
Die Kachel Maegawara mit Asche fixieren.
Bei allen Ecken vorsichtig mit Asche genügend füllen.

Die Kachel Maegawara mit Asche fixieren.
Bei allen Ecken vorsichtig mit Asche genügend füllen.

Das Kachel Maegawara einzusetzen. Eine Gummi zwischen zwei Füsse und Gestell Dotoku spannen.
Zwischen dem Kachel und das Gusseisen Kessel Kama muss 1 cm sein, damit die Luft reinkommen kann.

Gestern musste ich Haigata üben – die erste Schritt, um eine Sommer Teezeremonie vorzubereiten. Das Asche Wird zu einem Tal und zwei Bergen geformt.
Hai – Asche auf Japanisch.
Hier die erste Schritt, die Bergen und das Tal zu formen. Das gelbe Eimer ist von vollem gesiebten Asche.
Lu Yu ist bekannt in der Welt durch sein monumentales Teebuch Cha Jing. Als er lebte, war er ein einsamer Mensch, der nicht wusste woher er kam und wohin er gehörte. Als Findelkind wuchs er beim Zenmönch Zhiji im Kloster Longgai Si auf. Er mochte das Klosterleben nicht und stritt oft mit seinem Zieh-Vater, der vergeblich versuchte, aus ihm einen Mönch zu machen. Er widersprach oft Zhiji, so dass er das Kind zum Troilette-Putzen und als Hirte bestrafte. Die einzigen harmonischen Momente zwischen den beiden waren wohl beim Tee. Zenmönch Zhiji trank gerne Tee und Lu Yu konnte Tee sehr gut zubereiten. Es wurde erzählte, dass Zhiji nicht mehr Tee trank, als Lu Yu das Klosterleben endlich verließ. Vermisste er sein Kind, aber war er an ihn gewöhnt?
Statue von Lu Yu in Xian.
Lu Yu verließ das Kloster und ging in den Lebensozean. Er sucht nach sich selbst in der Wanderschaft.
Lu Yu wurde zuerst ein Schauspieler oder besser gesagt Wanderkünslter. Er war kein schöner Mann und litt unter Sprachfehler. Aber er stritt gerne und provozierte Menschen am liebsten. Er hatte Humor, konnte wie Charles Chaplin Comedie improvisieren. Er war musikalisch und zugleich ein Poet. Aber Tee war sein Haupttalent. In seiner wanderschaft wurde er entdeckt von Mandarinen, die Teeliebhaber waren. Er lernte Teeliebhaber kennen, die ihn schätzten und folgten. Er wurde berühmt und seine Ruhm weht sogar in den Kaiserhof. Trotz allem lebte er sein Lebenslang zurückgezogen in einer Einsiedelei, lehnte den Ruf aus dem Kaiserhof ab. 804 starb er allein in Zhejian, aber man wusste nicht, wann und wo er wirklich geboren wurde.
In der Legende wurde erzählt, dass der Kaiser die Teekunst von Lu Yu testen wollte. Er holte Zenmönch Zhiji in den Hof und ließ ihn Tee trinken. Obwohl Lu Yu oft mit seinem Ziehvater Konflikte hatte und ihn endlich verließ, war ihre Begegnung im Tee immer eine direkte geistige Berührung. Mönch Zhiji erkannte den Tee seines Findelkindes zwischen verschiedenen servierten Teetassen und dies beeindruckte den Kaiser. Er war tiefst berührt von der Teekunst von Lu Yu unddie geistigen Kontakte zwischen den beiden.
Als Zhiji starb, war Lu Yu in seiner Wanderschaft. Als Lu Yu es erfuhr, war alles bereits vergangen. Er dichtete sein Bereuen und Schmerzen:
Ich beneide keine goldene Schale, auch keine Jade-Tasse,
Ich beneide niemanden in den Hof und niemanden im Palast.
Das einzige, was ich beneide, ist der Fluss Xijiang, der jedentag der Stadt Jingling (wo Zhijis Kloster lag – in heutigem Provinz Hubei) entlang floss.
Seit gestern fühlte ich mich nicht wohl. Schmerzen füllt den Tag. In diesem miserablen Moment vermisse ich besonders meine Familie – ein Ort der Sehnsucht und zugleich Auseinandersetzung. Vielleicht werde ich irgendwann Ende meiner Wanderschaft das Lied singen: wäre ich der Keelung-Fluss, der immer der Stadt Taipei entlang floss?
Wer sich noch mehr für die Wechselbeziehung zwischen Tee und Buddhismus in China interessiert, könnte man diese Seite von Fo Guanshan Tempel anschauen.
