Archiv der Kategorie: Der Teeweg

Tee und Tradition

China Garten

Meister Chen sass neben mir in Tee-Fest (24.Juni) im China Garten Zürich. „Gib´die Tee-Tradition so weiter, wie sie ist. Vermische nicht Deine Projektion und lass Dich nicht von der Welle treiben!“

 

Liebe Freunde, ich habe Euch sehr vermisst.

In letzter Zeit begleite ich Meister Chen auf die Reise nach Griechenland. Meister Chen flog mit seiner Familie aus Taiwan und besuchte Europa für knapp 12 Tagen.

Es ist nie Zufall zwischen Menschen, die sich begegnen. Durch einen unsichtbaren Band werden Menschen geführt, zueinander zu finden! Ich lernte Meister Chen durch meine Schwester kennen, die vor vier Jahren einen Verkehrsunfall hatte und ihr Steißbein gebrochen hat. Freund meiner Eltern riet meinem Vater, dass er seine Tochter zu einem traditionellen Arzt Chen schicken sollte statt seine Tochter ins Krankenhaus zum „Metzger“ zu liefern. Meine Schwester wurde zu ihm gebracht und sie wurde ohne Messer und Gips geheilt. Es war nur 21 Tage. Ich wollte diesen interessanten Menschen unbedingt kennen lernen. Ich weinte ununterbrochen als ich ihn zum ersten Mal traf. Das Gefühlt, dass jemand Licht in meiner Dunkelheit brachte und ich zu Sonne stehe anstatt im Schatten, war einfach und wahr. Warum habe ich es so lange warten müssen?

 

Wir besuchten die Antike-Städten. In Olympia standen wir unter der prahlen Sonne und hörten die Steinen zu, die ihre Geschichte erzählten. Er seufzte, die Steine sind viel älter als die Menschheit. Sie erzählen uns das, was Bücher nicht dokumentieren. Ich suchte einen ruhigen Platz, wo Touristen sich nicht aufhielten. Plötzlich spürte ich etwas, was einen so beruhigte. Ich fühlte mich wie daheim. Endlich angekommen und nirgendwo weiter ziehen zu müssen! Martin erschien plötzlich vor meinen Augen und fragte mich, ob ich weiß, wo ich mich befand. „Du bist bei Zeuss gelandet, weiß du?“ Ach, ich lachte. Meister war nirgendwo zu finden. War er irgendwo, wo er die Grenze des Raums und der Zeit überschrie und die Sprache dieser alten fremden Welt verstand?

 

„Es sind nur Steine geblieben. Der brüchige Rest wird von Geschichte erzählt. Was habe die jetzigen Menschen in Griechenland mit der antiken Welt gemeinsam?“ fragte er sich und mich. „Generation zu Generation wird eine Tradition weiter übermittelt. Es muss nicht eine Menge von Menschen sein, die diese Tradition verstehen und weitergeben. Es reicht einen einzigen, der den Geist verstand und weiter gab.“ Er sprach zu uns. Aber hier in Griechenland – „ wer ist die Erbe dieser Kultur?“ „Das ganze Abendland!“ versuchte ich ihm zu beantworten. „Ach. Ach?“

 

Großvater des Meisters war nahe Begleiter (bzw. Bodyguard) der chinesischen Republik Gründer Dr. Sun Yatsen und zugleich ein Taoist. Er gab seiner Familie einer Stofftasche, als er starb. Es befand ein Brief in der Tasche, dass die ganze Familie aufgrund bald ankommender Katastrophe nach Phillippins flüchten sollten und sein Enkelkind diese Verantwortung für die Weitergabe seiner Lehre übernehmen muss. Er ist sehr bewusst über seine Wurzel und treu zu diesem Wurzel. „Intelligente Schüler sind nicht interessant für die Weitergabe einer Tradition, sondern einen dummen Schüler, der seinem Lehrer folgt. Denn er die Weisheit statt Intelligenz entwickelt, weil er weiß warum er bei einem Lehrer sein will. Einer dummer und weiser Schüler mischte nicht eigene Dinge hinzu und kann eine Lehre Generation zu Generation authentisch weitergeben.“

„Du muss unsere Tee-Kultur so weiter vermitteln, wie sie ist, vermische nicht mit Deiner Projektion.“

 

China Garten Pavillon

 

