Archiv der Kategorie: Der Teeweg

Die Reise nach Shan’in 山陰 – 3

Rofusen 羅浮仙

Was mir am besten gefällt von der Sammlung von dem Adachi Museum of Art ist ein Bild aus Seide von Yokoyama Taikan „Rofusen“ (The Plum Spirit) 1919.

The spirit of plum

Rofusan ist ein japanisches Verständnis von dem taoistischen Legende aus Jin (266-420) Dynastie auf chinesischen Kontinent. Es wurde erzählt, dass in diesem Gebirgen viele Taoisten sich durch ihre meditative und alchemistische Praxis zur Gottheiten verwandelten. Das moderne Computer Spiel Hongkai – Star Rail ist eine gelungene kulturelle Adaption. Rofu ist das reale Gebirge Luofu heute in Guanddong, ein taoistischer Pilgerort. Literarisch bedeutet es ein Übergangsstadium oder ein Refugium von spirituellen Suchenden. 

Das Bild erzählt eine Legende aus 6. Jahrhundert. Dichter Liu Zongyuan (773) verfasst ein Buch 龍城錄 Longchenglu von gesammelten Sagen und Aknedoten aus der Zeit von 6.-8. Jahrhundert). Es wurde von einem Mandarinen Zhao Shixiong erwähnt dass er aus dem Hof verbannt wurde und sich in Luofu Gebirge verweilte. In einem Wintertag während des Sonnenuntergangs traf er eine duftende Dame, die in einer Schlichtheit und Eleganz auftrat. Ihre natürliche Schönheit berührte ihn und lud sie für einen Drink. In grün gekleidete Kinder tanzten zwischen ihnen fröhlich und unbeschwert. Er schlief ein. Als er erwacht wurde, befand er sich unter einem blühenden Pflaumenbaum! Er seufzte und sang, „es war eine Gottin aus Luofu – Rofusen 羅浮仙! Es war ein Traum von Luofu 羅浮夢!“

Dieses Bild von dem Luofu Traum und Göttin des Pflaumenbaums vermittelt ein Symbol von nicht erwünschter und verstandener Aufrichtigkeit zum Leben. Blume als Symbol dient für die Menschheit als ein emotionales Kommunikatives Mittel. Trotz der Verbannung blieb Zhao treu zu seinem Idealismus, der durch eine Begegnung mit der reinen Schönheit belohnt wurde. Diese göttliche Begegnung symbolisiert was zur Endlosigkeit gehört. Es blieb ein Traum und vergänglich. Aber der Pflaumenbaum ist der Augenzeuge der Ewigkeit. 

Die Aufrichtigkeit zum Leben und zum sich selbst ist ein wichtiger Pfad für Kunstschaffenden und Menschen auf der Suche in der fernöstlichen Tradition. Taikan malt die schlichte Schönheit mit einem Pflaumenzweig als Symbol von seiner Sehnsucht. Sie zu begegnen in der Kunst, in der inneren Welt und im Leben muss nicht eine Sehnsucht sein, sondern ein ständiger Wegbegleiter. 

Wie sieht Dein Rogusen aus?

Yokoyama Taikan Memorial Hall

https://maps.app.goo.gl/cxT7fNGarriFxL55A?g_st=ipc

Die Reise nach Shan’in 山陰 – 2

Adachi Musuem vermittelt den Besucher eine breite Sammlung von japanischer Kunst. Die Sammlung ist tief verwurzelt in der Tradition und ganzheitlichen ästhetischen Weltbild. Zum Beispiel eine ganze Halle von Arbeit Kitaoji Rosanjin (1883-1959), der eigentlich ein Kalligraph war, aber eine Offenheit für die kulinarische Vielfalt als kulturelles Aspekt. Er öffnet ein Restaurant, arbeitet mit den Keramiker zusammen, um Möbel, Gefäße, Teller und Vase zu produzieren für sein Restaurant. Er erhielt eine große Resonanz! 

