Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Was ein Meister denkt…

許朝宗 Hsu Chaozong ist für mich ein Meister aus Taiwan. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass er etwas von Taiwan hat.

Vielleicht versteht man mich besser durch das Video von ihm. Ich versuche hier paar Passage zu übersetzen.

https://youtu.be/RjMixPdkxQ8

Nach 1983 versuche ich mit Gold zu experimentieren. Gold als Glasur. Dieses Werk (0.27 Minuten) hat jemand für knapp eine Million CHF kaufen wollen. Ich habe es abgelehnt. Man kann nur hier anschauen bei mir. Ich will nicht verkaufen. Das Geld durch den Verkauf kann nur den Bank bereichern und auf das Konto parkieren. Aber jetzt man kann hier anschauen, ist es nicht schön?

Die Idee, Gold als Glasur zu verwenden kam von mir. Gleich würde von vielen anderen Künstler kopiert. (0.47) kopieren ist sehr einfach. Weiss du, viele Künstler sind gleich gut wie ich. Von Nichts zu kreieren ist das schwierigste. Aber kopiert werden ist nicht schlimm. Es ist eine Bestätigung. Als ein Künstler möchte ich immer weiter gehen. Man sollte keine Angst vor kopiert werden.

Ich möchte meine Werke hier haben, damit die Menschen sie anschauen können. Das Geld bringt nicht viel. Man muss verstehen, man muss etwa in sich haben, man zieht Menschen an weil man etwas zu teilen hat, nicht weil man schöne Dinge besitzt.

In meinem Alter will ich nicht mehr an einem Wettbewerb teilnehmen oder gegen etwas mit etwas konkurrieren. (2.26-2.30) es war einmal…er stand vor einem Werk, das ersten Preis an einem wichtigsten Wettbewerb Taiwans gewann.

https://youtu.be/RvlELclpo0s

Das Video erzählt über die Geschichte, dass Meissen sein Werk kopiert. 


Schalen, die für sich selbst sprechen.

Möchtest du diese Schale in die Hand nehmen und berühren? Weiss du, was Du dabei brührst? Du berührst die Erde von Taiwan.

Ich habe viele Schale berührt, die solche Glasur tragen und solche Fomen haben. In den Händen fühlen sie ganz anders. Diese von heute sind wie aus einem anderen Teil der Erde, wie aus einer Insel die von Tsunami und Taifun stets heimgesucht wird und ihre Lebenskraft aus dem Kampf immer stärker an Ausdruck gewinnt. Kein Jammer, kein Vorwurf. Nur da-sein! Ihre Spache ist tief, ruhig und wild. Die Begegnung mit ihr bringt mich auf einmal zum schweigen.

Teeschale von 杜輔仁 Du, Furen.

Ein Tag in Sanzhi 三芝

Es hat heftig geregnet nachdem wir ankamen.

Sanzhi, ein armes Dorf zwischen Pazifik und Taipei, zwischen dem Meer und den Bergen. Töpfermeister Du, Furen versteckt sich zwischen den verlassenen Häuser. 

Die Schalen sind kostbar, die Kannen sind wertvoll. Das Lächeln ist echt, die Hände sind dunkel. Der Tee war einfach, die Landschaft vielschichtig. Der Buddha begleitete uns, während der Meister bloss schwieg.

Notiz zum Weihnachtsverkauf II

Viele Damen fühlen sich bewegt durch mein Radion Interview und kamen meistens zu Zweit ins Geschäft. Sie wollten mich sehen und einen Tee von mir bekommen.

Ich bin meistens überrascht und fühle mich unglaublich peinlich. Ich versuche es zu erklären, dass das Gespräch von Radio eine Fassade von einer Projektion ist und ich keinen Kristall-Kugel besitze. Ich bin eine ganz gewöhnliche Person. Und ich habe keinen Absicht einen Verkauf zu tätigen, weil die Menschen an mir glauben. Sie glauben nämlich nicht an mir, sondern an ihre Vorstellung.

Es fehlt mir allerdings sehr schwer, mich richtig zu erklären. Zu erklären, dass sie sich für Tee interessieren sollen, nicht für die Möglichkeit, dass ich für sie einen Tee finde!

Das Schlimme ist, dass ich das Gefühl von Erklären-Müssen hasse.

