Teefreund Gerhard Lange erzählte mir von einem Oolong Namens „Luanzi“ Oolong. Der Name hat mich irritiert. Später realisierte ich, dass Luanzi Oolong der „Ruanzhi“ Oolong 軟枝烏龍 sei. Eine Oolongteebaumsorte, der am längst in Formosa angebaut wurde und am breitesten verbreitet ist.
Teebauer in Dongding bezeichnet Qingxin Oolong 青心烏龍als „Ruanzhi“ Oolong, während man in Pinglin ihn als „Jinhiah“ 種仔nennt. Ruan 軟- weich. Zhi 枝- Stamm.
Es wurde erzählt, dass englischer Teehändler Dodd 1866 nach Formosa kam und aus Anxi Qingxin Oolongbäume mitbrachten. Er verteilte die Bäume an Vertragsgebundene Teebauer und dieser Bäume setzten sich im Lauf der Geschichte in Formosa durch. Da Samen und Setzlinge von Qingxi Oolong eingepflanzt wurden, gab es viele verschiedene Variationen dieser Sorte. Allgemein treibt diese Sorte später als andere Sorte. Die Erntezeit verändert sich durch Klima und Höhe des Anbaugebietes. In Taidong könnte im Februar bereits ernten, während die Ernte in Nantou im April und Lishan erst Ende Mai oder Juni stattfindet.
Die Beliebtheit von Qingxin Oolong ist auf die Duftnote dieses Tees zurückzuführen. Diese typische Duftnote des Qingxin Oolongs (im Taiwanesisch 種仔旗 or 烏龍旗) prägt den Geschmack aller Teeliebhabers in Taiwan. Ein wenig nach Orchiden und doch eine Spur von Osmanthusblüte (ich empfinde auch eine Note von Zitronenbluteduft – vor allem, wenn er leicht nach fermentiert wurde) sollte dieser Traumduft des Qingxin Oolong sein!
Dieser Oolong ist der zwei teuerste Oolong nach dem Tie Guangyin auf dem taiwaneischen Teemarkt!
Wie erkennt man diesen Oolong von anderen Oolongbaumsorten? Von den Blättern! Dieses Teeblatt hat ovale Form und deutliche Zacken am Rande!
Die Bezeichnung Ruanzhi Oolong (oder Luanzi) wird nur selten verwendet. Allgemein verständigt man diesen Oolong mit dem Name „Qingxi Oolong“. Diese Teebaumsorte ist sehr gut geeignet für die Herstellung von Hochlandsoolong, Dongding 凍頂 烏龍 (originaler Dongding Oolong muss von diesem Baum hergestellt werden) und Baozhong (Paochung), Oriental Beauty aus Pinglin.
Die typische Blattform von Qingxin Oolong
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Erinnerungen
Heute schneit es Wieder, obwohl Vögel ständig nach dem Frühling rufen. Meine Sehnsüchte nach dem Frühling werden immer aufdringlicher in dem leisen rieselnden Schnee.
Magengrippe, Kopfschmerzen und das entfernte Dasein von meiner Heimat, wo Wärme, Geborgenheit und Boden bedeutet, machen mich in diesen Tagen ziemlich zu schaffen. Ruhelose Nächte zerrten meine Lebensenergie.
Manchmal. Nur Manchmal fühle ich mich wie eine Spinne. Eine Spinne, die aus ihrem Netz runter gefallen ist und nicht mehr schafft, wieder zurück zu seilen.
Der Durst, der Geschmack und das unbewusste Verlangen schreien nach einer Befriedigung. Ich machte mir zuerst einen Kaffee. Da meine Vater zu Export Pioneer von Taiwan zählte, kannte ich seit der Kindheit Kaffee. Vater liebt alle Exotische und Neuigkeit. Er pflegt seine Kaffeeliebhaberei, indem er Bohne selbst röstete und frisch mahlte. Ich kannte Jacobs Kaffee in Taiwan nicht und das macht mein Leben in Deutschland ziemlich schwer. Der frische Kaffee Geschmack ist in meiner Kaffee-Erfahrungen in Europa eine Rarität geworden. Während mein Vater mich mit seiner neuen Errungenschaft verzauberte, trank mein Opa immer in Stile seinen Tie Guanyin. Opa ist nun schon längst im Paradies und Vater ist weit entfernt. Durch seine ständige Geschäftsreise war er eigentlich in meiner Kindheitserinnerung abwesen. Was bleibt, ist der Geruch des frisch gebrühten Kaffees.
