Archiv der Kategorie: Formosa Oolong Tea 台灣烏龍茶

Der Beginn der Fahrt

Die Reise nach Alishan fing um neun Uhr an. Tim hat drei Konfi gesammelt für Serafino, weil wir dachten dass er das Brot vermisst.
Dann zeigten die beiden Teejünger mir die Ausrüstung für das Abenteuer!
Ich bin zu faul und langsam beim bloggen.
Wer sich live informieren lassen möchte ist es besser die unteren Blogs zu lesen:
Teehaus Schnorr von Christof Heinickel
Teehaus Köln von Helmut Volkmann
Teahouse München von Frank Wiebach

Beginn unserer Teereise 2015

Beginn unserer Teereise 2015

Unsere Teereise hat am vergangenen Sonntag begonnen. Frank traf als
der erste an. Mit ihm ging ich zuerst zu Atong und trank die vier
neusten über Holzkohle gerösteten Oolongs. Für ihn war es ein ganz
neue Erfahrungen!
Zum Schluss noch ein seltener qingxin damou aus Dongding Berg!
Anschließend gingen wir einen richtigen Kaffee trinken!

Alter Fancy Oolong

Alter Fancy Oolong

Der wirkliche Fancy Oolong sieht so aus.
Wie schmeckt er wenn er 20 Jahre als ist?
Weniger brillant wie ein gut fermentierter Oolong aus reifen Blätter. Die meisten Fancy oder Oriental Beauty werden aus zarten Pflücktgut hergestellt. Deswegen sind sie nach der Reifung durch die Zeit nicht so spannend.

Durchgang

Lager von Atong
Wo bin ich? Auf den Dongding Berg in Natou oder in Anxi Xiping?
in welcher Zeit bewege ich mich? 1986? Oder 2000?
Ich war verwirrt.
Ab und zu kam ich an – im Hier und Jetzt. Hier in Taipei bei Atongs Büro und im Jetzt am 04.09.2014.
Angefangen haben wir mit Anxi Tie Guanyin 1994! Schön pflaumig, süss und sauer, leicht duftet nach Steinfrucht. Dann kam ein Tei Gaunyin aus 70er. Jahren ebenfalls aus Anxi! Obwohl die Zeit den Tee gut gezähmt hat, vermittelt uns den Tee einen charaktervollen Eindruck von vergorenen Pflaumenbaum!
Atong sagt, dass für ihn Tie Guanyin und Qingxin Oolong die besten Sorten für die Lagerung sind.
Er liess die Lager aufräumen. Zwei Schüler von ihm räumen, dokumentieren und archivieren. Wir degustieren einen nach einem anderen. Er sagt, es sei harte Arbeit, all die Schatz zu degustieren.
Der Duft von den gelagerten Tees sind nicht ein gewöhnlicher Duft. Es ist wie ein Ruf aus dem Zeittunnel. Ein Duft, der gewisse Atmosphäre ausstrahlt, ein Gedächtnis speichert und jedem an etwas erinnert, was jedem wichtig ist.
Dann kam der Mao Xie aus Anxi, eine selten gewordene Teevariet in heutigem Teegarten. Sanft, unaufdringlich und anmutig. Er passt gar nicht zu dieser Zeit. Er ist wie Wolken im Frühlingshimmel, wenn Brise die Wolken leicht weht…
Ab und zu kam ich an – im Hier und Jetzt. Oder besser ausgedruckt im realen marktwirtschaftlichen Strömung. Atong schüttelt sofort die Tasse ins Teeboot.so ein Tee, auch wenn die Zeit ihn verwandelt, bleibt er seinem marktwirtschaftlichen Kern treu – kernlos und flach.
Nur der Dongding aus jetzigen Frühling holt mich richtig auf den Boden im jetzt ab. Der Ruf aus dem Berg, voller mineralischen Klänge und wilde Nuance von Insekten leicht befallenen Blätter erzählt mir die Geschichte aus meinem Heimat. Gealterter Teebauer, verhornte Hände und einsame Schatten im Frühlingsmorgen, warten auf den Tee bis er richtig fermentiert und zum Drachen verwandelt wird!
Wie wird dieser Tee in zwanzig Jahren?
Mache die Augen zu und der Duft wird uns vielleicht erzählen?
Ach! Es ist wie in einem Durchgang, nach Gestern oder in die Zukunft!
Der Tee wird einem Teekanne gefüllt, auf einem Teeboot getragen, flaniert im Fluss der Zeit zwischen zwei Ufer hin und her. Wir dürfen mit.

