Archiv der Kategorie: Formosa Oolong Tea 台灣烏龍茶

Der Pioneer des Formosa Hochland Oolngs – Meishan „Bergen der Pflaumen“

Meishan 梅山, 1200 M. ü. M. ist das erste Anbaugebiet von Hochland Oolong 高山茶. In der japanischen Herrschaft wurde Tee bereits angebaut. Es war ähnlich wie der Meeroolong, der mit Samen statt Setzlinge angebaut wurde. Später gerieten diese Teebäume in die Vergessenheit und werden nun ab und zu noch zwischen Bambuswälder entdeckt.
Meishan, wie der Name schon sagt, ist ein Gebiet wo viele Pflaumen wachsen. Nicht nur Pflaumen auch Bambuswälder, die einst Material für den Konstrukt an der Baustelle benötigt lieferten. Nachdem Bambus von Metal ersetzt wurde, wurde das Leben in den Bergen schwieriger. Warum nicht Tee anbauen? 1975 entschied die Dorfgemeinde sich für Umstrukturierung des Wirtschaftzweiges. Sie gingen nach Lugu 鹿谷und schauten und lernten, wie man Tee herstellt. 1978 kam der erste Qingxin Oolong auf den Markt. Ach, der erste frische HochlandsQi! Dieser Tee eroberte den Geschmack der städtischen Teeliebhaber und wurde der begehrteste Tee überhaupt! Die Dörfer vor dem Alishan, z. B. Taihe, Reili, Daxing etc. wurden alles Teedörfer! Mitte der 80er Jahren war Meishan Tee der Hochlandsoolong!
Nun befinden wir anfangs des 21. Jahrhundert. Viele Dinge unterliegen den Vergänglichkeitsgesetzen. Ebenfalls der Geschmack des Konsumenten und der Erfolg des Trendproduktes. Meishan war zwar der erste, der Hochlandoolong anbaute, aber es gibt viele Herausforderer, der noch mehr Meter über den Meeresspiegel anbieten, Z. B. Lishan, Wushe und Alishan! Alle Tees haben den HochlandsQi und kommen noch von höherer Lage! In der Werbung kann der Meishan Tee mit 1300 M. ü. M. nicht mit seinem Konkurrenten mithalten, obwohl er vielleicht in der Wirklichkeit besser schmeckt…
Nach langem Ausbeuten der Erde und die steile hohe Lage in dem regenreichen Klima verliert der Boden sehr schnell die Nährkraft. Teegärten werden oft überdüngt und der Tee wächst zwar schneller, aber nicht unbedingt aromatisch. Meishan ist nicht nur Pioneer des Hochland Oolongs, sondern auch von „Lolita“ Komplex… Die Vorliebe von jungen zarten unreife Blätter und sie zu einer schönen Kugel zu rollen stammen von diesen Gegend! Teebauer bezeichnen ihren Tee als Drachen Perle – klein, lieblich und unschuldig. Der Schein ist blendend, aber der Geschmack könnte enttäuschend. Unreife Blätter vertragen richtige Welkens- und Fermentationsprozesse nicht. Zurückgebliebene Feuchtigkeit in Blättern manifestiert sich in den grasigen und zusammenziehenden Eigenschaften. Wenn man solche Tee mit Gongfu Methode zubereitet, könnte man diesen Mangel sehr gut verbergen. Aber in einem richtigen Aufguss von wenigen Blättern und langer Ziehzeit kann der Tee sich nicht mehr verstecken. Außerdem reizt solcher Tee Magenschleimhaut sehr und diese Art von Oolong macht den Ruf des Formosa Oolongs richtig in den Verruf…

Ich bin nicht gegen diesen erfrischenden grasigen Geschmack des modernen Oolongs. Die japanischen Senchas und Gyokuro fesseln uns wegen dem unverwechselbaren grasigen Geschmack und dies macht diese Teesorten zur Spezialität. Ich mache mir nur Gedanke, was ein Oolong ist. Wenn es immer weniger Unterschiede zwischen einem Oolong und einem Grüntee ist, wozu brauchen wir eigentlich noch Oolong? Wir können das Leben doch einfacher gestalten, indem wir nur Grüntee trinken, oder? Wozu brauchen wir Vielfalt? Wozu sollte Oolong noch Oolong sein?
Welken in Taihe
日光萎凋 Welken ist ein sehr wichtiger Prozess, in dem Blätter mind. 30 % der Feuchtigkeit verlieren muss. Welken unter der Sonne in Taihe 太和, Meishan 梅山

