Matcha oder nur grüner Teepulver

Matcha oder nur grüner Teepulver

Als ich Mitte Juni in Frankreich war, waren viele japanische Mönche zu Besuch. Für unsere Besucher habe ich stets Tee gekocht. Japaner waren sehr beeindruckt, dass sie in Europa einen richtigen Matcha serviert bekommen konnten. Denn ich zum Glück eine Dose Matcha Kyomukashi mitgenommen habe. Nuria hatte allerdings zwei Bio Matcha Dosen aus Deutschland mitgebracht. Auf der Dose stand grüner Teepulver aus Sencha…

Der Tee von Bio Sencha Pulver sah genau so aus wie das Foto. Grauenhaft. Selbst grüner Teeanfänger Pedro aus Lisabon zog sein Gesicht zusammen, nachdem er zwei Matchas im Vergleich hatte.

Matcha sollte eigentlich aus dem gleichen Material wie Gyokuro stammen. Warum hat der Biotee-Importeur aus Matcha Sencha-Teepulver gemacht? Das ist mir bis heute noch ein Rätsel.

Aus Uji habe ich auch einen angeblichen Matcha aus Organic-Garten. Der Tee sah so aus, dass ich selbst nicht trinken will und nichts weiter verkaufen würde. Vielleicht noch für grünen Teenudel? Europäische Teeliebhaber tun mir richtig Leid, wenn Sie im Laden solchen Matcha erhalten…

Das Foto: Matcha aus einem Organic Garten in Uji. Anstatt leuchtende grünen Farbe sieht dieser Tee dunkelgrün.

Degustation Gyokuro Uji

Degustation Gyokuro Uji

Degustation von zwei verschiedenen Gyokuro Uji: links aus einem Organic-Garten und rechts aus dem konventionellen Anbau.

Neulich bekomme ich Teemuster aus einem organic Teegarten in Uji, Japan. Für meine kleine Teeschatzkammer suche ich gerne gute Tees und möglichst „sicher“. Die beiden Kriterien lassen sich oft nicht miteinander zu vereinbaren! oft für eine gleiche Qualität muss ich für Tee aus Organic Garten viel mehr dafür bezahlen. Ich sehe oft nicht ein, weshalb!

Gestern habe ich die beiden Gyokuro aus Uji degustiert. Aehnliche Preise, obwohl der koventionelle Gyokuro aus Uji ein wenig günstiger ist. Jeden Falls liess ich das Wasser abkühlen. 2,5 Gram Teeblätter in der Degustier-Tassen. 5 Minuten liess ich den beiden Tee ziehen.

Ich trank zuerst den Organic Gyokuro – mit einer grossen Erwartung. Wow… sehr bitter, ausser bitter spüre ich wirklich kaum noch andere Aroma-Noten. Der Aufguss ist dunkel und leicht trüb. Ich spüre meinen Mund zusammzog und mein Magen schrie.

Dagegen der konventionelle Gyokuro enttäuschte mich weniger. Er schmeckts zwar bitter, aber süsste sehr schnell im Gaumen beim Abgang. Die typische Gyokuro-Aroma waren sehr präsent und lieblich, bitter und erfrischend.

Das einzige, was mich von dem Organic Gyokuro gefällt ist, die Blätter. Sie sind kräftig und lederig. Anders als die schlappe Blätter von konventionellen Anbau. Aber sie zeigen mir auch paar leicht rote Blätter. Für mich ist dieser Organic-Gyokuro fehlerhaft in der Produktion. Die leichte rötliche Färbung der Blätter zeigen mir, dass die Teeblätter nicht gleich nach der Ernte verarbeitet wurde. Ich würde behaupten – ich hoffe, dass es Experten gäbe, mich zu korrigieren – Organic Gyokuro könnte besser schmecken als der konventioneller, wenn der Teegarten mehr an ihre Herstellung investieren würde!

Tee Produktion ist ein künstlerisches Handwerk, eben keine Dogma. Man kann nicht mit einer Vorstellung kommen und wollen behaupten, Organic sei alles besser. Für mich als Teeliebhaber und Teehändler bleibt es nach wie vor ein sehr schwer zu lösendes Thema!

Nach dieser Degustation leidet mein Magen sehr und bekam sehr bald eine schlimme Migräne. Darum kann ich diesen Beitrag erst heute posten.

