kind…

Ich schaute die klugen Köpfe vor mir an. Ich wünsche mir vom Herzen, dass sie wissen, wie sie ihre kindliche Leichtigkeit und Fröhlichkeit wieder verbinden. Mit einer Teekanne, paar Teetassen, vielleicht mit oder ohne jemadnen. Ein Spiel, das einem schnell versetzt in das Land des Lächelns! Das ist das, was ich ihnen mitgeben kann.

 

  

  
 

Degustation von in verschiedenen Gefässen gelagerten Pu Er Wuliangshan

Am vergangenen Mittwoch versammelten paar Teefreunde um das Lagerungsexperiment mittels Degustation zu überprüfen. Gelagert war der Pu Er Wuliangshan Gu Shu 2012. Gelagert in Metaldose, Tongefäss (Steinzeug), Alutüte, Kirschbaumrinde-Dose und Porzellan-Dose.

Am besten hat der Wuliangshan 2012 in Metaldose die meisten Stimme erhalten! Auf der zweite Stelle folgt das Steinzeug.

Für mich persönlich würde ich Metaldose und Steinzeug-Gefäss bevorzugen. Die Alutüte kommt auf der letzten Stelle.

Ich muss eherlich sagen, dass diese Degustation im Vergleich mit dem Qilan-Lagerung-Degustation viel weniger eindeutig ist. Für mich sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Materialien wenig deutlich. In Tongefäss gefällt es mir an den breiten aromatischen Spektrum und präsente nachhaltige Note. Während der Aufguss von Metaldose am deutlichsten „Wuliangshan“ ausdrückt.

Heini meinte, die Aromen von Wuliangshan durch die Lagerung eigentlich abnimmt. Man solle den Tee vielleicht nicht lagern. Er hat sicher Recht und diese Äusserung mag begründet sein. Auf andererseite sehe ich diese Geschichte gerne aus einem anderen Standpunkt. Eine gelungene Reifung kann man nicht nur aus dem jetztigen Standpunkt betrachten. Zwei Jahre bringen den Tee zu einem Zustand, der nicht auf dem Top-Punkt des Tees ist. Deswegen schmeckt mir der Wuliangshan 2010 wesentlich besser als der von 2012. Ausserdem spricht man auch von einem Lagerungskurve und ein Pu Er oder Oolong sollte nach fünf Jahre beurteilt werden.

Jedenfalls blicken wir sehr gespannt in die Zukunft und hoffe, dass wir in 2-3 Jahre wieder den Wuliangshan 2012 degustieren! Jetzt lassen wir ihn noch an der Spiegegasse in der Zürcher Altstadt-Luft reifen!

Ich danke allen teilnehmenden Teefreunden für Ihre wertvolle Zeit und Interesse!