Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Reisen bildet II

Als ich Takeo 武雄 aufhalte, war ich nicht nur überrascht von den leeren Strasse, sondern auch von den Menge der aktiven Töpferein. Der siebenjährige Imjin Krieg, für Koreaner war es eine japanische Invasion, für Chinesen (Ming Dynastie) eine solidarische Nachbarschaftshilfe mit imperialistischen Hintergrund, war für die japanische kulturelle Entwicklung ein Meilenstein. Durch diesen von ihrer Grausamkeit bekannten Krieg wurden ca. 3000 koreanischen Töpfern (insgesamt 50000 Gefangene) in die Gefangenschaft genommen und liessen sich meistens in Insel kyushu. Aus diesen Kriegsgefangene entstanden die wichtigsten Keramik Tradition wie Hagi und Karatsu.

Takeo gehört zu der 唐津燒 Karatsu Tradition. Wofür ist Karatsu berühmt?

Wenn ich eine Karatsu Schale in der Hand nehme, beobachte ich die Vielschichtigkeit seiner Glasur. Keramik ist ähnlich wie beim Tee. Manche Teesorten ziehen sofort Menschen an, weil sie einfache eindimensionale Geschmäcke haben, zum Beispiel frisch blumig, oder erdig herb. Solcher Tee, wenn sie einigermassen gut gemacht ist, sticht sofort ins Auge und wird als ein guter Tee bezeichnet. Vielschichtige Dinge sind ähnlich wie Menschen mit Vielschichtigkeit. Es wird nur von gewissen Menschen gefeiert und verstanden.

Für mich strahlt Karatsu die Wärme der Erde, die Schönheit der wechselhaften Himmelfarbe und die Geschmeidigkeit in meinen Hände! Man bewundert die Spuren des Feuers in der Keramik. Man bedankt die Arbeit eines Töpfers, der in seiner Umgebung seine Materialien von Erde und Gesteine sucht, experimentiert und erfindet. Man ist berühret von der Tradition, die eine junge Generation nährt, verändert und belebt werden kann.

Ich sehe die Prägung der koreanischen Vorfahren in den wenigen Gefässen die ich mitbrachte. Ich sehe auch, wie die junge Generation tief in die Natur eintauchte und experimentiert. Die Erde, die Feuer und der Mensch spielen zusammen. Das Zusammenspiel wird von der Tradition vermittelt und fortgesetzt von heutigen Menschen in Takeo!

Hiroaki Baba 馬場宏彰 ist so ein junger Töpfer. Er fährt fort mit den typischen Technik aus seiner Tradition, glasiert immer noch mit dem Aschen von Zitronengras und verarbeitet die Erde aus Takeo selbst. Seine Werke trahlen Wärme und Anmut!

http://www.shokokai.or.jp/41/4142110009/index.htm

Reisen bildet I

Reisen bildet.

In meiner letzten Asienreise in Taiwan und in Japan lernte ich verschiedene Töpfermeister in verschiedenen Stile kennen. In dieser kurzen Zeit habe ich unterschiedliche Richtungen und Tradition beobachtet und vieles für mich gelernt. 

Heute möchte ich einen Töpfer 綿島康浩Watajima aus Takeo 武雄 vorstellen.

Seine Bilder sprechen für sich selbst: http://watajima.com/work.html

Seine Wurzel geht zurück auf koreanische Halbinsel und natürlich weiter noch ins tiefen chinesischen Landschaft. Bis heute praktizieren viele Meister in Japan noch die alten Technik mit alten Muster. Uralte Symbolik wird modern interpretiert und belebt. Ich war sehr berührt.

Takeo, ein alter Onsen Kurort. Ein Ort mit einer langen alten Keramik Tradition. Selbst in diesem kleinen ruhigen Bahnhof gibt es einen Ausstellungsraum für Keramik!

Produktion von Shou Pu Er

Ich habe You gefragt, wozu diese grünen Folie?

Er sagte, diese Folien hält die Temperatur und Feuchtigkeit zusammen. Unterhalb dem grünen Folien ist Lao Man E, oberhalb liegt Lao Ban Zhang.

Die Dauer von Fermentation hängt von dem Wetter und Wärme ab. Natürlich hängt von dem Fermentationsgrad ab, wie weit es fermentiert werden sollte. Er bevorzug 60-80 Prozent, damit die Lagerung die Entwicklung des Tees noch etwas ausmachen kann. Das heisst, so ein Shou Pu Er ist noch entwicklungsfähig. Bei 80% braucht man 56-60 Tage.

Der Shou 2016 Lao Man E und Lao Ban Zhang von ihm sind ungefähr 75%.2015 Bu Lang Shan ist 80% fermentiert. Das scheint ganz interessant. Leider verstehe ich es noch zu wenig, weil ich selbst kein Shou Cha Fan bin!

Aus der Erde von Taiwan Tee trinken!

Heute habe ich viel gelernt, gesehen und erlebt.

