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Schöne Orchideen?

Dieser Orchidee wurde vor Kürzen in einer Wettbewerb Taiwans mit dem Goldpreis ausgezeichnet.

Es handelt sich eben um „Gold“, nicht um die Schönheit. Solche Preise garantiert den steigenden Preis dieser Züchtung. Hinter den Kulissen gibt es viele verwickelnde Geschichte.

Ähnlich beim Tee- Wettbewerb! Deswegen verkaufe ich nie mit Preis gekrönten Tee von Wettbewerb! Mein Lehrer hält gar nichts von dem Preis!

Die nächsten zwei Orchideen werden in dem Zirkel von Orchideen Liebhaber Taiwans als schön empfunden. Es wird gepflegt von einem Orchideen Liebhaber, man nennt ihn auch Meister. Er gewinnt nie irgendeinen Preis. Aber seine Sorten orientieren sich am ehesten an das traditionelle Vorbild. Es handelt sich um das gesamte Erscheinungsbild des Orchideens anstatt die Menge und Grösse der Blüten.

Der letzte Orchdee unterscheidet sich an das von den Japaner gekrönten Orchidee. In Japan legen Jurys viel Wert auf kürzere und runden Sorte und Blüten – Symbol von Harmonie. In Taiwan findet man die Schönheit nicht in runden Blütenblätter, sondern vielleicht um den „Charakter“ und das Gespenstische aus der subtropischen Natur!

Der Orchideen-Kult und Charen IV

John Laroche: „Es gibt bestimmte Orchideen, die einem bestimmten Insekt auf das Genaueste ähneln. So wird das Insekt von der Blume angezogen, sein Doppelgänger, sein Seelenverwandter. Und es wünscht sich nichts sehnlicher als mit ihr Liebe zu machen. Nachdem das Insekt davongeflogen ist, entdeckt es eine weitere seelenverwandte Blume und macht Liebe mit ihr und befruchtet sie damit zugleich. Und weder die Blume noch das Insekt werden je die Tragweite ihres Liebesaktes begreifen. Wie könnten sie auch ahnen, dass diese Welt nur durch ihren kleinen Tanz existiert? Aber so ist es. Indem sie tun, wofür sie auserkoren wurden, geschieht etwas großartiges und prächtiges. So gesehen, zeigen sie uns wie man leben sollte. Dass das einzige Barometer von Bedeutung in unserem Herzen sitzt. Dass man sich, wenn man seine Blume entdeckt hat, von nichts und niemandem abbringen lassen soll.“

Diese Orchideen warten nur auf bestimmte Insekten. Nur ein bestimmtes. Je nach Länge des Rüssels von Falter, die sie anziehen wollen, entwickeln sich eine bestimmte Sorte von Orchideen die genau dazu passende Länge der Tasche von Blütennektar. Genau so. Nicht länger, nicht kürzer. Es hört sich genau so an, wie Laroche – der Orchidee-Dieb behauptet, es sind wie eine Seelenverwandtschaft. Und sie zeigen sogar wie man leben sollte!

Diese Art von Seelenverwandtschaft kann natürlich von Menschen, die sich an materielle Vorteile durch Beziehungen orientieren, nicht verstanden werden. Weshalb sollte man die Einsamkeit aushalten, nur auf dieses Wesen zu warten?

Genau diese Eigenschaft von Orchideen berühren die chinesischen Seelen, vor allem die Literaten und Intellektuellen. Sie fühlten sich angezogen von der Aufrichtigkeit dieses Pflanzen und von der Kompromisslosigkeit der Orchideen-Seele. Es wurde immer erzählt, dass sich Menschen mit großer Vision von Orchideen angezogen fühlen. Weil diese Blumen diese Seele verstehen, weil sie Seelenverwandt sind. Deswegen pflegen bewusst bis heute viele chinesische Charen (Teemenschen) und visionäre Menschen Orchideen, um ihr Ausdauer zu kultivieren, Demut zu üben und um ihren Anfängergeist zu pflegen. Die Erscheinung Orchideens gleicht eine Botschaft, „Verwirkliche Dich! Lebe rein und aufrichtig.“ So bedeuten auch Teatoys mit Orchideen Muster!

