Archiv der Kategorie: Shui Tang

Kurze Meldung wegen der frischen Ernte

Endlich ist es so weit, Sanxia Bi Luo Chun zu verkosten! Obwohl es heute in Taipei 28 grad heiss ist, hat der Tee uns warten lassen. Wegen der anhaltenden Kälte ist der zarte freundliche Bi Luo Chun erst gestern versandbereit! Sehr wahrscheinlich kann man in zwei Wochen, wenn das Schweizer Zoll gut arbeitet, in Shui Tang den ganzen frischen Bi Luo Chun aus Sanxia erwerben! Preis bleibt recht stabil.

Eine andere nicht ganz treuliche Meldung kommt aus Yunnan! Der Preis Pu Er ist Tendenz steigend! Yu sagte dass es viele Hobby Händler im Moment einkaufen – um jeden Preis und begünstigen den Käufer. Der Preis von Bo He Tang ist nach Oben geschossen! Auch der Preis in Bu Lang Shan ist nicht fair! Der Preis eindeutig zu spekulativ!

Pu Er Liebhaber sollte jetzt den vergangenen Jahrgang hammstern oder jetzt Geld sparen!

Atong erklärt bei Produktion des Tees. Weil der Ort viele Fenster hat, sollte man den Tee dünn auslegen. 

 

Reise zum Tee als fassbares Buch

Endlich ist es so weit, ein Buch zu gestalten über das, was wir auf unsere Taiwanreise 2015 erlebten, was einen Formosa Oolong betrifft und was Menschen, die sich mit Tee beschäftigen denken.

Das Buch ist ein Fenster für die Teeliebhaber im eigenen Zuhause. Ein Fenster in die Welt des Tees!

Buch: Reise zum Tee

Der Besuch von Koryphäe Chen, Huan Tang 陳煥堂

Atong kommt im Juni!

Am 12.06 hält er ein Teeseminar in Frankfurt ab! Wer sich dafür interessiert sollte sich bei Teehaus Schnorr melden!

Am 19.06 findet ein Teeseminar mit ihm in Zürich statt! Bitte kontaktiere 

Teehaus Shui Tang, 044 5559161  

Vom Opfer zum Gestalter

Durch eine alte Teeschale aus der japanischen Mingji Zeit lerne ich Herrn J. kennen. Ein edler älterer Herr aus den alten Zürcher Familien.
Diese Teeschale verbindet uns zu einer Freundschaft, die das Alter überschreitet und Kultur sprengt.

Ich verachte Grenze. Grenze zu überschreiten liebe ich. Das ist nicht konform in der Schweizer Gesellschaft. Gerne überquere ich auch meine eigene Grenze.

Er kam aus der anderen Grenze und erzählte mir Erfahrungen aus seiner neuen Reise in die alte Zivilisation.

Ich kehrte zurück aus der Grenze und berichtete über meine Erlebnisse ausserhalb Europa.
Von der wütenden Göttin Pali erzählte er mir. Die fremden Zeremonie im Tempel überwältigte ihn. Er sagte zu mir, dass er etwas endlich verstanden hat.

„Menglin, wenn wir die wütende Göttin als solche personifiziert und nur so sehen können, ist sie tatsächlich vernichtend und tyranisch. Es ist tatsächlich eine Göttin zu furchten. Aber ich verstand, sie nicht auf dieser Art von Weise zu betrachten. Sie bracht meine Vorstellungen über die Welt durcheinander, zerstört meine Halt auf der Erde und verletzt mein Gefühl. Und ich bin endlich auf den Boden gelandet, so dass ich diese Welt so wie sie ist neu zu sehen. Sie leistet mir in diesem Sinne ein Dienst!“

Pali ist eine Göttin und ist eine Göttin. Sie ist vernichtend und bereichernd. Was siehst Du in ihr?

Kann eine wütende Göttin als eine Göttin von Dienst gesehen werden?

„Wie kann man aus dieser Rolle von Opfer aussteigen und diese neue Betrachtungsweise gewinnen?“ Meine Augen tränten.

„Indem wir nicht mehr mit Opferrolle identifizieren wollen, sondern als Gestalter zu leben.“
Ein Gestalter, der Leiden und Freude mit Gleichmut betrachtet und das Beste aus Yin und Yang gestaltet.