Nun trinkt er immer weniger Kaffee wegen seinem Herz. Die Zubereitungsaufgabe übernimmt heute meine Schwester. Seit man in Taipei den jeden Tag frisch gerösteten Kaffee kaufen kann, wird in der Familie auch nicht mehr Kaffee geröstet. Schwester macht meinem Vater nun meistens Tee. Ihm ist es allerdings egal, was für einen. Er versteht meine Leidenschaft mit Tee nicht. Er trinkt hauptsächlich Oolong und nur keinen Oriental Beauty. Mit diesem Angeber Tee mit seinem hohen Preis kann Vater nie befreunden. Seine Generation hat Taiwan Reichtum und Wohlstand erarbeitet, aber er lebt wie viele seine Freunde immer noch in einem einfachen Verhältniss. Für ihn ist der Geschmack des einfachen Oolong der Geschmack des einfachen Lebens. Der Tee, der den ruhigen Lebensabend eines tüchtigen Mannes begleitet.
Wie beurteile ich einen guten Tee?
In Europa kann man leider nicht im Teeladen vor dem Einkauf zuerst den Tee kosten und probieren. Ein Kunde kann nur mit seinen Augen, die Tees beurteilen. Wie beurteilen wir Tee in dieser Situation?
Nehmen wir das Beispiel von Oolong:
Ein guter Oolong sollte eine glänzende Farbe aufweisen. Egal ob braun oder grün. Rötliche Färbung gibt uns über die Information der Fermentation. Die Winterernte glänzt in saftiger Grün, während die Frühlingsernte leicht oliv färbt. Je kugeliger und kleiner der Oolong aussieht, desto größer ist die Gefahr, einen Oolong, der aus unreifen Blätter hergestellt wird, erwischt zu haben.
Wenn ein streifenartiger Oolong in der Hand liegt, wenn er die Hände leicht kitzelt, ist er zu wenig lang gewelkt. Er würde im Aufguss herb schmecken. Wenn er ein kugeliger Oolong ist, sollte er nicht zu weich sein – das ist ein Zeichen von Feuchtigkeit. Er sollte ein wenig Gefühl vom Gewicht vermitteln.
Wenn wir im Laden die Blätter „riechen“ dürfen, sollten wir drei Male versuchen, die Blätter zu „riechen“. Wenn der Duft andauert und immer stärker wird, ist er ein guter Tee! Oft können wir jedoch leicht grasigen Geschmack entdecken – ein Zeichen von einem mangelhaften Welkensprozess. Ein Oolong sollte nie nach Grass oder Gemüse duften – das ist von einem normalen Sencha vielleicht in Ordnung, keineswegs beim Oolong! Ein guter Oolong, je nach Sorten, sollte nach Blumen und Früchte duften!
Oolongtee-Ernte in Taiwan
Oriental Beauty und seine Zukunft
Oriental Beauty hat einen anderen Name: Bai Hao Oolong. Bai Hao Oolong war einmal der Synonym von Formosa Oolong. Dieser Oriental Beauty braucht drei Geburtshelfer.
1. Die Xiaolü Yechan 小綠葉蟬 – die Insekten, die den Oolong zum Oriental Beauty machen, sind uneingeladene Gäste der Teegärten. Sie vermehren sich im Wetter, in dem Kein Wind weht, feucht, warm ist. Sie befallen die frischen Triebe, die dann aufhören zu wachsen und vergilbt werden. Sie besuchen nur Teegärten, die natürlich wachsen und nicht mit Chemie gepflegt werden. 2. Glück. Diese ersehnten Gäste besuchen nicht jeden Trieb. Das Wetter ist auch nicht immer optimal. 3. Die wirkliche Oriental Beauty – alte Teepflückerinnen von Haka-Bevölkerung.
Im heißen Sommer fahren wir nach Xinzhu und Taoyuan – die besten Anbaugebiete. Wir steigen aus dem bedeckten klimatisierten Auto aus und steigen in die unbedeckten heißen Teegärten. Die Pflückerinnen, die sich mit voll Kopfbedeckung vor der Sonne schützen, sind fast nur Omas. Omas von Haka – ein Bevölkerungsgruppe, die berühmt von ihrem Fleiss und Ausdauer ist, pflücken gerade die kleine feine befallene Triebe. Die Situation ist klar: welche junge Frau aus Taiwan würde noch diese harte Arbeit unter der kränkenden Sonne annehmen? Vielleicht müssen junge taiwanesische Teebauer die anspruchslosen südasiatischen Schönheiten importieren, die die Tradition des Oriental Beautys fortsetzen.