Duft von Narzissen

Bevor Sven nach Freiburg zog, pflanzte er mir paar Zwiebel auf meinem Balkon. Er sagte, es sei eine Ueberraschung.
Eine schöne Ueberraschung, wenn dieser Frühling so früh anklopft, sah ich eines Tages blühende Narzissen vor meinen Augen.
Ich wollte nie ein Haus haben, weil es viel Kompliziert ist, sich mit einem Haus zu beschäftigen. Sehr wahrscheinlich liegt irgendwo in meinem Schatten aus einem Haus zu stammen, wo man seit 6 Generationen wohnte.
Eine ideale Form des Lebens ist für mich irgendwie ohne zu viele Unbewegtes bei sich zu haben, zum Beispiel ein Haus, ein Grundstück oder ein Stück wertvolles Möbil. Ich bin gerne eingeladen von Menschen, die irgendetwas besitzen. Sie besitzen es und müssen sich darum kümmern, während ich jeder Zeit abhauen kann.
Sich mit Pflanzen zu beschäftigen tue ich nur mit Kamelia Sinesis. Bei mir überleben aber nur die trockene Form von dieser Gattung oder die selbstständigen Orchideen, die mit mir klar kommen und immer blühen.

Es gibt eine speziele Art von camelia Sinesis, sie heisst Narzissen – Shui Xian, eine Gottheit des Wassers.
Aus diesem Pflanzen des Camelia Sinesis macht man meistens Oolongs und neulich immer mehr Schwarztee. Bekannter Shui Xian kommen aus Guangdong, auch angepflanzt von spezieler Minderheit in China, meistens in Hochland und wenn er von dort stammt, hat er einen wunderbaren Abgang, der uns an das Unbewegte des Lebens erinnert, an Bergen, an Felsen und an einem Halt. Natürlich gibt es auch in Fujian Shui Xian, zum Bespiel aus Zhangping, wo man diesen Tee zu einem viereckigen Ziegel presst und im Papier wickelte.
Aus Taiwan werden diese Pflanzen oft in der Nähe von Taipei angebaut, denn Wenshan-Gebiet (der Bergregion um Taipei) ein ältestes Teeanbaugebiet Taipeis ist. Dort kommt wunderschöner Shui Xian in Oolong und auch als Schwarztee, der ganz selten ist und seit zwei Jahren wieder nicht verfügbar ist.
Sicher kommt auch Shui Xian aus Mingjian von Atongs Garten. Dort ist der Shui Xian als ein allein stehender Baum und wird als Shui Xian Dan Cong bezeichnet. Ich nenne ihn in Shui Tang der Garagebaum – jenseits von jeder Tee-Romantik. Der Shui Xian Dan Cong von Atong steht halt vor dem alten Garage!
Romantik bei Namen des Tees zu suchen ist überflüssig. Der Duft von Shui Xian versetzt mich nach meinem Heimat, wo im Moment ganz heisst in der politischen Auseinandersetzung steht und die Menschen müssen sich überlegen, wohin wir weiter gehen – gemeinsam weitergehen. Ich rieche die schönen Narzissen, nehme eine Tasse Shui Xian aus Shiding und mein Heimat ist nicht so weit.

Der Rest von Asche

Der Rest von Asche

(Fortsetzung von gestrigem Beitrag)
Natürlich weiss ich wie man mit dem Slogen „Der gute alte Geschmack“ sich profilieren kann. Was ist denn schon der alte Geschmack?
Mein Lehrer Atong, Chen Huang Tang, hat ein kleines Geschäft versteckt zwischen den Gassen Taipeis. Das kleine Geschäft ist in Japan recht bekannt, auch wenn er auf eine sehr taiwanesische Art von Japanisch spricht. Sein Hobby ist gutes Essen zu spionieren.
Das kleine an der Dan-An-Distrikt sitzende Geschäft ist nicht nur der Ort, wo berühmte Weinhändler aus Nappa oder Europa um Rat suchen, sondern auch das Mensa, wo sich an jeden Mittag uneingeladene Freunde und Kollegen versammeln. Das, was mein Lehrer täglich kocht ist der so genannte alte Geschmack. Mit reifen Sojasosse geschmorte traditionellen Gerichten, von besten Fleischteile zubereitetn Einstöpfe oder fast verschwundenen eingelegten Gemüsen…
Der Tee, den wir machen, ist genau der alte Geschmack und aus der traditionellen Herstellungsmethode. Aber, das, was er macht, stiesst keine grosse Resonanz auf dem grossen kommerzielen Markt Taiwans. Er ist zwar berühmt, aber hat mit dem Geld nicht sehr viel Erfolg. Was hat er eigentlich verdient mit dieser aufrichtigen Haltung?
In „Zone pro Site“ hat der Kochlegende der jungen Xiao-Wan gesagt: „