Ein Gesicht von Zen Meister Ryokan 良寬

Er schrieb sein Ideal in einer Kalligrafie:

「草堂唯壁立 傍人送余生 偶有旧友到 並枕聞虫声」

Mein bescheidenes Reetdachhaus hat nur vier Wände, und andere werden den Rest meines Lebens mit mir verbringen. Gelegentlich kommen alte Freunde, und wir liegen Seite an Seite und lauschen dem Zirpen der Insekten. (Ein Gedicht von Meister Ryokan)

Zufriedenheit und Ruhe in einem einfachen Leben ist der Pfad seiner Arbeit und seines Lebens. 

Aus seiner Sammlung
北大路魯山人

Die Reise nach Shan’in 山陰 -1

Unsere Reise nach San’in verdanken wir dem Mythos um den Tempel Izumo.

Izumo gilt als der mythische Ort, an dem sich alljährlich im Oktober alle japanischen Götter zu einer Feier versammeln. Wir hingegen stießen unerwartet auf ein wahres Paradies.

Das Adachi-Kunstmuseum ist berühmt für seinen Garten und die Gemälde, die hier zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. Bei unserer Ankunft mit dem Zug wartete bereits ein kostenloser Shuttlebus am Bahnhof! Die Fahrt durch die Hügel und in Meeresbrise dauerte fast eine halbe Stunde.

Es schneite leicht, oder vielleicht nieselte es auch ein wenig? Schnell sprangen wir ins Museum, eröffnete sich uns eine malerische und bezaubernde Landschaft! Keine Zeitreise, nur im Hier und Jetzt! Kein traditioneller japanischer Garten, sondern in jeder Hinsicht zeitgenössisch, und doch schlängelten sich seine jahrtausendealten Wurzeln zwischen dem Moos hindurch.

Hier erlebe ich frühere japanische Kaufleute, die sich nicht mit bloßem Kalkül von Profit zufriedengeben wollten, verwirklichten den großen Traum der kulturellen Vermittler. Die erlesene Schönheit der ausgestellten Stücke und die elegante Gestaltung des Museums ermöglichten es den Besuchern, die Vision und den spirituellen Blick des Besitzers zu genießen.

Meine Schwester und ich saßen am Fenster und ließen den Blick schweifen. Da war das unaufhörliche Fließen des Wassers, dessen Wellen gegen die Felsen schlugen; da waren die Hügel, der Winterschnee und die karge Landschaft. Die Schneeflocken, vom Wind getragen, trieben sanft oder tobten wild, unbeeindruckt von unserer Anwesenheit. Zuerst flüsterten wir oder nippten an unseren Tassen, später blieb nur das Schweigen.

聽雪

讓時間在咖啡中流失

讓流水在石縫間生生不息

讓思緒像宇宙塵埃緩緩落定

讓雪成為空間裡唯一的音符

我 感受到美

在美裡面

雪花是永恆的存在

時間是天目茶碗

亂世是指路人

Dem rieselnden Schnee lauschen

Lass Zeit im Kaffee verstreichen

Lass den Bach immerwährend zwischen den Steinen sprudeln

Lass der Geist wie der Staubkorn im Raum sinkend sitzen 

Der Schnee wird zum einzigen Ton im Raum erklingen

Ich spüre Schönheit

In dieser ästhetischen Welt

Schneeflocken ist die Ewigkeit 

Die Zeit ist wie eine Tianmu Schale 

Das Chaos unserer Welt gleicht die Wegweiser

Die reale Landschaft gehört zum Garten

Adachi Kunstmuseum

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Was für Matcha trinkst du?

Ich erhalte regelmäßig Matcha und Sencha Angebote von China, der Ursprungsort des grünen Tees. Zum Beispiel dieses Email vor paar Wochen:

Dear Purchasing Manager,

Good morning.

We can supply Matcha powder to your side at very competitive price. Is there some chance to work with each other? Your reply will be highly appreciated.

Ten Kg order is not too small, One thousand Kg order is not too big.