Alishan Hochland Oolong

Taiwan ist eine Einwanderungsinsel. Bevor die Portugiesen diese Insel in der europäischen Geschichte entdeckten, war Taiwan eine Oase von Ureinwohner, Piraten und Abenteurer. Holländer, Spanier und Franzose waren Wanderer auf dieser Insel gewesen und hinterließen entsprechenden interkulturellen Austausch.
Als Kind habe ich mich oft wegen meinen Haaren beschämt, weil sie nie gehorsam und seidig schwarz glänzend liegen, sondern stehend und bräunlich. Meine Oma bezeichnete oft mit ambivalenten Gefühlen meine wilden hässlichen Haare als Barbaren-Haare. Angeblich war einer ihrer Vorfahren Mischlinge der interkulturellen erotischen Begegnung, von der man nicht gerne spricht. Ein rührendes taiwanesisches Lied „Erinnerung am Anping Hafen 安平追想曲“ erzählte diese Begegnungen. Es war ein blondes taiwanesisches Mädchen, das vergeblich auf ihren Vater und Liebenden am Hafen Anping wartete. Sie weinte und sang, dass ihr Vater ein Schiffarzt des holländischen Schiffs war und sie ihn nie kannte…
Später wurde Taiwan Auswanderungsinsel, seit Taiwan aus der Uno austrat und unter der militanten Bedrohung Chinas steht. Die Einwanderer wandern nicht nur ein und aus, sondern auch durch die ganze Insel. Teebauer aus Mingjian 名间zeigen ein bestes Beispiel des Wander-Charakter des taiwaneischen Volkes. Sie suchen Orten, wo man noch wirtschaftlichen Teegarten schaffen kann und waren der Geburtshelfer des Alishan Hochland Oolong!
Seit 1978 baute man im Dorf Shizhuo 石桌Tee. Die Geschichte des Alishan Oolong 阿里山高山茶 ist noch nicht so lang und gehört zum neuen Teeanbaugebiet in Taiwan. Es war angeregt von Verwandten aus Mingjian, erzählte mir der Teebauer. 1350 Meter über den Meeresspiegel. Nicht so hoch wie Lishan, das manifestiert sich auch durch den günstigeren Preis. Alishan liegt südlicher als Lishan und gehört zum subtropischen Anbaugebiet. Hier werden Tee früher geerntet, weil das Klima wärmer ist. Ein Südländer! Der Aufguss dieses Tees schmeckt für mich lebendiger und brillant. Wenn ich es so ausdrücken darf, würde ich behaupten, dass der Lishan eher wie die Schweiz gleicht. Der Hochlandoolong in Lishan ist elegant, sanft und märchenhaft, aber vielleicht für manche Zunge „langweilig“… Aber der Alishan Hochland ist ähnlich wie die Latinos, lebendig, freudig und farbig, aber vielleicht zu „heiß“ für manche Zunge…
In Pinglin wird jede Ernte erneut beurteilt und der Preis wird danach verhandelt. Ein fairer Umgang zwischen Tee und Teekonsumenten. In den neuen Anbaugebieten läuft es anders. Der Hochlangsoolong ist voll im Trend und der Trend verfestigt den Preis. Der Preis hier ist sehr fest und bleibt fest. Der Hochlandsoolong ist ein wertvoller und teuerer Hochlandsoolong, dessen Preis sich nach der Hohe des Meters über den Meeresspiegel richtet, nicht nach dem Wesen des Tees. Als ein Konsument ist man ausgeliefert, wenn man nur an die Hohe des Herkunftsortes zu glauben, als an die wirkliche Qualität des Tees. Denn niemand würde uns erzählen, wann dieser Tee gepflückt wurde – war es ein Regentag? war es vormittags oder mittags? oder war er wirklich Hochlandoolong?
Als ein kleiner Teeliebhaber, der gegen die kapitalistische Entwicklung und Realität nichts unternehmen könnte, ist es einfacher, die Sprache des Tees selbst zu erforschen als an die Werbung einer berühmten „Zunge“ oder an trendige Beschreibungen zu glauben…
Bäume in Alishan
Die Ureinwohner der Bäume in Alishan waren die riesigen Rot-Zypressen!

