Uebersetzung des Berichten in der Libertytimes am 10.05

台僑周孟霖出書 茶理哲學風靡歐洲

駐歐洲特派記者胡蕙寧/蘇黎世專訪報導
蘇黎士台灣茶館主人周孟霖因茶而異地聞名,最近更因為部落格裡的文章被瑞士出版商相中,集結成書以德文出版,書名正是《茶路上之葉──愛茶人的筆記》。德語區大報新蘇黎士報書評以「茶思茶史」為標題,推崇來自台灣的周孟霖是「蘇黎士茶專家」,說這本書是茶界經典之作,可以放在《茶經》和《倉岡天心茶書》同櫃的好作品。
周孟霖說,年前瑞士知名網路公司KAYWA知悉她對茶的熱愛,也鑒於歐洲人的茶知識有限,於是請她開闢有關茶的部落格,不知不覺中,她變成了很多愛茶人對茶的寄望。她是向陳煥堂老師學茶,認為茶本身藏有真理。如果人可以傾聽茶的細訴,茶和人有互動,茶會告訴你它的故事。
周孟霖說茶不騙人,人自騙人。茶禪一味,是可以被檢驗的。人若謙卑聆聽就可以發現茶同人生。她常想自己爺爺30年前常喝的醇重發酵鐵觀音,在這個快速淘汰又喜新厭舊的時代,是否已經被冷氣房用科技做出來的輕發酵高山茶取代?她就這樣把學茶的心得與對茶的體會轉化為文字,沒想到部落格的讀者越來越多,目前每日有約1500個造訪人次。周孟霖的新書不只關心茶,它還包含了茶對人生的啟示。在茶的世界裡沒有文化差異與國界衝突。愛茶的人不分國籍,在茶的道路上充滿著回家的感覺,不必再向外追尋什麼。

http://www.libertytimes.com.tw/2011/new/may/10/today-art5.htm

Ich versuche hier so einfach wie möglich diesen Text zu überstzen.

Das Teebuch von Taiwanerin Menglin Chou verbereitet die Philosohie des Tees in Europa
Jornalistin Hu, huining

Die Inhaberin von Shui Tang in Zürich Chou Menglin wurde wegen Tee in einem fremden Land bekannt. Neulich wurden die Artikeln von ihrem Blog von schweizer Verleger ausgelesen und als Buch in Sprache Deutsch veröffentlicht. Das Buch heisst: „Blätter vom Teeweg – Notitzen einer Teeliebhaberin“. Die grösste Zeitung des deutschen sprachigen Raum Neue Zürcher Zeitung hat eine Rezesion darüber geschrieben und bezeichnet es als eins der Tee-Klassikers neben „Das Buch vom Tee“ und „Cha Jing“ und Chou Menglin als Teeexpertin in Zürich.
Chou Menglin dankte in dem Interview für die anfängliche Unterstütung von Kaywa. Ohne die Entdeckung des Kaywas würde sie nicht auf die Idee kommen, ein Blog zu schreiben. Die Liebe zum Tee von Roger Fischer und die Wissensdurst nach Wissen des Tees in Europa machen das Teeblog Tee Erleben zu Hoffnungsträger des Tees. Sie fing an, ernsthaft Tee zu lernen, bei dem Lehrer Chen Huangtang. Er is überzeugt, dass es Wahrheiten im Tee stecken. Wenn Menschen bescheiden genug sind und zuhören können, wird Tee ihnen sehr viel von sich erzählen.
Menglin Chou sagt, Tee lügt nicht, aber der Mensch. Dass Tee und Zen einen Geschmack hat, kann einfach von Menschen behauptet werden, kann aber auch überprüft werden. Wenn Menschen bescheiden sein können, können im Tee viele Paralelle zum Leben entdecken. Sie denkt häufig nach, wie der Tee sich in dieser schnell lebigen Gesellschaft verändert. Vor 30 Jahren trank ihr Grossvater den stark fermentierten und richtig gerösteten Tie Guanyin. Ob dieser Tie Guanyin nicht von dem im klimatisierten Raum erzeugten leicht fermentierten Hochlandsoolong in diesem neuen Trend ersetzt wird? Somit hat sie ihre Gedanke und Reflexion durch die Begegnung mit dem Tee in die Worte transformiert und das Teeblog gewinnt immer mehr begeisterte Leser. Was das Buch von Chou Menglin beschäftigt, ist nicht nur mit Tee, sondern mit dem Dinge zwischen Tee und den Menschen. In der Welt des Tees existieren keine nationalen und kulturellen Grenzen. Es ist nur Liebe zum Tee. In diesem Weg des Tees herrscht das Gefühl des Heimwegs. Auf dem Heimweg ist man bei sich und sucht nichts mehr im Aussen.