In Zürich gab er einen Qigong Kurs und beantworte Frage des Besuchers. Viele Freunde und Freunde des Freundes kamen, die diese seltene Chance nicht verpassen wollten. Eine lange Warteschlange bildete sich. Viele Fragende kamen strahlend aus dem Haus und waren unbeschreiblich glücklich auf dem Heimweg. Auch viele, die mit Neugier und Zweifel kamen, standen weinend und erleichtert vor der Tür. Warum leiden Menschen, warum werden Menschen krank? Ich begleite ihn in letzen Tagen und musste Gespräch übersetzen. „Warum haben Menschen hier so viel Zweifel?“ Menschen leiden, weil wir nicht wissen, dass wir zu Sonne schauen sollen statt gegen Sonne. Wenn wir im Schatten des Anderen stehen, wie können wir den Sonneschein erleben? Wenn wir ständigen Widerspruch zwischen dem Bewusstsein und Unterbewusstsein nicht erkennen, wie können wir Licht in die Dunkelheit bringen? Wenn wir ständig Zweifel an sich und an anderen Menschen pflegen, wie können wir Chance wahrnehmen und Unterstützung erkennen? Wir sind in unserer Erziehung und Wissenschaft stets erzogen, dass wir an alles zweifeln sollen, nicht wahr? Er glaubt nicht an die Dualität, sondern an „Ganzheit“- nicht der Zweifel uns Glück ermöglicht, sondern das Vertrauen in die Menschheit und Kosmos.

 

 

Foto am China Garten 

 

Heute bin ich müde und habe zu wenig Schlaf. Es waren sehr intensive und anstrengende Tage. Ich habe nur einem Menschen geholfen und er hat Licht für viele Menschen gebracht.

In Olympia

Bei Zeuss-Tempel in Olympia

Ich kann es nicht zusehen und schweigen!

Wenden unseren Blick nicht ab, obwohl wir es nicht sehen können!

Lieber Teefreund, ich möchte heute einen erschreckenden Bericht an Euch weiter reichen. Es geht nicht um den Tee. Zum ersten Mal konnte ich den Tee nicht mehr schlucken.

Ich kann es nicht zusehen, ich kann es nicht ansehen und ich kann es nicht übersehen! Ich kann es nicht schweigen! Der Wahnsinn unserer Menschheit, das Elend unserer Menschheit und die Zukunft unserer Menschheit müssen in Frage gestellt werden.

Die Bilder, die wir in dieser Nummer 76 des Journal Franz Weber veröffentlichen , als verantwortungsbewusste Bürger veröffentlichen müssen, sind die unwiderruflichen, entsetzlichen Beweise des furchtbarsten Verbrechens, das je von Menschen an der Menschheit und an der gesamten Schöpfung begangen wurde! Es sind Beweise, die von keinem George W. Bush, von keiner Condoleezza Rice weggeleugnet werden können.

Wenden Sie den Blick nicht ab, sagen Sie nicht: „Ich kann das nicht sehen!“ Sie müssen es sehen und gleichzeitig Ihren Geist und Ihre Seele mit einem heiligen Zorn aufladen, der Ihnen die Kraft und den unerschütterlichen Willen vermittelt, gegen die Verbrecher und die feigen Duckmäuser an den Schalthebeln der UNO, die das Verbrechen totschweigen, anzukämpfen.

Denn was uns aus diesen Bildern ins Gesicht schreit, darf nicht sein!

Franz Weber

Das elende Foto müsst Ihr es allerdings darauf klicken. French.

Les images que nous publions, que nous sommes obligés, en tant que citoyens responsables, de publier dans ce numéro 76 du Journal Franz Weber sont les témoignages irréfutables du plus horrible crime jamais commis par des hommes contre l’humanité et contre toute vie sur terre. Ce sont des témoignages que ni un George W. Bush, ni une Condoleezza Rice ne pourront jamais renier.

Ne fermez pas les yeux devant ces images ! Ne dites pas : « Je ne peux pas regarder ça… » Vous devez les voir ces images, devez en faire pénétrer votre esprit et votre conscience, devez vous laisser emporter par une sainte colère qui seule pourra vous donner la force et la volonté inébranlable de lutter coûte que coûte contre les auteurs de l’inimaginable et contre ces lâches opportunistes aux postes clés de l’ONU qui taisent le crime.

 

Car ce qui ressort de ces images et nous crie à la figure, ne doit pas être !

Franz Weber

Verzeih´es mir… Ich habe die Fotos leider nicht geschafft, … hier … zu posten…

Die Magie des Tees

Plötzlich fing es an zu schütteln als wir am See waren. Der Regen kam so unerwartet, dass wir am Ufer nicht verweilen konnten. Suzanne war ein bisschen enttäuscht, aber sie hat den See wieder gesehen. Bodensee, das schwäbische Meer, ist so gross, dass man das andere Ufer nicht sehen kann. Mein Gast aus Strassburg, ein Teefreund durch das Teeblog, mit dem nur visuelle Briefe und Schriften ausgetauscht wurden, kam nun live nach Konstanz!

Suzanne beim Tee

Suzanne beim Tee

Zuerst waren wir bei Ali. Ali und seine Frau halten momentan in Antalya auf. Uns hat Alis Vater empfangen. Mit einer Tasse türkischen Tees haben wir angestossen. Die französische Besucherin brachte in den kleinen Kebap Laden ein Hauch von Frankreich. Der Gassi, ein Iraker, flüsterte extra zu uns, dass sein Tellerservice nur für die charmanten Besucher war. Danach machten wir uns bereit, auf die Reise ins Teeland! Suzanne brachte viele schöne Tees mit, darunter aus Strassburg und von Taipei – Stefane. Ich habe die Zhenshan Xiaozhong sofort aufgemacht. Oh! Der typische Longgan-Duft steigt gleich in meine Nase! Darüber werde ich einen ausführlichen Degustationsbericht schreiben.