Ein Wanderkoch bekommt Freundschaft und Wärme von seinen Essern. Das ist nicht nur das, was er verdient – das wichtigst ist, der Freude voller Herzen!

Du kannst nicht etwas kochen, um allen zu gefallen. Aber etwas zubereiten, was Dir Freude macht. Das, was Dir Freude macht, schmeckt am meisten!

Atong hat immer Freude an Tee und sein Tee macht uns Freude.
Bei meinem jetzigen Rückflug gab er mir eine Tüte voller riechenden gestrockneten alten Rettich… was angeblich eine unglaublich gute Suppe verfeinert und paar Flaschen sehr reifen traditionellen Sojasosse. Ich stand dort orientierungslos. Ich habe die geistige Haltung nicht, um einen alten guten Geschmack wieder auf den Tisch zu bringen. Wie komme ich denn zu diesem alten Geist?
Er sagte, den Tee abzuwarten und so zu verarbeiten – mit viel Zeit und Aufwand wie unser Vorfahren – ist der alte Geist.

Der alte Geist… ich suchte in meinem Gedächtnisspeicher im Flugzeug.
Ist das, was meine Grossmutter in meiner Kindheit an jeden Morgen ein Topf voller Paochung zubereitete? Mein Vater musste den Tee zwei Male am Tag an die Strasse bringen. Ein Topf voller Paochung mit zwei Tassen war wahrscheinlich ein Freude von durstigen Passanten und eine Herzensangelegenheit meiner Grossmutter.
Oder ist der alte Geist in dem Geschenk, was Adrian mir gestern aus Kyoto brachte – Ein Rest Asche von Jack.
Bei jedem Tee, bei jedem Treffen und bei jedem Jahr wird Asche immer wieder mit Tee und Sake besträubt und mit neuen Kohle durch und durch neu vermengt und vermischt. Jahr zu Jahr entsteht immer mehr Asche, Mal zu Mal immer wieder neu verteilt. Asche ist praktisch das Wichtigste, was ein Teemensch bei Hausbrand mitnimmt und das, was als Rest der Erinnerung an Tee bleibt.
Jack sagte, diese Asche sei auch gemischt mit der Aschen seiner zwei Meister.
„War es nicht schwer?“ das ist ein Pack von fast 2 Kilos!
Adrian zuckte sein Schulter. Ein Auftrag des Meisters – „Ich sollte Dir diese Asche bringen.“

Zone Pro Site

Das wieder aufgeweckte Geschmackserlebnis kehrte plötzlich auf meine Zunge, begleitet von der sehr taiwanesische Musik und Gesang – bitter, sauer, salzig, süss und unbeschreibbar!
https://www.youtube.com/watch?v=7cLFV1Nzv2o
https://www.youtube.com/watch?v=qj9yjzOjvS0&list=PLBi7XfVlh86lIrVzWF_8JXDsnByZ0u5WS&index=6
Die kurze Beschreibung von Zone Pro Site lautet:

Vor 20 Jahren gab es in Taiwan drei Legende bei dem Strassen-Catering. Die drei Köche bereicherte kulinarische Landschaft von Taiwan.
Mit der Veränderung der Gesellschaft, die Strassen-Catering verschwindet sich immer mehr aus den Augen und die Meister lassen sich selten hören. Einer von diesen drei Legende wollte sein Können seiner Tocher weiter geben, aber sie, Xiao-Wan wollte nur Model werden. Sie wollte nur schön vor dem Publikum glänzend anstatt schmutzig auf der Strasse beim Kochen gesehen zu werden.
Xiao-Wan konnte ihr Geschicksal jedoch nicht ganz entfliehen…

