Archiv für den Tag 02/01/2007

Tokonoma heute

Tokonoma heute

Egal in welchem Teeraum – groß oder winzig, steht immer ein Tokonoma. Heutzutage werden in Japan bei der Teezusammenkunft oft Schriftrolle und Blumen gemeinsam auf dem Tokonoma präsentiert. Warum? Um die Zeit zu sparen und alte lästige „Tradition“ zu „vereinfachen“. Obwohl die Mahlzeit aufgrund des Zeitmangels gespart wird, möchte der Gastgeber die Stimmung der Gäste jedoch aufheitern, präsentiert er diese Synthese. Mit der Zeit prägt diese vereinfachte Synthese Köpfe der Menschen, die es als die Tradition übernehmen.

Diese Tokonoma Tradition ist zurück auf chinesischen Brauch zu führen. In der traditionellen chinesischen Familie (z.B. meine) steht immer ein Altar in der Mitte des Wohnraums. Auf dem Altar stehen Kalligraphie zum Neujahr oder zum Anlass neben dem Buddhastatue oder Ahnentafel. Das chinesische Vorbild wird jedoch „japanisiert“ und in der heutigen Form lebendig geblieben.

Das Bild zeigt uns wie ein Tokonoma im einen deutschen Teeraum aussehen kann. Es ist ein Teeraum in der Winterzeit…

 

Tokonoma im Tee

Nach der Eintritt in den Teeraum begegnet der Gast als Erstes Tokonoma – ein Ort der ersten Begegnung zwischen dem Gast und dem Gastgeber, ein Ort, wo der Gastgeber sich zur Absicht der Teezusammenkunft ausdrückt und ein Ort, um den sich die Teezusammenkunft dreht.

Auf dem Tokonoma hängt zuerst eine Schriftrolle, während das Kaiseki (das Tee-Mahlzeit) serviert wird. Nach dem Essen, wenn sich Gäste in den Garten entspannen, wird ein Tee-Blumen-Arrangement vorbereitet. Während der dicke und dünne Tee zubereitet und serviert werden, bleibt die Teeblume als einzige „Augenblick“ auf dem Tokonoma.

In der modernen Zeit möchte man gerne in einer gemütlichen Atmosphäre die Mahlzeit genießen, während man im Tee vor der ernsten und alten meistens „vor Vergänglichkeit warnenden“ religiösen Schriftrolle und in einem eigentlich verdunkelnden Raum das aufwendig zubereitete „Häppchen“ zu sich nehmen. Nach dem Essen werden die Bambusvorhänge abgerollt und das Licht scheint ins Zimmer. Auf dem Tokonoma steht das einzige Blume, das uns begrüßt und leicht angelehnt in der Vase, als ob es gerade zwischen dem Busch in der Luft blühen würde… Im Teetrinken herrscht eine heitere unbeschwerte Atmosphäre – farbig und lebendig, wie die Teeblume uns zeigt. Die einzige Blüte ist wertvoller als alle Schätze von König Solomon.

Auf dem Tokonoma hängt zuerst eine Schriftrolle, während das Kaiseki 懷石(das Tee-Mahlzeit) serviert wird. Nach dem Essen, wenn sich Gäste in den Garten entspannen, wird ein Tee-Blumen-Arrangement vorbereitet. Während der dicke und dünne Tee zubereitet und serviert werden, bleibt die Teeblume als einzige „Augenblick“ auf dem Tokonoma. in der modernen Zeit möchte man gerne in einer gemütlichen Atmosphäre die Mahlzeit genießen, während man im Tee vor der ernsten und alten meistens „vor Vergänglichkeit warnenden“ religiösen Schriftrolle und in einem eigentlich verdunkelnden Raum das aufwendig zubereitete „Häppchen“ zu sich nehmen.

Nach dem Essen werden die Bambusvorhänge abgerollt und das Licht scheint ins Zimmer. Auf dem Tokonoma steht das einzige Blume, das uns begrüßt und leicht angelehnt in der Vase, als ob es gerade zwischen dem Busch in der Luft blühen würde… Im Teetrinken herrscht eine heitere unbeschwerte Atmosphäre – farbig und lebendig, wie die Teeblume uns zeigt. Die einzige Blüte ist wertvoller als alle Schätze von König Solomon. Warum dieser Gegensatz? Der leicht eingedämmte Genuss des Essens contra die mit Konzentration und Sorgfalt zubereitete Mahlzeit. Die sorgfältig zubereitete Mahlzeit (nicht vegetarisch) contra eine fast asketische religiöse Atmosphäre. Der bittere Tee in einer heiteren unbeschwerten Stimmung… Das ist wohl das, was Tee uns zeigen möchte. Wie die sinnlichen Wahrnehmungen in unterschiedlichen Situationen unterschiedlich erweitert werden können. Wie Gegensätze parallel existieren können und sogar gegenseitig ergänzen. In der Askese werden die Sinne gerade geschärft, während die Leerheit eben nicht leer ist. Gastgeber suchte sich eine Schriftrolle aus, die dem Anlass und den Gästen entspricht und anspricht. Die Zusammenkunft wird damit definiert und ihre tiefere und subtile Bedeutung wird zum Ausdruck gebracht. Der erste und wichtigste Gast, für ihn der Anlass überhaupt zur Stande kommt, sitzt vor dem Tokonoma. Ihm wird die Schriftrolle gewidmet.