Wir haben verschiedene Teesorte aufgegossen und zusammen probiert. Eine Oolongrunde: Sijichun 2006, Lishan Hochland 2005 und Dongding Original 2006. Die vielfältigen Duftnoten des Oolongs erheben uns sofort ins Teeland. Der Sijichun erinnerte sie an Flieder, der Lishan Hochland-Qi ist einfach unvergleichbar und das Dongding verführte uns in ein anders Sphäre! Der Buddha Hand und seine stets verwandelnde Duftnote fesselten uns in seinem Reich. Der Phönix Dancong war der absolute Treffer, und sie konnte nichts anders als nur seufzen: „Oh, Menglin, so einen Tee habe ich noch nie getrunken!“ Ich lachte und wusste, was sie damit meint. Es ging mir genau so…

Wir plauderten miteinander, obwohl wir uns erst seit paar Stunden face to face sahen. Wir sprachen über die Welt, über unser Leben und über unsere Leute, die wir lieben. Was macht es möglich, dass zwei fremde Menschen aus verschiedenen Kulturen so fliessend miteinander sein können? Ist es die Magie des Tees?

Ich schlug ihr eine Schale Matcha. Das leuchtende Grün schimmelte in der dunklen blauen Tienmu-Schale. Suzanne trank und ihre Augen leuchteten. „Was für einen Tee!“ „Ja. Die Samurais haben den Tee früher immer getrunken, bevor sie mit dem Schlacht anfingen.“ Sie haben wohl genau so geseufzt?

Vergänglich ist das Leben und viele schöne Momente der Begegnungen! Es war wieder die Zeit des Abschieds. Wir tranken noch eine Runde Pu Er und Suzanne verschob ihren Zug. Wir haben drei Pu Er aufgegossen: 1990 von Stefane, 1990 von Kieferkohle behandelter Pu Er, 1982 von Menghai. Der Aufguss 1990 war leicht und angenehm, während der auf Kieferkohle getrockneter Pu Er charaktervoll schmeckt. Als Suzanne den von 1982 kostete, sagte sie mir, dass sie das Qi dieses Tees spüren könnte! Ein unbeschreibbares Qi, was sich nicht verwörtlichen lässt. Dieser Tee wärmte uns und brachte Licht. Wir lächelten uns an, als ob Sonne über uns scheinen würde. Wir lächelten uns an, als ob wir uns schon lange kennen würden.

Im Tee muss man an nichts glauben, was man schmecken muss und soll. Man kann es nur selbst erfahren und erleben!

Es regnete noch, als Suzanne unbedingt gehen musste! Es regnete und regnete draussen, während Sonne in uns schien. Es schien die Sonne und sie wird wohl noch eine Weile weiter scheinen!

Katze entdeckt Schätze

Suzanne erzählte mir, dass ihre Katze sofort die Schätze entdeckte!

Monte Verita, die Suche nach der Wahrheit

Das Wetter war wie Männer – wechselhaft. Zuerst schien die Sonne auf der Terrasse, dann weht der Wind und plötzlich kam der Regen. Im Kraftort Monte Verita besuchten wir einen Japan-Like Teegarten.
Lenin, Trotzki und Hesse waren schon da. Die Suche nach der Wahrheit im Berg der Wahrheit. Hier wurde Lebensform experimentiert, diskutiert und praktiziert. Nun werden nur Spuren hinterlassen, ausser einem Hotel, der Markierung des Kraftortes und dem exotisch angelegten Garten, nur Sagen und Erinnerungen. Unsere Gesellschaft und Erziehung wollen keine Sinnsuchende produzieren, sondern effiziente Arbeiter. Tee, Zen und Yoga gehören immer mehr zu Wellness-Welle. „Experte“, „Guru“ und „Meister“ reiten zusammen die Welle, damit alle sich „well“ fühlen und weiter arbeiten gehen. Unsere Welt ist somit in Ordnung.

Der Geist der Sinnsuchende und der Wahrheitsuchende wurden ersetzt mit Wellness und Exotik.
Buddha erzählte eine Geschichte von vier Blinden, die einen Elefant untersuchten. Jeder behauptet, dass er den Elefant „gesehen“ hat, indem er ein Teil dieses riesige Tier berührt hat. Ihre Wahrheit beruhte auf ihr beschränktes Erfahrungshorizont und konnte und insistierte auf diese Wahrheit.
Krieg, Gier und Missverständnisse sind wohl auf unsere beschränkte Sicht zur Wahrheit zurückzuführen.

