BIO und Tee

Immer wieder möchten Teefreunde wissen, wie die Schadstoffe im Tee sind. Immer wieder bin ich als Teehändler mit der Frage konfrontiert „Menglin, ist Dein Tee sicher?“ Immer wieder möchte man sichern, dass man gesund und glücklich lebt.

Der Tee aus Taiwan und China ist nicht anders als das Lebensmittel in Europa. Es gibt viele grosse Teebauer, die sich leisten, seinen Produkte als Bio-Tee zertifizieren zu lassen und seinen Tee in einem grossen Stil – industrielle Weise zu produzieren. Es gibt auch viele gute Teebauer, die sehr gute Tees produzieren und nichts von Bio halten – so lange seine Tees immer ausverkauft bevor der Tee überhaupt gepflückt wurde. Es gibt auch viele kleine Teebauer, die auf die modernen Methode verzichte und sich nicht leisten, den Bio Label zu holen. Viele Bauer in Europa haben das gleiche Problem. Sogar Kaffee-Bauer in Kolumbia haben die gleiche Sorgen. Obwohl alle sich bemühen, gute Produkte zu erzeugen, ist das „Bio“ nicht unkostenaufwendig.

Wenn man nur „Bio“ als absolute Kriterien betrachtet, ist es sehr wichtig nur den Tee mit Bio-Label zu kaufen. Obwohl ich die meisten importierten Bio Tees in Deutschland selbst nicht trinken. Sie haben vielleicht schadstoffarm, aber geben mir keinen Genuss – natürlich kann man darüber streiten, was wichtiger ist oder was man unter „Genuss“ versteht.

Eins wurde mir klar als ein Teehändler, Bio-Label wirkt bei meisten Kunde wie ein Qualitätsversprechung, die in der Wirklichkeit nur ein ganz kleines Aspekt deckt und als Geschmacksorientierung gar nichts aussagt…

Für mich ale eine verantwortungsbewusste Teehändlerin ist es sehr wichtig „gute“ Tees unter den Menschen zu bringen, die Tee lieben und schätzen. Gute Tees bedeuten mir, dass sie in einer richtigen Zeit gepflückt, genug gewelkt wurde, genug fermentiert oder gar nicht fermentiert wurde, richtig getrocknet oder richtig geröstet wurden. Wenn man einen grünen Tee trinkt, darf er nicht sauer, trüb und zu bitter schmecken. Wenn man einen Oolong trinkt, darf der Tee nicht grassig, grün und zu bitter schmecken. Diese Dinge sind mir wichtiger als der Bio Label. Weil ein grassiger Oolong unsere Magenschleimhaut reizt und die zu bittere Note unser Herz und Nieren eher überfordert. Dann nützt die drei Buchstaben BIO auch nicht.

Natürlich schmecken mir ein Oolong, der unter traditionellen Methode hergestellt ist, viel lebendiger und interessanter! Es sind Raritäten, die wirklich Freude und Genuss machen! Darum bemühe ich mich solche Tees zu impotieren: Yinzhen aus Organic-Garten (so ein schöner Yinzhen habe ich wirklich noch nie getrunken!), Grüntee Tee wie Nanyue Maofeng, von Insekten befallenen Oolong und Schwarztee etc. Aber ich kann mir nicht leisten für jeden Tees einen Bio Label zu holen. Ich könnte nur meinen Teefreunden mitteilen, wie die Tees gemacht sind. Wenn sie mir nicht glauben, ist es auch in Ordnung. Menschen sollen in unserer Gesellschaft die Möglichkeit haben, das zu glauben, was sie für richtig halten.

Ich habe eine Vision, die Teekultur in Europa zu verbereiten. Wenn wir immer nur an der Diskussion von Bio oder nicht Bio bleiben, kommen wir wirklich nicht weiter. Lernen, was wirklich ein guter Tee schmeckt und schmecken soll, ist wohl befriedender. Seit drei Hundertjahren ist Tee in Europa bekannt, aber das ist daraus entstanden? Aromatisierung des Tees! Anstatt den Tee richtig zu schmecken, fügen Menschen nur noch mehr Zusatzstoffe hinzu. Anstatt sich wirklich mit Tee zu beschäftigen, rührt man lieber die Brei herum. Man kommt nicht weiter, wenn man nur an einem Label festhält – auch wenn diese ehrliche Wörter von meinem Herzen viele Teefreunde provozieren… 

Liebe Sandra, ich könnte Ihnen nicht raten, wo Sie sicher sind, einen Tee ohne Schadstoff zu kaufen. Sind Sie sicher, dass Ihre Wasserleitung schadstofffrei ist?

