Archiv des Autors: Menglin

Der Geschmackssinn

Was wäre der wichtigste Sinn für einen Tee-Menschen? Ich habe mich noch nie mit dieser Frage beschäftigt, wenn ich nicht so verzweifelt wäre – wie jetzt.

Mein Geschmackssinn hat mich verlassen. Seit mehr als eine Woche schmecke ich nichts mehr. Nichts, nicht einmal den Duft des Tees könnte ich schnuppern. Nicht einmal der Neujahrechampagner. Nicht einmal die frische Wäsche.

Nichts, nichts könnte ich tätigen mit Tee. Keinen Degustationsbericht, der einen Einkauft entgültig stützt. Keinen Degustationsvorlschag, den meine Klienten erwarten, um Test vollziehen zu können. Keinen Degustationsnotitz, die frisch eingetroffenen Tee kontrolliert. Nichts, was ich einst als Selbstverständlichkeit betrachte. Nichts, was ich immer ganz locker annahm, dass es etwas gäbe wie Freiheit.

Wie hat Beethoven seine 2. Sinfonie noch geschrieben, als er taub wurde? Mit nur Tastensinn und Augen kann man sich mit Tee nicht beschäftigen.

Jeden Morgen bereite ich mir einen Buddha Hand und hoffe, dieser Tee mich mit seinem vertrauten Aromen und Düfte aus diesem Elend erweckt. Kein Wunder geschieht. Heute kam Freudin zum Krankenbesuch. Ich machte ihr eine Tassen Shuixian und Buddha Hand. Sie lobte den Tee und seufzte. Ich sass dort so taub wie ein Eisberg. Mir schmeckte es nach nichts. Es schmeckte nach nichts. Der Tee schmeckte nach nichts.

Ich weiss, was ich demnächst machen muss – eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschliessen.

Wie lagere ich einen Tee, der gelagert werden sollte?

Entschuldigung, dass ich erst heute wieder mit dem Thema von dem gelagerten Tee fortsetze.

Bevor man einen Tee zu lagern versucht, sollte man vielleicht sich zuerst fragen, wozu. Einen Tee einfach zu lagern ist ein Spiel mit Tee und Zeit – das ist nicht der Grund in diesem Beitrag. Einen schönen Tee könnte unter einer vor Feuchtigkeit geschütztem Bedingung besser (ungestört) fermentieren und dadurch eine charmante Geschmacks- und Duftverwandlung aufzeigen. Aus diesem Grund bewahren wir einen schönen Tee auf, der vor der Feuchtigkeit abgeschirmt wird und in einer geschlossen Situation, weiter nach fermentiert.

Wie man normalerweise Tee aufbewahrt, bräuchte man nur festzustellen, dass das Gefäss lichtdicht, luftdicht und nicht unter Temperatur-Schwankung steht. Man erzählte mir einmal, dass die Teelager in Hamburg so ideal sei, weil es grosse Hafenhalle gibt und wegen der Meerluft keine Temperatur-Schwankung gemessen wird. Temperatur-Schwankung ist eine entscheidende Faktor, ob ein Tee gut gelagert wird. Am besten noch an luftigen, dunklen und kühlen Ort. Wenn DU allerdings einen guten Geschmack hättest und unbedingt stilecht, Deinen Tee in Keramik-Gefäss lagern möchtest, wäre es sehr wichtig saubere gewachene Holzkohle auf dem Boden im Gefäss als Basis zu haben. Manche Anedokten preisen von Tee unter die Erde zu begraben – das halte ich für Schwachsinn.

Je mehr Menge Tee gelagert wird, desto unempfindlich wird die Lagerung.

Welche Teekanne wäre gut geeignet für einen gelagerten Tee? Bei der Keramik wäre eine Teekanne, die nicht in sehr höhem Temperatur gebrannt wurde und viel Wärme speichern kann, zu bevorzugen. Die Form wäre besser rund oder Oval. Warum? Ein gelagerten Tee löst sich nicht sehr schnell im Aufguss auf. Seine Blätter sind zäher, ledriger und veraltet. Er bräuchte mehr Zeit, mehr Wärme und mehr Raum. Darum: mehr Zeit bei jedem Aufguss nehmen, mehr Raum bei der Teekanne achten und das Wasser richtig zum kochen bringen!

Der faszinierende Pflaumenduft eines gelagerten Oolongs wird uns dieser Mühe belohnen und viele besinnende Stunde verzaubern.

