Zeit fuer eine Schale Tee

Nach Japan bin ich mit einer grossen Bestellung angereist. Freunde auf Teeweg beauftragten mich „Teatoys“ einzukaufen.

Bei Mitsukoshi (ein beruehmtes Kaufhaus) bin ich gelandet. Eigentlich kann ich kein Japanisch und die Verkaeufer im Kaufhaus kein Chinesisch und Englisch. Mit Hand und chinesischen Zeichen sprachen wir muehsam miteinander. Die japanischen Verkaeufer waren ruhig. Sie versuchten mich zu bedienen, ohne Panik und Druck und ich musste nicht warten. Mich bedienten drei Personal. Sie laechelten freundlich und waren begeistert, dass ich als Taiwanesin Teezeremonie praktiziere. Ihre Verstaendnis und Freundlichkeit als Dientleistende haben mich sehr beeindruckt.

Als sie meine Einkaeufe einpackte, lud uns ein Personal ein, eine Schale Tee zu trinken. Er sagte mir, dass er ebenfalls Schueler von Urasenke sei. Uns wurde eine Okashi – Suessigkeit offeriert – ganz nach der Tradition. Anschliessend eine Schale wunderbarer Matcha in kostbarer Chawan!

Diese Gastfreundlichkeit und das Teilen eine Schale Tee werden in meiner Erinnerung bleiben. Wann wuerden wir in Europa auch diese Gastfreundschaft erleben anstatt in der Schlange bei der Kasse zu stehen oder auf Bedienen ewig warten zu muessen? Haengt dieser Geist der Gastfreundlichkeit von Offerieren einer Schale Tee ab?  

Teeschale Eine Chawan Ausstellung in Mitsukoshi Chiba, Tokyo

古希記念・寺垣土窯 杉本貞光茶陶展
10月10日(火)~16日(月) 千葉三越7階 特選画廊
1979年、大徳寺での個展以来、長次郎の黒、光悦の赤・白茶碗、また高麗の井戸、熊川、粉引茶碗などを完成、発表してこられました。いずれの作品も崇高で味わい深く、陶芸界にて高い評価をいただいております。
今回、古希を迎え、従来に桃山陶を加えた志野、渋紙手、織部などの作品も合わせて発表いたします。
(左写真:「黒茶碗」径11.5×高さ8.3cm)

Der rauchige Geschmack von Dianhong

Einmal sagte Suzanne mir, dass Junshan Yinzhen leichten Rauchgeschmack hat. Das stimmt. Ich vermute, dass dieser Geschmack aus dem Roestungsprozess kommt. Viele Leute fragen mich, warum schmeckt der Dianhong ebenfalls rauchig? Ich kann es leider nicht antworten.

Gestern fragte ich Teataster Chen in Taipei, weshalb der Dianhong so einen Geschmack hat. Wegen seinem Herstellungsprozess? Er anwortete mich mit zwei Degustation von Dianhong und Lapsang Souchung. Die Antwort ist klar. Der Rauch-Geschmack durch Roestungsprozess (von Lapsang) schmeckt viel intensiver und dominanter als von Dianhong. Der Rauchgeschmack von Dianhong ist wegen seinem „Behaarung“ – die besten Dianhongs bestehen nur aus Tipps, die schoen beharrt sind und als goldene Tipps bezeichnet werden. Dieser Geschmack kommt ebenfalls beim Fenghuang Dancong und Oriental Beauty – die beiden Tees haben ebenfalls die schoen behaarten Tipps!

Diese goldene Dianhong – in China nennen wir “ Huangjin Maofeng“ (Goldene Maofeng), kann nicht stark gerollt werden und richtig fermentiert werden. Um die goldenen Tipps zu schonen vermeiden Teebauer starke Bewegung, so dass dieser Tee nicht ganz „schwarz“ ist, sondern eher „veroolongt“ – wie heutige 1. Flash von Darjeeling. Dieser Dianhong ist elegant, aber schmeckt nicht intensiv und beeindruckend wie viele starke Schwarztees, die man mit Milch und Zucker geniesst.

Nach paar Jahren durch die Nach-Fermentation durch die beruehung mit der Luft bekommt dieser Dianhong einen noch interessanten Geschmack – reif, rund und geschmeidig! Trotzdem ist er nicht geeignet mit Milch zusammen zu trinken. Dieser Dianhong ist eine Schoenheit, die man in der Ruhe langsam Schluck fuer Schluck geniesst und „versteht“.