Zen-Meister Michel Bovay aus Zürich erzählte mir einmal, dass er sich jedes Mal hinterfragt, ob er berechtigt sei, auf seinen Platz zu sitzen bevor er das Zazen (Zen-Meditation) leitet. Ein guter Meister sollte sich immer hinterfragen können – sagte er. Ich erinnere mich, was Teemeister Haas in Freiburg mir im März erzählte. Zu seiner Abschlusszeremonie der Ausbildung in Japan schenkte die Urasenke-Lehrerin jedem Teeschüler aus Europa auf der Heimreise einen Spruch „Vergesse nicht, dass Du eigentlich nichts kannst!“
Jedes Mal frage ich mich selbst, „ist es Dir klar, was Du hier niederschreibst?“


In Monte Verita

Der Wind weht und der Himmel tropft. Meine Haare kleben an mein Gesicht. Wehmutig stelle ich fest, dass die Wahrheit mich eigentlich nicht interessiert. Ich möchte nur die kosmische Ordnung verstehen, die hinter allen weltlichen Phänomenen verstecken. Diese Ordnung zu begreifen, die Menschen zusammenführt und trennt, die Zivilisation entstehen und zerstören lässt und uns zum Leben und Sterben bringt, und sich von „eigenen Vorstellung“ zu befreien ist wohl die eigentliche Erbe von Monte Verita?

Was ist ein guter Tee?

Was ist ein guter Tee?
Ich stelle mir oft diese Frage, was ein guter Tee ist. Natürlich meine ich nicht einen teueren Tee. Die Vorstellung einen guten Tee, ist vom Geschmack zum Geschmack unterschiedlich. Über die individuelle Empfindung möchte ich nicht sprechen, sondern über die objektiven Bedingungen, die jeder Teeliebhaber selbst nachvollziehen könnte.
Zuerst fragt man sich, was für einen Tee er ist. Wenn man einen grünen Tee kauft, möchte man wohl nicht einen weißen Tee von einem Händler verwechselt werden, oder? Wenn man einen Oolong trinkt, möchte man einen typischen Oolong in seinem typischen Geschmack genießen, nicht gerade einen grasigen Sud wie einen Sencha. Tee in seinen eigenen Geschmack kennen zu lernen ist wohl der erste Schritt, den ein Teeliebhaber beschreitet.

Ein Parma Schinken ist ein Parma Schinken, obwohl Sierra Serano ebenfalls ein sehr feines Fleisch ist, ist es eben kein Parma Schicken. Grünkohl oder Federkohl ist ebenfalls anders als roter Kohl, obwohl sie alle Kohl heißen. Der Teebauer könnte zwar mit seinen vertrauten vielleicht eigenen „Geheimnissen“ dem Tee einen eigenen Geschmack prägen, ein Oolong ist trotzdem ein Oolong. Wenn man zu jungen zarten Blätter beim Oolong pflückt, um einen schönen Kugelform zu formen, verliert dieser Oolong seinen ursprünglichen Charakter. Es wäre in diesem Fall zu empfehlen, dass Teebauer lieber von Anfang an, Gunpowder (grüner Tee aus China, er hat kugelige Form) herzustellen, als ein Oolong, der nicht mehr Oolong ist.

Wenn man einen Tee kauft, wäre es ratsam, sich zuerst zu fragen, schmeckt dieser Tee auch so wie er schmecken soll? Ein chinesischer Grüntee schmeckt erfrischend und je nach Sorten und Machart oft blumig oder nüssig. Ein Sencha und Gyokuro ist bekannt für seinen grasigen Geschmack, der uns manchmal an Algen im prickelnden Meer erinnert. Sie sollen dunkelgrün leuchten, nicht gelb oder apfelgrün. Die Form ist in sehr feiner streifiger Form. Ein Matcha muss eine leuchtende grüne Farbe sein. Er schäumt gut und schmeckt zwar herb, hinterlässt beim Abgang einen lieblichen Geschmack.
Ein Oolong schmeckt blumig oder fruchtig, je nach Fermentationsgrad. Ein wirklicher Hochlandoolong zeigt dickere Blätter und eine spezielle frische Aroma. Ein leichter süßer Tabak oder Karamell Geschmack deuten auf die Röstung. Ein guter dunkler Tie Guanyin sollte trotz der Röstung dunkelgrüne Farbe im nassen Blatt aufweisen. Ansonsten bedeutet eine zu starke unerfahrene Röstung. Ein gelagerter Pu Er schmeckt zwar alt, aber sanft, uneindringlich und geschmeidig. Die Blätter sind zwar dunkel, aber öffnen sich leicht und elastisch. Ein gelagerter Oolong schmeckt nach Pflaumen, die Blätter sollten nicht grünlich sein, aber auch nicht unelastisch schwarz. Teetaster Chen sagte mir, die Kriterien ein alter Oolong zu beurteilen ist ähnlich wie bei einem alten Rotwein.

Maschinell geschnittener Tee ist manchmal vorteilhafter, weil sie meistens nur in den besten Stunde der Pflückzeit eingesetzt wird.

