Archiv für den Tag 09/05/2007

Bi Luochun 三峽碧羅春

Bi Luochun 三峽碧羅春

Sanxia, ein Ort in der Nähe von Teipei. Ein Ort, eines der ältesten Teeanbaugebeiten Taiwans. Zuerst wurde grüner Tee dort angebaut. Später wurde dort Assam angepflanzt, als die japanischen kolonialen Herrschaft, auf den Tee-Weltmarkt behaupten wollte. Die Herrschaft auf dieser Insel wechselte sich, aber Teebauer bleiben als Teebauer. Familie Huang war bereits Teebauer. Bis heute 5. Generation. Herr Huang lachte und sagte mir, „Weiss Du, mein Sohn und ich sind neben Tee aufgewachsen. Als ein sieben jähriger Knabe konnte ich und kann er beim Tee-Welken entscheiden, wann der Tee bereit ist. Unsere Nase kann nichts tauschen.“

Der Oolong Teebaum, der hier dominiert, ist Qingxin Ganzhong. Sein Tee ist lieblich, duftet allerdings nicht überzeugend als ein Oolong. Aber als ein Tee für Formosa Bi Luochun, der als Ersatz von chinesischen Bi Luochun für die vor Kommunisten geflohenen chinesischen Einwanderer, ist ausgezeichnet. Der chinesische Bi Luochun zeigt seine unverwechselbare weiße Tipps, während der Formosa Bi Luochun uns von seinem süssen und frischen Aroma überzeugt.
Wie jeder Teebauer auf Formosa seufzte auch Herr Huang 黃. Er war letztes Jahr der exzellente Teebauer in Sanxia, denn er den absoluten ersten Preis gewann, obwohl er mir nichts davon erzählte. Er ist nicht stolz auf seinen Können im Wettbewerb. „Ja, Wettbewerb… Wenn die Jury so kompetente wäre…“ In Sanxia herrschte ein Trend, chinesischen grünen Tee in die Formosa Bi Luochun zu mischen. Somit kann man den Produktionspreis reduzieren und mehr Geld verdienen. „Das kann man schon verstehen, wenn man als normale Teebauer mit Tricks arbeitet, um die Familie zu ernähren und paar Rappen mehr zu verdienen. Aber es geht dann zu weit, wenn die Jurys solche „Blend“ nicht Mal merken! Wie könnten Sie wirklich beurteilen, wer den besten Tee erzeugen kann?“ Trotzdem muss er an die Wettbewerb teilnehmen. Um hier zu überleben geht es nicht anders. Eine Art von Ohmacht und Wut zeigte er nur sehr dezent in seinem Gesicht. „Früher konnte der Jury Ran Yimin alles erkennen. Er erkennt sogar, dass manche Bi Luochun zu weit gewelkt wurde, so dass er fast wie Oolong schmeckte.“ Heute lebt er leider in China und Direktor von einem privaten Teemuseum geworden. Die jetzigen jungen Jurys können nicht einmal Formosa Bi Luochun von dem Blend mit China Tea verifizieren…
Trotzdem duftete der Bi Luochun und tanzte in unserer Tassen. Um besser zu überleben, produziert Herr Huang auch Mixian Hong Cha. Ein Schwarztee, der aus den von Insekten befallenen Teeblätter hergestellt wurde. Er duftet nach Honig und schmeckt rund im Mund. Man braucht sogar keinen Zucker für diesen Tee! Der Honig-Geschmack kommt noch besser zur Geltung, wenn der Tee kalt wird.

Gegen Abend verließ ich Sanxia. Herr Huang versprach mir, weiter an seine Tradition zu denken und sie zu bewahren. Schliesslich ist Tee nicht nur ein Lebensmittel oder ein Ware. Tee ist eine Kultur, die gepflegt und aufbewahrt werden muss, auch wenn sie keinen kommerziellen Wert besitzt…

Familie Huang

Frau Huang, Großmutter Huang und Herr Huang, drei Teebauer in einer Familie in Sanxia.