Originalitaet und Tee – eine nachdenkliche Entwicklung

Gestern war ich beim Teebauber Hsu in Miaoli. Wir haben schoenen Oriental Beauty zusammen getrunken.

Hsu war vor kurzem in Korea und unterrichte koreanische Teebauer die Teekunst von Oolong. Er seufzte und erzaehlte, ei das Zusammenhalt und Loyalitaet von Koreaner das zweite Wirtschaftswunder hervorbringt und wie sie ihr Land liebt – im Gegensatz zu Taiwan, wo Menschen muehe und Problem haben mit ihrer politischen und kulturellen Identitaet. Wohin gehoeren wir? China oder Taiwan? Wohin gehen wir? Zu China? Ist der Weg zu einem China die Loesung dieser Formosa Insel?

Er erzaehlte weiter mit Wut und Bedauern. „weiss Du, dass Chinesen in China bereits Alishan Oolong, Lishan Oolong und Shanlixi Oolong mit ihrem Tee patentiert!? Obwohl diese Teesorten Formosa Oolong gemeint „war“!!??“ Diese Bergen und diese hochlandoolongs sind typische Formosa Gebirgen und typische Hochlandoolongs aus Taiwan. Aber nun… chinesische Tees koenen nun unter diesem Name verkauft werden und von ihrem Gesetz geschuetzt werden. „Was machen wir dagegen? Wir sind so isoliert in der Welt? Wissen unser Teefreunde in europa, ob sie wirklich den Formosa Hochlandoolong wirklich Formosa ist?“ Er erzaehlte weiter, dass Oriental Beauty das gleiche Schicksal erlebte. Das erinnerte mich an die Tatsache, dass ein traditionreicher Teeladen in der Schweiz ? Basel einen Oriental Beauty  aus China verkauft und behauptet, dass dieser halbkugelige Tee der „Oriental Beauty“ sei!

Dieser Nachricht tat mir weh und bereitete mir Sorgen. Herr Reichmuth hat mir bereits darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig die Originalitaet und Herkunft fuer die Entwicklung des Tees in Europa sein koennte und wie einflussreich die juristische Aktion ist.

Taiwanesische Regierung kann nicht viel dagegen tun, weil diese Regierung in der politischen Weltgemeinschaft isoliert ist. Viel wichtig ist das bewusstsein von Teetrinker und Teeliebhaber ueber den Tee, den sie trinken und lieben. Woher kommt dieser Tee und wie ist er gemacht!

Liebe Freunde, einen guten Tee trinken zu koennen ist kein Zufall. Hinter ihm stecken eine Tradition, eine Entwicklungsgeschichte und viel Arbeit vieler Menschen. Versuchen wir gemeinsam dieses Glueck zu bewahren, indem wir lernen, auf die Originalitaet und Herkunft zu achten. Unser Haendler werden auch lernen, so einzukaufen. Somit bewahren wir eine wertvolle Tradition unserer schnell veraendernden Welt!

Osmanthus Oolong

Osmanthus Oolong

Bei einem Sparziergang entdeckte ich die zarte Bluete von Osmanthus.

Osmanthus Oolong ist ein Mischung aus Oolong und frischen OsmanthusBluete. Dieser Baum waechst in fast ueberall in Taiwan und bluehen eigentlich rund ums Jahr. Die beste Qualitaet ist jedoch in diesem Jahreszeit. Der August im Mondkalender (jetzt) duftet ueberall Osmanthus!

Einmal wollte ich fuer eine Kundschaft Osmanthus Oolong bestellen. Im europa gibt es nur Osmanthus Oolong aus billigem braunem Oolong aus China. Diese Kundschaft moechte gerne einen richtigen guten Osmanthus Oolong haben. Teebauer antwortete mir, dass ich warten muss, bis die Osmanthus im August nach Mondkalender bluehen! Als August kam, bekam ich zwei Osmanthus Oolong Muster: ein sehr schoenen Osmanthus Hochland und ein feiner Nantou/Mingjian Osmanthus Ooling. Der Duft beider Oolong war zart und der Tee stnd im Vordergrund. Man schmeckten den Tee und die Bluete. 

Meine Kundschaft war jedoch nciht zufrieden. Die beiden Tees schmeckten zu wenig nach dem hiesigen Osmanthus Oolong in Europa! Es muss mehr danach duften, sonst koennten Sie ihn nicht verkaufen!