Ich bin auf dem Teeweg immer noch ein Anfänger, der stets sich hinterfragen muss und lernen muss. Einen guten Lehrer zu haben gleicht wie mit Aufzug zu fahren. Der andere Weg selbst zu studieren, ist verbunden viel mit Preisgeld zu bezahlen. Ich gebe zu, dass ich beim Teeeinkauf oft betrogen wurde. Jetzt auch immer wieder, aber immer weniger. Das ist auch der Grund, weshalb ich dieses Blog schreiben möchte. Die Fehler und die Preise, die ich gemacht und bezahlt habe, müssen andere Teeliebhaber nicht wieder bezahlen und machen. Der Teemarkt in Europa ist unübersichtlich. Für einen Konsument, sich zu orientieren, ist das Wissen über Tee – seinen typischen Geschmack und seinen Herstellungsprozess erforderlich!

Teegeist, Anfängergeist. Neugier und Sensibilität sind zwei Schlüssel für den Teeweg.

Päonie Fest im Zürcher Berg 牡丹花宴- 文人雅兴在异乡

Päonie

Päonie in Purpur.

Wer hätte gedacht so viele unterschiedliche prächtige Päonie-Blüten in der Mitte der Schweiz, im Zürichberg, bewundern zu können?
Der Garten von Hannes ist das irdische Paradies. Heute Morgen begrüßte mich „Solomons Siegel“ am Gartentor. Herrliche lila und weiße Flieder tanzen in dem Wind, die Pfingtrosen warten auf ihre Auftrittszeit, die duftenden Maiglockchen genießen die Sonne und sie spielen zusammen eine Garten Symphonie. Aber die wirkliche Primadonna ist die Päonie. Sie gruppieren sich im Garten und platzieren sich bewusst vertraut in den 2000 Quadratmeter großen Garten, damit jede Gattung, jede Farbtone und jede Blüte zur Geltung kommt.
Diese großen Blüten, manchmal in schüchterner halbgeschlossener zarter Rosa, manchmal in extravaganter aufblühender Purpur oder in unschuldig wirkender anmutiger Weiß oder in geheimnisvoller Lila, blühen nur zwei Wochen in den 15 jährigen verholzten Busch. In diesem von Päonie beschmuckten Garten möchte Hannes der Gastgeber sein. Er möchte seine Freunde einladen, zusammen diesen sonderbaren außergewöhnlichen Moment genießen. Welcher Garten könnte so viele Päonie in dieser Vielfalt und lebensfreudigen Zustand zeigen? Ich sollte Tee degustieren, wünscht er sich. Tees, die diese aus China eingewanderten Blumen würdigen, den einmaligen Moment des Zusammenseins und uns in einen frühsommerlichen Abend beflügeln.

Päonie rosa

Päonie in Lila

Päonie Fest mit Tee, wie poetisch. Ich komme aus einer subtropischen Insel, wo Päonie sich nicht aufhalten kann. Die Hitze verträgt sie nicht. Nur in Bücher habe ich gelesen, wie Kaiserin Wu Zetian diese Blumen liebte und sie im schneeweißen Winter mit beheizten Räumen hütete. In der Literatur und Malerei fungiert Päonie stets als Motive der literarischen Tradition für Anmut, Wohlstand und Schönheit. Sie wird bewundert, gepriesen und geliebt. Viele Eltern nennen ihre Töchter nach dem Name von Päonie – Mudan. Viele Mudan kannte ich in meiner Kindheit. Ein schöner Name für junges Mädchen, dessen Schicksal oft anders verlief als des von Päonie. Die Waschfrau meiner Familie hieß auch Mudan. Jeden Morgen ging sie zu uns und waschte unsere Wäsche. Meine Oma saß vor dem Waschbecken, plauderte mit ihr und kontrollierte wohl zugleich, wie sie arbeitete. Sie wurde von ihrer Stiefmutter an einem Alkoholiker verheiratet, der sein Leben mit Prügelei und Alkohol verbrachte. Sie ertrug ihr Schicksal und versuchte trotz einer erniedrigen Haltung ihre Verpflichtung als Ehefrau und Mutter zu erfüllen. „Mudan, Mudan!“ meine Oma rief sie oft laut und sie lächelte zurück. Nachdem meine Mutter eine Waschmaschine kaufte, habe ich Mudan nie mehr gesehen und seitdem verbrachte meine Oma den Morgen vor einsamen Fernseher.
Auch ein berühmten weißen Tee heißt Bai Mudan – weißer Päonie. Bai Mudan stammt aus Fujian. Er bekam diesen Name, weil man das Gefühl hatte, die weiß behaarten Teeblätter den schönen weißen Päonie ähnelten. Natürlich wurden Legende erzählt, dass dieser Teebaum aus Päonie verwandelt wurde.
In Zhejian Xianxia Berg gibt es ebenfalls einen wunderschönen grünen Tee – Lü Mudan (grüne Päonie). Warum dieser Name? Die Natürlichkeit und silbrigen Tipps dieses Tees erinnert man an Päonie. Die knackige grüne Farbe und schöne streifige Blätter sollte die Blüte von Päonie ähneln. Ich denke, um die Vorstellung des Namegebers zu nachvollziehen, braucht man wirklich Phantasie. Ich würde sagen, dass Chinesen schönen Tee gerne mit schönen Blumen nennen und assoziieren.
Päonie Fest mit Tee im Zürcher Berg. In einer anderen Kulissen mit anderen Menschen (lange Nase statt Schlitzauge). Aber die Zuneigung zur Schönheit, die Liebe zur Natur und der Genuss des Zusammenseins werden wohl kulturelle und zeitliche Grenze überschreiten. Gleiche Blumen begleiten Menschen in die andere Welt und in die andere Zeit. Blumen bleiben immer noch dieselben Blumen und blühen zu ähnlicher Zeit. Die Menschen werden wohl nicht die gleichen sein.