BIO und Tee – ein emotional geladenes Thema

Muzha

Schilder von verschiedenen Teehäuser und Garten im Teeland Muzha-Taiwan. In welcher Richtung Du gehen willst, bleibt es Dir überlassen.

Was habe ich getan, dass das Thema BIO und Tee plötzlich zu einem emotionalen Thema zwischen zwei Fronten geworden ist? Siehe die Streit in letzten zwei Beiträge – ich bin froh über die intensiven Teilnahme!

Ich bin eine Soziologin und beobachte gerne gesellschaftliche Mechanismen, die Menschen bewegen, zu handeln. In meinem Studiumzeit habe ich wirklich verpasst, das Thema BIO und den kulturellen Konsum unter die Lupe zu nehmen.

Kaufe ich gerne BIO – Produkte? Selbstverständlich! Bin ich BIO und Label-Gegner? Jain! Ich bin nicht gegen BIO-Label, aber gegen die Gläubigkeit und diese Autorität als eine absolute Wahrheit wahrzunehmen!

Bin ich selbst die absolute Wahrheit? Jeder, der mein Blog regelmässig besucht, weiss, wie oft ich über mich selbst lache und meine Meinung nie als Autorität vermarkte. Der Teeverkäufer lügt, aber der Tee nicht. Die Sprache des Tees zu verstehen und zu lernen, ist für mich viel wichtiger als an „BIO“ zu glauben.

Menschen müssen mir kein Vertrauen schenken. Warum sollen sie? Warum schenken wir Vertrauen an Polizei? Warum schenken wir unser Vertrauen an Obrigkeit und Autorität?

Diese streitige Diskussion geht nicht mehr um den Tee, sondern um eine Lebenseinstellung, die ich habe. Ich glaube nicht an Fernsehen weil ich an der Medienwissenschaft sieben Jahre lang geforscht habe, wie Medien funktionieren. Ich zweifele gerne an die Autorität, weil es inzwischen so viel geforscht wurde, wie Autorität funktioniert. Kennst Du das dritte Reich? Kennst Du das Theater mit dem Irak und Bush? Kennst Du die Marketingsstrategie unserer Werbeagentur?

Darum hat ein BIO Tee für mich nicht die absolute Bedeutung. Der Tee muss in erster Linie richtig hergestellt und nach dem Tee schmecken, wie er deklariert ist. Ein Oolong muss wie ein Oolong schmecken. Ein Lungjing wie ein Lungjing!

Ein Oolong, der nach traditioneller Anbauweise hergestellt und richtig erzeugt wurde, schmeckt viel lebendiger und interessanter als ein konventioneller Oolong. Ich verkaufe sehr gerne solchen Tee! Er ist allerdings viel teurer und ich importiere diesen Tee vielleicht gerade Mal 20 Kg und kann mir es wirklich nicht leisten, ein Label zu bezahlen. Ich wehre mich nicht dagegen, aber das System ist nicht für einen kleinen Teehändler wie mich gemacht. Darum kann ich diesen Tee nur so beschreiben und deklarieren, aber nicht als BIO. Wenn man mir kein Vertrauen schenkt, ist es vollkommen in Ordnung! Warum sollte man mir Vertrauen schenken? Der Tee spricht für sich ohne ich dazu etwas sagen muss.

Meine Aufgabe ist nicht Vertrauen von Dir zu holen, sondern meine Arbeit richtig machen. Jedes Jahr gehe ich nach Asien, lerne Herstellung des Tees, lerne Geschmäcke des Tees zu verifizieren, lerne die Sprache des Tees zu verstehen. Ich habe nicht die Vision, Menschen zu bekehren, sondern das Wissen mit Menschen zu teilen, die es schätzen. Wenn Menschen mir kein Vertrauen schenken, ist es vollkommen in Ordnung. Meine Arbeit wird dadurch nicht behindert, die Teekultur in Europa zu verbereiten. Ich mache diese Arbeit, nicht um Anerkennung zu holen, sondern weil es am meinen Herzen liegt – ganz unabhängig was andere Menschen denken. Was ist meine Absicht? Nichts. Jeder, der es schätzt, bekommt es. Jeder, der es ablehnt, ist richtig.