Oriental Beauty hat außerdem noch andere Sorgen. Die Hightechnik-Industrie, die Acer, BenQ und Siemens Handy etc. produzieren, wollen auch dort aufhalten, wo die Xiaolü Yechan gerne verweilen. Auch Golfplätze, die die junge Professionals nach dem Feierabend ihre Freizeit verbringen, sollen auch in der Nähe sein. Und Tempels, die dem von Arbeit geplagte Seele trösten, sollen auch in der erreichbaren Nähe sein. Reihenhäuser, in den sich gut verdienende Young Professionals als schönes Heim niederlassen, sollen auch naturnah und nebenan sein. Die Teebäume werden rausgerissen, Teegärten als Bauland verkauft und umfunktioniert und das Land steigt noch mehr an seinen Wert… Beim Besuch der Familie Kan im letzten frühen Sommer haben wir festgestellt: wir finden immer mehr Tempels, die Teegärten zum seinen Parkplatz machen; Reihenhäuser, die unter der Sonne glänzen; und Golfplatz, dessen grüne Rasen uns traurigerweise an Teebaum erinnert!
Vielleicht ist es irgendwann nicht mehr lohnenswert, den Oriental Beauty zu produzieren. Es gibt keine fleißige robuste Beauties mehr, die diese harte Arbeit noch machen. Kein Bauer würde seinen Garten weiter pflegen, weil es ihm zu teuer wird. Statt Oriental Beauty aus Taiwan haben wir dem Europa und der Welt Acer und BenQ anzubieten!
Das Teebauer Dorf Pinglin 坪林
Ich fahre gerne nach Pinglin, wenn ich wieder in Taiwan bin. Wenn ich in Pinglin bin, gehe ich immer zur Familie Feng 冯. Sie haben einen großen Teeladen, wo man jeder Zeit jeden Tee kosten kann. Egal wie Menschen in Taipei über mangelte Zeit klagen, Familie Feng nehmen immer Zeit für ihre Gäste.

Teetrinken mit Herrn Feng
Ihr Laden ist voller Tees. Sie gehören zu den ältesten Teehandel im Dorf und sind bekannt für ihr Fairness. Sie wissen, was sie verkaufen. Wenn Du Deinem Tee-Wissen traust, kannst Du hier in Pinglin mit dem Teehändler über den Preis diskutieren. Hier gibt es noch Raum für Preisverhandlung, wenn der Verkäufer den Käufer überzeugen kann, dass der Tee so und so viel Wert ist… Dort ist das Paradies des Tee-Expertes.
In Pinglin gibt es noch viele alte Teebaumsorte: Wuyi, Qilan, Buddha Hand, Shuixian und Bai Maohou etc. Nach vielen Jahren stellen Teebauer in Pinglin fest, dass man aus dem Teebaum Qingxin Oolong 青心 den besten Paochung herstellen kann. Der Oriental Beauty aus Pinglin, der aus Bai Mao Hou 白毛猴 hergestellt wird, hat die schönste Form – nicht unbedingt den besten Geschmack.
Nachdem Taiwan eine Freizeitsgesellschaft geworden ist, kommen immer mehr Touristen aus Taipei nach Pinglin. Hier gibt es Bergen, Flüsse und Teegärten. Alles was der Tourismus braucht! Seine geographische Nähe zu Taipei beschleunigt diesen Porzess noch rasanter! Teebauer merken schnell, dass sie mehr Geld aus dem Tourismus machen können als aus ihrem Tee. Heute in Pinglin findet man im Regal ebenfalls Dongding Oolong, Hochlandsoolong, die aus anderen Regionen stammen. Pinglin ist auf dem Weg zu einem modernen Freizeitspark. Das Gefühl in einem Teedorf zu sein, hat man nur, wenn man manchmal ältere Frauen sieht, die mit ihrer Brille am Strassenrand sitzen, um Tee im Tageslicht auszusortieren – als ob die Zeitmaschine stehen geblieben wäre…

Das Dorf Pinglin. Hier gibt es ein Teemuseum, wo man die Herstellungsprozess des Tees besichtigen kann und Tee trinken kann.
