To go or not to go?

Dank NZZ wurde Shui Tang bei den chinese Community bekannt. Viele Landesleute fanden den Weg. Ich wurde oft als Laobannian (Frau eines Chefs) angesprochen. Innerlich wehrte ich mich dagegen, wußte aber nicht ganz genau warum.

Jin sagte ganz deutlich zu mir, dass ich nicht Laobannian sei, sondern Laoban. Denn ich keine Frau eines Big Bosses sei, sondern selbst der Chef. Laoban – eindeutig – der Chef. Nicht mehr die Frau eines Chefs.

Ich fühle mich nicht als Chef, eher als Diener oder Haustier von Shui Tang. In diesem Ort führe ich ein anderes Leben, als das, was man sich als Chef vorstellt. Der geregelte Tagesablauf und die gezwungene Präsenz sprechen alles dafür, dass ich das Haustier geworden bin. 

„Fliegst Du nach Hause oder nicht?“, drängte meine Familie mich mit dieser Frage, ob ich zwischen den Jahren nach Taiwan fliege. To go or not to go? Ich kann mich nicht entscheiden, denn es zu viele unsichere Faktoren gibt. 

Plötzlich merkte ich, dass man sich im Leben manchmal nur für eine Seite entscheiden kann. Man kann in einem Raum nicht stets nach links und rechts gucken. Man ist manchmal entweder – oder. Ein hartes Erkenntnis für einen Menschen, der angebliche Freiheit liebt.

Jetzt bleibe ich einfach hier und diene Shui Tang und seine Gäste. Ein freier Raum steht plötzlich durch eine Entscheidung. Zum ersten Mal – seit ich unter den Fremden lebe, spüre ich Heimweh. Die Fremden sind schon längst eigentlich nicht mehr fremd.

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