Ich kann heute Nacht nicht schlafen,

Denn durch das halboffene Fenster

Dringt der Duft des Pflaumenbaums.                                    Otsonyu 1675-1739

Felsentee Da Hongpao

Felsentee Da Hongpao

美色无高下

Die Schönheit der Blüte ist nicht an einander zu messen,

花枝自短长

Der Unterschied zwischen den Blüten liegt an ihre unterschiedlich entwickelte Länge

青山俊董 Aoyama (Ikebana-Meisterin)

Als ich began, mit Tee zu beschäftigen, sahe in der Literatur die Orientierung. Später durch bittere Erfahrungen wurde es desillusioniert, dass der Tee eigentlich die Orientierung ist und die Literatur nur eine Orientierung anbietet. Dann bewundere ich zuerst nur die schönen blenden Blüte in der Teelandschaft, ohne es klar zu sehen, dass sie nicht die Welt des Tees allein bilden. Manche Teesorte brauchen mehr Zeit, um verstanden zu werden. Manche Teesorten sind von einfacher Produktion, könnten uns mit seiner Einfachheit beglücken. Berühmte traditionreiche Teesorten schleppen oft eine schwere Erbe mit sich herum. Je mehr Ruhm eine Teesorte geniesst, desto mehr Schwierigkeit bekommen wir ein wirkliches Verständnis zu erlangen. Die spärliche Menge erschwert unseren Zugang zu dem Originalen. Das Spiel auf dem Markt mit Schein und Sein kann weder Händler noch Laien durchblicken. Für mich gehören der Longjing aus Shifeng und der Felsentee (der älteste Oolong) aus Fujian zu solchen Kategorien. Da Hongpao ist wohl das bekannteste Exemplar unter den Felsentee.

Da Hongpao geniesst seine Stellung in der chinesischen Teewelt seit 35o Jahren. Die Legende, die Chinese so gerne pflegen, reichen von Affentee bis zum Göttertee. Aber das, was diesen Tee so unvergesslich macht, sei „Felsen Knochen (Geschmack) und blumiger Duft“.

Was ist dann das „Felsen Knochen und blumiger Duft 岩骨花香“? Wie kann so ein stark gerösteter Tee noch einen blumigen Duft aufweisen? Ich fragte meinen Lehrer in Taiwan paar Male danach und erhielt nie eine wirkliche Antwort. Vor einem Jahr gab er mir eine Tüte Da Hongpao beim Abschied. Er meinte, dass ich es VIELLEICHT irgendwann verstehe. „Das mit dem Blumenduft,“ lachte er herzig, “ ist ja die Sache der Poeten.“

Seit letztem Herbst meldet sich immer wieder ein junger Chinese, der über Tee promoviert und sich selbstständig machen wollte. Er suchte Anschluß nach dem Westen, das Tee nun anderes entdeckt. Zufällig oder unzufällig fand er mich im Internet und wollte jedenfalls, mit mir in Verbindung bleiben. Ich bat ihm nach klassischen originalen Teesorten zu „spionieren“. Eines Tages erhielt ich eine Sack voller kleinen goldenen Tütchen – 30 ausgewählten Felsentee! Das göttliche Geschenk brachte mich fast zu knien. Da dachte ich, dass ich dieses Geschenk mit anderen Menschen teile. Als erster war der Sohn von Miriam und Roger. Das kleine kannte es nicht, was für Schatz vor ihm stand. Aber seine Hand folgt seinem Unterbewußtsein, das doch von einer Außergewöhnlichkeit ahnte (siehe Foto).

Der Da Hongpao von diesem jungen Mann ist schön, solide und aromatisch. Malzig, fast schokoladig. Dazu ist der Preis wirklich angemessen. Ich entschied mich welchen zu kaufen. Paar Tage später gosse ich diesen mit dem anderen von meinem Lehrern zusammen. Der Vergleich markierte einen wahnsinnigen Unterschied. Der Da Hongpao war immer noch fürstlich, sauber und solide. Aber der andere stach mich mit einem Blitz, das durch meinen ganzen Körper strömte. Auf meiner Zunge lag das Felsen Knochen. Schwer, unverkennbar, felsig. Fast zu weinen, hob ich die Tasse eine Woche lange in der Küche auf, ohne zu wissen, wozu.