Bei einer Teekannemeisterin Li Jiao in Taiwan. Sie erforscht die Erde und Gestein Taiwans, entdeckt die Kommunikation zwischen Erde und Temperatur des Brennofens und kreiert eine ideale Kombination zwischen Teegeschmack und Ton-Materialien!

Was ein Meister denkt…

許朝宗 Hsu Chaozong ist für mich ein Meister aus Taiwan. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass er etwas von Taiwan hat.

Vielleicht versteht man mich besser durch das Video von ihm. Ich versuche hier paar Passage zu übersetzen.

https://youtu.be/RjMixPdkxQ8

Nach 1983 versuche ich mit Gold zu experimentieren. Gold als Glasur. Dieses Werk (0.27 Minuten) hat jemand für knapp eine Million CHF kaufen wollen. Ich habe es abgelehnt. Man kann nur hier anschauen bei mir. Ich will nicht verkaufen. Das Geld durch den Verkauf kann nur den Bank bereichern und auf das Konto parkieren. Aber jetzt man kann hier anschauen, ist es nicht schön?

Die Idee, Gold als Glasur zu verwenden kam von mir. Gleich würde von vielen anderen Künstler kopiert. (0.47) kopieren ist sehr einfach. Weiss du, viele Künstler sind gleich gut wie ich. Von Nichts zu kreieren ist das schwierigste. Aber kopiert werden ist nicht schlimm. Es ist eine Bestätigung. Als ein Künstler möchte ich immer weiter gehen. Man sollte keine Angst vor kopiert werden.

Ich möchte meine Werke hier haben, damit die Menschen sie anschauen können. Das Geld bringt nicht viel. Man muss verstehen, man muss etwa in sich haben, man zieht Menschen an weil man etwas zu teilen hat, nicht weil man schöne Dinge besitzt.

In meinem Alter will ich nicht mehr an einem Wettbewerb teilnehmen oder gegen etwas mit etwas konkurrieren. (2.26-2.30) es war einmal…er stand vor einem Werk, das ersten Preis an einem wichtigsten Wettbewerb Taiwans gewann.

https://youtu.be/RvlELclpo0s

Das Video erzählt über die Geschichte, dass Meissen sein Werk kopiert. 


Schalen, die für sich selbst sprechen.

Möchtest du diese Schale in die Hand nehmen und berühren? Weiss du, was Du dabei brührst? Du berührst die Erde von Taiwan.

Ich habe viele Schale berührt, die solche Glasur tragen und solche Fomen haben. In den Händen fühlen sie ganz anders. Diese von heute sind wie aus einem anderen Teil der Erde, wie aus einer Insel die von Tsunami und Taifun stets heimgesucht wird und ihre Lebenskraft aus dem Kampf immer stärker an Ausdruck gewinnt. Kein Jammer, kein Vorwurf. Nur da-sein! Ihre Spache ist tief, ruhig und wild. Die Begegnung mit ihr bringt mich auf einmal zum schweigen.

Teeschale von 杜輔仁 Du, Furen.

Ein Tag in Sanzhi 三芝

Es hat heftig geregnet nachdem wir ankamen.

Sanzhi, ein armes Dorf zwischen Pazifik und Taipei, zwischen dem Meer und den Bergen. Töpfermeister Du, Furen versteckt sich zwischen den verlassenen Häuser. 

Die Schalen sind kostbar, die Kannen sind wertvoll. Das Lächeln ist echt, die Hände sind dunkel. Der Tee war einfach, die Landschaft vielschichtig. Der Buddha begleitete uns, während der Meister bloss schwieg.

Notiz zum Weihnachtsverkauf II

Viele Damen fühlen sich bewegt durch mein Radion Interview und kamen meistens zu Zweit ins Geschäft. Sie wollten mich sehen und einen Tee von mir bekommen.

Ich bin meistens überrascht und fühle mich unglaublich peinlich. Ich versuche es zu erklären, dass das Gespräch von Radio eine Fassade von einer Projektion ist und ich keinen Kristall-Kugel besitze. Ich bin eine ganz gewöhnliche Person. Und ich habe keinen Absicht einen Verkauf zu tätigen, weil die Menschen an mir glauben. Sie glauben nämlich nicht an mir, sondern an ihre Vorstellung.

Es fehlt mir allerdings sehr schwer, mich richtig zu erklären. Zu erklären, dass sie sich für Tee interessieren sollen, nicht für die Möglichkeit, dass ich für sie einen Tee finde!

Das Schlimme ist, dass ich das Gefühl von Erklären-Müssen hasse.

Das raubt mir sehr viel Energie weg und die Damen sind meistens unglücklich, weil ich ihrer Vorstellung nicht entsprechen wollte. Das Interessante ist, dass sie meistens einen Tee probieren wollten bevor sie kauften. In diesem Stress von Weihnachtsgeschäft lehnte ich meistens ab. Weil es abgelehnt wurde, gingen sie meistens gleich. Sehr wahrscheinlich unglücklich.

Seit wann kann man einen Tee kaufen nur wenn man degustiert bekommt? Wo ist dieser Anspruch begründet? Am den Teetisch in Shui Tang ist nur auf Einladung zu sitzen. Ein Gast hat sich als Gast zu verhalten, nicht wahr?