Ich finde den passenden Ausdruck nicht, wie man auf Deutsch, dieses Gedanke wiedergibt – ch möchte so nah wie möglich zu mir selbst sein, um mich zu verwirklichen. Um das Tiefste in mir, in dieser Welt entfalten lassen zu können! Damit dieses Gedanke erinnert werden kann, suche ich einen Platz in meinem Leben und in meinem Alltag, um es aufzuheben. Teatoy ist ein guter Ort. Ein Ort des Nicht-Vergessens. Und Gongfu Cha ist ein Praxis des Erinnerns: ich möchte meine Werte bis zum Ende meines Lebens leben.

Ist es nicht eine Illusion, an diese Eigenschaft des Orchideen zu glauben? Ist es nicht lächerlich zu glauben, dass Blumen eine Seele hat? Ist es nicht eine schöne Projektion, was die alten Chinesen mit ihren Blumen machten?

Ja, es ist eine Projektion, eine sehr schöne. Für mich ist es sogar eine Art von mystischer Partizipation! Dank dieser mystischen Partizipation roch ich Poesie in der Luft, ahne das Flattern der Schmetterlinge und höre die Schritte aus der Zukunft.

Ich hoffe, Du kannst die Poesie mitnehmen.

Der Orchideen-Kult und Charen (Teemensch) III

Fortsetzung zu vorherigen Beiträgen über den chinesischen Orchideen-Kult.

Dieser Orchidee gewinnt in diesem Jahr den besten Preis in Japan in seiner Gattung. Als ich dieses Bild bekam, dachte ich nur an das Gedicht von Hu, Lancheng: “ Suiyue Jing Hao, Xianshi Anwen.“ Nicht von den Wellen mitgerissen werden, nur mit Dir die Zeit in Ruhe und Gelassenheit zu erleben und zu erfahren. Als er die Schriftstellerin Zhang, Airin heiratete, versprach er ihr mit diesen Sätzen. Es war eine unsichere und prikäre Zeit, als Japan China in 30er Jahren angreifte. Möge die Zeit in Ruhe und Gelassenheit mit Dir zu verbringen- es war das grösste Liebesversprechen eines Dichters.

Die Ausstrahlung dieses Orchidee ist wie der Wunsch nach einem gelassenen zufriedenen Raum, die Zeit mit eigenem Rhythmus zu erfahren und die Welt aus eigenem Perspektive gestalten zu wollen. Nicht um Zentrum des Geschehens, sondern in der Peripherie des Wirbelsturms.

Das ist auch die Botschaft von Orchideen-Kult.

Im Oolongseminar am 3.3. fragte mich jemand, warum man in der chinesischen Kultur nicht von Kirschblüten spricht. Es gibt einige Gründe und sie hängen mit der Ping-Dan -Ästhetik zusammen.

Schauen wir die Pfirsichblüten an:

Die Blüten wachsen an Zweigen und blühen differenziert. NICHT in Gruppen. Sie blühen eine nach der anderen. Klar und differenziert.

 

Sehr ähnliche wie bei Pflaumenblüten!

Pflaumenblüte blühen auch nicht in Gruppen. Meistens eher schwach und leise. Sie fallen nicht so leicht, wenn es windet.

Hingegen blühen Kirschblüten stark und in Gruppen und fallen recht rasch ab, wenn es windet.

