Archiv für den Tag 07/06/2007

Frage an Tee-Experten

Als ich in Genf bei der Tee und Kaffee-Ausstellung war, fragte ich mich, warum Tee und Kaffee? Ist der Geruch des Kaffees überhaupt mit Tee zu vereinbaren?

Der Raum war gross, so gross wie jede Messe. Der Raum war gefüllt mit Menschen – in Bussiness-Look. Anzüge, Krawatte und natürlich Parfüm!!! Ich schmeckte an den ganzen Tag irgendwelche Parfüm von dem Italiener, von den schweizer Damen und von den deutschen Händler. Überall waren Spuren von Parfüm wahrzunehmen. Vorm Teestand duftete weit entfernt bereits nach Tee-Parfüm, bei dem Stand duftete Parfüm von dem Verkäufer oder Käufer. Dann Dufte von Expresso, von Rösten und von …Schweiss.

Ich konnte Tee nicht schmecken. Der Tee war nicht zu schmecken, wie denn? In diesem Labyrinth der Fremdgerüche sollte eine Messe des Tees veranstaltet werden? Wie denn? Wie konnte der Tee wirklich zur Sprache kommen? Wie denn? Dann frage ich mich langsam nach der Profeesionalität und Respekt des Teehändlers und Teeliebhabers.

In einer Wein-Degustation ist es doch klar, dass der Wein die Hauptrolle spielt, dass Fremdgerüche den Ausdruck des Weins verhindetn, und dass Parfüm und Deo dort nichts zu suchen sind! Die Weinkellermeister wissen es und die Weinliebhaber akzeptieren es. Aber beim Tee? Der Genuss des Tees wird nur stiefmütterlich behandelt. Seit 17. Jahrhundert lernt Europa Tee kennen. Seit mind. 300 Jahren trinken Menschen hier Tee. Es wird allerdings nach der dreihunderjährigen Entwicklung immer noch von Ziehzeit, von Aroma und von Wassermenge gesprochen. Für diese „Schildkröte“-Tempo- Entwicklung des Tees in Europa müssen die Unprofessionalität des Teehändlers verantworten!

Wenn ein Profi nicht in der Lage ist, für Tee in seiner Reinheit und in seiner Form einzusetzen, wie sollte der Konsument von „unverfälschtem“ Teegenuss verstehen? Wenn Teehändler immer nur von Aromen und Trend sprechen, wie sollte die Tee-Kultur überhaupt ihre Wurzel auf europäischen Boden einschlagen?

Ich bedauere es sehr – einerseits. Anderseits bin ich voll motiviert, weiter zu gehen. Denn es gibt wirklich viel zu tun – für Tee in Europa!