In Taiwan gibt es eine Tee-Vereinigung: Nicht-Ich Tee Treff. Es wird jedes Jahr grosse Tee-Zusammenkunft organisiert, wo sich Teefreunde von Kinderalter bis unbegrenzten treffen. Dort wird Tee zubereitet und serviert. Die Nicht Ich Tee Vereinigung (Wu Wo Cha Hui) gibt verschiedene Regelung zum Tee-Zubereitung und Tee Servieren heraus. Man bereitet Tee zu, serviert ihn und trinkt ihn, um die Grenze des Egos (der Geist, der stets unterscheidet zwischen Ihnen und Außen, zwischen Gut und Schlecht und zwischen Freund und Feind) zu überstreiten. Tee und Zen hat den gleichen Geschmack (auf Japanisch: Cha Zen I Chi Mi; auf Chinesisch: Cha Chan Yi Wei).
Tang-Dynastie in China war nicht nur ein Reich mit starker militanten Macht, sondern ein kultureller Höhepunkt der chinesischen Geschichte. In dieser Zeit wurde die Hauptstadt Chang-An (heutiger Xi-An) das Vorbild von der japanischen Hauptstadt Kyoto und die chinesische Sprache die Sprache der aristokratischen Klassen ganzer Ostasien.
Cha Jing. Drei Teile.
Lu Yu lebte in dieser Zeit. Wir kennen ihn im Westen gut wegen seinem verewigten Teebuch – Cha-Jing. Lu Yu hatte viele Teefreunde, darunter Yan Zhenqing (ein legendärer Kalligraph) und ein Zen-Mönch Jiao Ran (730-799).
Jiao Ran ist hier unbekannt, obwohl er aufgrund einer Einladung von Yan Zhenqing mit Lu Yu zusammen ein Buch geschrieben hat. Es wurde erzählt, dass Lu Yu eine Tee-Pavillon im Tempel (Miaoxi Si) baute. Bei der Einweihung kalligraphierte Yan, während Jiao Ran Gedichte imporvisierte. Es war ein grosses „Event“ und wurde als eine außergewöhnliche Angelegenheit übermittelt – ähnlich wie heute „Stars auf der roten Teppich in Cannes“… Jiao Ran hinterliss viele Teegedichte.
Weil Jiao Ran ein Mönch ist, würde man auf projieren, dass er ein ersthaftes und asketisches Leben fuhr. Im Westen hat man wohl eine „starke“ moralische spirituelle Vorstellung, die in alten China nicht ganz gelebt wurde. Nein, Jiao Ran trank gerne Wein! Er hat auch gerne schöne Frauen.
Es wurde erzählt, dass er mit der schönen berühmte taoistische Priesterin Li Jilan gut befreundet war. Li war nicht nur schön, sondern musikalisch und poetisch talentiert. Eine schöne Frau in alten China bedeutet nicht nur die äußere Schönheit, sondern auch die innere Tiefe – anders als die heutigen Hollywood-Schönheiten. Li wurde – laut Legende – sogar von Kaiser Li Rongji ins Hof geholt. Sie weihte beim Kaiser als Gast für ein Monat und man wusste nicht viel, was für spirituelle Erfahrungen ausgetauscht wurden.
Jedenfalls kam Li Jilan eines Tages zu Besuch. Jiao Ran und Li vergassen die Zeit bis die Kerzen erlöschte. Es war bereits tiefer in der Nacht. Nach dem Abschied von Li, schrieb Jiao Ran ein Gedicht über diese Momente:
Die Göttin kam mich prüfen, wollte die Blume auf mein Kleid streuen;
Das Zen-Herz reagierte nicht darauf, brach ihr die vollständige Blume zurück.
Wir wissen nicht, was wirklich geschah.
Jiao Ran hat noch viele andere Tee-Gedichte. Er beschrieb einmal, als er mit Lu Yu Tee degustierte:
Im September im Berg-Tempel, der Herbt vergelbt auch die Chrysathemen am Ostzaun. Gewöhnliche Menschen bevorzugen Wein, wer versteht eigentlich die Sprache des Tees?
Ein anderes Gedicht:
Die erste Schale wäscht meine Verblendungen. Das wahre Gefühl füllt den Raum zwischen Himmel und Erde.
Die zweite Schale klärt meinen Geist, wie der Regen Staub weg spült.
Die dritte Schale schenkt mir Erleuchtung, wozu die Kummer mit Willen zu beseitigen?

Vor zwei Tagen habe eine Teekiste von Stefan Kolodziej.
Ein Teehaus, das sich ebenfalls bemüht, den Tee mit genauer Herkunft und Hersteller anzubieten. Sie haben mir großzügig eine Teekiste voller verschiedenen Spezialitäten zugeschickt.