Hochland Oolong Alishan 阿里山 und das Volk Zou 鄒族

Jedes Kind in Taiwan kennt die Geschichte der Kopfjäger „Zou“鄒族 und dem Held „Wu Feng吳鳳“. Das Volk Zou lebte ursprünglich in der Ebene Südtaiwan bevor die Portugiesen die „Bella Formosa“ entdeckten. Als immer mehr Han Chinesen 漢人nach Taiwan einwanderten, als das Volk Zou immer mehr Kämpfe um den Lebensraum auf der Ebene verlor, zogen sie sich zurück in die Bergen, wo heute Alishan genannt wird. Das Volk Zou, das einst das Gebiet dominierte, zählt heute knappt 6000 „Überlebende“ in Alishan, während die früheren Feind Han Chinese knappt 10000 sind.
Sie waren angeblich Kopfjäger und waren barbarisch, ungehorsam und unzivilisiert. Sie waren zu befurchten. Es wurde erzählt, dass ein Han Chinese Wu Feng, die Vertrauensperson zwischen den beiden verfeindeten Völkern war, versuchte, die Kopfjäger zu zivilisierten Menschen zu erziehen. Er wollte die Zous die barbarische Tat aufgeben. Eines Tages verkleidet er sich in einem roten Mantel und ritt langsam auf einem Pferde auf den Weg des Kopfjägers. Er wurde als Beutel gejagt und starb vor Augen seiner Zou Freunden. In unserer Schule wurden wir erzählt, dass das Volk entsetzt war und um seinen Tod weinte. Seitdem gaben sie die Kopfjäger-Sitten auf und wurde zivilisiert. Das war der Mythos der chinesischen Obrigkeit. Das Volk Zou hat nie ein Wort dagegen gesprochen…
Heute ist Alishan nicht mehr berühmt wegen seinen barbarischen Kopfjäger, sondern berühmt durch seine traumhafte Natur und Hochlandoolong! Dieser Oolong hat den gesuchten Hochland Qi und zeigt uns eine unverwechselbare Lebendigkeit in Aroma und im Geschmack. Ich habe ihn lieber als der von Lishan. Weil er seinen Ruhm geniesst, nicht wegen seiner Hohe über den Meersspiegel, sondern seinem Wesen!
Touristen, Teehändler und Teegeschäft prägen den wirtschaftliche Alltag im Dorf und bringen Geld ins Alishan, was leider an dem Zou Volk vorbei läuft. Das Zou in unseren Augen der Han Chinesen ist faul, unberechenbar und blöd! Sie machen ihren Laden auf, wenn sie gut drauf sind. Sie denken unwirtschaftlich und gehen gerne in die Kirche. Wenn sie fremde Besucher haben, geben sie alles, egal wie es morgen geht! Die interkulturelle Wahrnehmung ist so verschieden und so verzerrt, dass man nicht weiss, spricht man über den Anderen oder verrät über sich selbst. Im Grund genommen geht es darum, wer darf über wen sprechen und definieren.
Das Volk Zou ist ein mit sich zufriedenes Volk. Sie sind nicht strebsam, nicht kompliziert und lebten in einer Welt ohne Geld und Zahlen. Seit sie mit Holländer und Chinesen fremde Erfahrungen sammelten, wussten sie, dass ihre Welt für immer verändert wurde. Sie wanderten weiter in die tieferen Berge, um die verlorene Welt wieder zu finden. Aber die Jesuiten und Christen kamen und später gefolgt von Chinesen und Japanern. Sie wechselten ihre Religion zu Christentum, um gegen andere Fremde – die buddhistische oder taoistische Chinesen strategisch Widerstand zu leisten. Nun stehen überall die Kirchen auf den besten Dorfplatz, während ihr Nachkommen städtische Nomaden zwischen Baustelle und Bordell wurden. Ihr Land wurde nun Teegärten für Formosa Oolong.
Kopfjäger

Für mich ist Alishan für immer mit dem Kopfjäger assoziiert. Das Kopfjäger Volk, das eigentlich keins war, schwieg heute weiter. Aber über sein Lebensfreude und Optimismus erzählt ihr Hochlandoolong uns immer wieder!
In die Schule