In dem Dante-Diskussion im vierten Advent 2015 sassen viele Teefreunde und Interessierte zusammen und widmeten genau dieses Thema. Vieles, was in unserem Leben geschehen, können wir nicht steuern. Aber das, wie wir diese Geschehnisse begegnen, können wir es gestalten. Ist Pali böse? Oder dient sie sogar unsere Entwicklung? Das hängt von jedem ab. Mit Tee kann man lernen, selbst im Nebel zu erkennen, wenn man jedes Mal einen Gongfu Cha starten muss. Nur wenn man das eigene Zentrum spürt und vertraut, Schritt für Schritt einen Weg findet, verwandelt man die Nebelsuppe zu einem blühenden Garten! Es war einen besinnenden Adventabend. Wir kamen mit viel Wärme und berührte Herzen in die dunklen Gasse Zürichs.
Am Teetisch in Shui Tang passieren vieles. 
„Man sagte immer, es sei Zufall. Es war ein Zufall, dass ich mit dieser

Teeschale zu Dir kam.“ Seine Augen wurden breit, “ Aber es gibt keinen Zufall für mich. Unsere Verbindung durch eine Teeschale – es muss so sein.“

Man muss es einfach vertrauen.

  

Die Sache Lagerung 

Pu Er Tee und gelagerter Oolong finden immer mehr Anklang in Zürich. Aber die meisten Menschen haben immer noch keine Wille selbst etwas zu lagern.

Natürlich ist es einfacher bei mir zu kaufen. Natürlich ist es einfacher, zu ernten als zu säen. So weiss man nur jetzt und von sich selbst.

Am 16.01 zum Feier des historischen Moment wollte ich, dass Mein Lehrer einen guten Tee aufmacht. Er lächelte und kam aus seinem Büro. Dieser Tee schmeckte wie Blumenwiese in einem Bergtal. Ich atmete die frische Luft von hochstämmigen Bäumen und üppigen Farn. Das Wasser sprudelte aus dem Bachfälle. Es war ein Tie Guanyin, sagte er. Gelagert aus einem anderen Jahrzehnten!

Als Tee Anfänger trinkt man einen guten alten Tee, der von meinem Lehrer gelagert ist. Irgendwann ist der Anfänger einLehrer des anderen geworden. Er habe auch Tee zu lagern, für sich selbst und für die anderen. So geht Tee weiter, so entsteht Generation und so bedeutet die Zeit. 

Ich habe angefangen Tee zu lagern. Zuerst unbewusst und jetzt lagere ich, weil Shui Tang nicht ein Eintagsflieger ist. Ich habe verstanden, was die Zeit für unsere Entwicklung bedeutet. Manchmal kann man es nicht verwörtlichen, manchmal ist der Tee die Botschaft selbst.

Und die Gefässe die ich für Tee oder zum Tee verwende, ist ein Teil dieser LAGERUNG. sie begleiten mich und die Menschen nach mir. Es ist wunderbar!

Teehaus Musik in Shui Tang

2013 versuchte ich mit Fabian Müller und Pichin Chien gemeinsam Teehaus Musik zu experimentieren. Zu dem Vollmondfest 2013 spielte Pichin schöne Melodie von Cello zu den alten Gedichten aus dem 9. Jahrhundert Chinas zu dem Thema „Die Fremde“. Gemeint waren die weibliche Figur Hu Ji, die als Fremde, fremde Frauen in einer fremden Stadt ein fremdes Getränk verkauft. Sie war nicht nur der Träger einer fremden Kultur oder Quelle der Dichtkunst, sondern auch Ferment einer Gesellschaft, die sich inspirieren lies und vervielfältigt wurde.

Dieses Stück wurde von Fabian und Pichin aufgenommen. Mit grossen Freude teile ich hier mit Teefreunde. Weitere Stücke für Tee im Europa planen wir gerade und es sprudelt richtig im Garten vom Herzen Zürichs!

Euch wünsche ich viel Freude beim Zuhören. Was für einen Tee würdest Du bei diesen Klängen trinken?

幽遠 Tiefgründig und weitsichtig 

Ming Dynastie ist ein kultureller Höhpunkt der chinesischen Kultur. In dieser Periode werden nicht nur die schöne Künste zerebriert, sondern auch ästhetische Abhandlung. Die Wechselbeziehung zwischen Kunst und Menschen ist beliebtes Thema des intellektuellen Gespräches. 

Chen, Ji Ru (1585-1645) beschreibt, wie der Mensch sich verändert, wenn er bestimmte Tätigkeit nachgeht. Als erstes beschreibt er Duft: “ Der Duft bringt den Geist in die Tiefe, der Wein erweitert das Bewusstsein, der Stein Sammeln (viele Intellektuelle Chinas sammeln bis heute gerne Steine, deswegen ist es auch beliebt, Tee mit Steinkanne zu geniessen) kutiviert einen guten Geschmack, Musizieren konfrontiert uns die Einsamkeit, der Tee hilft uns loszulassen und bringt Freude, Bambus vermittelt uns ein Hauch von Kühle, der Mond macht das Alleinsein klar…“ Somit wird es klar, wie wichtig der Duft und Räuchern im kulturellen Leben Chins spielt.