Grüntee in Tokyo Times

Dank Alex erfahren wir ein wenig von der Ernte in der Nähe von Tokyo.
Vorhin bekam ich einen Anruf von Romeo. Er habe etwas gehört von der Messung der Radioaktivität in Tokyo und in Deutschland. Jemand seiner Bekanntenkreis habe die Messung an zwei Orten getätigt und stellte fest, dass die Werte in Deutschland höher sei als in Tokyo. Weshalb? Weil es nach dem Unfall in Tschernobyl gleich geregnet hat – in ganzem EUropa, während es in Japan gleich von Winde ans Meer getrieben wurde.
Also, es sei für ihn sicherer den frischen Sencha aus Japan zu trinken, als das deutsche Gemüse (natürlich auch das schweizer Gemüse) zu verzehren.

Tokyo Times

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Green tea harvest
Posted: 18 May 2011 04:40 PM PDT
Green tea plants aren’t an uncommon sight in some parts of Tokyo, and in nearby
Saitama Prefecture, there is an absolute abundance of them. Disappointingly
though, they don’t appear to have any scent. Or at least none that I’ve ever
noticed.
However, passing a tea field during what was presumably the year’s first harvest
(or ichiban cha), made for a completely different experience altogether. For
starters, the machine in use was a fairly interesting looking contraption, but
it was still nowhere near as surprising as the fragrance from the just-cut
leaves. A smell that was really quite startling — one of incredible, mentally
still reproducible, freshness.

Ein Bericht über Blätter vom Teeweg aus Taiwan

Heute kam ein Nachricht aus Taiwan, dass die grösste Zeitung Taiwans über das Buch „Blätter vom Teeweg“ berichtet hat.

Meine Familie waren sehr erfreut. Ich hatte zuvor gar keine Worte erzählt. Denn ich selbst wusste nicht, ob der Journalistin es auch ernst meinte. Also, ich freue mich für mich und für meine Familie…

2011-5-10

台僑周孟霖出書 茶理哲學風靡歐洲

駐歐洲特派記者胡蕙寧/蘇黎世專訪報導
蘇黎士台灣茶館主人周孟霖因茶而異地聞名,最近更因為部落格裡的文章被瑞士出版商相中,集結成書以德文出版,書名正是《茶路上之葉──愛茶人的筆記》。德語區大報新蘇黎士報書評以「茶思茶史」為標題,推崇來自台灣的周孟霖是「蘇黎士茶專家」,說這本書是茶界經典之作,可以放在《茶經》和《倉岡天心茶書》同櫃的好作品。
周孟霖說,年前瑞士知名網路公司KAYWA知悉她對茶的熱愛,也鑒於歐洲人的茶知識有限,於是請她開闢有關茶的部落格,不知不覺中,她變成了很多愛茶人對茶的寄望。她是向陳煥堂老師學茶,認為茶本身藏有真理。如果人可以傾聽茶的細訴,茶和人有互動,茶會告訴你它的故事。
周孟霖說茶不騙人,人自騙人。茶禪一味,是可以被檢驗的。人若謙卑聆聽就可以發現茶同人生。她常想自己爺爺30年前常喝的醇重發酵鐵觀音,在這個快速淘汰又喜新厭舊的時代,是否已經被冷氣房用科技做出來的輕發酵高山茶取代?她就這樣把學茶的心得與對茶的體會轉化為文字,沒想到部落格的讀者越來越多,目前每日有約1500個造訪人次。周孟霖的新書不只關心茶,它還包含了茶對人生的啟示。在茶的世界裡沒有文化差異與國界衝突。愛茶的人不分國籍,在茶的道路上充滿著回家的感覺,不必再向外追尋什麼。

http://www.libertytimes.com.tw/2011/new/may/10/today-art5.htm

Was ist ein Guifei Cha?