Best Regards

Ningxiaxxx,Ltd Address:xxx,Ningxia, China

Wo liegt Ningxia? Ein Teeanbaugebiet? Nein! Das ist in der Mongolei!

Aber das stimmt… der meiste Matcha, das Sie trinken, kommt wahrscheinlich aus China. Die „goldenen Produktionsgebiete“ von Matcha auf dem chinesischen Festland werden durch Hangzhou, Shaoxing, Jinhua und Tongren, Guizhou, Zhejiang vertreten. Unter ihnen ist Zhejiang die größte Provinz in der Matcha-Produktion, während Tongren, Guizhou, sich aufgrund seiner einzigartigen niedrigen Breitengrade, Höhen und niedrigen Klimabedingungen schnell zum „chinesischen Matcha-Hauptstadt“ von „hochwertigem“ Matcha entwickelte und sich etablierte. Das Massenproduktionssystem wird in großen Mengen in den europäischen, amerikanischen und japanischen Markt exportiert.

Was ist Guizhou Matcha?

Guizhou hat Matcha bereits in mehr als 40 Länder auf der ganzen Welt exportiert und hat den Ruf von sogenannten die „World Matcha Super Factory“!

Es wurde erwartet, dass die Gesamtproduktion von Chinas Matcha im Jahr 2025 5.000 Tonnen überschritten habe, was den ersten Platz in der Welt darstellt! Unter ihnen machte Guizhou Matcha ein Viertel der gesamten Matcha-Produktion Chinas aus. In Bezug auf die Exporte wurde Guizhou Matcha in mehr als 40 überseeische Länder exportiert und belegt damit den ersten Platz in China und den dritten Platz in der Welt. Tongren, 貴州 Guizhou, hat sich in den letzten Jahren zum Produktionsgebiet der chinesischen Matcha-Industrie entwickelt. Die Stadt hat eine hochwertige Matcha-Rohstoffbasis mit 60.000 目 mu und 41 Teemahlen-Produktionslinien gebaut und verfügt über die weltweit größte Matcha-Monomerfabrik, die kann täglich 10 Tonnen Matcha mit einer jährlichen Produktionskapazität von mehr als 4.000 Tonnen produzieren! Ihre Produkte verkaufen sich im In- und Ausland gut.

Und was ist Zhejiang Matcha?

Zhejiang Matcha begann früher, mit einer soliden industriellen Grundlage und offensichtlichen Vorteilen als der Pionier. 1986 gründeten die Zhejiang Tea Group und die japanische Sanming Co., Ltd. Chinas erstes Joint Venture im Bereich Tee in Yuhang, das den Auftakt zur Rückkehr des gedämpften Grüntee-Prozesses, der ursprünglichen aus Song Dynastie stammt, bildete. Im Jahr 1998 wurde Zhejiang Camel Jiuyu Organic Food Co., Ltd., ein Sub Unternehmen der Zhejiang Tea Group, gegründet, das moderne Matcha-Technologie am Fuße des 徑山 Jingshan-Berges, dem Geburtsort von Song Dynasties Matcha Tee, zurückbringt und einen sogenannten Meilenstein für die Rückkehr des tausendjährigen Matcha in seine Heimatstadt offiziell groß gefeiert.

Für das heutige China spielt Zhejiang die Rolle der „Ursprung von Matcha in der Welt“ und hat ein tiefes kulturelles „Erbe“. Im November 2024 wurde der Still des Teetrinkens aus der Song Dynastie in Jingshan-Tempel in die UNESCO-Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Ein großer Erfolg der Kulturindustrie… In den letzten Jahren hat die weit verbreitete Verbreitung der Song-Tee-Kultur auch Matcha in China immer beliebter und bei den Verbrauchern akzeptierter gemacht.