Nach einem schönen Räucherstäbchen-Kneten-Abend, wollen wir uns wieder zu einem Duftkugel-Abend treffen?

6. Februar Samstag, in Shui Tang an der Spiegelgasse 26, Duft-Raten-Spiel und Duftkugelkneten!

16:30-18:30 Uhr

Umkostenbeitrag: 20 Sfr.

Anmeldung im Webshop von Shui Tang ( Veranstaltungen – Shui Tang | Liquid Delicacies

http://www.shuitang.ch/blogs/news-und-events)

oder info@shuitang.ch

Endlich schöner Tee mit kunstvollen Baumwolle Beutel

Endlich ist die per Hand gemachten Teebeutel von You in Shui Tang eingetroffen!

Es sind zwei Sorten erhältlich: Scheng Pu Er aus Yiwu 2015 und Wild Yesheng Hong Cha aus Mengku!

Als wir heute den Mengku Hong Cha aufmachten, stieg ein duftender Blütewind in die Nase!

  
  

Lao Man E 老曼峨 und die schwarze Madonna 

Das ist ein Tee mit einem ausgeprägten bitteren Geschmack. 
Wer hat ihn heute gerne? Das sind Eigenschaft von den „Anderen“: unangenehm, unangepasst und unnahbar. 

Bei unserer letzten Gong Fu Cha Lektion wollte Susanna unbedingt so einen bitteren Tee zubereiten. Sie nahm ein graues Tuch als Hintergrund und die kleine Zhuni-Kanne, die ich von Atong erhielt. Eine Kanne die so alt wie sein Geschäft.

Dieser Tee sollte eigentlich bitter sein.
Er war herb. Aber keine Spuren von Bitterkeit, sondern eine Breite. Eine Breite von unendlichem fruchtbaren Boden. Eine Breite von lebendiger Ozean.
Breit, süss und voll. Wir waren in einem Rausch, oder in einer Zauber.

Ich lächelte. „Er erinnert mich auf einmal an die schwarze Madonna.“
„Ja?“
Ja. 

Seit paar Jahren, seit ich Teefreunde hinter der Klostermauer Einsiedelns gefunden habe, ziehe ich gerne paar Tage in dem Zustand des „Anderen“ zurück: Offline Modus, Unerreichbarkeit und Einsamkeit. Das tut mir sehr gut, um wieder Vertrauen in das „Normale“ zu gewinnen. Was heisst das? Das Normale saugt mich auf, zog mich hinein und versetzt mich in eine Lage, vollkommen offen und unvorhersehbar. Ich weiss nicht, was heute geschieht, was Shui Tang passiert und was auf mich zukommt. In diesen scheinbaren normalen Alltag verbirgt eine Reihe von Missverständnisse und gegenseitigen

Unterstellungen, die auf einmal explodieren. Vertrauen ist eben anders als Versprechen. Vertrauen ist ein bedingsloses Geschenk, das etwas Anderes garantiert. Man akzeptiert das, was einen überrascht.
In dieser auf sich gestellten Zeit in der Einsamkeit frage ich mich oft, worin der Unterschied zwischen den „normalen“ und „schwarzen“ Madonna?
In dieser breiten süssen Geschmack mit einer bitteren Kurven von Lao Man E traue ich mir einfach zu sagen, was ich für mich verstanden habe. Wir schätzen die bedingungslose Liebe der Mutter, die ein schreiendes Kind tröstet und in die Arm nimmt. Wir lieben die lobenden Eltern, die uns für grossartig loben und für einzigartig erklären. Meine Eltern taten es nicht. Umgekehrt, ich wurde als Kind immer aufgefordert, noch einmal, noch einmal und noch einmal. Noch einmal überschreite Deine Grenze.

Mein inneres Vertrauen und Selbstwertgefühl kommen von diesem Versuch des Lernens „Noch einmal, noch einmal und noch einmal.“ 
Eine schwarze Madonna trägt die Farbe schwarz, die Farbe des Nichts – die Farbe des Nicht-Offenbarten. Sie vertraut ihre Kinder, aber nicht die Grenze ihrer Kindern. Sie gibt Beistand, hat Mitgefühl, aber nicht emotional. Sie vertraut ihre Kinder, die durch noch einmal versuchen, zu sich selbst finden können. Denn sie trägt die Farbe des Nicht-Offenbarten. Das Offenbare manifestiert sich über ihren Sohn.

Das Echo von Lao Man E zirkulierte in mir. Fast habe ich den Ban Pen als Lao Man E in der Verpackung verwechselt. 
Breit und tief, süss und bitter. Ich sehe das stille Lächeln meiner inneren schwarzen Madonna.

   
 
Alte Gu Shu Teebaum von Lao Man E.

Frische Teeblätter von den bitteren Lao Man E.