Ich habe bereits über Guifei geschrieben. Aber man fragt mich immer wieder, was für einen Tee dieser komische Name sein sollte!
Wie ist denn dieser Tee entstanden?
Guifei Cha ist entstanden durch die schwere Erdbeben 921 im 1999 (21.09.1999). In dieser Erdbeben wurde die wichtigen Teeanbaugebieten Taiwans schwer betroffen. Das Dorf Dongding erlitt schlimme Zerstörung. Nachdem die Teebauer sich wieder um ihre Teegärten kümmern konnten, stellten sie fest, dass der Garten bereits verwildet wurden und Teebäume wurden verheerenden von Insekten befallen.
In dieser Krise entschlossen viele Teebauer die Ernte trotzdem fortzusetzen und erzeugten den Tee nach der Tradition. So wurde der einstige Fancy Oolong aus dem Dongding Berg wieder erlebbar. Die Ehrgeiz der Teebauer aus den Dörfer Dongdings war natürlich nicht zu verleugnen. Sie benannten ihren Tee als Guifei Cha (Hofdame oder präzise gesagt die erste Nebenfrau des ehemaligen Kaisers – immerhin hochkarätig genug). Somit glaubten sie den Ruf von Oriental Beauty zu übertreffen!
Atongs (mein Teelehrer in Taiwan) eigene Kreation besondere Guifei Cha zu erzeugen bezeichnet er inzwischen als Miyum – Nachklang von Honig. Guifei Cha hat wunderbare Note von Nektar und Honig. Wenn der Guifei besonders gut ist, ist der Nachklang von Honig unglaublich fesselnd!

Leermond

Ich hatte Kopfschmerzen. Sandro sagte, „klar, es ist Leermond.“ Der Mond zeigte uns eine unbeleuchtete Seite. Dunkel.
Pina Pausch fragte ihren Tänzer, „Wie ist denn Dein Gefühl zu Vollmond?“ Er erwiderte, „Freude.“
Im Teeseminar am Sonntag wollte ich unbedingt die gelagerten Tees zusammen degustiert werden. Ich möchte, dass wir einmal erleben, wie es ist, wenn der Tee alt wird. Oolong 1969 und Pu Er 1060 wurden vor uns präsentiert. Viele waren voll begeistert von den gelagerten Oolongs. Und ich? Mir spricht die alten Pu Ers sehr gut an. Vor allem der alte Pu Er aus Yiwu.
In seinen fast zersetzten Blätter spürte ich die Spuren der Vergangenheit. Sie waren alt und lederig. Sie sind heute alt und zerbrechlich. Aber ihr Geruch ist voller Sonne und ihre Aromen sind Spuren der Erden. Ich tauchte ganz tief in die Tassen und dachte, ich sei der Baum.

Seit ich dieses Geschäft Shui Tang führe, habe ich häufig das Gefühl, es gäbe mich nicht mehr. Ich habe keinen Raum.
Werner schlug mir vor, einfach Mittagspause einzulegen. Andere meinten, einen Tag mehr schliessen. Aber wenn ich diesen Raum verlasse, heisst, dass ich mehr Raum für mich gewinne?
Wie schaffe ich mehr Raum für mich selbst? Manche Leute verändern ihr Leben, indem sie äußere Umstände verändern. Z. B. Sich scheiden lassen oder einfach einen anderen Partner wechseln.
Manche Leute glauben ihr Leben zu verändern, indem sie Rahmen verschieben. Z. B. Arbeit reduzieren, mehr Freizeit bzw. Freiheit zu gelangen.
Ich habe in meinen jungen jahren diese zwei Versuche unternommen. Aber der wahre Frieden ist nicht in mir angekommen. Sobald ich frei spüre, suche ich Beschäftigungen. Mit den zunehmenden Alter ahnte ich im Dunkel, dass die absolute Freiheit in meinem Herzen liegt.
Der alte Pu Er wirkte und wirkt. Hubert sagte, wenn ich tief ein und ausatmest, dann entspannt sich der Körper. „Dann wird der Raum in mir größer?“
Mit jedem Ausatmungszug drang der Tee noch tiefer in mich hinein. Ich bekam Wurzel. Meine Hände rochen nach Laub. Meine Augen wurden rot. Ich bewegte mich nicht mehr. Ich bin der Baum. Ich hörte meine Vorfahren mich rufen. „Es ist dunkel… Bei dem leeren Mond kannst Du einen neuen Anfang wagen…“