Später rief ich den jungen Mann an und fragte ihn ganz direkt, wo sein Tee angebaut wurde. Ist er ein halb Felsentee (nur am Rand von Felsen-Gebiet), oder ein Umgebungstee (stammt aus Umgebung, aber noch in Wuyi). Meine naive Direktheit brachte ihn zu kochen. Seine Wut liess mich durch die Telefonleitung spüren. Ich sahe meinen groben Umgangsfehler ein und versuchte ihn zu besänftigen. Die Originalität ist bei einem herrvorragenden Tee nicht entscheidend. Es ist nur entscheidend, wenn es darum geht. Ein gut hergestellter Tee muss nicht original sein. Ein originaler Tee kann nicht immer der beste sein. Aber als ein Teehändler sollte man wissen, woher und wie der Tee stammt.

Jenes Moment auf der Zunge war bis jetzt immer noch präsent. Ein majestätisches Power und eine unverkennbare Härte erfordern uns eine Reife, sich an ihn anzunähern. Der Aufstieg auf die Felsen war keineswegs leicht. Keineswegs lieblich, keineswegs blendend glorreich. Nur ein kurzes vergängliches und zugleich verewigtes Moment, wie ein Felsen zu sein. 

Ps. In Globus gibt es im Moment noch Da Hongpao von Mingcha zu kaufen. Jahrgang 2004. Da mein Geschmacksinn mich seit paar Tagen verliess, kann ich jetzt keinen wirklichen  Kommentar abgegen. Der Aufguss sah gut aus und wirkte spritzig auf der Zunge. 55g für nur 29 Sfr. Wirklich kulant.

Teeseminar München Kugelpanorama

Teeseminar München Kugelpanorama

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Hallo Meng-Lin,

noch am Sontagmorgen hatte ich den Geschmack der Qingxin Tees aus der 7.
Runde auf der Zuge. Das ein Geschmack so lange hält, kannte ich bisher
nur von kalt aufgegossenen japanischen Schattentees und vom Lagavulin
Double Matured (Scotisch Single Malt, wie ich finde, noch eine Idee
rauchiger als der Laphroaig 🙂

Du fragst, wann es die Biler der „Profi-Kammera“ gibt? Oh, diese
Vorschußlorbeeren machen mich mächtig nervös …

Das zweite Kugelpanorama habe ich nicht richtig zusammensetzten können.
Die Bilder werden ja aus mehreren Aufnahmen zusammengesetzt und dabei
macht es immer Probleme, wenn bewegte Objekte über mehrere Aufnahmen
verteilt sind. Es blieb zu letzt eine „schwebende Teekanne“ übrig, die
niemand festhielt 🙂

Aber das erste Kugelpanorama ist zusammen. Bei den Kugelpanoramen
handelt es sich allerdings nicht um einfache Fotos, sondern z.B. um ein
Quicktime-Movie. Und ich fürchte, dass es nicht so einfach ist, so etwas
auf einem Blog zu posten.

Diese Mail enthält als Attachment eine Datei mit der Endung *.mov. Das
ist das Kugelpanorama. Darüberhinaus gibts ein *_thumb.jpg. Das ist ein
einfaches Bild, das aber nur als Vorschaubild gedacht ist. Es ist sehr
verzerrt 🙂 Als Beispiel für die Einbindung in eine Webseite gibts ein
*.html.

Zu kompliziert? Geht nicht? Nun gut. Gibts auch unter
Hier
(ohne www!). Dieser Srever ist allerdings extrem l_a_n_g_s_a_m …

Viel Spass
till

Hightech-ManPorträit von unserem Hightech-Man in Münchener Seminar Till, Foto von Christian.

Dieses Panorama-Fotos ist wirklich eine Spielerei, die ich noch nie erlebt habe! Die fliegende Hand, die Esra die Kanne zum schmecken reichte, ist eine echte Zauberei. (siehe Foto zwei auf der Homepage von Tillmann) Also viel Spass für die Technik-Begeisterten!