Ich liebe Tee und liebe das Blog zu schreiben. Anerkennung und Lob sind schön, auch Kritik und Auseinandersetzung sind dankbar. Ich spiele gerne Dissonanz und schätze Dissonanz sehr – das vermisse ich ein wenig in der Schweizer Oeffentlichkeit. Meine Arbeit wird nicht durch Lob oder Kritik mehr oder weniger Wert haben. Ich habe keine Absicht etwas zu sein oder zu werden, nur eine Vision. Hoffe, der Tee irgendwann selbstverständlich BIO ist und dabei wunderbar schmecken!

In absehbarer Zukunft möchte ich gerne in Zürich ein Teehaus eröffnen, wo wir gute Tees trinken können und dabei richtig streiten oder klatschen!

BIO und Tee

Immer wieder möchten Teefreunde wissen, wie die Schadstoffe im Tee sind. Immer wieder bin ich als Teehändler mit der Frage konfrontiert „Menglin, ist Dein Tee sicher?“ Immer wieder möchte man sichern, dass man gesund und glücklich lebt.

Der Tee aus Taiwan und China ist nicht anders als das Lebensmittel in Europa. Es gibt viele grosse Teebauer, die sich leisten, seinen Produkte als Bio-Tee zertifizieren zu lassen und seinen Tee in einem grossen Stil – industrielle Weise zu produzieren. Es gibt auch viele gute Teebauer, die sehr gute Tees produzieren und nichts von Bio halten – so lange seine Tees immer ausverkauft bevor der Tee überhaupt gepflückt wurde. Es gibt auch viele kleine Teebauer, die auf die modernen Methode verzichte und sich nicht leisten, den Bio Label zu holen. Viele Bauer in Europa haben das gleiche Problem. Sogar Kaffee-Bauer in Kolumbia haben die gleiche Sorgen. Obwohl alle sich bemühen, gute Produkte zu erzeugen, ist das „Bio“ nicht unkostenaufwendig.

Wenn man nur „Bio“ als absolute Kriterien betrachtet, ist es sehr wichtig nur den Tee mit Bio-Label zu kaufen. Obwohl ich die meisten importierten Bio Tees in Deutschland selbst nicht trinken. Sie haben vielleicht schadstoffarm, aber geben mir keinen Genuss – natürlich kann man darüber streiten, was wichtiger ist oder was man unter „Genuss“ versteht.

Eins wurde mir klar als ein Teehändler, Bio-Label wirkt bei meisten Kunde wie ein Qualitätsversprechung, die in der Wirklichkeit nur ein ganz kleines Aspekt deckt und als Geschmacksorientierung gar nichts aussagt…

Für mich ale eine verantwortungsbewusste Teehändlerin ist es sehr wichtig „gute“ Tees unter den Menschen zu bringen, die Tee lieben und schätzen. Gute Tees bedeuten mir, dass sie in einer richtigen Zeit gepflückt, genug gewelkt wurde, genug fermentiert oder gar nicht fermentiert wurde, richtig getrocknet oder richtig geröstet wurden. Wenn man einen grünen Tee trinkt, darf er nicht sauer, trüb und zu bitter schmecken. Wenn man einen Oolong trinkt, darf der Tee nicht grassig, grün und zu bitter schmecken. Diese Dinge sind mir wichtiger als der Bio Label. Weil ein grassiger Oolong unsere Magenschleimhaut reizt und die zu bittere Note unser Herz und Nieren eher überfordert. Dann nützt die drei Buchstaben BIO auch nicht.

Natürlich schmecken mir ein Oolong, der unter traditionellen Methode hergestellt ist, viel lebendiger und interessanter! Es sind Raritäten, die wirklich Freude und Genuss machen! Darum bemühe ich mich solche Tees zu impotieren: Yinzhen aus Organic-Garten (so ein schöner Yinzhen habe ich wirklich noch nie getrunken!), Grüntee Tee wie Nanyue Maofeng, von Insekten befallenen Oolong und Schwarztee etc. Aber ich kann mir nicht leisten für jeden Tees einen Bio Label zu holen. Ich könnte nur meinen Teefreunden mitteilen, wie die Tees gemacht sind. Wenn sie mir nicht glauben, ist es auch in Ordnung. Menschen sollen in unserer Gesellschaft die Möglichkeit haben, das zu glauben, was sie für richtig halten.