東方美人 Oriental Beauty – Formosa Oolong
Taiwanese glauben, dass der Name „Oriental Beauty“ von Victoria Königin verliehen wurde. Diese Geschichte geht auf ein beabsichtigtes interkulturelles Missverständnis zurück. Auf der Insel Formosa heimsuchen bestimmte Arten von Insekten die Teegärten rund ums Jahr. Manche Orte weniger, manche Orte mehr. Für Teebauer war es immer eine Katastrophe, wenn der Schaden nicht begrenzt werden konnte. Man pflückte und verarbeitete natürlich die Blätter, die möglichst nicht beschädigt waren.
Es war einmal ein junger Teebauer, der sich dem Schicksal nicht beugen wollte. Als er merkte, dass diese Insekte „Xiaolü Jechan“ 小綠葉蟬 seinen Garten verheerend heimsuchte, entschied er sich, die befallenen Triebe trotzdem zu ernten. Alle anderen Teebauer nahmen das Schicksal hin, nur er forderte seins heraus. In Taipei am Fluss gab es Niederlassung von englischen Händlern, die nach guten Tee suchten. Er ließ den Tee so stark fermentieren, dass er ähnlich wie der schwarze Tee schmeckt. Er brachte seinen Tee nach Taipei und verkaufte an Engländer Dodd. Der englische Händler, der diesen Tee probierte, erwarb den Tee sofort mit voller Begeisterung! Der junge Teebauer wurde mit ausgezeichnetem Preis entlohnt! Als der Teebauer zurück ins Dorf kehrte und von seinem Erlös erzählte, wurde er als „Angeber“ bezeichnet. Oriental Beauty ging in die Weltgeschickte durch den englischen Händler nach Indien und über Indien nach England. Anscheinend bekam die Victoria Königin diesen von Insekten vorgekosteten Tee in einer Glaskanne vorgeführt. Als sie sah, wie diese Teeblätter im Glas tanzten und streiften, gab sie den Name “ Oriental Beauty“ diesem Tee. Er heißt im Westen „Oriental Beauty“, während er in Taiwan nach wie vor „Angeber-Tee“ 膨風茶 genannt wird!
Da dieser Tee fünf verschiedene Farbe auszeichnet: gelb, rot, grün, braun und weiß, bezeichnet man ihn auch als „Wu Se Cha“ 五色茶- fünf farbigen Tee!

Wu Se Cha 五色茶
Die Schatzkammer der Formosa Oolongs – 港口茶 Meeroolong
Meeroolong 港口茶 ist eine Legende aus Formosa. Eine Legende in unserer rasant wechselnden Zeit! Dieser Geschmack des Tees ist nach zwei Jahrhunderten immer noch treu zu seinem Ursprung. Der Herr der Familie Zhu 朱 – ein Teeliebhaber und Hofbeamter des Qing-Kaisers 清朝 musste sein Amt in damaliger barbarischer Insel eintreten. Sein Diener, Familie Zhu lernte vor dem Amteintritt seines Herrn in Wuyi Shan, die Herstellung des Tees kennen. Familie Zhu legte den Teegarten am Fluss Gangkou an und verlässt seitdem den Ort nie. Der Herr ist nach den Jahren zurück nach China gegangen. Aber sein Diener entschied sich bei seinem Teegarten auf dieser Insel zu bleiben. Die Plantage liegt abseits dem Weltrummel am Fuß der Formosa-Insel – 屏東 Pingdong. Seit mehr als 200 Jahren, nach verschiedene Kriege und Machtwechsel bleiben die Familie Zhu ihrem Teegarten treu und ebenfalls zu ihrem Tee!
In diesem Garten streuen die Teebäume ihre Teesamen jedes Jahr zu gleicher Zeit aus. Aus dem Samen werden Teebäumen – anders als in gewöhnlicher Teeplantage, wo Teesetzlinge eingepflanzt werden. Teesetzlinge, die kaum Wurzel haben, überleben nicht unter der subtropischen Sonne und starke Trockenheit. In diesem Garten ist jeder Baum ein Individualist, das ein eigenes Gesicht und Farbe zeigt. Sie zeigen verschiedene farbige Blätter, verschiedene Blätterform, manche keimen früher, manche langsamer. Der Herr des Gartens kümmert sich nicht um die Verschiedenheit: er pflückt sie, wenn sie so weit sind. Ein Tipp und zwei reife offene Blätter muss es sein. Er macht den Tee nach seiner familiären Überlieferung. Der Tee weist trotz der Vielfalt der Bäume einen harmonischen hegemonialen Geschmack auf.