5 Gedanken zu „BIO und Tee

  1. Sandra

    100-% Sicherheit gibt es nie.Da haben Sie Recht!
    Früher hat man den Bauer von Nebenan gekannt und sehen können wie er sein Land bewirtschaftet.
    In eine Dorfgemeinschaft kennt man sich. Die Kontrolmechnismen sind da, und jeder hütet sich davor den anderen Schaden zuzufügen.
    Heute geht das in der Regel nicht mehr, sicherlich nicht wenn wir Produkte aus fernen Länder kaufen.
    èberal gibt es gierigen Menschen den Gewinn mehr wert ist als Moral. Und überall gibt es Leute die Unwissnd und/ oder Naiv sind und darauf reinfallen!
    Darum braucht es unbedingt Kontrollen und Labels. Das ist lediglich eine moderne Version der Kontrolle und des frühren Vertrauens.
    Wie soll ich Produkte ohne Label vertrauen aus einem Land wo man in kürzeste Zeit seine Flüsse zersört, wo man Leute nur wegen Ihren Glauben gefängen nimmt. Und ihnen sogar bei lebenden Leibe die Organe wegnimmt um Sie teuer zu verkaufen Falung Gong..Amnestie International)
    Entschuldigung, ich möchte weder Sie noch Ihr Land kritisieren.
    Ich möchte Ihnen und den anderen Leser aber erklären wieso diese Labels nach Meiner Meinung schon sehr Sinnvolle Angelegenheiten sind. Mein Leitungswasser wird in Europa dauernd kontrolliert, darum ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich einen Schaden davon bekomme ziemlich klein.In viele Läner der Welt ist das leider nicht so!

    Kurz gesagt: ob der Tee Giftstoffe enthält oder nicht bestimmt nur ein Teil der Qualität. Aber ein sehr wichtiges! Fragen Sie vielleicht mal den Leute die dauernd eine Nierdialyse brauchen als Folge der Einahme von exotischen, Labelfreien Produkte , die Sie aber bei vertrauenswürdigen Pesonen (Apotheker, Therapeuten…) gekauft haben.
    Wenn schon eine Teekultur in Europa dann hoffentlich eine Gesunde mit lebendigen Leute und nicht mit Kranken oder Leichen.
    Sorry , für meine harsche Wörter…
    Sandra

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  2. Suzanne

    Liebe Sandra,

    nur kurz zu den „labelfreien“ Produkten von Apothekern oder Therapeuten, von denen Menschen einen Schaden davongetragen haben… wieso glaubst Du, dass man einem Label (einem Stück Papier!) mehr Vertrauen schenken darf als seinem Apotheker oder Therapeuten?

    Dieses Vertrauen in ein bedrucktes Stückchen Papier ist doch etwas gewagt… auch wenn ich GAR nichts gegen Bio-Produkte habe, im Gegenteil. Aber dass Biolabels sicherer sein sollen als andere Produkte, nur wegen des Labels… das glaube ich nicht!

    Es ist wichtig, natürliche, chemiefreie Produkte zu fördern. Aber wir brauchen keine Panikmache. Auch konventionell hergestellte Produkte können erstklassig sein, und chemiefrei. Das Label sagt nicht alles…

    Um herauszufinden, welche Tees gut sind und traditionell hergestellt worden, hilft das Biolabel nicht weiter. Menglin hat darüber schon viel geschrieben.

    Übrigens könnten europäische Kleinbauern, die sich das Biolabel nicht leisten können, einiges zu dieser Debatte beitragen… ihre Produkte sind quasi Bio, aber das Label bekommen sie nicht, weil hier und da ein „Komma“ fehlt. MAnchmal muss man hinter die Kulissen gucken, und es ist oft ziemlich bizarr, was dabei herauskommt.