Wenn man an Ort A einen Tee gratis bekommen kann, bedeutet nicht, dass man an Ort B ebenfalls erhält. Ein einseitiger Vertrag verursacht Leiden und Missverständnisse.

Am 24.12. unterhielt ich mich mit einem jungen Mann, der gerade ein Ausbildung bei einer renommierten Konfiserie absolviert. In seinem jungen Gesicht sah ich viel Neugierde und die Prägung von einer guten schweizerischen kaufmännischen Erziehung. Er sagte, er sei nicht ganz einverstanden mit dem, was man als kundenfreundlich bezeichnet. Ist der Kunde König?

Ich sagte ihm, dass ein gutes Geschäft im Vertrauen gegründet ist. Das Vertrauen kann nur aufgebaut werden, wenn Menschen gegenseitig bewusst oder unbewusst das Herz spüren. Also treu zu sich selbst und treu zu dem was wir verkaufen, wäre für mich der Schlüssel zum Erfolg.

Trotzdem habe ich immer wieder Zweifel, wie viel Ehrlichkeit pflege ich zu mir selbst und wie viel Direktheit ist die richtige Distanz oder Nähe zu Menschen um mich. Die intensive Zeit des Weihnachtsverkauf bringt diesen Zweifel oft zur Oberfläche. Ich mache viele Fehler und bekomme Chance es zu verstehen und lernen.

 

Tee und seine Teedose

Viele Leute suchen im Moment nach dem Sucht-Begriff Tee und seine Aufbewahrung. Diesen Text habe ich vor 8 Jahren geschrieben.

Wie hätte ich heute erzählt, wenn man mich diese Frage stellt?

Inzwischen kann ich auch mehr differenzierte Aussage machen.

Ist der Tee bereits von Fremdgeruch beeinflusst? Dann würde ich zuerst mit Metalldose, wenn das Budget grösser ist, dann Kirschbaumrinde-Teedose. Diese Holzdose rettete mir einen ganz wertvollen Tee vor vier Jahren, als der Tee im Plastik-Sack versendet wurde und bereits metallic roch. Diese Teedosen helfen den Tee von Geruch zu befreien.

Ist der Tee innerhalb sechs Monaten zu trinken? Dann ist es gut in Alutüte, so wie wir in Shui Tang verpacken oder in Metalldose. Der Tee hält in einer Metalldose relativ lang frisch. Siehe auch https://charen.ch/tag/tee-lagerung/

Bei einem grossartigen Oolong, der sich entwickeln und reifen sollte, würde ich Tongefässe und Kirschbaumrinde-Dose bevorzugen. Siehe https://charen.ch/2015/06/24/degustation-von-qilan-gelagert-in-verschiedenen-gefas/

Bei einem bereits alt gereiften Pu Er oder Oolong, würde ich die Reifung nicht mehr betonnen, dann würde ich wieder eine Metalldose nehmen. Andererseits verfolge ich eher die Haltung, die natürliche Reifung zu pflegen, anstatt zu stoppen. Wenn der Tee bereist nur als kleine Menge vorhanden ist, dann würde ich weg trinken. Damit dieser Tee in seinem schönsten Bild in der Erinnerung bleibt!

2016 bei dem Lagerungsexperiment schrieb ich in meinem Notiz von der Degustation Wuliangshan: Holz-Duft und Geschmack fruchtig und blumig wie Jelee und Holunderblüte. Am weitesten ist die Reifung beim Steinzeug, der Tee hat bereits säure Pflaumennote. In diesem Moment nach 4 Jahren Lagerung befindet der Tee im Steinzeug nicht gerade im Topzustand, aber in weitesten fortgeschritten! Hingegen im Metalldose ist der noch recht jugenhaft. Endliches Ergebnis finde ich auch bei der Qilan Oolong Lagerung. Also wenn man die Reifung erwartet, muss man auch Geduld ausüben und glauben an einem großartigen Tee, dessen Reifung seine Kurve hat! So macht eine Lagerung mit Tee spannend!!

Wenn ich mir es leisten kann, würde ich Tee im Tongefäss und im Kirschbaumrinde lagern. So kann ich schön trinken und schön waren!

Interessanterweise ist nicht jeder Holz den gleichen Effekt hat! Neulich erwarb ich Eschen-Schachtel von Finnland. Irgendwie macht dieser Holz kein gutes Milieu für Teelagerung. Jedenfalls keineswegs für grüne Teesorten! Ich beobachte noch weiter!

So ähnlich ist wie unsere Individualisierung als Menschen. Ein Mensch ist zwar im Moment lieb und harmlos. Aber es ist nur im Moment. Um richtig reif werden zu können, muss dieser Mensch auf seine Popularität und Beliebtheit manchmal verzichten, auf seinen Weg gehen, seine Grenze schreiten und seine Gesichter selbst richtig kennen lernen.

So wie der Tee, so ist der Mensch.

Spannende Teewelt!