Der Teebauer erwiderte dem Geschmack Europas mit einem Vorschlag, dass die Kundschaft im Europa den natuerlich aromatisierten Osmanthus Oolong noch einmal mit Parfuem behandeln koennte. Der natuerliche Osmanthus Oolong duftet einfach zart und zurueckhaltend, waehrend der Geschmack in Europa bereits von Parfuem abhaengig ist.

Dagegen kann man leider nicht mehr unternehmen?

Dorf Orang Asli

Dorf Orang Asli

Das Dorf Orang Asli in Cameron Highlands.
Das Dorfbild ist gespraegt von Solarzellen, hoch stehende Bambushaeuser und frei laufende Huehner. Das Haus von Dorfvorsteher ist gleich beim Dorfeingang. Um ins Aufenthaltsraum einzutreten sollte man Schuhen ausziehen und man sitzt auf dem luftigen Boden. Obwohl man sich im Haus befindet, kann man durch Ritzen zwischen Bambus die Aussenwelt beobachten. Inen und Aussen ist nicht volltaendig getrennt. 

Cameron Highlands

Orang Asli Orang Aslis sassen vor ihrem Haus.

Cameron Highlands, es hoert sich sehr britisch an. Ja. Es waren die Briten, die auf die Idee kamen, hier aus urwald zur Teeplantage zu verwandeln.

Es war allerdings Heimat von unbekannten Tieren, Voegel und Orang Asli – bis William Cameron 1885 ihn „entdeckte“ und dort stationierte.

Als John Russell am 23. 4. 1923 die Teeplantage Boh hier im Highland aufbaute, war hier virgin jungel. Die Orang Asli waren ihm ein unbekannter Begriff. Fuer seinen Teegarten holte er Unterstuetzung von seiner Kollegen in Ceylon und Arbeitskraft ebenfalls aus diesem Subkontigent. Hier fanden die indischen Arbeiter ein Zuhause, waehrend die Eingeborene Orang Asli noch weiter tiefer ins Jungel ziehen mussten.

Boh ist der groesste Teegarten im cameron Highland. Ihr Teegarten ist so schoen kultiviert und verwaltet, so dass man mit Maschine die Tee muehlos pfluecken kann. Seine Kapazitaet ist beeindrueckend.

With a production capacity approaching 3000 kilogrammes per hectare, Boh produces 4,000,000 kilogrammes of tea a year, or approximately 5.5 million cups of tea per day! This constitutes around 70% of all tea produced in Malaysia and meets almost 50% of the consumption requirements of the country.

Ueberall im Higland kann man Teebags von Boh kaufen, genau so gut wie Lipton. Natuerlich produziert Boh auch so genannten Gartentee, dessen Qualitaet schwer mit Darjeeling oder Keemun vergleichbar sein kann – obwohl ich kein Fan von den beiden Tees bin. Ich fragte mich, warum baut man hier Teeplantage, um Teabags zu produzieren, statt Jungle und Orang Asli in Ruhe zu lassen? Nur damit Malaysia nationale Teeplantage hat?

Heute extiert hier nicht nur Teeplantage, sondern auch Beefarms, Orchideen-Farm, Gemuesefarms und Rose Vally! Es sind kein Englaender mehr, sondern andere Einwanderer Chinese und Inder. Die Orang Asli lebten ganz abseits von diesem Wirtschaftboom und Laufkundschaft aus ganzer Welt. 

Orang Asli hat versucht, den Anpassungsprozess zu verweigern. Sie tauchen noch weiter tiefer in die Jungel unter. Aber im Name der Zivilisation und Heimatsschutz wurden von staatlicher Gewalt gesucht und sie wurden indentifiziert und registriert. Ihre Kinder muessen in die Schule, sie bekommen Solarzellen, Troilette und neuen Dorfeingang. Touristen werden dorthin gefuehrt – wie wir. Wir wollen Malaysia authetisch erleben! Wir wollen alle die „Eingeborenen“ „erleben“, was vielleicht nicht mehr erlebt werden wird. Wir brachten Schoggikekse und Bonbons, weil unser Fuehrer uns so geraten hat. Als unser Jeep durchs Dorf abfuhr und zwei Junge (vielleicht nur 7 jaehrig) bei ihrem Flussbad durch Staub stoerte, schenkte mir ein Junge einen ungeduldigen Blick “ He, beeil‘ Euch… lass uns doch in Ruhe!“  

Lake House Eine beliebte Unterkunft von Hiighland. Britisch, persoenlich und elegant. Man vergiss, dass man in einem asiatischen Land zu gast ist und im 21th Jahrhundert lebt. Fuer Martin war es wie ein Gefaengnis, fuer mich war es ein Genuss.