Das raubt mir sehr viel Energie weg und die Damen sind meistens unglücklich, weil ich ihrer Vorstellung nicht entsprechen wollte. Das Interessante ist, dass sie meistens einen Tee probieren wollten bevor sie kauften. In diesem Stress von Weihnachtsgeschäft lehnte ich meistens ab. Weil es abgelehnt wurde, gingen sie meistens gleich. Sehr wahrscheinlich unglücklich.

Seit wann kann man einen Tee kaufen nur wenn man degustiert bekommt? Wo ist dieser Anspruch begründet? Am den Teetisch in Shui Tang ist nur auf Einladung zu sitzen. Ein Gast hat sich als Gast zu verhalten, nicht wahr?

Wenn man an Ort A einen Tee gratis bekommen kann, bedeutet nicht, dass man an Ort B ebenfalls erhält. Ein einseitiger Vertrag verursacht Leiden und Missverständnisse.

Am 24.12. unterhielt ich mich mit einem jungen Mann, der gerade ein Ausbildung bei einer renommierten Konfiserie absolviert. In seinem jungen Gesicht sah ich viel Neugierde und die Prägung von einer guten schweizerischen kaufmännischen Erziehung. Er sagte, er sei nicht ganz einverstanden mit dem, was man als kundenfreundlich bezeichnet. Ist der Kunde König?

Ich sagte ihm, dass ein gutes Geschäft im Vertrauen gegründet ist. Das Vertrauen kann nur aufgebaut werden, wenn Menschen gegenseitig bewusst oder unbewusst das Herz spüren. Also treu zu sich selbst und treu zu dem was wir verkaufen, wäre für mich der Schlüssel zum Erfolg.

Trotzdem habe ich immer wieder Zweifel, wie viel Ehrlichkeit pflege ich zu mir selbst und wie viel Direktheit ist die richtige Distanz oder Nähe zu Menschen um mich. Die intensive Zeit des Weihnachtsverkauf bringt diesen Zweifel oft zur Oberfläche. Ich mache viele Fehler und bekomme Chance es zu verstehen und lernen.

 

Tee und seine Teedose

Viele Leute suchen im Moment nach dem Sucht-Begriff Tee und seine Aufbewahrung. Diesen Text habe ich vor 8 Jahren geschrieben.

Wie hätte ich heute erzählt, wenn man mich diese Frage stellt?

Inzwischen kann ich auch mehr differenzierte Aussage machen.

Ist der Tee bereits von Fremdgeruch beeinflusst? Dann würde ich zuerst mit Metalldose, wenn das Budget grösser ist, dann Kirschbaumrinde-Teedose. Diese Holzdose rettete mir einen ganz wertvollen Tee vor vier Jahren, als der Tee im Plastik-Sack versendet wurde und bereits metallic roch. Diese Teedosen helfen den Tee von Geruch zu befreien.

Ist der Tee innerhalb sechs Monaten zu trinken? Dann ist es gut in Alutüte, so wie wir in Shui Tang verpacken oder in Metalldose. Der Tee hält in einer Metalldose relativ lang frisch. Siehe auch https://charen.ch/tag/tee-lagerung/

Bei einem grossartigen Oolong, der sich entwickeln und reifen sollte, würde ich Tongefässe und Kirschbaumrinde-Dose bevorzugen. Siehe https://charen.ch/2015/06/24/degustation-von-qilan-gelagert-in-verschiedenen-gefas/

Bei einem bereits alt gereiften Pu Er oder Oolong, würde ich die Reifung nicht mehr betonnen, dann würde ich wieder eine Metalldose nehmen. Andererseits verfolge ich eher die Haltung, die natürliche Reifung zu pflegen, anstatt zu stoppen. Wenn der Tee bereist nur als kleine Menge vorhanden ist, dann würde ich weg trinken. Damit dieser Tee in seinem schönsten Bild in der Erinnerung bleibt!

2016 bei dem Lagerungsexperiment schrieb ich in meinem Notiz von der Degustation Wuliangshan: Holz-Duft und Geschmack fruchtig und blumig wie Jelee und Holunderblüte. Am weitesten ist die Reifung beim Steinzeug, der Tee hat bereits säure Pflaumennote. In diesem Moment nach 4 Jahren Lagerung befindet der Tee im Steinzeug nicht gerade im Topzustand, aber in weitesten fortgeschritten! Hingegen im Metalldose ist der noch recht jugenhaft. Endliches Ergebnis finde ich auch bei der Qilan Oolong Lagerung. Also wenn man die Reifung erwartet, muss man auch Geduld ausüben und glauben an einem großartigen Tee, dessen Reifung seine Kurve hat! So macht eine Lagerung mit Tee spannend!!