Heute fragte ich mich selbst, wozu Teeseminar? Wozu überhaupt Tee? Wozu überhaupt solche schöne Spielzeuge, die ich mit mir bei jedem Umzug herum schleppe und mich ärgern? Die Frage „Wozu“ spiegelt wohl meiner Kondition und meiner Erziehung wider. Etwas Unnötiges und Unnützliches zu pflegen, spricht eigentlich gegen die Vernunft. Die Vernunft sagt mir, dass es Zeit Verschwendung sei, eine Tasse Tee zu machen, nur um Lärm der Welt zu vergessen. Das System packt uns an, indem wir keine Zeit mehr finden und wir nur vernunftig denken müssen. Eine Tasse Tee ist deplaziert in einer verplanten Welt, in der Menschen entfremdet werden, anstatt selbst zu werden. Die Schwere des Lebens lässt uns nicht mehr zu atmen, wenn wir nicht mehr unseres Ich leben könnten. Aber wie denn? Wie könnten wir überhaupt noch uns selbst leben, wenn wir in der Erwartung des Anderen und Zwänge des Systems leben. Insofern ist wohl eine Tasse Tee etwas Rebellisches, etwas Unangepasstes und etwas Utopisches.

Eine Teezusammenkunft enthält wohl bereits einen Protest-Charakter gegen das System, das noch mehr aus uns aussaugt und uns mit Anerkennung und Bestätigung fordert.

My blueberry night

München ist eine schöne lebendige Stadt. Voll, laut und lustig. Vor dem Kino stand eine riesen Schlange. Wir zitterten um jede mögliche Karte. Gemeinsame Plätze für fünf Personen waren nicht möglich in einem überfüllten Kino. Ich sah eine höfliche Leerstelle zwischen zwei Paaren und sprang sofort auf den Stuhl. Als ich im Dunkel versuchte, ein SMS zu tippen, grüßte mich der vornehmene Herr nebenan. „Guten Abend! Wo kommen Sie her?“ “ Aus der Schweiz, wo Bergen quer liegen.“ „Nur um ins Kino zu gehen kommen Sie nach München?“ “ Ja, nur um hier zu sitzen!“ wir lachten zusammen. „Ich vermisse das Lebensgefühl in Deutschland. Vor allem im Kino. Wie ein Film im Film.“ – wenn die Ereignisse Bilder wurden, die Erinnerung als Geschichte erzählt werden kann.

My Blueberry Night.

Ein herzgebrochenes Mädchen Namens Elisabeth kam jede Nacht in ein Cafe und ass trostlos den Blueberry Pie, der nicht beliebt war und immer übrig blieb. Der englische Cafe-Besitzer versuchte sie zu trösten und zu besänftigen. Eines Tages verschwand das Mädchen und er erhielt nur Postkarte von ihr ohne Absender. Das Mädchen nahm den weitesten Weg, um wieder zurückzukehren. Auf ihrer Reise lernte sie ihre Schmerzen zu vergessen, indem sie die Schmerzen der Geschichte des Anderen begleitete. Im Spiegelbild des Anderen begegnete sie sich selbst und nahm den weitesten Weg wieder zurück nach New York. Der Engländer hütete die Postkarte, bewahrte die Erinnerung auf und wartete bis die Tür eines Tages VIELLEICHT wieder geöffnet wird, anstatt sie zu suchen. Ein Jahr später kam Elisabeth unerwartet und wie erwartet wurde Blueberry Pie serviert. Blueberry Pie und Vanilleneis verschmelzten ineinander und ein seltenes Happy End von Wong Kar Wai fand überraschend statt.

Daiyu sagte, dass Wong „fetisch“ sei. „Fetisch“ insofern, dass er auf Dinge fixiert ist und Geschichte durch die Dinge erzählt. (Fred van der Kooij behauptet Wongs Film sei Melodram der Dinge). Die Lampe, der Schlüssel, die Polizeifugur wiederholen sich immer wieder in seinen Werke. Sie konnte fast nicht weinen, weil sie Wong Kar Wei wieder richtig erlebte. Das ist genau die Szene, das Lebensgefühl und die Sentimentalität, was sie genau von ihm erwarte. Die Dinge erzählten die Geschichte, die Menschen berühren und das Leben füllen. Wir pflegen die Dingen, weil wir selbst die Geschichte sind. Florian fragte mich, was für einen Tee mich an Wongs Film erinnern würde. Naja, was soll ich dazu sagen… ein Dianhong zu dem Blueberry-Cake von Hotz in Witikon?

Cenk behauptete, dass er mich im Kino schlafen sah. Wir verabschiedeten uns noch vor der U-Bahn. „Warum kommst Du nicht wieder nach Deutschland? Ziehe doch nach München!“ Ein Wanderer ist eine Ansammelung von verschiedenen Strömungen. Richtig zu einer gehört er nicht. “ Hoffentlich bis bald!“

“ Die Straße zu überqueren war nicht schwer. Es kommt immer drauf an, wer auf der andere Seite auf Dich wartet.