Eigentlich ist es alles ganz einfach. Ich ging nach dem Geschäftschluss ins Kino. Die Tür wurde geschlossen. Computer wurde nicht mehr eingeschaltet und das Handy einfach irgendwo liegen lassen. Der Film „Pina“ von Wim Wenders versetzte mich in einem anderen Raum. Sprachlos, fasziniert und bewegt sass ich im Kinosessel. Was für einen Raum der Körper schaffen und bewegen kann und was für Geschichte Bewegungen erzählen kann, hat mich und meine Unbeweglichkeit zutiefst berührt und getroffen. Irgendwann fing ich an zu weinen. Es war so , als ob jedes Tropfen eine kleine leere Stelle im Herzen geschaffen hätte.
Bei der leeren Mondnacht war ich so glücklich. Der unbeschienende Mond war in mir und er schien. Entlang Limat spazierte ich nach Hause. Es war leicht kühl und spät. Plötzlich roch ich ein Hauch von süssem schwebenden Duft? Akazien? Ich staunte in den Himmel. Tatsächlich unweit von mir standen zwei blühenden Akazien. Und auf einmal war ich glücklich in einer fremden Stadt, die inzwischen mein Heimat wurde und ich erinnerte mich an dem alten Pu Er Tee, der inzwischen einen Baum in mir reingepflanzt hat.

Ein Waldspaziergang im Vollmond

Spazieren im Wald – wenn der Geist ruhig und offen ist, besonders tiefen in dem grünen Wald in einer frühlingshaften Vollmondnacht, ist man umgebend von einer Sphäre der Klänge. Diese Sphäre ist keineswegs beschränkt auf die Wahrnehmung des Gehörs, sondern auch die Lichtung des Mondes und die klaren Schatten des Kiefernadels, wenn der Mond besonders hell scheint.
Wenn man irgendwann auf den Geschmack eines gelagerten Tee kommt, vor allem Pu Er 普洱茶, dann ist der Genuss nicht mehr eingeschränkt auf die Wahrnehmung von flüchtigen Früchten oder Blütchen, sondern vom Geruch der Kindheit bei Omas Speicher und Kartoffelkeller oder die Unruhe unter dem von fallenden Laub bedeckten Waldboden.
Wenn Gödel behautet, dass die Zeitreise nicht unmöglich ist. Wenn er hinterfragt, dass was die Zeit überhaupt sein soll – wenn wir zurück zur Vergangenheit kehren können. Die Zeit ist ein Raum, ein Konzept und ein Begriff. Woran haften wir denn, an heute und sofort?
Michi und ich sind ähnlich. Wenn es uns etwas begeistert, tun wir es sofort. Während die anderen noch davon sprechen und träumen, unternehmen wir bereits die Schritte, wenn die Dingen für uns stimmen. Wir sprachen erst am vergangenen Dienstag von einem Konzert, das er mir gerne zeigt. Sofort erhielt ich bereits eine Einladung. Das gefällt mir.
Ein besonderes Konzert konnte ich erleben. Zufall und man kann es einfach nicht wollen. Es war ein Vollmondabend. Es war der 333. Montag, als Nik Bärtsch bei Exil spielte. Es war ein Montag, wo ich tatsächlich frei war.
Der Vollmond findet man auf der Bühne in Form einer Klangschale. Der Anfang des Rythmen brachte mich in meiner Kindheit, als mein Großvater seine komische japanische Klänge spielte. Es erinnerte mich buchstäblich an die eigentlich fremden zugleich vertrauten Rythmen in unserem dunklen Esszimmer die Musik meines Großvaters. Es erinnert mich auch an den Film 里見八犬傳 in 80er Jahren. Ein Raum voller Mystik und Ungewissheit.
Verschiedene scheinbar zusammenhanglosen Töne und Klänge treffen sich zu einem Storm. Scheinbar wiederholende Tasten bereichern den gleitenden Storm, das scheinbar in die weite Ozean fliessen könnte – wir wissen es nicht.