Derzeit besteht immer noch eine Lücke zwischen der Anerkennung von chinesischem Matcha und der von Japan auf dem internationalen Markt. Der Marktpreis chinesischer Matcha-Rohstoffe übersteigt selten 300 Reminbi pro Kilogramm (RMB), während der Preis japanischer Matcha-Rohstoffe 500 Renminbi pro Kilogramm (RMB) erreichen kann und der Anteil am High-End-Markt immer noch von japanischen Marken gehalten wird. Es wird aber erwartet dass in vielen Matcha-Verarbeitungsfabriken in Zhejiang hochwertiges Matcha verarbeitet werden kann. Jingshan Matcha hat jedenfalls auf dem internationalen Markt an Popularität gewonnen. Der Kampf um den Markt könnte in China nicht nur um den Marktanteil handeln sondern auch um etwas anderes gehen, vielleicht um die kulturellen Hegemonie. Der Ursprung und ursprüngliche Ort bedeuten vielleicht nicht immer die Qualität aber eine gute Argument für Marketing.

An dem Tag der Attacke

Gestern war wieder ein Tag der militärischen Übung Chinas Rings um Taiwan. Diesmal war es mit einer großer Spannung beobachtet.

Ich ging Atong besuchen. Mit vielen Hausaufgabe aus Zürich. Jedesmal bringe ich gesammelten Teemuster zu ihm und degustiere ich mit ihm, um weiter zu lernen und mein Wissen zu überprüfen. Oft erlebe ich Rheinfall und habe großen Zweifel an mir selbst.

Bevor wir anfangen, sagte er dass wir zuerst einen guten Tee trinken müssen. Er zeigte mir mit großer Freude einen neuen oolong von einem geschmuggelten cultivar aus Wuyishan. Dangui kann ein Osamanthus Sorte sein, kommt nur in den Bergen Taiwans vor. Er duftet besonders elegant, süß und entspannend. Dangui 丹桂, den wir trinken ist eine Kreuzung von Dahongpao und Rougui. Eine Arbeit von Tee Research Institut von Fujian in China. Er hat eine ausgeprägte Duftnote von Osmanthus und der Felsentee Prägung macht ihn edel und eigenwillig. Nicht nur schön, sondern charakterstark.

Dieser Tee ist seit 2009 unter dem Schutz von kultureller Erbe Fujian Provinz in China.

Manche Produzenten wollten den Tee noch blumiger machen indem sie ihn mit echten Osmanthus Blüte beduften. Manche Verkäufer verwenden den guten Namen dieses Oolongs und verkaufen aromatisierten Oolong mit Osmanthus mit dem selben Namen. Der Markt ist chaotisch und man muss sich gut orientieren wenn man diesen neuen Oolong probieren möchte.

In dieser gespaltenen Welt ist der Tee vielleicht der beste Brücke zwischen Menschen um Konflikten beiseite zu legen und den Zugang zueinander nicht zu verlieren.

Nach zwei Stunde hatten Degustation mit dem Muster, wollte Atong mir einen Tee zeigen. Ein von ihm selbst produzierten Lishan Oolong aus 1987. Damals ging er nach Fushoushan um Oolong zu produzieren. Zu jener Zeit gehört Fushoushan noch nicht zu kommerziellen Tee Anbau und die Pflanzen sah aus der heutigen Sicht verwildert. Der Tee wurde nicht behandelt. Der erste Aufguss war säuerlich wie Pflaumen Saft und anderseits süß blumig duftend wie ein Sirup! Ab dem zweiten Aufguss schmeckt er nicht mehr säuerlich sondern nur duftend und aromatisch! Ein gesprächiger Tee, der in einem schneienden Tag passt; der in einem spannungsgeladene Zeit passt; der einer dunklen Nacht passt! Man kann allein trinken, mit verschlossenen Menschen oder mit vertrauter Umgebung weil Worte überflüssig werden und ein Raum voller Sinnlichkeit.

Um 18 Uhr ist die chinesische Militär Übung fertig. Ich spürte eine Erleichterung in der Luft. Die Krise rücken näher – das weiß jeder auf dieser Insel. Wir sind Friedenstaube aber wissen unsere Demokratie und Freiheit zu schätzen und notfalls dafür zu kämpfen.