My Blueberry Night. Wong Kar Wai“

Teeliste von Teeseminar in München

Wie versprochen poste ich nun eine Teeliste von den 8 Teerunde im Seminar am Samstag .

1. Runde – Einblick in die chinesische Teelandschaft

Yinzhen Baihao (Fuding), Guzhang Maojian (Hunan), Junshan Yinzhen (Hunan), Wuyi Formosa (Nantou Taiwan), Dianhong (Yünan), Blumentee (Fujian)

2. Runde – Den Unterschied zwischen einem OEM Produkt und einer Originalität zu erkennen

Dianhong 3 Beispiele; Yinzhen 3 Beispiele

3. Runde – Einflüsse wie Herstellungsmethode, Anbaugebiet und Erntezeit auf Tee

Oolongteebaum Qingxin Ganzhong in Sanxia, Taiwan. Dieser Baum wird zum Bi Luochun, Fancy Oolong und Mixiang Hong Cha verarbeitet

Shuixian Dan Cong: aus Nantou 2005, aus Guangdong 2006 Phönix Berg und 2005 Phönix Berg

4. Runde – Fehler der Produktion erkennen

Zwei Beispiele von Tie Guanyin Anxi und zwei Beispiele von Gyokuro Uji 2007

5. Runde – Wie spielt das Faktor Lagerung bei einem Tee

Beispiel: Dongding 2007 und 1981; Pu Er 1990, 2003 und 2006

6. Runde – wie manifestieren die Faktoren Welken, Fermentation und Röstung bei einem Tee

Tie Gunaiyn Muzha 2006, Anxi 2006, und Muzha 2002

7. Runde – wie erkennen wir das Faktor Höhelage eines Teegartens bei einem Tee

Qingxin Oolongbaum in Pinglin (Paochung), Mingjian, Dongding Berg (800 M. ä. M.), Lishan Dayuling (2600 M. ü. M)

8. Runde – wie beeinflussen klimatische Faktoren und Einflüsse von Schädlingen einen Tee

Huang Jin Gui: aus Nantou, befallen von Insekten; aus Nantou, Ernte im Januar 2007 und chinesische Produktion Fujian 2007

Oriental Beauty: aus dem Baum „Bai Maohou“ Pinglin – wenig befallen, aus dem Baum „Qingxin Dapang“ Xinzhu – stark befallen, aus Blend Mischung.

Two Leaves and one bud

Mit Hilfe von Esras Hand konnte ich erklären, wie die wirklich reifen Oolongblätter aussehen sollen. Anstatt two leaves and one bud sollen die pflückreifen Blätter offen sein – ohne bud. Jedoch nicht mehr als 4 Blätter zu pflücken.

Tee Seminar in Munchen

Tee Seminar in Munchen

Tee wiegen

dear XX,
> > 謝謝你的茶課
> 雖然我只上了半天
> 還是學到一些東西…
> 謝謝你的電影
> 讓我經歷了好久都沒有的感動
> > 這是昨天的照片
> > 有機會我們還會在地球的某一點碰面的
> > 保重!!
> > XX :-*

Danke für Daiyus Fotos. Kaum erreichte ich die Stadt an Limat, erreichten mich die wunderbaren Fotos von dem schönem Seminar in München!

Eine kleine Panne hatten wir in München. Die elektronische Briefwaage funktionierte nicht, wie es sein sollte. Dank dem Profi, Chef von Teehaus München hatten wir eine Ersatzwaage, die allerdings eine ruhige Hand bräuchte, um Tee zu wiegen.

Ich möchte mich hier noch einmal an allen Teilhnehmer bedanken, die den Weg traute, auf eine Teereise zu gehen, die vielleicht keine Rückflugticket bedeutet! Ohne Florian wäre die schönen Stunden mit den Teefreunden in München ummöglich. Ohne die Unterstützung vom Teehaus München, das mit dem gesamten Mannschaft und seinem besten Kunde Tillmann kam, wären die Stunden wie eine Blume ohne Duft. Dass Christian zum dritten Mal zu dem Seminar kam und seine Weinfachfrau Freundin mit zum Tee verführte, berühte mich innig.