Dongding Oolong OEM

Dongding ist ein kleiner Ort in Landkreis Nantou (Zentral Taiwan) und liegt 700 Meter über den Meerspiegel. Die Teegärten zusammen gezählt sind insgesamt 30 Ha. Strenger definiert ist ein Dongding Oolong der Oolong aus drei Dörfer: Yonglong, Zhangya und Fenghuang. Nun ist es in der ganzen Welt möglich, diesen Dongding Oolong zu kaufen, selbst in Zürich und in Berlin. Woher gibt es so vielen Dongding Oolong?
Der Name Dongding Oolong ist nicht patentiert. Da dieser Tee so viele wirtschaftliche Profite verpricht, erweitern taiwanesische Teehändler und Teebauer die Definition von Dongding. Klar, nicht alle Simens Telefon sind von Simens Fabriken hergestellt und nicht alle schweizer Uhr sind 100% made in Switzerland! Also ein Dongding Oolong kann auch aus näheren Umgebungen stammen, z. B. Mingjian oder Yunlin 雲林.
Yunlin war voller Bambuswälder, bevor Teegarten die Landschaft dominiert. Bambus ist ein Symbol der Aufrichtigkeit für die chinesischen Intellektuellen und ein Symbol von Fruchtbarkeit für das gemeine Volk. Diese Pflanzen wachsen schnell und gewinnen den Standortskampf gegen andere Konkurrenten. Bambus ist für viele Hausherren ein Flair für Asientouch und ein Alptraum für viele Gärtner! Zumal können europäische Abkömmlinge nicht einmal nutzbar sein! In Taiwan schmecken die Bambussprossen, Bambusblätter mit Klebreis umgewickelt ist eine Delikatesse und aus Bambus kann wunderschöne Teeutensilien herstellen! Außerdem ist das Papier, das aus Zellenstoffe von Bambus hergestellt wird, das Papiergeld für unsere Vorfahren in Jenseits! Jedes Jahr werden sehr viel „Geld“ aus Bambusfaser für unsere Ahnen verbrannt, damit sie in jenseits noch ein sorgenloses Leben weiter führen könnten!
Um Teegärten anzulegen wurden Bambuswälder abgeholzt. In der Erde wurden menschliche Knochen und andere Waffen ausgegraben. In sehr früherer Erinnerung wusste man noch, dass die Bevölkerung hier zu Widerstandsfähigsten gegen die chinesische Fremdherrschaft zählte. Als Chinese 1947 nach dem Japaner nach Taiwan kam und ein Massaker inszenierte, wurden viele Widerstandskämpfer in diesen Wälder erschossen… Für diese Geister, meinen viele Älteren, haben sie viel Papiergeld aus Bambus verbrannt…
Eigentlich erzählte mir ein alter Mann, dass Japaner früher Assam-Teebäume in tiefen inneren Bambuswälder angebaut. Nach dem Machtwechsel ist es endgültig vergessen.
Bevor der Teegarten hier her kam, waren die Dörfer von Yunlin verlassene Dörfer. Nur ältere und sesshafte Menschen blieben hier. Seit 80er Jahren, seit Tee hier angebaut wird und als an Teebauer und Fabrik in Dongding weiter verkauft wird, ziehen immer mehr junge Menschen zurück ins Dorf. Nun gibt es mindestens doppelt so wie Teegärten wie in Dongding. Seit 90er Jahren, als Taiwan auch eine Freizeitsgesellschaft wurde, gehören Teegärten ebenfalls zu Tourismus-Attration. Die Nachkommen der einstigen Widerstandskämpfer gegen die Fremdherrscher sind nun reich gewordene Teebauer, der eine Oase für die gestressten Stadtbewohner anbietet!
Nach Erdbeben 1999
Yunlin nach Erdbeben 1999. Dieses Ereignis wirkt sich negativ auf Teeanbau. Die Qualität des angebauten Tees verschlechtert sich und Teebauer müssen nach einer neuer Idee suchen.
Kaffee Shop Eine von der neuen Idee ist Kaffee-Anbau, dessen Ursprung auf den Japanern zurückzuführen war. Nun gibt es zahlreiche Kaffeeshops, die nach dem europäischen Vorbild aufgebaut sind. Statt Tee, nun Kaffee!
Menü
Was für ein Gericht. Das kann nur ein Taiwaneser erfinden! In Kaffee mariniert und geräucherte Gänsebrust!

Yushan Oolong 玉山烏龍茶, der Oolong aus dem höchsten Berg Taiwans

Am Ende des zweiten Weltkriegs flog ein Militärflugzeug eines Tages in die Wälder in der Nähe eines Ureinwohner Dorfes Shalixian 沙里仙. War es ein japanisches, ein chinesisches oder sogar ein ameriaknisches? Niemand wusste es und keiner kümmerte sich darum. Paar Tage später kamen paar mutige Dorfbewohner heimlich in der Nacht in den Tante Emma Laden einer Han-Familie Wu 吳 (Han ist ein später nach Taiwan eingewandertes chinesisches Volk. Zwischen Han 漢族 und Ureinwohner gab es zahlreiche ethnische Konflikte. Momentan hat Han-Volk die politische Macht auf der Insel).