Ein Teegespräch mit Lo Senhao

Ende Oktober 2025 konnten wir nicht nur Wissen über die Natur Keramik von Lo Senhao lernen, sondern auch seine Einstellung und Verständnis zur Keramik! Es war ein außergewöhnliches Workshop!

Im Workshop sollte jeder sich ein Stichwort zur Natur, zur Gesellschaft und zu eigenen Themen überlegen und in einem Zettel niederschreiben. Die Zetteln werden gesammelt. Später nimmt jeder blind aus den vielen Zetteln für sich. Man muss mit dem Ding des anderen arbeiten, als ob man etwas erhält was einem nicht gehört und etwas abgibt was man für sich selbst benötigt. Diese Aktion hat viel Wirbel im Raum veranlasst. Die Atmosphäre war angespannt. Es war viel auszuhalten für die Teilnehmenden und für Lo und mich. Man wurde gezwungen zu lernen, loszulassen und das anzunehmen was man nicht wollte.

Diese Übung war lehrreich und heilsam. Ich dufte in letzten Wochen 2025 in meinem eigenen Leben üben. Dinge anzunehmen, für was ich viel besseres verdient hätte und das loszulassen was man lange gesehnt und dafür gearbeitet hat! Es ist grausam, weinte ich. Aber das habe ich doch schon mit Lo geübt, in dem Keramik Workshop, nicht wahr?

Lo ist so ein wertvoller Lehrer und Begleiter! In seinem Workshop lernt man nicht nur Keramik herzustellen sondern das eigene Leben neu zu betrachten und sich selbst neu im Universum zu verorten.

Ich hoffe dass das Universum uns weiterhilft, diesen Weg mit Lo Senhao noch weitere Schritte gemeinsam zu gehen.

https://www.shuitang.ch/blogs/pu-er-und-gelagerter-tee/gespraech-ueber-den-keramik-workshop-mit-lo-senhao

Ich wünsche Euch viel Freude beim Zuhören!

Wanderin

Nach dem Teekonzert fragten mich viele Teefreunde ob ich meine Texte von Teekonzert veröffentlichen kann.

Nach einem langen aktiven Zeit seit mitten Oktober, von der Eröffnung der Ausstellung „Verwandlung“ und dem lehrreichen einmaligen Workshop war meine Tage gefüllt mit kreativen Arbeit die Ausdauer und Standhaftigkeit erfordern. Nach dem Teekonzert musste ich einschalten auf Faulheit Modus. Heute habe ich meinen ersten Text von Prolog über Wanderin veröffentlicht:

Text Wanderin

Ich danke allen die die Konzerten mitmachen und mithelfen! Das ist eine innere Stärke es zu sehen, wie wir getragen werden und für das Ganze das Beste zu geben.

Simon erzählte mir bei einem stillen Moment, dass er sich gestresst fühlt, warum andere Teefreunde scheinbar besser Tee machen können. Ich habe ihm gesagt,

„Ich könnte auch nicht besser machen als Du, wenn ich mit Euch für Teekonzerte machen würde. Ich bin nicht besser. Aber ihr kommt zu mir und bei mir lernen wollen, doch nicht weil ich die beste Macherin des Tees bin, oder? Ihr kommt doch wegen etwas Anders zu mir. „

Ich glaube an dem Grund warum Leute zu mir kommen Tee zu lernen, nicht weil ich es das Beste machen kann. Ich glaube an die Wille, das gegenseitige Lernen, das Leben in einem guten Kreislauf zu bewegen, der Grund ist. Geben und Nehmen stehen nicht in Zahlen, sondern in dem kosmischen Geschehen.

Ich bin eine Wanderin, die heute hier bleibt, morgen vielleicht aufbricht. Vielleicht habe ich Spuren hinterlassen, vielleicht werden die Spuren von Schneedecke geschlossen.