Ich habe eine Vision, die Teekultur in Europa zu verbereiten. Wenn wir immer nur an der Diskussion von Bio oder nicht Bio bleiben, kommen wir wirklich nicht weiter. Lernen, was wirklich ein guter Tee schmeckt und schmecken soll, ist wohl befriedender. Seit drei Hundertjahren ist Tee in Europa bekannt, aber das ist daraus entstanden? Aromatisierung des Tees! Anstatt den Tee richtig zu schmecken, fügen Menschen nur noch mehr Zusatzstoffe hinzu. Anstatt sich wirklich mit Tee zu beschäftigen, rührt man lieber die Brei herum. Man kommt nicht weiter, wenn man nur an einem Label festhält – auch wenn diese ehrliche Wörter von meinem Herzen viele Teefreunde provozieren… 

Liebe Sandra, ich könnte Ihnen nicht raten, wo Sie sicher sind, einen Tee ohne Schadstoff zu kaufen. Sind Sie sicher, dass Ihre Wasserleitung schadstofffrei ist?

Geschmäcke im Tee

Ich habe einen Beitrag über fünf Geschmäcke und Tee geschrieben. Viele Teefreunde schrieben mir deswegen Email, weil es Unklarheiten gaben. Sie fragten mich, was ist eigentlich „Bitter“? Schmecken nicht alle Tees bitter?

Ja, sicher alle Tees schmecken bitter. Darum haben alle Tee eine primäre Funktion im Körper: erfrischend, verdauungsfördernd und entgiftend. Aufgrund unterschiedlicher Zusammensetzung und Geschmacksrichtungen haben Sie unterschiedliche Wirkungen.

Dass der Geschmack „bitter“ direkt auf die Organen Herz und Dünndarm wirkt, heisst nicht, dass wir nur bitteren Tee trinken. Es gibt verschiedene Stufen von Bitterkeit. Eine angenehmer bittere Spuren im Tee erweckt unseren Geist und hinterlässt im Abgang ein Hauch von angenehmen Süssen. Diese Geschmackswandlung könnten wir nur bei einem gut hergestellten Tee erleben. Ein bitterer Tee ist keine Garantie von gesundheitsfördernd, sondern Garantie von einer schlechten Herstellung oder der schlechten Kochkunst des Tees. Man könnte mit Zubereitungsmethode den bitteren Geschmack des Tees umgehen. Die Kunst liegt an dem Bewusstsein, wie und wann man Tee aufgiesst. Die Palette der Bitterkeit, die ein Tee uns anbietet, zeigt ebenfalls die Qualität und Raffinesse der Teeherstellung.

Geschmack sauer ist nicht gleich „sauer“. Ein sauerer Tee ist ein „schlecht“ hergestellter Tee. Meister Chen meint mit dem „saueren“ Geschmack keineswegs die aggressive Säure, sondern eine angenehme leicht prickelnde Spur auf der Zunge. Dieses Geschmackserlebnis erleben wir vor allem bei alt gelagerten Oolong Tee, der in einem bestimmten Reifungsprozess leicht nach Umeboshi schmeckt. Auch alle Oolongtees, die richtig verarbeitet und fermentiert wurden – auch wenn er ein grüner Oolong ist, enthalten diese Nuance. Für mich als Profi ist dieser Geschmack die entscheidende Indizien, ob ein Oolong für mich im Kauf in die Frage käme.

So weit für einen Nachtrag über die Geschmäcke des Tees. Ich freue mich auf jede Anregung und Fragen!

Pu Er Tee und Wu Wei

Pu Er Tee und Wu Wei

Pu Er wird in den Medien als Wunderkraut gespriesen und der Tee aus Yunan bommt im Moment. Das Resultat ist, dass ich in diesem Frühling keinen Tee aus Yunen kaufen kann – er war zu teuer und der Preis ist nun am Fallen…

Meister Chen empfiehlt manche Menschen gerne Pu Er Tee. Er erzählte mir, dass Pu Er Tee auf den Unterleib Bereich positiv beeinflusst. Vor Allem Schwäche in Dickdarm, Dünndarm, Postata, Gebärmutter und Blasen könnte mit Pu Er Tee geholfen werden. Der Geschmack Süss in Pu Er wirkt günstig auf Muskel aus. Er bezeichnet es als Tu-Qi (Erde-Qi). Das Tu-Qi bekräftigt die Schwäche im Unterbauch und beliefert ihm das notwendige Qi.