Die Wurzel vom Meeroolong ist sehr stark, so dass der Baum die Trockenheit und Hitze überlebt.
Viele gefälschte Meeroolongs gibt es in Taiwan. Aber keiner weiß, dass diese Fälschung nämlich sehr leicht zu enttarnen ist. Denn dieser Oolong ist kein wirklicher Oolong. Ihm wird der Welkensprozess gespart und er wird direkt erhitzt und weiter gerollt. Der feine interessante Geschmack ist durch den langsamen Röstungsprozess gewonnen. Für Familie Zhu ist er ein Oolong, für seine Liebhaber ist er ein Oolong. Es ist unwichtig, ob er ein Oolong oder nicht. Das wichtige und unverwechselbare an ihn ist sein leicht jodierter Geschmack, der uns an die frische Luft des Meers erinnert!
Diese Legende hat andere tragische Seite: der Teegarten des Meeroolong wurde in einem bedeutenden National Park einbezogen. Familie Zhu darf seinen Garten nicht vergrößern. Es ist wie ein verschlossenes System, das seine Kraft nur aus sich selbst erschöpfen könnte. Sein einzigartiger Geschmack wird in der Entwicklung des grünen Oolongs immer mehr kritischer bei jungen Teetrinkern. Meeroolong hat bereits verschiedene Krise auf der Insel überlebt, würde er vielleicht im 21. Jahrhundert auch seinen Charakter wahren und überleben?

Teegarten von der Familie Zhu, Meeroolong
Wenshan Paochung Oolong 文山包種茶
Wenshan 文山 ist ein Gegend in der Nähe von Taipei. Die hügeligen Gegend zwischen Taipei und Pazifik, wie Xindian, Pinglin, Shenkeng und Shiding etc., bezeichnet man seit uralter Zeit Wenshan, wo zu vier ältesten Teeanbaugebieten Taiwans gehört. Pinlin 坪林 und Shiding 石碇 produzieren ebenfalls den berühmten Oriental Beauty 東方美人, der oft in diesem Anbaugebiet nicht von Insekten befallen wird und eine andere Aroma enthält als von Xinzhu 新竹oder Miaoli 苗栗.
Die Ernte aus den Teegarten zwischen den Hügeln und Bergen, wird nach Pinglin gebracht – ein kleines Bergdorf zwischen Pazifik und Taipei. In der Erntezeit wird die Hauptstrasse des Dorfs von Teehändler überfüllt. Teehändler kommen hier, um Tee einzukaufen. Es wird probiert, eine Tüte nach einer anderen. Jeder hat einen eigenen Löffel mitgebracht, mit dem Teehändler ihre beste Wahl aussucht und trifft!
Der Name Paochung hat verschiedene Ursrpünge. Manche meinen, dass der Name ein Irrtum war: es sollte eigentlich Sechung 色種heißen. Durch schnelle Handschrift ist es Paochung 包種 geworden. Manche behaupten, dass der Name von der Papierverpackung entstanden ist: Pao 包 – Verpacken. Also, an welche Geschichte glaubst Du?
Egal wie der Tee heißt, ist er ein spezieller Oolong aus Taiwan. Der Oolong Paochung hat ein gleiches Problem wie sein Oolongbruder. Seine Blätter werden zu jung gepflückt und zu kurz unter der Sonne gewelkt. Ich habe noch schöne Paochung in der Erinnerung, dass er blumig und aromatisch ist. Nun strahlt er meistens nur Gemüseduft aus. Ein Paochung sollte schöne längliche vollständige saftig grüne Blätter aufweisen. Wer in Deutschland dunkle und gebrochene Paochung gekauft hat, würde ich ihm empfehlen, den Tee zurück zu bringen.
Schöne Bergen in Shiding
Oolong Tee, Jahreszeiten und Klima
Für Menschen in dieser Zeit bedeuten die vier Jahreszeiten nicht mehr so viel. Wir finden im Regal der Läden ähnliche Sortimente wie im Sommer. Was bedeutet schon der Winter? Salate und Gemüse gibt es immer. Nur die Sonne könnte man leider nicht künstlich erfinden, aber als Klima-Flüchtlinge braucht man nur ins Flugzeug einzusteigen.
