Das Wasser für Tee

Kaum bin ich in Zürich, erlebe ich bereits einen Schock! Am Goldbrunnerplatz gibt es ein Restaurant, das von einer Taiwanesin geführt ist und wo ich gerne meinen Hunger stille. Nach taiwanesischer Sitte brachte ich meinen eigenen Tee zu ihr mit und ließ ihn dort deponieren. Die Chefin ist eine sehr sympathische nette Frau und servierte uns sofort eine Kanne meines Formosa Oolongs. Nach paar Minuten schenkte ich den Tee ein und dachte, wie…wie kann das mein Tee sein? Flach, unaromatisch und gewöhnlich fade!? Ich war erschrocken und bot die Chefin noch mehr Teeblätter hinzufügen. Das Ergebnis war verheerend! Das kann doch nicht sein! Es war mir sehr peinlich, dass mein Oolong nach „nichts“ schmeckte!

Der Tee schmeckte ganz anders in Konstanz. Was ist passiert? Kommt der Tee mit dem Schweizer Wasser nicht klar? Das Wasser in Zürich hat keine „Lebensenergie“, die den Tee zum Leben erweckt!

Teefreund Jörg lachte heute über meine Bemerkung von energielosem Zürcher Wasser. Er schlug mir vor, das Wasser aus Konstanz zu importieren. Ein anderer Freund Georg, der berühmte Antennen-Schreck von Zürich sagte mir wiederum immer wieder, dass ich meinen Tee nur mit „rechtsdrehendem“ Wasser zubereiten sollte.

Was sagten die alten Chinesen zu Wasser? Lu Yu 陸羽 erzählte uns von seiner Klassifikation: Bergwasser besser als Fluss-Wasser; Fluss-Wasser besser als Brunner-Wasser. Beim Bergwasser nimmt man langsam fließendes Wasser, denn das schnell treibende Wasser Hals und Nacken-Probleme verursachen. Tsai Xiang 蔡襄sagte, wenn das Bergquelle nicht lieblich schmeckt, schadet das Wasser den Tee. Ein anderer Literat Tian Chong Heng schlug den städtischen Teeliebhaber vor, die Quellewasser durch Bambus ins Teehaus leiten. Man sollte mit schönen Steinen einen Teich einbauen und das Wasser darin aufbewahren. Das Wasser durch die Bambusleitung reinigt die Seele und das Wasser bereichert den Tee.

Wie bewahrt man denn das Wasser? Wie Brita-Wasserfilter in der Plastik? Das Teebuch Chashu bevorzugte das Keramik-Gefäß – allerdings kein neues. Es ist besser ein altes Keramikgefäß zu nehmen, da die Hitze durch die Brenn-Vorgänge bei dem neuen Gefäß noch präsent ist und dies könnte das Wasser schaden. Holzgefäß ist die schlechteste Wahl.

Wenn man weder Quellwasser noch andere Alternative hat, wäre es zu empfehlen, den Herbstregen zu sammeln. Der Herbstregen 秋雨 sei besser als der Monsunregen. Der weiße Schnee wäre ebenfalls eine gute Wahl für eine Tasse guter Tee… Die alten Chinesen hätten nie gedacht, dass der Regen sauer wird und der Schnee in diesem Winter sich warten lässt…

4 Gedanken zu „Das Wasser für Tee

  1. Suzanne

    Liebe Menglin,
    das tut mir aber leid mit dem Zürcher Wasser!! Es muss ein echter Schock für Dich gewesen sein. Vielleicht ist das Wasser da besonders kalkhaltig, das tötet jeden Tee… oder es hat irgendeinen bösen Beigeschmack 😦

    Hier in Strasbourg ist das Leitungswasser so, dass man es auch direkt aus dem Schwimmbad trinken könnte. Es ist voller Chlor, riecht erbärmlich, und ist dann auch noch sehr hart (=kalkhaltig). Für Tee ein echtes Drama. Mit meinem „Brita“filter (ist nur ein dm-Nachahmer-Filter, kein echter Brita – die sind sehr teuer, aber auch gut! ich leiste sie mir aber zur Zeit nicht…) kann ich aber doch guten Tee zustande kriegen. Versuchs doch mal damit.

    Das mit dem „rechtsdrehenden“ Wasser (man findet in manchen Bio-Läden auch sogenanntes „levitiertes“ Wasser – was auch immer das ist) halte ich persönlich für Hokuspokus! Dafür würde ich kein Geld ausgeben…
    Aber wem es schmeckt – warum nicht. Es soll jeder nach seiner Façon selig werden… und warum nicht mit rechtsdrehendem Wasser. Vielleicht würde es reichen, es zum „Rechtsdrehen“ einfach in der Kanne mit dem Löffel rechtsrum zu rühren… ;)) aber das wäre dann wahrscheinlich rechtsrührendes Wasser…

    Das allerbeste Wasser habe ich mal in den Alpen getrunken, es war ganz weich und machte einen tollen Tee. Für die Haut und die Haare war es auch wunderbar… seufz.