Man wußte nicht, was da genau geschah, verhandelt und was ausgetauscht wurde. Es wurde nur heimlich erzählt, dass Chef Wu heimlich Goldstange gegen Land kaufte und das Land heimlich mit Teesetzlingen bedeckt wurde. Eine Erzählung von Paar besoffenen Ureinwohner und einer rasch reich gewordenen Han 汉Familie, die Teebauer wurde und heute noch Tee neben dem Wald des zerstörten Flugzeugs anbaute.
Nun ist es schon die dritte Generation der Familie Wu, die das Land hütet und auf ihr Land Qingxin Oolong (Ruanzhi Oolong) und Jinxuan anbaut. Nicht alle Teebauer, die nach Yushan ansiedeln, haben das Glück, Gold gegen Land auszutauschen. Die meisten Länderei im Gebirge Taiwans gehören den Staaten, National Universität Taiwan oder Ureinwohner Reservat. Teebauer müssen Länder pachten und sich auf einen Zeitvertrag einlassen. Teegärten in Yushan hat die ähnliche Situation. Meiste Teebauer stammen von Mingjian (Mitte Taiwan) oder Lugu und siedeln ins Hochland an, als die wirtschaftliche Aussicht mit Hochlandoolong immer besser wurde.
Teegarten Familie Wu
Um diesen Teegarten und diesen Wald gab es eine geheim gehaltene Geschichte. Teegarten von Familie Wu in 沙里仙 Shalixian Dorf.

Die Teegärten in Yushan ist nicht auf dem höchsten Gipfel Taiwans (3997 M, fast so hoch wie Jungfrau…). Zwischen 600 Meter bis 2000 Meter kann man alles als Yushan Tee verkaufen. Da National Park dazwischen liegt, dürfen sich eigentlich die Teegärten nicht verbreiten. Darum gibt es nicht viel Ernte von Yushan Tee und der Tee aufgrund der Erde und fehlender Sonne wegen umgebenen hohen Bergen im Osten schmeckt eigentlich auch nicht besonders. Nach dem Naturgesetz könnte man die Teeblätter in Yushan erst im Mai pflücken. Da dieser Termin wirtschaftlich nicht interessant für Teebauer ist, wird es Ende April gepflückt. Ende April kann man nur junge unreife Blätter pflücken, die sich entsprechend in der Aroma und Aufguss manifestiert…
Yushan Oolong hat verschiedene Herkunften: Tee aus Tatajia 塔塔加oder Shalixian沙里仙haben starke Qualitätsschwankung, während der Tee aus Shangan 上安村Dorf eine stabile Qualität aufweist. Das Hochlands-Qi ist ebenfalls der Traum des Yushan Hochlandoolongs!

Möchtest Du nun Formosa Oolong kaufen? Ende März gab es zwar schon Paochung, dessen Qualität sich mit der von April nicht vergleichen lässt. Im April kann man schönen Oolong von Nantou, Pinglin und Shiding genissen. Auf den Hochlandoolong 高山烏龍茶 muss man leider geduldig warten… Wenn es allerdings schon Hochlandoolong aus Taiwan zu verkaufen gibt, ist es entweder von 2005 oder etwas, was man Glück haben muss.

Lishan 梨山- 台茶最高峰! Der höchste Gipfel des Formosa Oolongs 3

Formosa Oolong war ein Oolong, der die Welt mit seinem Duft und Geschmack verzauberte und dadurch seinen Name machte. Heute ist der Formosa Oolong, der immer mehr nach Grüntee schmeckt und immer mehr nach der Höhe des Anbaugebietes gemessen wird. Lishan Hochland Oolong ist ein Produkt, der diesen Trend widerspiegelt.
Warum Hochland Oolong?
Die taiwanesischen Hochgebirge sind hoch, so hoch wie die Alpen in der Schweiz. Der Geschmack dieses Tees aus so einer Höhe ist bestimmt nicht so weit, wie der vom Paradies. Tatsächlich fahren Teepflückerinen und Teemeister oft direkt ins Paradies, wenn sie Auftrag von Lishan-Teegärten erhalten. Viele subtropische Stürmen und Erdbeben erschweren den Zugang nach Lishan 梨山 und zerstören oft die Verkehrsverbindung. Oft gibt es keine richtige Strasse und oft gibt es nur gebastelte Seilbahnen. Ab Lishan Dorf zum Teegarten muss man noch zwei Strecken mit Seilbahn zurücklegen. So weit, so hoch. Der Preis dieses Tees ist auch so steil wie die Seilbahn. Aber die Qualität? Ist die Qualität entsprechend auch so „steil“?