Baba und Nyonya 峇峇娘惹

Pinang P. M. Peranakan-Kunststil

Als wir in das alte renovierte Haus eintratt, sahen wir einen gewoehntlichen alten Mann, der das Haus starrte und auf dem Hocker sass. wir beschenkten ihm keine besondere Aufmerksamkeit und folgte dem Fuehrer in die Raeume.

Pinang Peranakan Mansion war das Ziel des Besuches. Die komische Mischung zwischen chinesischen und westlichen „Lifestyle“ in letzter Epoche wechten unser Neugier. Fuehrer erzaehlte uns von Baba und Nyonya… Was ist das? Ich kenne Nyonya Reiskuchen, der ueberall im Kaufhaus Taiwans als malayische Spezialitaet verkauft wird. Aber ws bedeutet dieser Name genau?

Das war die Geschichte der interkulturellen Begegnung. Exotik, Erotik und dann… Chinesen aus armen Provinz Chinas suchten in Fremden ihr Glueck! Herr Zheng 鄭景貴 war einer von vielen. Er kam allein in das fremden Land, wo sich sein Vater und Bruder bereits befinden. Er arbeitete hart, er war der absolute Fuehrer von Clan und Banditen. Er wurde reich durch Zinn-Ausbeutung und natuerlich reich durch Sieg ueber andere durch Banditen-Kriegen. Er heiratete eine Chinesin, natuerlich aus reicher Familie mit gebundenen Fuesse, die als Prestige dienten. Eine  kultivierte Frau aus Mutterland und unzaehlige wilde Frauen aus fremdem Malaysia! Herr Zheng baute das Haus als sein Buero als sein Machtzentrum und besass eine Ehefrau und 7 Nebenfrauen! Natuerlich mit nicht ueberliferten Romanzen und unehrliche Kinder…

Kinder von den Nebenfrauen blieben als Kinder bei der Mutter, die von lokalen fremden Kultur gepraegt wurden. Als Kinder erwachsen wurden, wurden sie ins Mutterland China geschickt – kultiviert zu werden… Diese Kinder von dieser speziellen Mischung sind Peranakan… Maenner nennen wir Baba und Frauen sind die Nyonya…

Chinesische Auswanderer und Einwanderer waren immer ledige Maenner. Wenn es moeglich war, haetten sie gerne Chinesin geheiratet. Zum Vergnuegen waren die interessante exotische wilde Frauen da. Aus dieser exotischen und erotischen Beziehung ist diese einzigartige Kultur entstanden!

Es war mit Taiwanesen nicht anders. In meinem Blut fliesst verschiedene Mischung aus ehemaliger Begegnungen. Menschen sind beste Dokument der kulturellen Kreuzungen!

Peranakan liessen gerne Porzellan in China herstellen. Sie hatten einen speziellen Geschmack! Sie liebten Mudan (eine aehnliche Blume wie Pfingstrose) und Phoenix – Siymbol von Reichtum und Segen. Sie hatten ihre spezielle Mode, spezielle Sprache (Mischung aus Hokkien und Malaisch) und spezielle kulinarische Note – Mischung aus ihrer malayischen Mutter und der chinesischen vaeterliche Tradition!

Dieses spezielle Volk sind von Aussterben bedroht –  sie lassen sich intergrieren in die Main-stream-Kultur… In Singapore sind sie nun richtige Chinesen, waehrend ihre Identitaet in Indonesien und Malaysia immer mehr zu ihrer „Mutter“ tendiert…

Familie Zheng lebt nun immer noch in Penang, aber nicht mehr viele. Die meisten Zheng-Peranakan wandern noch weiter in die Welt – nach der neuen Welt, Europa oder New Zeeland… Der Fuehrer erzaehlte uns, dass das alte Haus im Zerfall war und an fremdem Mann verkauft wurde, der selbst wohl Peranakan ist und fuer diese Gruppe etwas tun moechte. Er baut das Haus zu einem Musuem aus. Er ist reich, kultiviert und sammelt Kunst. Aber der wirkliche Zheng-Peranakan… Er deutete mit Finger den alten Strassen-Mann im Hof, der im tiefen Gedanke versunken war – er ist der letzte Zheng, der immer wieder ins Haus kam, seine Vorfahrer Weihreich und Raecherstaebchen opfert… Er ist ein Fremde in diesem Haus „Hai Shan Hui“ geworden, so fremd wie Peranakan in Pinang.