Vielen Dank!
琴茶 (Tee und Musik)
兀兀寄影群動內
陶陶任性一生歡
自拋官後春多醉
不讀書來老更閑
琴裡知聞唯淥水
茶中故舊是蒙山
窮通休止長相伴
誰道吾今無往還
Als Bai Juyi (Tang Dynastie, 9. Jahrhundert) nach seinem gescheiterten politischen Karriere in Luoyang zurückzog, lebte er im Tempel Xiangshan. Er tröstet seine alte müde Seele mit Wein, Tee und Poesie. Gelegentlich pflegte er Freundschaft mit anderen Poeten und Teefreunden. Meistens lebte er bescheiden und zurückgezogen.
Bai war ein berühmter Dichter des Tang-Dynastie. Er kritisierte die politische Lage und gesellschaftliche Diskrepanzen mit seiner Dichtung. Er war nie wirklich glücklich in der Politik und nie in der Lage seine Vision zu realisieren, weil er immer aus der Machtzentrum verdrängt wurde. Leid, Wut und Enttäuschung lesen wir heute noch zwischen seinen Zeilen. Aber seine Vision, seine Liebe zu seinem Land und Menschen und seine Sentimentalität, die oft durch Gedichte über Tee ausgedrückt wurden, bleibt verewigt bis heute.
Es war ein Abend. Als die Touristen und Gläubigen den Tempel verliessen und es plötzlich alles ruhig und leer wurde, sass Bai allein am Fenster. Die Sonneuntergang färbte den Himmel und er trank allein den Mending Tee, der frisch aus Sichuan eintraff… Allein, ruhig und vielleicht einsam.
In diesem Moment hörte er musikalische Klänge von chinesischen „Klavier“. Seine Einsamkeit wurde gebrochen und er hörte genau hin. Diese Musik erinerte ihn an seine politische Höhepunkte, seinen Tiefgang und seine Erfahrungen mit Menschen. Alles ist vergänglich, Gefüle, Liebe, Zusammenkunft und Abschied…
Er schrieb das Gedicht nieder….
„Nach meinem Abgang der politischen Karriere, trank ich viel im Frühling.
Nachdem ich nicht mehr viel studiere, geniesse ich die Musse meines Alters.
In den Känge wusste ich, dass es sich um das Lied Lüshui handelte,
Im Tee ist der Mendging ist mein alter Freund!“
Ich entschuldige mich für meine schlechte Übersetzung!

Abendmahl in Bodman. Detlef und Ingrid mit einem unerwateten Gast
Unter der stichigen Hitze stand ich im Bahnhof Radolfzell und wartete vergebens auf Detlef. Wir haben abgemacht, zu einer Schale Tee. Im Telefon entschudligte sich Imgrid, dass die von der Hitze beschädigten alten Teeleute in Bodman nicht mehr von der vereinbarten Teetreff wussten. Er „rasierte“ gerade seinen Garten und ahnte nicht, dass ich im Bahnhof stand.
Auf dem Garten reichte mir Detlef sein neues Werk: „CHADO TEEWEG. Literatur und Praxis im deutschsprachigen Bereich„.
Nach mehr als 10 Jahre TEE WEG, blickte Detlef zurück, wie er auf diesen Weg kam. Er fragte sich ebenfalls wie der TEE WEG nach Westen kam. In letzem Winter machte er sich auf den Weg des Forschens und fand verschiedene interessante verborgene Quelle, wie der Teeweg im Westen erfahren und verbereitet wurde.
Die Missionaren waren die ersten, die den Teeweg in die Berührung kamen. Wie haben Sie denn ihre Fremderfahrung in ihrer abendländischen Erfahrungshorizont eingeordnet? Wer waren die ersten Vermittler, die zwischen den Kulturen lebten? Wie wurde TEE WEG überhaupt verstanden?
