Archiv für den Tag 08/02/2009

Tee, ein Gedicht

Wo ich zuhause bin

Leise, aber duftend entspringt
Ein Schleier meiner Tasse Tee
Bringt langsam die Waagschale
Wieder ins Gleichgewicht

Der Herzschlag des Bodhrams
Mein Herz tanzt zu Harfenklängen
Fühlt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Erwacht im All

Sitze zu deinen Füssen
Rieche deine Rinde, fühle sie
Beobachte das Spielen deiner Blätter
Du bist ich, ich bin du

Verlasse das künstliche Licht
Tauche ein in den Schutz und
Die Geborgenheit der Nacht
Werde ruhig, bin zuhause

Ein Zwiegespräch im Dunkeln
Die Möndin mein Gegenüber
Eine tiefe Liebe und
Zugehörigkeit mich erfüllend

Wo Freunde zusammen
Ein Feuer entfachen, ein Mahl bereiten
Da lodert Vertrauen
Warm ist das Herz

Ein Siebtes kenne ich
Schriftzeichen meiner Ahnen raunen
Am Fjord unter blühenden Obstbäumen
Bin ich zuhause

Die Kunst, mit Worten zu zaubern
Wenn du siehst, hörst, riechst und fühlst
Was mit einer Dimension begann
Würze, Herausforderung, Verwöhnung

Die Zuggleise – Blutadern
durch mein Zuhause, zu meinem Zuhause
Transport und Reise,
Freiheit, Entdeckungen und ein Dank

Vanja S.

Beim gemeinsamen Pu Er trinken erzählte Vanja mir, dass dieser Tee sie zu diesem Gedicht inspirierte. Sie liebt Pu Er und versteht nicht, was andere Menschen unter diesem Tee als muffigen Speicher-Geruch bezeichnen. Ein schöner Tee aus dem Wald in tiefen China, warm, würzig und lichtvoll. Ein Gefühl von Zuhause, das jedem gut tut.

Ich danke ihrer Großzügigkeit, ihr Gedicht mit uns allen zu teilen. Ein Geschenk für einen nassen Sonntag.