Wenn ich mir es leisten kann, würde ich Tee im Tongefäss und im Kirschbaumrinde lagern. So kann ich schön trinken und schön waren!

Interessanterweise ist nicht jeder Holz den gleichen Effekt hat! Neulich erwarb ich Eschen-Schachtel von Finnland. Irgendwie macht dieser Holz kein gutes Milieu für Teelagerung. Jedenfalls keineswegs für grüne Teesorten! Ich beobachte noch weiter!

So ähnlich ist wie unsere Individualisierung als Menschen. Ein Mensch ist zwar im Moment lieb und harmlos. Aber es ist nur im Moment. Um richtig reif werden zu können, muss dieser Mensch auf seine Popularität und Beliebtheit manchmal verzichten, auf seinen Weg gehen, seine Grenze schreiten und seine Gesichter selbst richtig kennen lernen.

So wie der Tee, so ist der Mensch.

Spannende Teewelt!

 

 

Was ist besser?

Endlich komme ich zum bloggen.

Die Degustation mit den zwei verschiedenen Steinkannen hat ein überraschendes Ergebnis. Privat bin ich ein Fan von Jadekanne und überzeugt von dem Süssen und Breiten des Tees aus diesem Material. Vor allem ich spürte immer eine Verstärkung im Aufguss.

Wir degustierten einen schönen Lishan 2006, der über Holzkohle geröstet ist. Dieser Tee wurde mit Hematite (Fe2O3)- und Jadekanne zubereitet. Anwesend waren sechs Personen.

In dem ersten Runde bekam Hermatite 5 Stimmen. Ich war allein für Jadekanne.

In zweiten Runden bekam Jadekanne 6 Stimmen, während Hematite 4 Stimmen bekam. Diesmal haben wir uns entschieden jeder Person zwei Stimmen hatte. In dritten Runde bekam Jadekanne 3 Stimmen, während Hematite 4 Stimmen.

Bei dem 4. Runden wollte niemand zwei Stimmen haben und alle stimmten einstimmig für Hematite-Kanne!!

 

Muss man beim Teetisch philosophieren?

„Kann man nicht nur einfach Tee trinken, nicht philosophieren?“ 

Dies hat meine Besucherin gestern betont.

Wenn Serafino nach der Schule zu Shui Tang kommt, will er mit mir plaudern. Er will wissen, warum sollte man nicht das Wort Neger verwenden, oder ist es ethisch wenn man beim Kepab Stand Fleisch isst?

Als ich so jung war, war ich wahrscheinlich wie Serafino, ein Sinnsuchender. Ich lass gerne Diderot, Voltaire und Nietzsche. Tief geprägt von ihren Ideen suchte ich Lösungen für meine Welt. Es ist wahrscheinlich ein tiefes Bedürfnis als Mensch nach Sinn des Lebens zu suchen, eigene Wünsche nach Aussen zu projizieren und Götter zu erfinden. Anstatt zu realisieren, dass wir diejenigen sind, etwas auf die Natur zu projizieren und Göttr gestaltet haben, glauben wir, dass es ein „Gott“ gibt, der uns schöpft. 

Aber es gibt tatsächlich so etwas wie ein „Gott“. Etwas was wir nicht benennen können, etwas was wir als Unendlichkeit bezeichnen, etwas was wir alssinnvolle Zufälle beobachtet haben. Etwas, was Chaos darstellt.

Chaos, im Griechisch, ist der Gegenbegriff von Kosmos. Kosmos als perfekte Ordnung. Chaos als ein Zustand vollständiger Unordnung, ein Raum zu gestalten. „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern zu gebären.“ So Nietsche.

Nietzsche geht noch viel weiter, er sagte, „wer ein Schöpfer sein muss im Guten und Bösen, wahrlich, der muss ein Vernichter erst sein und Werte zerbrechen.“ 

Für viele Menschen bin ich ein „Vernichter“, weil mein Verhalten ihren Bilder nicht entsprechen. Für Leute, die bei mir Tee lernen, ist es als ein Lehrer fast wie ein Pflicht, ihre Werte zu rütteln und zu hinterfragen. Für anderen die gelegentlich in Shui Tang Tee trinken, ist es mir eher gleichgültig, was sie denken.