Jeden Morgen auf dem nüchternen Magen eine Schale „heisse“ Pu Er zu trinken, wird man mit Energie versorgt. Er empfiehlt Freunden, die Postata Operation hatten, Blasen-Angriff hatten, ihn zu trinken. Ein gut gelagerter Pu Er, der nicht künstlich nachfermentiert wurde, wäre eine gute Wahl für diese Kur. 

Pu Er, der aus alten Bäumen stammten, hat einen markanten süssen Geschmack. Da diese Teeblätter mehr Inhaltstoffe haben als Teeblätter aus niedrigen Teebusche. Nach einer langen natürlichen Lagerung verschwinden die unangenehmen bittere und sauere zusammenziehende Note. Der Tee schmeckt richtig süss und erdig. Solcher Tee wäre für Meister Chen eine sehr gute Alternative für Verstärkung der Gesundheit als Pille. 

茶的四氣和五味 Siqi und Wuwei – Tee und Qi

Chinesischer KräuterChinesische Heilkräuter für Zufuhr des Qis

Tee aus der Perspektive der chinesischen Medizin zu betrachten könnte durch die Theorie von vier verschiedene Charakter (四氣 Siqi) des Qis und fünf verschiedenen Geschmäcke (五味 Wuwei) verdeutlicht werden.

Siqi 四氣: das ist gemeint mit der Wirkung des Tees in unserem Körper. Tee wirkt sich in vier Charaktere aus: Kalt, abkühlend, warm und mild. Aus der Persktive von Yin und Yang betrachtet könnte man warm und mild zu Yang Qualität eingeordet werden; kalt und abkühlend zu Yin Qualität eingeordnet werden.

五味  Wuwei: Tee hat fünf verschiedene Geschmäcke: Scharf, süss, sauer, bitter und salzig. Scharf und süss gehören eher zur Yang-Qualität; bitter, sauer und salzig beinhaltet mehr Yin-Qualität. Konkret betrachtet wirkt der Tee unterschiedlich in unserem Körper aus aufgrund seiner unterschiedlichen Geschmäcke.

Scharfer Geschmack spricht Lunge – Dickdamm an. Er wirkt sich im ganzen Nervensystem aus.

Süsser Geschmack spricht Milz- Magen an. Er wirkt sicht im ganzen Muskel-System aus.

Sauerer Geschmack spricht Leber und Gallen an. Er wirkt sich in ganzen Organen aus.

Bitterer Geschmack spricht Herz und Dünndarm an. Er wirkt sich in ganzem Blutkreislaufsystem aus.

Salziger Geschmack spricht Nieren und Blasen an. Er wirkt sich in ganzem Knochen-System aus.

 

Duft des Tees

OolongteeblattTeebaum im Frühling

Man spricht im Qigong stets von Qi. Ich spreche auch stets in meinem Blog von Qi. Was ist Qi? In Haungdi Neijing – ein chinesisches Bibel von Heilkunde spricht ca. 15000 Male von Qi und Qi wurde von mehr als 1400 verschiedenen Deutungsweise interpretiert.

Qi ist ein Vermittler und Stimulator zwischen Menschen und Kosmos, zwischen Lebensmittel und unserem Körper, zwischen Tee und uns. Alle Lebensmittel beinhaltet Qi. Alle Teesorte enthalten Qi. Qi transportiert Blut. Das Blut fliesst in dem ganzen Körper. Ohne Blut und Qi wäre der Mensch leblos.

Das Qi des Tees ist der Duft des Tees. Es kann nur aufgenommen werden, wenn das Dampf des Aufgusses noch in der Luft „rauscht“. Darum sollten wir den warmen dampfenden Tee geniessen, wenn wir das Qi des Tees aufnehmen möchten. Dieses Erkenntnis spricht leider gegen alle Regeln, die wir im Westen kennen – beim grünen Tee Temperatur senken, beim japanischen Tee lautwarm trinken…

In den letzten drei Wochen besuchte Qigong Meister Chen die Schweiz und erklärt stets den Fluss des Qis – im Wohnraum, im Körper und im Tee. Ich werde in nächster Zeit umgehend darüber berichten.