Für Tee bedeutet der Jahreswechsel verschiedene Wachstumsphase und das Klima die Grundlage der Entwicklung des Aromas.
Frühlingsernte meint man gewöhnlich zwischen Februar bis Anfang Mai. Die Ente des Tees, die vor Anfangs März gepflückt wird, bezeichnet Teebauer als „der Verrückte“. Denn der eigentliche Zeitpunkt noch nicht ankommt, die Blätter des Tees sind schon so weit zur Pflückung. Das gibt ab und zu. Ende März bevor die Sonne richtig intensiv strahlt und der Himmel meistens bewölkt ist, wird taiwanesischer Bi Luo Chun gepflückt. Die Wolken wirken wie Schatten und diese Ernte hat liebliches, frisches und elegantes Aroma.
Die Oolongernte lässt sich eigentlich bis April warten. Wenn die Blätter der Triebe reif und offen sind, sind sie pflückbereit. Bei neuer Teebaumsorte Sijichun könnte man im Jahr 6 Male ernten. Der Frühlingstee dieses Teesorte hat eigentlich keine Bedeutung. Bei manchen Teesorten wie Tie Guanyin muss man bis Mai warten, weil diese Sorte langsam wächst. Das heißt, wenn man im April Frühlingsernte von Tie Guanyin kaufen kann, ist man eigentlich mit einem Marketingsstrategie konfrontiert. Wenn die Sonne im Mai zu stark ist, wird manche Frühlingsernte eher intensiv. Beim Hochlandsoolong könnte man erst im Mai die erste Frühlingsernte erwarten.
Die Ernte Juni ist die günstigste Ernte bei Oolong. Die einzige Ausnahme bildet der Oriental Beauty! Er wird im feuchten und warmen Sommertage gepflückt. Die beste Qualität von diesem Tee muss man eigentlich erst ab Mitte Juni erwarten.
Fermentationsprozess beim Hochlandoolong in Alishan
Die beste Winterernte von Oolong in Taiwan ist zwischen Mitte November und Ende Dezember. Die Winterernte von Hochlandsoolong findet allerdings bereits Anfang November statt, weil die Teebäume in den Winterschlaf übergehen. In Anxi wurde die Teeproduktion traditioneller Weise ebenfalls mit November beendet. Wenn wir Glück haben, dass der Winter kalt genug ist, könnten wir über eine gute Ernte freuen. Die Teeblätter werden durch die Kälte stärker und enthalten dadurch mehr Aromen.
Der Frühlingsernte 2005 war eine für Teeliebhaber interessante Ernte, weil das Klima in Taiwan mit dem früheren Klima identisch war. Aufgrund des Klimawandels lernen Teebauer mit der neuen Situation umzugehen und versuchen einen neuen Rhythmus der Natur zu spüren. Es ist sehr schwierig, genau zu sagen, wann und was gibt. Das Leben in dieser Zeit ist uns unübersichtlicher. Für Tee auch.
佛手 Foshou, Buddha Hand – ein traditioneller Oolong
Ich bin ein Fan von Foshou 佛手, ein Oolong namens Buddha Hand. Er stammt ursprünglich aus Fujian Yongchun, wird auch in Taiwan in der Nähe von Taipei 石碇 坪林 angebaut. Er ist ein Tee, der immer mehr von neuen ertragsreichen Teebaumsorten verdrängt wird. Heute findet man ihn nicht mehr leicht, nur bei traditionellen Teebauern, die ihren Garten nicht ganz nach dem kommerziellen Geschmack gestalten. Teeliebhaber in Taiwan schätzen diese Rarität, die nur selten angeboten wird. Sein Duft ist das typische Merkmal dieses Tees!
Die Form von Buddha Hand ähnelt sich an Yancha und hat streifenartige Blätter. Die Farbe ist braun und das bedeutet schwere Fermentation und starke Röstung. Seine Duft ist aufgrund dieser Verfahren großartig: er duftet zuerst nach Karamel, dann fruchtig. Anschließend vermischen die beiden Duftnoten! Einbisschen wie Mandel, ein bisschen wie reife süße Zitrusfrüchte! So einen Tee findet man wirklich nicht mehr einfach – selbst in Taiwan. Wer Lust hat, kann sich bei mir melden!

Foshou 佛手, die Blätter von Foshou sind im Vergleich mit Blättern von anderen Teesorten ziemlich gross.