Jedes Jahr blühen ähnliche Blumen zu ähnlicher Zeit und am ähnlichen Ort,
年年岁岁花相似
während sich die Gesichter der Menschen jedes Jahr zu ähnlicher Zeit am ähnlichen Ort wechseln.
岁岁年年人不同

Päonie rosa

Päonie in Rosa

 

Die goldene Maus und das Tee Blog

Heute erhalte ich ein Email von Herrn Frei und das Blog Tee Erleben sei zu vier besten Kulturblogs in der Schweiz nominiert. Mein Mund war offen und wusste nicht, wie ich ihn schliessen sollte…

Mein Blog ist eins von den vier nominierten Kulturblogs in der Schweiz? Wie kommt es dazu, dass die schweizer Medien ein Blog von einem Ausländer auszeichnen? Passt diese Tatsache überhaupt noch zu dem Portotyp von der Schweiz? Wie könnte ein Schlitzauge ein gutes deutsches Kulturblog schreiben? Meine Sprache ist oft fehlerhaft und stilistisch problematisch. Haben die Jurys sich geirrt?

Die Schweiz pflegt gerne sein Imgae mit seiner Ethnizität: das Heidi Land, Jungfraujoch und Appenzeller Käse. Wenn man nur die Werbungen der schweizer Tourismusbüro betrachtet, würde man die Realität übersehen, dass mehr als 20% der schweizer Bevölkerung Ausländer sind. Die Schweiz, ein einstiges Bauerland, ein einstiger humanitärer Zufluchtsort für Asylsuchende und Flüchtlinge, ist heute eine pluralistische Gesellschaft geworden. Multikulturell redet man gerne, dominiert wird sie jedoch von den christlichen und europäischen aufklärischen Werten. Die schweizer Gesellschaft ist pluralistisch, weil man verschiedene Ethnizitäten und kulturelle Prägungen im Alltag beobachten kann. Dies drückt sich gerne durch das Kulinarische, Künstlerische und Modische aus. Exoterisch ist trend, ist in. Aber bedeutet das Äußerliche Pluralistische wirklich die innere Veränderung und Reflexion? Ich denke, das Phänomen des „Blochers“ und seiner Anhängerschaft zeigt die Ambivalenz dieser Gesellschaft, die mit zunehmmender Wechselbeziehung zwischen Fremdbild – wie sieht die Schweiz aus im Auge des Fremden und Selbstbild – wie sehen die Schweiz sich selbst – nachdenken muss.

Meine Schweizer Fremderfahrungen fingen vor 6 Jahren an, als ich meinen „Lebensabschnittsgefährte“ kennenlernte. Seitdem bin ich Pendler zwischen EU und der Schweiz, zwischen der deutschen und schweizerischen Kultur und zwischen den mitteleuropäischen und chinesischen-taiwanesischen Selbstverständnisse. Taiwan ist eine kleine Insel, die ursprünglich zu niemanden gehört. Später wurde sie von verschiedener Herrschaften als Territorium erklärt. Viele Menschen in dieser Insel sehnen sich nach der Selbstständigkeit, die ihnen ermöglicht, endlich sich selbst über ihr eigenes Schicksal entscheiden könnte. Die Schweiz als ein unabhängiges und freies Land, das einst unter verschiedenen Herrschaften lit und sich befreite, war ein Ideal für viele meiner Landleute. Es war ein Idealismus vieler gesellschaftlichen Bewegungen in meiner Studentenzeit, Taiwan zu einem asiatischen Schweiz aufzubauen. Diese Sehnsucht, eine Schweiz auf einer Pazifik-Insel aufzubauen, wird wohl den Schweizer unvorstellbar…

Ich möchte mich hier bedanken, dass dieses Tee Blog nominiert wurde. Daß eine kritische Fremdperspektive über die hiessige Gesellschaft von den schweizer Medien aufgenommen werden kann, zeigt die Offenheit und Toleranz der schweizer Gesellschaft. Ein Prozess des gegenseitigen Lernens. Ich freue mich sehr, dass wir alle daran beteiligt sind!