Nachtrag zur Tea and Coffee World Cup in Genf

Teefreund Jürg, der amtierte Präsident von schweizer Teeclub schrieb in einem Kommentar über den Anlass von Tea and Coffee World Cup in Genf. Ich wollte nicht diese wertvolle Information nur in kleinem Kommentar verschwinden und poste heute als einen eigenständigen Beitrag!

Hallo Menglin,

Hier doch kurz noch ein Kommentar dazu, damit man das ein bisschen besser versteht.

Der Anlass wird ja durch einen amerikanischen Verlag organisiert, dem Tea and Coffee Trade Journal. Schon im Namen tragen sie also Tee und Kaffee… Dieser Verlag geht zurück auf einen gewissen Williams H. Ukers, der in den 1930er Jahren zwei wahrlich monumentale Werke geschrieben hat, nämlich „All About Tea“ und „All About Coffee“. Beide Werke bestehen aus je zwei Bänden, und enthalten tatsächlich eine Unmenge Informationen über die beiden Getränke, natürlich zum Stand der damaligen Zeit. Ich frage mich ernsthaft, wie das der Mann alles zusammentragen und mit Fotos versehen konnte. Genau wegen dieser grossen Tradition veranstaltet der Verlag immer noch diese kombinierte Messe, und publiziert einen „Ukers Directory“, mit Tausenden Adressen aus der Tee- und Kaffee-Industrie.

Und aus westlicher Sicht haben die beiden Getränke auch tatsächlich eine wahrlich epochale Gemeinsamkeit: sie sind, zusammen mit Kakao, die sog. „grossen Ernüchterer“ Europas, einem Kontinent, der zeitweise im Alkohol zu ertrinken schien.

Mich störte der Kaffeegeschmack an der Messe auch (www.teeclub.ch), ich bevorzuge ganz klar reine Teeveranstaltungen, oder auch Tee-Orte, wo der subtile Geschmack des Tees in der Luft liegt (etwa Mariage in Paris). Sobald das Kaffee mitmacht, ist der Spass vorbei. Und das Parfum-Problem… hatte ich kürzlich auch bei einer Weindegustation, da hat sich der Leiter auch drüber aufgeregt, dass ein paar Damen parfumiert daherkamen. Ein leidiges Problem!

Gruss, Jürg

Tea and coffee world cup

Tee-Erlebnis in Paris

mariage feres Mariage Freres in Paris

Am einen frühsommerlichen Tag flanierte ich in Paris. Zu Fuss ging ich an dem berühmte Teeladen Mariage Freres. Sakura – war das Thema des Monats. Ein Thema zum Tee, was Japan und Paris gleichzeitig verbindet, war bestimmt eine erfolgreiche Verkaufsstrategie.

Mariage Freres ist nicht nur bekannt für die klassischen Teesorten, sondern auch für die „französischen“ Teekreation – Aromatisierung des Tees! Eigentlich wollte ich nicht unbedingt etwas kaufen, nur Neugiere, was mich dahin gezogen hat. Aber der schöne charmante B., in einem engen weissen Anzug, lächelte mir an und fragte mich auf einer französischen Art, die einer Frau nicht unbedingt widerstehen will, ob er mir etwas behilflich sein könnte. Ich lachte. Er guckte mich mit Fragezeichen an. Ich sagte, „Wie könnte man Ihr Charm widerstehen, hier nicht etwas nach Hause als Mitbringsel zum Mitnehmen?“ Wir lachten. Ich wollte die klassischen Teesorten anschauen. Einen Orchideen Thai Oolong hat mich interessiert, der ebenfalls nicht weniger als 50 € für 100g kostet. B. preiste für diesen Tee, aber er konnte mir nicht versichern, ob der Tee nicht aromatisiert wurde. Ich erklärte ihm, dass es ebenfalls einen Oolongbaum Orchideen in China heisst und ich mich sehr dafür interessiere. B. zeigte mir anderen Oolongsorten. Tie Guanyin für knapp 70 € 100g, aber eine Ernte von 2005!! Ein Da Hongpao für mehr als 70€ 100g auch eine Ernte von 2005!! Ich staunte von der langen Lagerzeit, bedankte mich für seine Ehrlichkeit. Er fragte mich vieles über den Tee, weshalb ich so und so über diese Tees äusserte. Er sagte mir, dass er sich sehr freute, mit mir über Tee zu sprechen. Denn er sah, dass er vieles von mir über Tee wissen könnte! „Sie sind ein Expert.“ sagte er, „wissen Sie, wenn Sie gute Tees haben möchten, sollten Sie zu Madame Tseng gehen… vielleicht sollte ich Ihnen es nicht sagen. Aber ehrlich gesagt…“