Eine Musik, die keine Geschichte erzählt, keine Linialität besitzt und kein Ziel verfolgt. Ein Gewerbe von organischen Austausches von Klänge und Stile, von Wiederholung und Ausbrüche, und von Trennung und Einklang.

Nik sagte, dass seine Musik aus dem urbanen Raum sei. Mich versetzt sie in einem Wald einer Volldmondnacht. Er sagte, er sei ein „richtiger“ Senchaliebhaber. Ein Sencha sollte in dem Saison getrunken werden. Er überdauert nur die Zeit im Kühlschrank. Ich roch an seine Musik den Ruf eines alt gelagerten Pu Er, der die Zeit überdauert. Ich hörte die Insekten summen, lauschte die Berührungen der aufeinanderfächernden Lauben und schnupprte die Lichtung des klaren Mondes. Es läuft vieles Im Wald, vor allem auf dem Boden. Manche suchen nach Nahrung, manche suchen nach einem Versteck und ich suche nach meiner Vergangenheit, die bis zum meinen Großvater führt. Mein einsamer Großvater, der die Sprache des neuen Machthaber seines Landes nicht sprach und kein Gefallen bei seinen Enkelkinder fand, lauschte seine Existenz durch die Melodie und Motiven einer bestimmten Musik.

Ich bin

Seit ich dieses Geschäft habe, das Namens Shui Tang heisst, beschäftigt mich eine Frage „Ich bin“ bzw. „Was ist ich bin?“
In unserer Zeit der so genannten demokratischen Epoche, in der Menschen immer mehr mit Norm und Portotyo erfasst werden, ist eine Krise der Identität im Vormarsch. Also, ich bin das, was ich bin. Aber, was ist denn eigentlich das? Weiß Du überhaupt, „wer du bist?“

Als ich am vergangenen Mittwoch in der Schule in Aarau war, sah ich viele jungen noch recht unsichere Gesichter am Teetisch. Sie waren schüchtern. Aber sie waren respektvoll. Sie halfen mir bei der Zusammenarbeit, sie hörten mir zu, sie redeten nicht, wenn ich sprach. Sie rührten ihre Löffeln nicht, bevor ich sie aufforderten. Sie hatten das Bedürfnis nicht, „ICH BIN“ zu leben. Sie waren einfach dabei. Bei der Sache.

Am den gleichen Abend hatte ich eine Grupee von nur Erwachsenen. Sie sprachen, wenn ich auch sprach. Darum sprach ich nur leise, denn ich niemanden etwas zeigen wollte. Wer etwas mehr von Oolong erfahren will muss er selbst darum kümmern. Ich kenne ja alles, was ich sagen wollte. Sie rührten ihre Degustationslöffel bevor ich sie aufforderte. Es gab sehr viele „ICH“. Aber, was ist „ich bin“?

Lange dachte ich, dass ich zeigen sollte, was ich bin. Ich sollte zeigen, dass ich etwas von Tee verstehe und ich Menglin bin. Ich sollte mich manifestieren, was ich alles von Tee erlebe. Ich dachte, „ich bin “ zu leben ist wie eine Art von Identität auszudrücken. Und ich muss meine Identität klar ausdrücken, so dass man mich „richtig“ wahrnehmen kann! Ich muss meine Identität deutlich vermitteln, damit Shui Tang ein Gesicht bekommt.
Was stellen wir uns eigentlich vor, wenn wir das Wort „Ich“ benutzen?
Diese Frage trage ich bei mir herum seit einigen Zeit. Ich beobachte, wenn ich manchmal mit Besucher umgehe, wie ich aufdringlich „Ich bin“ auslebe will und wie mein Gegenüber mir einen Spiegel hinhalte, wie „ich bin“ in seiner Aufdringlichkeit zurück geworfen wird.