Das Wiedersehen mit Cenk und seiner charmanten temperamentvollen Frau Esra war etwas besonders. Obwohl die Zeit verging, war der Abstand kaum zu merken. Mir kam es vor, als ob ich sie seit Ewigkeit kennen würde. Esra sagte, dass sie ein unbeschriebenes Blatt sein. Aber sie machte jede Runde mit einer Begeisterung und Konzentration mit, als ob sie es schon immer wollte.

Wir machten innerhalb 5 Stunde 8 Teerunde. Insgesamt wurde mehr als 30 Teesorte verkostet. Anhand der Beispielen werden verschiedene Faktoren bei der Teeverarbeitung erklärt, meistens durch die Fehler, die im Aufguss manisfestierten. Die chinesischen Namen, vielfältigen Teelandschaft und die Gewöhnheit, die man in Deutschland als einen guten Tee versteht brachten den Teilnehmer aus dem Konzept. Das haltlose Gefühl bringt entweder einem erfahrenen Teetrinker zu zweifeln und sich zu verschliessen, oder ermöglicht einen mutigen Abenteuergeist sich auf die fremden jedoch faszinierende Teewelt einzulassen und seine eigene Teegeschichte zu schreiben. Ich danke allen erfahrenden Teetrinker, die meine Direktheit und schonungslose Kommentare tolerieren und verzeihen.

Zum Schluss bereitete ich für allen Anwesenden eine Tasse Tee vor. Mit vielen Stilbruch wie z. B. das elektronsichen Wasserkocher genossen wir gemeinsam eine Tasse Tee von Alishan und Buddha Hand.

Den ersten Aufguss Alishan habe ich sehr bewusst, einen leichten Aufguss zubereitet. Als ein Brücke zwischen einer organisierten Teedegustation und einem gemeinsamen Teegenuß in der Ruhe sollte er dienen. Eine leichte, jedoch aromatische Tasse für mich war allerdings für die meisten zu „blaß“. Von der Leichtigkeit langsam zu dem aromatischen Abgang wäre ein Rhythmus wie der Gang zum Abschied. „Wann wäre das nächste Seminar?“ fragte man mich zum Schluss. In München oder in Zürich? Wo auch immer. Tee führt uns bestimmt wieder zusammen!

Mit Cenk, Esra und Daiyu ging ich mit hungrigem Bauch in die lebendige Stadt. „Was willst Du essen?“ Tandoori oder Sauerkraut? Mir ist es eigentlich egal, aber unbedingt einen blueberry Pie nach dem Essen!

ps. Tillmann, wann schickst Du uns die schönen Fotos mit Deinem Profi-Kamera??!!

Fotoaufnahme von Cenk zu runter laden.

Fotoaufnahme von Christian: http://www.flickr.com/photos/czp/sets/72157603810884854/

Fotoaufnahme von Tillmann zu runter laden.

Zhutong cha – Operation Arnos

Zhutong cha - Operation Arnos

Liebe Meng-Lin,

heute ging es dem Zhutong Cha an den Kragen… Du meintest, ich solle
berichten, wie ich den »Pu Er aus dem Bambusrohr erfolgreich operiere«.
Also:
Mit einer kleinen Säge zwei Ritze oben in den Bambus gesägt, danach mit
Hammer und Meißel ein paar Mal eingeschlagen, und schon war der Tee
befreit. Daher gibt es auch nur 3 Photos, da die Sache sehr schnell und
unspektakulär ging 😉
Freue mich schon sehr, den Tee zu probieren; hast du noch eine
Empfehlung für die Ziehzeit?

Schönen Gruß

Arno

Gratulation zur gelungenen Operation! Vielen herzlichen Dank, lieber Arno!

Darf ich jetzt nun auf deinen Degustationsbericht warten?

ps. die Ziehzeit… In diesem Fall würde ich 3 g in 150 ml Wasser, 95 Grad, 3 – 5 Minuten warten.

Welchen Tee zu lagern 藏茶

Ohne Roger und Miriam wäre dieses Blog nicht geboren. Bevor ich die beiden kannte, war Blog ein Fremdwort. (Eigentlich bin ich ein total unkommunikativer Mensch, der nicht gerne telefoniert, SMS tippen zu lästig emfindet. Dass das Blog Tee Erleben entstanden ist und produktiv bleibt, ist mir echt ein Wunder.) Für die Familie Fischer dachte ich an ein spezielles Geschenk, um meine Dankbarkeit auszudrücken. Ich brachte zwei Pu Er, dessen Jahrgang mit dem Jahrgang ihrer zwei lebhaften Kinder identisch ist.