Einfach flanieren.

Heute fuhr ich mit dem Bus an die Uni. Als der Bus durch Wald fuhr, sah ich alles in zarter frische grüne Farbe. Die Augen wurden erfrischt, die Seele erleichtert! Der Frühling ist wirklich da! Bald wird der Frühling zum Sommer und die junge zarte grüne Farbe wird durch den saftigen grünen Ton ersetzt.
Diese frische Grün ist der Preis dafür, dass wir den harten Winter ausgehalten haben. Den grünen Tee, den ich mit Irmgard zusammen aufgegossen habe, zeigt genau diese zarte frische grüne Farbe. Manche von ihnen waren ausschließlich in feinen Knospe, sie stehen alle fleißig und reihen nach im Wasser, wenn man sie im Glaskanne aufgießt. Manche haben schöne spiralartige Blätter mit schimmernden weißen Tipps werden durch den Aufguss sofort zu zarten grünen Spitzen und tanzen miteinander in einer Glaskanne! Nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch ein Balsam für den Gaumen!
Chinesische Teespezialität enthält eine unglaubliche Vielfalt! Zu dieser schönen Frühlingsstunde, begleitet von diesen frischen feinen Grüntee aus Hunan ist das Leben wirklich aussichtslos unverbesserlich – denke ich. Was will man noch mehr?

„We learn about tea leaves, water and tea sets with senses, while we present our inner wourld with sensibilities. Maybe this is a world we have yet to discover. Shall we just relax and reagrdless of any intention.“
Chih-Chang Hsieh, Charen (Teemensch, Chajin) aus Taipei.

Teewelt, eine Welt der Absichtslosigkeit und Freiheit.

Grüntee

Offering to the tea lover, 寄與愛茶人

“Sipping cool spring, cooking rattling dust. 坐酌冷冷水, 看煎瑟瑟塵
Holding one teacup, offering to the tea lover.” 無由持一碗, 寄與愛茶人
Memoir of Spring Tea, Poet of Tang Dynastie Bai Juyi 白居易

Letzte Zeit habe ich paar Beiträge über Yixing Teekanne aus der chinesischen Tee-Tradition geschrieben. Das bedeutet nicht, dass ich für diese Art von Teekanne plädiere. Ich habe die Beiträge geschrieben, weil das wachsende Interesse in Mitte Europa unbestritten ist und Information über die kulturelle Hintergründe fehlt.
Europa ist ein freies Land für die Teekultur! Hier gibt es Möglichkeit ohne kulturelle Belastungen und Verwicklung etwas kreativ auszuprobieren. Die Mangel an Vorstellung und Utensilien bietet gerade die Chance der Entdeckung! Mangel fordert menschliche Kreativität und Entdeckungsmöglichkeit in sich selbst.

Drei verschiedene Art des Teetrinkens
Tee

oder lieber chinesisch?
Tee2
Oder orinetalisch?
Tee3
Was hättest Du lieber? Wahl ist Qual.

Teemeister Sen Ryku erkannte die Notwendigkeit, eigene Kulturwurzel des Tees in den japanischen Boden einzuschlagen. Er bevorzugte die einheimischen Töpferwaren und entwickelte eine eigenständige japanische Ästhetik. Natürlich werden chinesische Teeware weiterhin verehrt, aber auf japanische Art interpretiert! Wir könnten in Europa verschiedene Teetraditionen kennen lernen und selbst ausprobieren, so dass eine eigene Teekultur entstehen kann, die die Modewelle und Wellnesstrend überlebt und eigene kulturelle Blüte werden könnte.

Der improvisierende Geist, die Dinge zu entdecken und ausprobieren gibt mir Freude mit Tee. Nicht der Besitz einer „teueren“ „echten“ Teekanne von berühmter Persönlichkeit, nicht Haben des so genannten besten Tees (ich habe natürlich gerne guten Tee) verbreitet mir Freude. Diese Äußerlichkeit macht mir nur kurze Freude, indem ich mich mit diesen Dingen kokettiere. Der Freude an Tee geht viel weiter und tiefer. Die Faszination des Tees liegt für mich an den Phänomenen der Vergänglichkeit. Vergänglich sind wir alle. Vergänglich sind unsere Meinung, unsere Empfindung und der Tee. Tee wartet auf die Zeit nicht, er schreitet weiter. Das macht einen jungen Pu Er zu einem charmanten Pu Er. Der gleiche Tee manifestiert sich durch die Degustation von verschiedener Persönlichkeiten, in verschiedenem Klima und verschiedener Weise unterschiedlich. Wir können unsere Empfindung in dem Teegenuss nur beschränkt verwörtlichen, aber nicht mit Kamera oder irgendeiner technischen Errungenschaft festhalten und messen. Weil die Empfindung des Genusses so persönlich ist, macht es wenig Sinn, Meinung des Anderen als Geschmackssiegel zu nehmen, außer man an eigener Urteilsfähigkeit zweifelt. Teetaster Chen gehört zu führenden Teemeister in Taiwan. Einmal als ich beim Teetrinken an seine Meinung festhalten wollte, schrie er mir an: „Glaub´ nicht daran, was andere glauben. Jeder Tee spricht eine eigene Sprache. Oolongtee hat einen eigenen Kode, er spricht anders als ein Gyokuro! Lern´ die Kodes zu dekodieren, statt etwas darauf zu projizieren!“ Er wollte mich von ihm befreien. Dies macht ihm meisterhaft.