Zufällig las ich Ulrichs frühren Texte, als er über das gleiche Thema beschrieb. Er schrieb:

Wir können dieses „Ich bin“, dieses Gefühl der „Anwesenheit“,
dieses „Mu-Shin“ 無心 am besten spüren, wenn
wir morgens aufwachen. Da gibt es diesen winzig kleinen
Moment, wenn unser Bewusstsein noch nicht die
Führung übernommen hat; da können wir unsere bewusste
Anwesenheit, unsere Existenz fühlen. „Ich bin“,
nicht als Individuum, sondern einfach „Anwesenheit“
als solche. Dieses „Ich bin“ bedeutet auch „was ist,
ist“, denn in dem Moment, indem wir mit unserer Umgebung
in Beziehung treten, indem der Gedanke von
einem „Ich“ als getrennte Persönlichkeit auftaucht,
machen wir uns klein und vergessen, dass wir Schöpfer
und Schöpfung gleichzeitig sind.

Ich schaue immer wieder zurück in diese Stunde mit den jungen Menschen in Aarau. Diese jungen Menschen haben mich auf irgendeine Art berührt. Sie haben mir irgendwie gezeigt, dass „ich“ vielleicht eine Art von Trennung ist, eine Trennung von mir selbst und von mir und meiner Umwelt. „Ich bin“ ist in jenem Moment bloss ein Gefühl der Anwesenheit.
Vielleicht ist es der Schlüssel für mich, ich muss nicht als Menglin wahrgenommen werden. Ich bin einfach nur da und mein Leben wird einfacher. Menschen, die mich begegnen müssen gar nicht wissen, was ich bin.

Teeweg und Poesie

Ich bin müde.
Mein müder Körper spürt zwar den Frühling, weiss aber nicht zu freuen.
Viel arbeit und viele Projekte. Ich wünsche, ich könnte noch mehr!

Ich wünsche ich hätte mehr Kapazität. Wenn ich sehe, wie schnell die Seminare ausgebucht werden und wie oft die Leute mich wegen Kurse und Seminare anfragen, weiss ich, dass es ein Bedarf unter den Menschen gibt, sich mit Tee auseinanderzusetzen!
Gestern fuhr ich morgens nach Aarau, um mit den Schüler aus einer Mittelschule sich mit Tee zu vertiefen. Ich hatte eine Stunde, den Schüler die Welt des chinesischen Tees zu vermitteln. An dem gleichen Abend traffen sich 30 Erwachsenen in Shui Tang, um Oolong zu widmen.
Es war 20 junge Menschen, die kaum Vorstellung von gutem Geschmack und von guten Tees haben. Ihre Gesichter waren schüchtern und ihre Augen leuchteten wie Sternen. Ich habe keine Kinder, aber weiß, dass diese Menschen vor mir unsere Zukunft sind. Sie probierten die Tees mit dem degustierlöffel. Ich fragte nach. „Was schmeckt Ihr?“ „Bitter…“ „Was gibt es neben der Bitterkeit?“ „Süss.“ „Holzig.“ Der Oolong wie Nektar.“ „Wie Rauch.“ „Wie Honig.“ Ich glaubte meine Augen fingen auch an zu leuchten. „Was noch?“ „Wie ein Spaziergang durch den Wald im Sommer!“ Wowwwww!
Ich freute mich riesig über die Antwort eines jungen Mädel, das so unbeschwert ihre Empfindung einfach rausruschte. „Warum ein Spaziergang?“ „Ja, es ist immer so entspannt im einen Wald zu spazieren. Im Sommer vor allem ist es besonders schön! Es riecht so frisch, nach Holz, nach Grass und nach Blumen – so wie der Tee!“
In jenem Moment wollte ich fast weinen! Dieses Mädchen verfügt bereits den Zugang zu einer großen Welt des Tees, zu ihrer eigenen Identität und zu ihrer Unabhängigkeit. Das, was sie schmeckt, ist ihres, ist ihre Freiheit, die niemand aus ihr berauben kann.
Das, was ich lernen musste, um Tee zuzuhören und um den Brücke zum Tee zu finden hat sie bereits. Das, was ich lernen musste, mich nicht von anderen beeindrucken zu lassen, einfach zu mir zu stehen, hat sie bereits. Sie „muss“ nur weiter gehen.
Als wir gemeinsam den Pu Er Runde machten, als wir den künstlich nachfermentierten Pu Er, den frischen Pu Er 2010 Mengla und den Pu Er Grenztee 1990 degustierten, meldete sich sofort ein Junge. Er sagte, „Ach, das ist der künstlich fermentierte!“ „woher weiß Du es?“ „Er schmeckt komisch! Er schmeckt nach Fisch!“ Ich staunte!