Einen Tee zu schenken hat für mich immer einen symbolischen Wert. Entweder schenkt man den Tee, weil der Beschenkte ihn gerne trinkt oder braucht, oder man symbolisiert eine Verbindung ohne auszusprechen. Ebenfalls passiert es genau bei einem Tee zu lagern. Was für einen Tee möchten wir lagern? Einen besonderen Tee, zu lagern, den man zu einem besonderen Anlass bekommt. Einen besonderen Tee, der bald ausstirbt (z. B. Wuyi oder Tie Guanyin in Yünan, der bereits abgeholzt wurde). Einen besonderen Tee aus einem besonderen Jahrgang und unter einer besonderen klimatischen Bedingung (z.B. Schneeflocken Oolong, der bald nicht mehr zum Verkauft angeboten wird). Oder einfach einen schönen Tee, den man gerne lagert.

Das Wichtigste vor der Lagerung ist, das Datum, die Machart, die Originalität, der Hersteller, der Röster, das Motiv und der zulagernde Zustand. Entweder speichert der Körper diese Information oder sollte es der Computer tun.

Welcher Tee wäre geeignet für eine Lagerung?

1. Aus der Perspektive von Fermentation: Ein leichter fermentierter Tee (aber ausreichend fermentiert für seine Machart) sei nicht besonders geeignet für eine Lagerung. Diese Meinung wird oft zitiert in Taiwan. Das stimmt teilweise. Teilweise stimmt wieder nicht. Je nach dem, was man erwartet von einem Tee. Ich hatte das Glück noch eine kleine Packung von Alishan 1980 bei meinem Lehrer zu ergattern. Dieser Tee ist nicht nach geröstet – ein Prozess, um den Fremdgeruch nach der Lagerung zu behandeln. Dieser Tee schmeckt so authetisch, dass ich sofort die Bergluft einatmen kann. Was für einen unglaublichen Tee, dachte ich. Dass Tee nie lügt, wurde mir sofort wieder klar. Mein Lehrer arbeitet oft gegen die so genannte Meinungen. Er kann es, weil er aus Teebauer-Familie stammt und sich unglaublich mit Tee auskennt. Er sagt mir immer wieder, probiere es und Tee sagt es Dir schon, ob es stimmt oder nicht. Höre nicht auf die so genannten Meinungen.

2. Röstungsaspekt: Ein leichter fermentierter zu rösten, ist wie einen jungen schönen Menschen zu schminken. Viel zu Schade! Einen Tee kann man nur rösten, wenn er eine bestimmte Fermentation erreicht – das sieht man nicht immer mit den Augen, sondern mit dem Zunge! Ein ausreichend fermentierter Tee vibriert auf der Zunge und kann durch eine Röstung einen individuellen Charakter erhalten und für die Lagerung vorbereiten. Manche Teefreunde können es nicht unterscheiden, was eine erfolgreiche Röstung bedeutet. Die Teeblätter werden fast verkohlt und schmeckt für mich nur nach Feuer…

3. Teesorten: Das ist auch oft ein persönlicher Geschmack. Ich schätzte bei dem Formosa Oolong am liebsten: Qingxin Oolong, Buddha Hand und Tie Guanyin. Für mich sind die drei hervorragenden Oolongsorte durch ihre besondere Machtart (oft mittelere Fermentation, lange aufwendige Röstung), besonders geeignet zu lagern. Der Teebaum Wuyi ist auch ein sehr interessante Sorte zu lagern, denn dieser Baum wird bald nicht mehr im Formosa Teegarten gesehen.

4. Jahreszeit: Es wird erzählt, dass der Frühlingstee besonders gut für die Lagerung ist. Persönlich habe ich keine bestimmte Vorliebe.

5. Teeblattgut: Zarte Teeblätter vermittelt eine Vorstellung von Frischheit und Zartheit. Bei einem guten Oolong entspricht diese Vorstellung oft einer Enttäuschung – ausser der Teebauer ist ein richtiger Meister. Einen Tee zu lagern, sollte die Blattgut eine bestimmte Reife erreichen, ansonsten schmeckt der Aufguss zu „dünn“. Ähnlich wie bei einer Freundschaft, die mit der Zeit reift.

Wie bewahren wir einen gelagerten Tee auf? Fortsetzung kommt.