Seit unserer Kindheit werden wir erzogen, an Autorität zu glauben, sei es Fernsehen, sei es die Schule, sei es die Eltern. Statt die Welt mit eigenen Augen zu erfahren, ist es bequemer und sicherer, von anderen zu zitieren. Der französische Ethnologe und Soziologe Bourdieu macht es deutlich, indem er die Definition der Geschmäcke als Machtkampf zwischen Menschen erkannte.
Die Befreiung und die Freiheit, die Tee mir vermittelt, ist ein wertvoller Schatz, der für jeden zugänglich ist!

Tee-Geist, Anfänger Geist

Gestern kam Roger mit seiner Familie zum Besuch. Zwei kleine lebhafte Kinder waren zuerst ein wenig schüchtern, aber machten sich nach einer kurzen Zeit vertraut mit dem fremden Raum. Sie begannen ihren Abenteuer zwischen meiner Teedosen und Teegeräte. Roger und Miriam wurden sehr nervös. Plötzlich wurde der Tibor sehr stil. Man wusste nicht, was er machte. Tibor, ein dreijähriger „Anfänger“ unserer Weltgemeinschaft, hat eine neue Welt für sich entdeckt. Der Duft des Sandelholzes zog ihn in mein Schlafzimmer. Er war fasziniert von dem fremdartigen Duft und der Fremdartigkeit der Atmosphäre, was ihm in seinem jungen Lebezeit nie bekannt war. Er entdeckte die Schale voller Aschen. Unzögerlich spielt er mit dem Asche, mit dem Holz und eigentlich mit dem Duft. Als wir ihn entdeckten, war er voll mit Aschen bedeckt und lachte.
Zwei Anfänger
Zwei Anfänger unseres Planeten

Wir, Erwachsene machten unser gesellschaftliches Spiel – wir tranken Tee und unterhielten uns. Die Kinder langweiligsten sich. Sie suchten auch ihr Spiel. Sie blätterten meine CDs und Kassetten und entdeckten eine interessante chinesische Kassette. Valerie fragte mich, ob es für Kinder sei und ob es sie anhören dufte. Im Lautsprecher sprachen plötzlich eine fremde Stimme, ein fremdartiges Klang und einfremdwörtliche Sätze. Beide Kinder konnten sich nicht mehr von dem Lautsprecher wegbewegen. Sie starrten und konzentrierten sich auf das, was gerade geschah. So gefesselt waren sie von der Fremdheit, dass sie ruhig blieben und zuhörten. Der reine Geist eines Kindes, der sich nicht zwischen dem Vertrauten und Fremden, dem Richtigen und Falschen oder dem Besseren und Schlechtern unterscheidet, manifestierte sich durch das ruhige konzentrierte staunende Moment. Ich goss den Gästen gerade einen Phönix Dancong auf, als die Reinheit des Kindes mich berührte.
Der wunderschöne Dancong wurde sehr bitter. Meine Ablenkung hatte sofort eine Konsequenz. Ich spürte in mir ein bisschen Scham und ein bisschen Selbstironie. Wie oft habe ich diesen Tee schon zubereitet? Wie vertraut fühle ich mich mit der Zubereitung des Tees? In dem Moment des kindliches Staunens, die Welt mit Anfänger-Augen zu betrachten und erleben, zeigt der Gegensatz meiner vermeintlichen Vertrautheit mit Tee, was in einer Routine verfallen und sich als Fehlschlag erweisen könnte.
Ich erinnerte mich, was Teemeister Ulrich mir letzter Woche in Freiburg erzählte. In der Abschluss-Feier seiner Ausbildung in der japanischen Urasenke-Schule kam die Direktorin mit einem Stock hinkend zu den Absolventen. Sie sprach zu jedem mit Erfolg ausgebildeten Teemeister aus Europa in einer klaren Stimme: “ Vergesse nicht, dass Du eigentlich nichts kannst!“

Wenn all meines Wissen über Tee mich hinführt, sich nicht mehr über einen einfachen Tee freuen kann, wäre das Wissen bedeutungslos. Wenn all die Rituale und Künste – was wir als Teeweg verstehen, was ich mich angeeignet habe, mich von Menschen abheben und Menschen nicht näher bringen könnte, wäre es ein Holzweg. Ich wünsche mir, das Moment des reinen Anfänger-Geistes nie aus meiner Augen zu verlieren!
Haas
Teemeister Ulrich Haas in Freiburg