Lieber Teefreunde, mach´Euch auf den interessanten Weg, um diese noch nicht „erfahrene“ Vergangenheit zu entdecken – als Orient und Okzident noch so „gegensätzlich“ erschien und „unberührt“ war…
Der LITERATURbericht beginnt mit den Rückmeldungen der Jesuiten, die ab Mitte des 16. Jahrhunderts die japanische Teezeremonie in die Missionsarbeit in Japan integriert hatten. Dann folgt eine detaillierte Darstellung der Arbeiten von Engelbert Kaempfer und Philipp Franz von Siebold, die im Dienste der VOC auf Deshima zwei bzw. sechs Jahre stationiert waren und detaillierte Informationen über das abgeschlossene Japan sammeln konnten. Nach der Öffnung Japans erscheinen bis 1914 sieben Berichte zur Teezeremonie von Entwicklungs-Experten, die im Dienste der japanischen Regierung im Lande tätig waren. Auch das in schwedischer Sprache 1911 erschienene Buch von Ida Trotzig wird vorgestellt. In der Zeit zwischen den Weltkriegen erscheinen fünf Arbeiten, darunter auch die deutsche Übersetzung (1919) des 1906 in Boston verlegten „Book of Tea“ von Kakuzo Okakura. Die umfangreiche Arbeit von Anna Berliner „Der Teekult in Japan“ (1930) wird in einem eigenen Kapitel gewürdigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erscheinen neunzehn weitere Arbeiten in deutscher Sprache über den Teeweg, sie werden chronologisch abgehandelt. Auf „Das Buch vom Tee“, das in vier deutschen Übersetzungen inzwischen vorliegt, wird in einem eigenen Kapitel ausführlich eingegangen und der Autor als früher Grenzgänger zwischen Ost und West vorgestellt. Im Exkurs „Teeweg als Gegenstand der Sozialforschung“ werden zwei aktuelle Arbeiten von japanischen Wissenschaftlerinnen über die heutige Situation des Teeunterrichts in Japan referiert. Unter PRAXIS wird das Japanische Teehaus im Englischen Garten beschrieben, eine Schenkung des XV Großmeisters der Urasenke-Teeschule an die Stadt München. Ausserdem werden die heutigen Einrichtungen und Schulungsmöglichkeiten der Urasenke-Teeschule im deutschsprachigen Bereich vorgestellt. Der Text ist mit 37 Bildtafeln zu Personen und Dokumenten illustriert.
Qigong Meister Chen erzählte mir eine Geschichte, als ein Seminarteilnehmer seines Kurs nach seinem Rückkehr nach Taiwan eine so genannte Einführung für alle anderen Seminarteilnehmer anbieten wollte. Seiner Meinung nach hat der Meister Chen keinen Rücksicht auf „Basis-Wissen“ von Qigong. Meister antwortete darauf mit dieser Geschichte.
Ein Milchverkäufer kaufte die Milch direkt beim Bauer ab und mischte anschließend Wasser in die Milch. Der nächste Händler kaufte bei ihm ab und mischte anschließend Zusatzaroma hinzu. Der nächste Händler kaufte bei dem Verkäufer ab und mischte anschließend noch mehr Zutaten hinein, um noch mehr „persönliche“ Noten hervorzuheben. Der Endkonsument kaufte bei dem Händler ab und wusste schon nicht mehr, wie eine „reine“ Milch schmecken kann…
Diese Geschichte erinnert mich an Aromatisierung des Tees.
Man ist nicht zufrieden mit dem reinen Aroma des Tees und fügt vermeintliche Aromastoffe hinzu. Oder besser gesagt, dass man den Zugang verloren hat, den Tee in seinem reinen Geschmack zu entdecken! Man glaubt nicht mehr an eigene Empfindung und Entdeckungsfähigkeit, sondern an die industrielle Anfertigung, die mit Geschmacksverstärke und reizenden Zusatzaromen. Der reine hochwertige Tee, dessen Duft und Aroma erst durch Aufguss zum Ausdruck kommt, ist in ersten Linien unauffällig und muss erst von Teetrinker entdeckt werden. Ein Massentee, dessen eigenen Duft und Aroma spärlich ist, kann durch Zusatzstoffe „aufgewertet“ werden und „überfällt“ vielen Nasen. Aber dieser Tee ist „geschminkt“ und wir wissen nicht, wie sein wirkliches Gesicht ist. Der Teeverkäufer hat wie der Milchverkäufer den Tee „verfeinert“, damit man nicht mehr weis, wie der Tee war!
Wir mischen heute Erdbeeren und Himbeeren „identisches“ Aroma hinzu und im Winter Schokolade und Zimt. Dieses Jahr haben wir diesen neuen Geschmack kreiert und nächstes Jahr? Noch mehr Aroma, noch mehr Neuigkeiten und noch größere Sensation? Unser Geist ist ständig in Rottieren – wie ein Hamster auf dem Rad, in der Suche nach Trend, nach neuen Erlebnissen und nach unentdeckten „Geschmack“! Die Dinge so wie sie sind zu sehen, zu erleben und zu genießen, können immer weniger Menschen. Der Jagd nach dem Aroma und Geschmack widerspiegelt dem Geist unserer Zeit!
Das ist der Hintergrund, warum Meister Chen mich ermutigte, die Kultur des Tees so zu vermitteln, wie sie ist, ohne meine persönliche Neigung beizumischen.