In Bergen kann man den Garten nicht mit dem industriellen Mittel betreiben. Die steile Lage kann ausschließlich durch Pflückerin bedient werden. Die Tee-Blätter in der Hochlandslage wachsen besonders „dick“ und der Abstand zwischen dem Knospe und Blätter sind größer als die Blätter auf der Ebene – das ist ein Zeichen, um einen Hochlandstee von einem aus der Ebene z. B. Minjian名間 etc. zu unterscheiden! Morgens ist es eigentlich keine ideale Zeit, um Blätter zu pflücken, weil die Feuchtigkeit sich in Pflanzen ansammelt. So ein Tee schmeckt blass und langweilig. Die Pflückerinnen und Teemeister verdienen durch das Gewicht der gepflückten und hergestellten Blätter. Sie werden dem Teebauer nicht erlauben, dass sie nur zwischen 10 Uhr und 15 Uhr arbeiten dürfen! Alle wollen Geld an dem Hochlandsoolong verdienen: Teepflückerin pflücken Tee von 7 Uhr bis 17 Uhr. Teeblätter haben nicht so viel Zeit, um unter der Sonne gewelkt zu werden. Da es nachmittags oft Nebel gibt, muss man eine künstliche Sonne anschaffen. Wir können nur hoffen, dass der Tee an die industrielle Täuschung auch gerne glaubt! Teebauer sagten mir oft, „kein Problem“. Der Tee im Aufguss zeigt mir allerdings oft eine andere Wirklichkeit…
Teeernte in Lishan
Teepflückerinnen und Teemeister werden in der Saison nach Lishan geholt. Dort verdienen sie allgemein auch besser, vor allem Pflückerinnen. Denn die Blätter in Lishan-Garten wiegen schwerer.

Im Hochland Tee Garten anzulegen muss man zuerst Bäumen fallen und das vorhandene Öko-System verändern. Wenn es in Taiwan nicht so oft regnen würde oder Erdeben und Taifoon uns nicht so gerne besuchen würden, wäre alles nicht so schlimm. Jedes Mal nach dem schweren Sturm finden unzählige Erdrutsche statt. Viele Stauseen im Hochland sind schwer betroffen. Den Preis, den man für diesen Tee tatsächlich zahlt, ist nicht in unserer Generation in Taiwan zu berechnen. Das ist der Grund, warum es immer diskutiert wurde, ob man überhaupt ein Gesetz entwerfen sollte, um Hochlandgebiet wie Lishan zu schützen.
Nach Erdbeben 1999 wurden Strassen Richtung Lishan zerstört. Die Teegärten waren allerdings verschont geblieben, aber der Zugang wurde erschwert. Als die Pflücksaison kam, hörte man paar Male, dass der Fahrer samt dem Pflücker-Mannschaft zusammen ins Paradies fuhr…
Wolken in Lishan
Das Hochland Qi…
Aber warum der Hochland Oolong? Ja, wegen dem Hochland Qi! Ein schwer fassbarer Duft und „Qi“, der nach dem Aufguss direkt hervor steigt…Wegen dem legendären Qi tanzen Teebauer, Teepflückerinnen und Teeliebhaber auf eine Seil… Was riskiert wird, ist schwer mit Zahlen zu fassen.
Sollte man überhaupt keinen Hochland Oolong mehr trinken? Würdest Du auf Schokolade verzichten, nur sie Dich DICK macht?

