Archiv für den Tag 17/02/2009

Teetrinken nach strengen Regel

Eigentlich ist es kein Geheimnis, dass Menschen gerne Sensation oder Exotik konsumieren. Das Problem ist, wenn man selbst plötzlich zu einem Stoff der Sensation wird.

Als die Anfrage von St Gallen kam, mich interviewen zu wollen, war ich recht unsicher. Erstens weiss ich, dass die Zeitungen sich für Merkwürdigkeiten und Gesprächstoffe interessieren und die gestressten Schreibenen selbstverständlich wenig Zeit haben, um ein Geschehen tatsächlich zu veranschaulichen. Andererseits waren die letzte zwei Interviews von dem Schweizer Radio ganz gut gelaufen, warum sollte ich diese Anfrage ablehnen?

Nun bin ich konfrontiert mit vielen Zeilen, die anders als ich ursprünglich meinte.

http://www.tagblatt.ch/lokales/stgallen/tb-st/Tee-trinken-nach-strengen-Regeln;art186,1262457

Nur wer eine Lizenz hat, darf die Zeremonie durchführen. «Ich habe eine, aber ich bin noch keine Meisterin», sagt Meng-Lin Chou.

Das stimmt, dass es eine Lizenz gefragt wird, wenn man bei der Urasenke Tee lernen möchte. Aber nicht um etwas durchzuführen, sondern um zu LERNEN! Dass man sich für das „Dürfen“ bewerben muss, ist vielleicht ungewöhnlich fremd für eine Gesellschaft, wo Unterricht als Dienstleistung verstanden wird!

Ich betonnte immer wieder, dass es nicht um eine Meisterschaft geht, sondern um einen Weg! Ich bin ein Anfänger, absolut! Je mehr man sich mit Tee beschäftigt, weiss er, dass er gar nichts weiss!

Hoffentlich wird dieser Artikel morgen vergessen und meine Aufregung war lächerlich umsonst. Über das schlimme Foto habe ich mich furchtbar aufgeregt. Schlamppige Kleidung und unfrisierte Haare! Rosi war zum Glück bei mir und wollte mich zum Arzt begleiten. Sie sagte, Ich sei zu eitel.

„Es kommt nicht auf Dein Aussehen an, sondern auf Deine Ausstrahlung. Für unsere Ausstrahlung müssen wir jeden Tag arbeiten…“ Ich war baff.