Aprikose-Blüten blühen ähnlich wie Kirschblüten – in Gruppe, stark und fallen recht schnell ab. Die fallenden Blüten mögen die Sentimentalität hervorrufen und und erzeugen viele Emotionen und Dichtungen. Genau aus diesem Grund bewegen sie auf der Ebene der zyklischen Zeit, wo unser Gemüt von Trauer und Glück hin und her verschoben werden kann. Hingegen bewegt sich die Ping-Dan-Ästhetik auf der Ebene von Wu-Xin (Mushin – Ohne Anhaftung, ohne Illusion) – die Zeit der Ewigkeit: wir pflegen unser Herz wie das klare stille Wasser, egal wie es da draußen windet und regnet. Eine Haltung, die an sich zu arbeiten versucht. Es ist ein Link zu dem Gedicht von Hu, Lancheng: Sueyue Jinghao – die Zeit in Ruhe und Gelassenheit zu erleben.

Außerdem schätzten die alten chinesischen Intellektuellen die Haltung von Nicht-Gefallen-Wollen. Die Blumen, die allein für sich selbst blühen, zu der Menschen sich annähern müssen, werden hoch geehrt. Die hängenden Blüten, die zu einem fallen, wurden weniger gepriesen. Sicher sind solche Beschreibungen eine Projektion der alten Chinesen. Sie widerspiegeln jedoch einem Habitus, wie man sich in dieser Welt bewegen und auftreten sollte! Seine Eigenschaften fasse ich hier kurz zusammen: klare und differenzierte Sprache; am besten unabhängig und suche nicht absichtlich nach der Anerkennung und das ruhige gelassene Leben neben dem Zentrum von den gesellschaftlichen Ereignissen zu führen.

Der Orchideen Kult und Charen (Teemensch) I

Rare Orchideen werden geklaut. Wo? Aus botanischen Garten oder aus Oeko-Wiese. Oder aus geheimen Orten. Seit gestern und immer noch heute.

Eine Meldung aus Deutschland am 18.06.2018:

Tee aus Orchideen?

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft. Mitarbeiter des Kreises vermuten, dass Diebe, die mit den Orchideen handeln, sich gezielt diese artenreiche Wiese ausgesucht haben.

Renate Ortelbach hat eine andere Theorie: „Ich habe gehört, dass Leute vom Balkan die Pflanzen ausgraben, sie trocken und dann als Tee verkaufen.“Derartige Teemischungen sind im Internet zu haben – zum Preis von 20 Euro für zehn Gramm.“

Eine Meldung aus Bern am 04.05.2018

„Diesmal sind es zwei sehr seltene Orchideen, die entwendet wurden. Man erhalte diese Pflanzen nicht im Handel, erklärt Castelberg. Deshalb vermutet sie, dass ein Sammler sich die seltenen Orchideen sichern wollte.“

Und Orchideen Dieb! Susan Orlean widmet dieser fieberhafte Tatsache zuerst mit einem Reportage „Orchid Fever“.  Später schrieb sie aus dieser Geschichte das Buch „Der Orchideen Dieb“ und später ist der Film „Adaption – Der Orchideen Dieb“ entstanden. Eine Geschichte von Sammler, Jäger und einer anmutigen unfassbaren Blume voller Eleganz.

Tee aus Orchideen zu trinken? Alte Chinesen badeten gerne in Orchideen, parfümierten gerne Sake mit Orchideen und schliefen gerne im Kissen von Orchideen. Vor allem Teeliebhaber – Charen lieben Orchideen. Oolong duftet nach Orchideen. Der Tee-Mensch fühlt sich wie ein Orchidee. Ich möchte demnächst mit Beiträgen der Orchideen-Kult der chinesischen Teekultur widmen – und auch um einen Brücke zu meiner Kindheit bei meinen Grosseltern zu schlagen.

Solche Orchideen wachsen wie Gräser und sind solche was meine Großmutter liebte und pflegte. Sie nahm sie für Sake oder Kopfkissen. Sie waren Ihr Schatz und ich dachte oft als Kind, die Orchideen seien wichtiger als ihre Enkelkinder!

(Foto aus Blumenmarkt Taipeis)