Lishan 梨山- der höchste Gipfel der Formosa Oolongs 2

Für mich gehört Lishan meiner Erinnerung vom Geschmack des Apfels.
Als Taiwan noch ein subtropisches Entwicklungsland war, war Apfel ein Symbol des absoluten Luxus. Als Kinder bekam ich ein Stück dieses paradiesischen Frucht zum Genuss war außer Festtagen nicht denkbar. Äpfeln bekamen wir nur von reichen Verwandten und Geschäftsfreunde des Vaters geschenkt und wurden von Oma sorgfältig gelagert. Diese gelagerten Äpfel schmeckten mehlig und weich. Den Geschmack könnte ich mich noch sehr gut erinnern. Ein einfacher kindlicher Verstand kapierte damals nicht, wie so Adam und Eva wegen dem Geschmack des Apfels das Paradies freilich verlassen wollten.
Äpfel in damaligem Taiwan wurden meistens importiert – außer aus Lishan. Die ehemaligen Soldaten von Jiang Kaishek verwandelten dem von Formosa Jäger – das Volk Taiya 泰雅 bewohnten wilden nützlosen Bergen in einer furchtbaren Farm. Fushoushan Farm wurde landesweit berühmt und Jiang baute eine Villa in dieser Farm. Dort pflanzten sie Äpfeln und Birnen an. Die Qualität des Apfels konnte leider nicht mit den Importwaren konkurrieren, aber der Anbau mit Birne, die japanische Herkunft hat, erntete Erfolg. Lishan bekam einen neuen Name, der den ursprünglichen Name, den Ureinwohner Taiya einst gaben, endgültig ersetzt.

Seit 70er Jahren fing Familie Chen an, Tee auch in Lishan anzubauen. Durch wirtschaftliches Wachstum und zunehmenden Wohlstand bekommen immer mehr Taiwaneser auf den Geschmack des Hochlands. Man sucht nach der Exklusivität. Man glaubt, das Qi 气 – die Energie unser heiligen Bergen im Oolong erkennen zu können. Dieser Hochlandsqi – Gaoshanqi 高山气macht einen Oolong zum Hochlandoolong! Der Lishan-Oolong ist teuer? Das macht nichts. Die Neureichen brauchen gerade das neue Statussymbol, um sich von anderen abzuheben! Aber das Qi (?), das von den wilden zentralen Gebirgen in die reichen zivilisierten Städte weht, summt wohl eine Welle von Wehmut!
Blüte von Birnen in Lishan
Blüte von Birnen in Lishan

Nun lebe ich in Deutschland. Man nennt hier Apfel als eine göttliche Frucht. Ein Kilo kostet in Aldi nicht Mal 1 Euro. Trotz dem preiswerten Charakter kann ich mit dieser Frucht nicht anfreunden. Der Apfel und sein Geschmack gehören in einer taiwanesischen Erinnerung immer noch etwas – was Außeralltägliches und Unerreichbares… und es sollte auch so bleiben.

Lishan 梨山 – der höchste Gipfel des Formosa Oolongs

Der beste Schinken – natürlich aus Parma oder Ibirico; der beste Wein – klar, von Parker gesegnet; das beste Restaurant – sicherlich mit Michelin-Steinchen ausgezeichnet. Der beste Formosa Oolong? Selbstverständlich aus dem höchsten Teegarten: Dayuling 大庾嶺 in Lishan!
Jiang
Herrscher Jiang und seine Frau Song Meiling

Wo liegt Lishan? Lishan liegt im zentralen Gebirge in Taiwan. Ein Ort, wo der chinesische General Jiang Kaishek 蒋介石seinen Ferienort klärt und seine Soldaten für sich in Anspruch nahmen. Lishan bedeutet der Berg der Birne. Nach dem zweiten Weltkrieg fand ein Herrschaftswechsel in Taiwan statt. Nach dem Japaner kamen Jiang und seine Soldaten. Als sie verstanden, dass sie die Rückeroberung nach China nicht mehr so schnell realisieren konnten, verwandelte Jiang seine Soldaten zum Bauer. Sie beanspruchten Lishan als ihre Obstplantage und pflanzten dort Äpfel, Birne und Pfirsich. Dayuling ist der Gipfel des Berges. Dort gibt es eigentlich keinen Teegarten. Die Teegarten, die auf dem Weg zum Dayuling führt, bezeichnet sich als Dayuling Tee (über 2000M). Wenn Hochlandstee, dann von dem höchsten Gipfel! Taiwanese denken pragmatisch und Teebauer sind intelligent genug. Nun alle Teegärten, die in der Nähe von Lishan liegen, nennen sich als Lishan Tee!
Eigentlich kann Teegarten über 2000 Meter in dem Gebiet liegen, erst den Lishan-Hochlandoolong tragen. Heute wird Tee von Cuiluan 翠巒, Cuifeng 翠峰und Xin (Jiu)Jianyang佳陽 (1500-1800 M) auch als Lishan Tee verkauft! Möchtest Du unbedingt von dem höchsten Teegarten von Formosa Oolong haben? Dann passt gut auf!
Der höchste Teegarten gehört der Familie Chen. Er baute zuerst Pfirsich an. Herr Chen war ein außergewöhnlich mutiger und visionärer Bauer. Es wurde erzählt, dass er einmal Jiang im Spaziergang sah. Er pflückte ein Pfirsich, riskierte sein Leben und brachte Jiang sein Frucht. Er wurde bekannt und seine Pfirsiche schloßen an einen großen Markt. Dieser Bauer Chen wechselte seinen Geschmack zum Tee. Er pflanzte Teepflanzen zwischen Äpfel und Birnebäume. Wenn Teebäume nach paar Jahren Ernte bereit waren, fiel er die Obstbäume ab. Lishan Hochland Oolong Tee wurde durch sein Unternehmen berühmt und das Synonym von „der beste Oolong“ in Formosa!
Nach dem Erbeben 1999 wurde immer wieder diskutiert, ob man Lishan vor weiterer Nutzung sperren sollte. Warum? Darüber sprechen wir ein anderes Mal!