Xiao-Wan ist ein dummes Mädchen… sie fragte, was bringt einem, wenn man einen Tisch voller Teller kochen kann?
Ein Koch von Strassen-Catering wandert von Ort zum Ort, von Strasse zur Strassen. Ihr Vater hinterlässt ihr gar nichts ausser einem per Handgeschriebenen Kochbuch, was ihr egal sei. Was hat er bekommen von seinem Leben ausser einem Kochbuch, was seine Tochter nicht einmal wollte? Was ist eigentlich der gute alte Geschmack, was er konnte und was sie nicht mehr schaffte?

Der Ziehvater meiner Grossmutter war auch ein Wander-Koch. In der Teisho-Periode wanderte er mit einem Lehrling auf den Landstrassen Taiwans von Dor zu Dorf und von Familie zur Familie. Irgendwann gab er meiner Grossmutter an meine Familie. Das Schicksal meiner Grossmutter war eins von vielen in der damaligen Zeit. Meine Grossmutter kochte hervorragend. Exact gesagt, sie kann sehr gut bewirten und Bankett zaubern. Wenn sie sich auf Kochen konzentriert, gleichte sie ein Samurai. Meine Tante erbten ihre KOchkunst, während ich mir sagte, „was bringt mir, wenn ich einen Tisch voller Teller bezaubern kann!“
Heute macht man immer den Begriff „den alten guten Geschmack“ zu einem Werbeslogen. Ich bin eine Verkäuferin und weiss natürlich sehr gut, wie man Geschäft mit diesen Dinge macht. (Fortsetzung kommt…)

Die Letzte Rest-Suppe

Die Letzte Rest-Suppe

Bein Essenszeiten tauchen immer plätzlich Esser bei Atongs Geschäft auf. Uneingeladen und unangeldet. Zwischen den Teller gibt es immer eine Suppe, die von den Rest von Gestern und von Vorgestern.
In Bodman, wenn wir uns zum Tee in der anderen Hälfte des Jahres treffen, mischte Detlef auch immer ein Ursucha von dem Rest des Tees. Alle Tees, die wir zur Uebung gesiebt haben, mischte er zu einem Blend, nennte ihn als der Jahresrückblickende Tee!
Jahresrückblickend.
Manchmal Lebensrückblickend, nicht wahr?
In meiner Kindheit, packten wir immer nach einem Bankett essen unser Geschirr aus und holte den Essensrest auf den Tisch mit nach Hause. Die Strassen wurden gesperrt und Chef-Koch, der so genannte Zong Pu Shi wurde abholt, Küchehilfe arbeiteten und das Essen wurden gerade an Strassenecke zubereitet.
Die Suppe, die meine Grossmutter mitnahm, wurde immer wieder erwärmt und geschmorrt. Diese dicke Flüssigkeit auf den Reis schmeckte unglaublich Appetit-Treibend, als ob diese Suppe das Beste von Bankett wäre!
Später fand meine Mutter so eine Rest-Suppe unhygenisch und das immer Auferwärmtes ungesund. So eine Suppe verschwindet aus unserem Esstisch und auch aus den Szene von Kindheit meisten Menschen.
Auf meinen Rücklfug kehrte plötzlich dieser Geschmack der Rest-Suppe wieder auf meine Zunge als ich den Film Zone Pro Site (Zong Pu Shi) anschaute.

Bilder: Das letzte Essen vor meinem Abflug bei Atong. Der Fisch machte er extra für mich, weil es so selten ist im Europa gute Fische zu essen.

Teemensch beim Nudel-Stand in Nantou

Teemensch beim Nudel-Stand in Nantou

Nantou, ein Städtchen. Nur bekannt fuer Menschen die guten Tee lieben.
Abseits von Mainstream sucht mein Lehrer immer nach dem richtig guten Essen!
In dunklen Gassen und über feuchten Flur gelanten wir endlich unser Ziel. Einfach eine gute Nudelsuppe wie sie sein muss, zu essen!

Auf dem wand haengen immer noch Fotos von den bekannten Gesichter meiner Teefreunde! Die letzten Reisen hinterlassen deutlich Spuren bei einem Nudelstand in Nantou!