Tee zubereiten

Was habe ich bei dem Besuch von Lo Senhao gelernt? Vieles. Aber eins wird mich eine Zeit lang begleiten.

Ich hörte oft Jean Sebastien mir von seinen Benediktiner Regel erzählen: Zuhören und du wirst ankommen. Verstanden im Kopf, aber nicht im Körper verstanden.

Normalerweise würde man in der Schweiz eine Liste machen und Leute mobilisieren einzukaufen oder zu besorgen. Wir waren bei Jean Sebastien und Beatrix zuerst. Ich frage ihn ob wir dieses ausleihen oder jenes kaufen? Er sagte nein. Wir nehmen das was vorhanden ist.

Wir gingen zu Migros und kaufte zwei Sprüher für Garten und Blumen, bevor wir glasierten. Sonst nichts. Dann gingen wir noch vietnamesisch essen. Er aß hier Poulet und Fisch – er sagte selbstauferlegte Regel kann man nur selbst brechen und ab und zu muss man es.

Am nächsten Tag im Workshop mussten wir „schwitzen“ wegen den verstopften Sprüher und die Ingenieur haben sich getroffen zu reparieren und zu studieren. Es war eine gemeinsame Aufgabe. Ich war erstaunlich entspannt. Es gab viele wertvolle Fotos und Szene. Später musste man rasch einkaufen gehen. Aber Lilly hat aus Not vieles gezaubert und Lösung gefunden. Am Ende war alles wunderbar gelaufen. Diese Schlamm Glasur beschert uns Tausende Freude und bester Genuss für den Tee! ( gestern fragte mich eine Besucherin warum findet man in Shui Tang keine Infos über das Workshop- weil es rasch mehr als ausgebucht war. Miriam veröffentlicht bald ein Podcast darüber und man kann mehr darüber erfahren.)

Lo sagte mir nicht zu viele Menschen involvieren, nicht unnötige Frage stellen und kümmere uns um das worum es geht. Die einfache Schönheit der Erde zu vermitteln.

Getrocknete Schlamm lösen sich im Wasser – ohne Mühe

Wenn man mich heute fragt, weil wir am Sonntag ein Teekonzert hat, was ist das Wichtigste? Ich weiß meine lieben Leute üben ganz fleißig um das Beste zu machen! ( wir werden bestimmt gut ankommen!) Ich glaube ich würde sagen, mit der Energie gehen. Wenn das Wasser schlecht schmeckt dann kümmere ich mich um Tee machen. Wenn man keine Vorraussetzungen hat, um Tee richtig ziehen zu lassen, dann konzentriere ich mich auf das nächste Schritt. Der Tee kümmert sich nicht um mich. Ich kümmere mich nicht ausschließlich um das gute Ergebnis. Ich praktiziere Tee um geschmeidig und frei zu sein. Achte auf die Atmung und bleibe im Körper – ich höre meine innere Stimme zu und werde ankommen.

Mit den Augen nach den Tausendjahren

Hast du schon Mal mit den Augen nach den Tausendjahren Deine Tätigkeit betrachtet?

Es muss ein romantischer Geist sein an solchen Dingen zu denken!

Prof. Lo ist genau so einer.

Er fragte mich gestern bei der Autofahrt: „Was würdest du sagen wenn du nach Tausendjahren unser Workshop neu betrachten wirst?“

Ich musste lange überlegen und mich inspirieren lassen. Was meint er? Ob die Menschen uns noch verstehen, was wir machen? Ich dachte an die beiden Vorbilder die wir nachmachen sollen von Zürcher Schweizer national Museum. Für mich sind sie nach Zweitausendjahren immer noch sehr modern!

Oder meinte er wie ich die Geschichte anfange zu erzählen?

Die Geschichte würde so anfangen…

Es war einmal ein Mönch. Er lebte im Kloster Einsiedeln und lernte bei einem Teehaus eine fremde Frau kennen. Sie brachte einen Keramiker aus Taiwan, der Sternhimmel erforschte und den Weg dorthin suchte.