Taiya Volk
Das Volk Taiya lebte friedlich in Lishan bis die Zivilisation sie erreichten. Sie bekämpften chinesische Einwanderer und japanische Herrschaft erfolglos und mussten sich unterordnen. Nun sind sie Normanden in der Baustelle in den Städten geworden. Die einstigen Formosa Jäger wurden heute entwurzelte Alkoholiker…

Die neuen Helden von Formosa Oolong 台灣烏龍茶的后起之秀

Gestern haben wir genug gelesen von Qingxin- Oolong 青心烏龍(Ruanzhi-Oolong 軟枝烏龍) – Oolong vom weichen Stamm. Heute möchte Oolongbäume vom „starken“ Stamm darstellen.
Das geheime Labor von Formosa Oolong sitzt in Taoyuan. Dort werden neue Teebäume geklont, oder neue Sorte experimentiert. Die Japaner gründeten den Geheimdienst und Chinesen führen nun weiter ununterbrochen. Das Ziel, neue Teebäume zu züchten verbindet zwei verschiedene verfeindete Herrschaften!
1981 entdeckte der Vater des Formosa Oolongs Wu Zhenyi zwei neue Teebäumen: Jinxuan 金萱 und Cuiyu (Jade) 翠玉. Alle andere Oolongbäumen stammen ursprünglich aus China. Jinxuan und Cuiyu sind nun die erste taiwanesische Generation des Formosa Oolong! Ein wichtiger Schritt der Tee-Geschichte.
Die Karriere dieser neuen Sorten liegen nicht an dem taiwanesischen Komplex des eigenen Oolongs, sondern an der Wirtschaftlichkeit, die diese Bäume anbieten! Der Ernteertrag von Jinxuen beträgt 20-25% mehr als Qingxin. Beim Cuiyu liegt der Ernteertrag ebenfalls mind. etwa 20% höher als Qingxin!
Jinxuan wachsen regelmässiger als andere Sorte und sind deswegen geeignet für industrielle Verarbeitung. Die typische Note ist bei allen Oolongs einmalig. Er schmeckt leicht nach Osmanthusblüte, aber noch mehr nach feiner aromatischer Alpenmilch – in taiwanesischer Vorstellung! Diese geheimnisvolle Milchnote kennzeichnet der beste Oolong aus Jinxuan-Baum. Jinxuan wurde beliebt und erobert den taiwanesischen Markt. Beim Hochlangoolong unter 1600 Meter findet man auch seine Spuren, während der Platz beim Hochlandoolong über 1600 Meter auschliesslich den Qingxin-Oolong verfügt. Jinxuen Oolong ist der zwei verbreitete Oolong in Taiwan.
Cuiyu (Jadeoolong) enthält sehr fesselnden feinen Blumenduft. Er erinnert mich oft an natürlichen Jasminduft. Momentan verbreitet sich der Jadeoolong in Pinglin, Yilan, Taidong und Nantou. Er findet beim Hochlandoolong über 1000 Meter auch keinen Platz, denn seiner „starker“ Stamm sammelt sich im Gebirge zu viel Wasser. Seine Blätter werden in der hohen Lage dicker und der Nebel in Bergen verhindert ausreichende Welken- und Ruhe-Prozesse. Darum scheitert der Jadeoolong seinen Anspruch in diesem Territorium Wettbewerb.

Wu Zhengyi
Wu Zhenyi vor dem Verwandte des Qingxin Oolongs in Jianyang

Die beiden neuen Helden bereichern die Welt der Formosa Oolongs, aber verdrängen gleichzeitig den Lebensraum vieler tradtioneller Sorten. Die grausame Evolution findet überall statt, auch beim Tee… Diese Tendenz ist leider nicht aufzuhalten