Wir plauderten und lachten. In diesem von Life-Style dominierten Laden fragte dieser jungen Mann mich aus, was er von Oolong wissen wollte. Ich wollte zum Schluss etwas mitnehmen. ich wollte nicht, dass dieser junge Mann kein Geschäft machte. B. lächelte mich nochmals an und sagte, dass er mir die Tee-Mamelade schenken wollte. “ This is a gift for you! Thank you for the nice time with you.“

Mariage Freres

30 rue du Bourg-Tibourg, Paris 4e
Tel. : +33(0)1 42 72 28 11

Seine Freundlichkeit und Offenheit gab mir einen sehr guten Eindruck. Der Erfolg von Mariage Feres ist nicht zufällig. Sie haben sehr gut geschulte Personal, die kritische Kunden freundlich empfangen und Stammkunde immer warmherzig bedienen.

Ein ganz anderes Erlebnis habe ich in Genf bei Coffee und Tea Messe erlebt. Es war ebenfalls ein Teeladen von Paris, ebenfalls von einem globalen player, der in Shanghai einen Laden betreibt.

Terre de Chine sitzt in Paris und stellte in dieser Messe viele seine Spezialitäten aus. Eine junge Frau Wang demonstrierte Gongfu Cha und sprach Französisch und Chinesisch (man kann unter dieser Link diese junge Dame live erleben). Die wertvollen Tees sind in wunderschönen Bambus-Dosen aufbewahrt und Besucher bewunderten diese schönen Accessories. Ich war auch neugierig und sprach diese junge Dame auf Chinesisch an und hätte sehr gerne einen schönen Lungjing oder Tie Guanyin erlebt haben.

Irgendwie fühlte diese junge Dame Wang prodvoziert und fragte mich, ob es sich überhaupt lohnt, mir einem guten Tee zu geben. Denn einen guten Tee sollte von einem Teekenner getrunken werden. Mich überraschte ihre Direktheit und lachte, “ das müssten Sie selber wissen.“ Sie bereitete widerwillig mir eine Tasse Lungjing und Tie Guanyin, aber das Wasser kochte nicht. Sie bediente alle andere „Langnase“ mit Lächeln und Freundlichkeit. Allen Kunden wurde eine Katalog in die Hand gedrückt. Ich fragte sie, ob ich auch eine haben könnte. Sie fragte mich, wozu? Ich erwiderte mit der gleichen Antwort: “ das müssten Sie selber wissen, ob es sich lohnt.“ Widerwillig gab sie mir eine Katalog. Widerwillig gab sie mir eine Tasse Tee. Widerwillig fragte sie mich, ob ich diese gute Qualität erkennen könnte. Ich versuchte meine wirkliche Meinung anders auszudrücken. Aber dies prvozierte sie wieder. Sie sagte, wenn ich nie in China gewesen wäre, sollte ich lieber mein Mau zuhalten. Wenn ich nicht in Anxi gelebt hätte, hätte ich gar keine Ahnung von Tie Guanyin. Ich schwieg höfflich und ging zu anderer Seite. Ihr französischer Kolleg war sehr freundlich und zeigte mir einen schönen Liuan Guapian. Der Tee hat sehr schöne Blätter, ein schöner Tee! Aber die wunderschöne Bambusdose riecht nach Leim und Bambus. Ich seufzte. Wie Schade! Schade für so einen guten Tee! Höfflich erzählte ich dem Französe von dem Fremdgeruch in der Teedoese. Sein Gesicht war voller Schock und fing an in jeder Dose zu „riechen“…

Sehr schnell verliess ich den Stand. Das war Terre de Chine. Ein Fachgeschäft für Tee? Wenn ein Fachgeschäft seinen Tee in einer nutzlosen und schädlichen  Dekoration aufbewahrt, verät diese Unwissenheit bereits von der Kompetenz des Ladens…