Ich philosophiere vielleicht gerne, weil ich gerne mich selbst hinterfragen, das Philosophieren hilft mir selbst kritisch zu sein. Die Philosophie ist für mich wie der Tee, der mein Denken in Frage stellt und meine Wahrnehmung erweitern. Tee gibt mir keine Lösung für meine Probleme, auch wenn viele Werbungen von Heilwirkungen erzählen. So wie die Philosophie uns ebenfalls keine Lösung verspricht, schenkt diese Fähigkeit zu denken uns ein Werkzeug, kritisch zu uns zu sein, uns als Schöfper zu betrachten anstatt als Opfer einer Geschichte.

Man muss nicht bei einem Teetisch philosophieren, aber man wird vielleicht irgendwann auffallen, dass man zu bestimmten Moment bestimmten Tee gerne trinkt, bestimmte Teetasse mit bestimmten Tee und wahrgenommenen Emotion verknüpft werden. Man fängt an zu beobachten, zu reflektieren und dann sieht sich selbst im Spiegelbild des Tees. Plötzlich… merkt man – es sind paar Schritte, die man hinter sich gelassen hat.

(Angeregt von einem Gespräch mit Eva Schiffer, http://www.philo.ch. Es war eine tolle Sternstunde!)

Lishan Guifei?

Lishan Guifei, gibt  w so etwas?

Welcher Bauer ist so blöd, seinen Garten nicht rechtzeitig zu spritzen und so viel Ernte Ausfall im Kauf zu nehmen?

Doch, das passiert ab und zu, wenn man experimentierfreudig ist. Um so selten ist solche Angelegenheit!

Ernte aus Lishan, oder genauer gesagt, der Gross Lishan Region liegen hauptsächlich über 2000 Meter über Meeresspiegel. Der Tee wird dort im Mitte Oktober geerntet. Und wenn man nicht rechtzeitig etwas gegen Schädlinge tut, dann werden die Blätter von Zikaden befallen. Wenn das Wetter schön bleibt, wird der Befall um so verheerend für die Bauer. Der Ernteausfall ist grausam, der Tee um so köstlicher und das Herz der Teeliebhaber schlägt noch höher!

Sehnsüchtig warte ich jetzt auf diesen Lishan Guifei! Wer Lalashan Guifei verpasst, sollte ihn jetzt nicht mehr verpassen!

(Tee)Baum auf den (Tee)Weg

Im Film Avantar verehren die Na’vi einen Baum, der Baum der Seele. Dort können sie ihre Energie aufladen, können sie sich wieder an ihre Vergangenheit und an ihre Erbe erinnern. Ein Baum des Lebens, was das Leben zu gedeihen und zu entwickeln bringt.

Nicht nur die Na’vi verehren Bäume, sondern viele alte Kulturen. Unter einem Baum passierte und passiert viele Geschichten. Shennong (ein chinesische mythische Figur, die Tee entdeckte) entdeckte eine Pflanzen Tee, viele einfache Menschen trafen und treffen sich unter einem Baum zum Tee, zum Schacht oder zu lieben. Unter einem Baum wurde viele Rituale vollzogen, um Götter zu verehre, um eigene Wünsche mit jenseits zu kommunizieren, um Unheil abzuwenden. Unter einem Baum wurden Früchte gesammelt, wurde Kräuter gezupft wurden Tiere gefuttert.

Auch die Menschen in Yunnan sangen in jedem Frühling unter Teebäume, um die Seele der Bäume aus dem Winter zu rufen. Es ist noch die Zeit, als Teebaum noch ein Teebaum ist, bevor Teebäume Tee-Bonsai wurden.

Wie kommen wir auf die Idee, Teebäume wie Bonsai zu kultivieren? Ist es nicht ein Spiegel von unserem Umgang mit dem Baum, mit der Natur, gar mit unserer Seele?

Am 04.12.2016 um 16 Uhr findet ein (Tee)Gespräch in Shui Tang statt mit Brigitte Egger und Meng-Lin Chou. Wer sich für die tiefere Struktur der Bedeutung des Baums und Tees im unseren modernes Leben zu integrieren, interessiert, ist herzlich eingeladen.

Anmeldungen erforderlich. Eintritt frei.

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Gestorbener Teebaum in Bo He Tang Yunnan.

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Teebäume in JIngmai Yunnan, nach dem Frühlingsritual.