    Ich wünsche Dir, dass Du bald ein gutes Teewasser findest, oder es vielleicht mit einem Teefilter hinbekommst…

    Und wenn Du das „rechtsdrehende“ Wasser doch ausprobieren solltest: berichte mal davon! Ich finde das zwar eine Quacksalberei – aber neugierig bin ich doch. Versuch macht klug!

    Ganz viele liebe Grüße!

    Suzanne

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  2. Eric

    Ja, das Kreuz mit dem richtigen Wasser… Davon kann ich auch ein Lied singen.

    In meiner Heimatstadt geht das Wasser gerade noch so ohne Brittafilter oder vergleichbares. Ist einer im Haus nehm ich ihn ansonsten auch gut.

    Seit dem Auszug bei meinen Eltern hingegen hab ich bisher zweimal Pech gehabt. War das Wasser in der ersten eigenen Wohnung schon kalkhaltig, so kann man hier in Köln schon fast einen Kalksteinbruch aufmachen, so schnell verkalken hier alle Geräte die mit Wasser in Berührung kommen.

    Also musste ich zwangsweise testen welche Mineralwasser geeignet sind und da hab ich von teuer (Evian) bis billig (NoName vom Kiosk) fast ein halbes Jahr rumprobiert. Da ich kein Auto hab, kann ich nicht raus auf die grüne Wiese fahren und das mir, von meinem Händler empfohlene Black Forest Pearl kaufen.

    Letztendlich bin ich durch einen Fehlkauf, es gab mein damals bevorzugtes Wasser nicht im Supermarkt und der Kiosk hatte die Alternative nicht, zu einem Wasser gekommen, dass Rana heißt und von Beweco (http://www.beweco.lu) stammt.

    Laut Webseite ist es übrigens ein Quellwasser.

    Das mit rechtsdrehend und Mondwasser hatte ich auch in der Probierphase aber abgesehen davon, dass die Flasche dreimal so teuer ist, hab ich keinen Unterschied im Tee geschmeckt. Vielleicht liegt es daran, dass ich für solchen Hokuspokus generell nicht viel ab hab.

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  3. Suzanne

    O weh, Köln… mit dem Wasser kann man jemanden erschlagen!! Und jede Dusche ist ein Kalk-Peeling. Man sollte dreckige Fassaden damit abstrahlen, aber es trinken… lieber nicht! Habe auch mal in Köln gewohnt und weiss, was dort los ist.

    Sonst liebe ich Köln aber sehr.

    Mit Mineralwasser habe ich bei Tee keine so guten Erfahrungen (das Rana-wasser kenne ich aber gar nicht). Aber es ist auch Geschmackssache – und wenn es kein „echtes“ Mineralwasser ist, sondern Quellwasser, dann kann es schon gut geeignet sein. Ich habe für mich festgestellt, dass Wasser ohne Mineralien wie Magnesium etc. für Tee besser ist. Weniger ist mehr…

    Von Mondwasser habe ich noch nie gehört. Auf dem Mond gibts doch kein Wasser 😉 ! Vielleicht kriegen wir bald von der NASA Marswasser!!

    Das mit dem levitierten Wasser etc. ist glaube ich vor allem ein sehr geschickter Marketingtrick… Hokuspokus sells!

    Liebe Grüße und viel Glück mit Eurem jeweiligen Teewasser!

    Suzanne

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  4. jeannette

    Ich prepariere jeden abend mein Teewasser für den nächsten Morgen. Ich habe Glaskaraffen denen ich ein Bergkristall zufüge und Wasser. Auf dem Tisch liegen Bilder ..der Blume des Lebens.. darauf stelle ich dann meine Karaffen . Bevor ich dann den Glasdeckel raufgebe sage ich zum Wasser ..Dankbarkeit und Liebe. Meine Erfahrung ist, dass wenn ich mit voller Aufmerksamkeit und gutem Herzen zum Wasser spreche mein Tee am nächsten Tag fantastisch riecht und schmeckt. Aber wenn ich dem Wasser kein echte Aufmerksamkeit gebe bemerkte ich faden Tee, so dass ich dachte meine Geschmacksnerven sind im Eimer.
    Auch bestrahle ich mein Teewasser. MIr schmeckts das orangene, türkise und magentabestrahltes Wasser am besten für meinen Tee.
    Ich lebe in der Schweiz in St.Gallen und wir erhalten unser Wasser aus dem Bodensee und ich denke es gibt schlimmeres Wasser an anderen Orten.

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