Ist es wirklich so, dass wir als Erwachsene unseren Geschmack bereits auf den Irrweg abgeleitet sind und wir neu lernen müssen, was einen guten Geschmack bedeutet? Und diese junge Menschen vor mir, sie haben den natürlichen Zugang zu einem natürlichen guten Geschmack noch und wenn sie so bleiben dürfen ohne von unserer Gesellschaft manipuliert zu werden, können sie ihren Weg natürlich finden. Aber wer kann denn dem Karrier-Zwänge und Konsum-Appel von Red Bull tatsächlich entgehen?

Als Erwachsene, merkte ich bei der späteren Degustation am gleichen Tag mit Teeclubs Leute, bedeutet häufig einen guten Geschmack zu haben ist derjenigen, der so souverän spricht „Vanille, schokoladig, holzig und und und…“ Aber was diese junge Menschen, auch wenn sie unsicher und schüchtern sind, weil sie die Ettiketten unserer Gesellschaft noch nicht beherrschen, ahnen den Weg des Tees. Dieser Weg führt durch die Intuition und die Poesie!

„Es hatte mir mit einem Schlag, wie die Liebe, die Wechselfällte des Lebens gleichgültig werden lassen, seine Katastrophen ungefährlich, seine Kürze imaginär, und es erfüllte mich mit einer köstlichen Essenz (Tee); oder vielmehr: diese Essenz war nicht in mir, ich war sie selbst.“ Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit.

Ich danke Natalie. Diese liebvolle offene Lehrerin dieser Schülern hat diese wunderbare Stunde ermöglicht!

Teeliste von Teezirkel am 06.04

Teeliste von Teezirkel am 06.04

Die Teeliste von der Oolong-Desgutation von Teeclub Schweiz
1. Degustation von modernen Formosa Oolongs nach dem 2. Weltkrieg
Jade Oolong, Sijichun, Jinxuan
als Kontrast-Beispiel: traditionelle Oolongbaumsorte: Qingxin Oolong
2. Degustation von traditionellen Oolongbaumsorte: Ursprung Fujian China
Tie Guanyin Muzha 2010, Tie Guanyin Anxi 2010, Huang Jing Gui, Buddhas Hand
3. Shuixian Baum in drei Anbaugebieten
Zhangping Shuixian (Fujian), Phönix Dancong Shuixian Milanxiang (Chaoan, Guangdong), Baxian Shuixian Dancong (Nantou)
4. Faktor Lagerung
Dongding 2010, Dongding 2004, Dongding 1981

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Es war ein sehr schöner Abend mit Teefreunde gemeinsam die Welt des Oolongs zu schnuppern! Dass die Nachfrage so stark war, war mir selbst eine Überraschung! Das ist ein sehr gutes Zeichen, dass die Menschen ernsthaft mit Tee auseinandersetzen wollen!
Ich war ehrlich gessagt, nicht wirklich in Form. Meine Nerven waren recht schwach und Shui Tang war wirklich nicht zu gross. Aber die Teefreunde aus Vorstand des Teeclubs kennen mich zum Glück inzwischen gut genug. Sie können mit meinem Temperament umgehen. Ich danke ihnen für alles.
Gerne möchte ich mehr solche Treffen organisieren oder mitgestalten. Dies wird den Tee im Westen sehr helfen! Ich habe immer eine Vision, ein Zirkel zu bilden, gemeinsam an die Sprache des Tees zu arbeiten!