Sie haben zusammen ein Workshop organisiert. Eine ehrwürdige Dame am Rhein lud sie ein die Werke bei ihr zu brennen. 19 Personen haben sich versammelt, aus der Welt zurückgezogen und der Erde und dem Fluss gewidmet…

Keiner wusste was geschehen werden konnte. Alle haben es geschehen lassen.

(Cellistin sagte gestern dass man solche Workshop bei Musik nicht organisieren kann. Man kann nicht Dinge einfach geschehen lassen. )

Ja… es gab viele Dinge im Hintergrund zu organisieren. Jemand muss seinen Kopf und Körper nur zur Verfügung stellen, um zu übersetzen. Seine Identität und Verständnis wurden stets überfordert. Denn der Meister ist kreativ und sprunghaft. Wie kann man seine Sätze in eine andere Kultur integrieren und wiedergeben?

Jeder hat verschiedene Lektionen mitnehmen können. Das Wissen von Brennen und Glasur, die Erfahrungen mit Unsicherheit und die Kapazität von Geschehenlassen. Es wird allen noch eine lange Weile beschäftigen und begleiten bis die Erfahrungen wie die Brocken auf den Bergen von Naturgewalt zum Steinen und Steinpulver werden. Bis sie als Schlamm am Ufern ablagern um Nahrung für Lebewesen verwandeln zu werden, sind noch Stationen durchzulaufen.

Natur kann durch die neuen Erkenntnisse anders umgegangen werden, dadurch eine Heilung entsteht. So wie im Herzen von allen. Heilung geschieht wenn die Herzen wieder sehen und hören können. Wir werden ankommen.

Der Mönch und seine Freunde kehrten zurück in ihrem Alltag. Er fragte, wann das nächste Mal?

Glasur widerspiegelt der Landschaft!

Wir haben Zeit genommen, sich von der Welt zurückgezogen und der Erde am Rhein gewidmet.

Prof Lo fragte mich was ist Kultur? Wie entsteht eine Kultur? Oft einem Fluss entlang. Dort wo Wasser gibt, wird geackert, Erde zum Gefäß gebrannt und Häuser gebaut.

Wir nahmen drei Stunden Zeit während das Brennofen sich abkühlte, den Rhein zu erkunden. Von Rhein Paradies haben wir Schlamm genommen für unsere Glasur zu arbeiten.

Sparziergang
Rhein fließt – seit wann? Über wieviele Länder? Und wie viele Kulturen entstehen?
Nachdenken über die Welt
Prof Lo erklärt wie ein Keramiker einen Fluss erkunden kann und wie die Steinen am Ufer für die Keramiken zu erklären sind

Prof Lo sagte der Weg ist bereits unter viele fremden Einflüssen und die Ufern sind nicht immer sehr naturgemäß. Man muss beobachten und schauen damit man noch das ursprüngliche Gesicht des Flusses und Gebieten erkennen kann und erforschen kann. Beim Spaziergang hat er festgestellt, die Veränderung der Zusammensetzung von Steinen sich bereits nach paar Hunderten Meter stattfindet.

Der Weg führt zur Öffnung
Herbstliche Landschaft (Danke der Aufnahme von M. A)

Die herbstliche Landschaft begleitet uns. Und diese Landschaft finden wir wieder in unserem Rhein- Paradies Glasur und Experiment mit verschiedenen Aschen!

Lo sagte zu allem: „ Die glücklichen Schweizer! Hier gibt unendliche Schätze und Möglichkeiten! Warum wollen wir noch Industrie bezahlen damit wir nur noch produzieren? Lass uns unser Heimat kennenlernen, experimentieren und mit Erde arbeiten!“

Er fragte mich gestern beim Autofahren, „ was würdest du sagen wenn Du nach Tausendjahren später Deine Werke betrachtest?“

Tausendjahren später? Mit dem Augen von Tausenden Jahren später?

Tief versunken im Gedanke. Ich vergaß was zu sagen.