    Ich glaube auch, das Menglin nur an einer lebendigen Teekultur hier in Europa liegt. Leichen habe ich bei ihr jedenfalls noch nie Tee trinken sehen…

    Viele Grüße, Suzanne

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  3. Sandra

    nur kurz zu den „labelfreien“ Produkten von Apothekern oder Therapeuten, von denen Menschen einen Schaden davongetragen haben… wieso glaubst Du, dass man einem Label (einem Stück Papier!) mehr Vertrauen schenken darf als seinem Apotheker oder Therapeuten?…

    Hinter einem Label steckt etwas nachweisbares, einen schriftlichen, ueberprüfbareb Vertrag mit jemanden der registriert ist und bereit ist Verantwortung aufzunehmen für seine Handlungen.
    Hinter das sympathische Lächeln eines sogenannten Vertrauenswürdigen Person kann alles möglich stecken.
    Es ist eine Tatsache , dass Leute zu schaden gekommen sind wegen diesem „blinden“ Vertrauen in Ihre Apotheker oder Therapeuten. Serieuse Apotheker kaufen nur bei zertifizierte Händler die Ihre Produkte durch UNABHàNGIGE Labos untersuchen lassen.
    Warum diese Möglichkeiten nicht wahrnehmen?

    Ein serieuses Label verspricht etwas , dass man nachverfolgen kann. Man kann nachverfolgen wer, was zu welcher Zeit angegeben hat.
    So kann man auch jemanden zu Rechenschaft ziehen für begangenen Fehler.
    Das gibt uns eine gewisse Garantie über die Richtigkeit der Angaben und der Einsatzbereitschaft dieser Personen uns gesunde Waren zu liefern.

    Nehmen wir an das jemanden einen Schaden erlebt durch ein Kraut das ihr irgendeinen Therapeuten gibt und das er selber von irgendeinen sogenannte Vertrauenswürdigen Chinesen gekauft hat.
    Was passiert nachdem der Pat. krank wird? Man sucht einen Schuldigen um ihm zur Verantwortung zu ziehen und um zu verhindern , dass weitere Leute zu Schaden kommen.

    Meinen Sie wirklich das der Therapeut Schuld bekennen wird? nein, das darf er gar nicht von seine Haftpflichtversicherung! Und selber , auf eigenen Kosten die schuld übernehmen kann er auch nicht ( eine Lebenslange Nierdialyse wurde Ihm vollständig ruinieren!).
    Und der chinesischen Verkaüfer? Die Erfahrung hat gezeigt dass die einfach verschwinden (was auch menschlich ist).

    Es ist mir bewusst dass diese Labels keine 100-% Sicherheit geben und die Kleinbauern es damit auch nicht immer leicht haben.
    Wir sind aber auch noch in ein Anfangsstadium. Diese Label sind nicht Perfekt,und wie steht es mit den Verkäufer der sich darüber hinwegsetzt?
    das ist meiner Meinung nach eine ziemlich arrogante Haltung!
    Es ist an hand von viele Untersuchunen bewiesen dass Bioprodukte tatsächlich , in der regel viel weniger schadstoffbelastet sind als konventionelle Produkte. Das können Sie im Ernst nicht wiedersprechen oder?
    Ich bin der Meinung das eine ernsthafte Kontrolle von alle Esswaren Sinvoll ist. Und auch dann gibt es noch ein Restrisiko! Man sollte es aber minimieren.
    Ich verstehe, dass diese Label mit Kosten und Aufwand verbunden ist. Aber ist ein Menschenleben dann nichts mehr Wert?
    Gruss
    Sandra

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  4. Mikki

    Hallo Meng Lin

    Sie möchten die Teekultur in Europa verbreiten. Ja, sicherlich haben wir Europaeer viel dazu zu lernen.
    Es ist aber ein grosses Vorhaben!Sehr interessant und mutig die Europ.Barbaren ein bisschen Kultur beibringen zu wollen.
    Wie wollen Sie das machen? Haben Sie ein Institut wo man das lernen kann?
    Haben Sie ein Teehaus? oder wie möchten Sie Ihre Vision verwirklichen?
    Ich kenne mich noch nicht so gut aus mit Tee, finde es aber superspannend.
    Bin gespannt auf weitere Nachrichten in diesen schönen Blog.

    Schöner Zeit

    Mikki

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    Antwort
  5. Stephane

    Hallo Menglin,

    Bei diesem Artikel bin ich ganz Deiner Meinung! Dies Europaer zu erklaeren ist aber nicht einfach. Nur mit Worten ist es zu schwierig. Vor allem in Deutschland ist der Bio Mindset zu stark. In Frankreich ist es einfacher. Dort sind die besten Weine nicht Bio zertifiziert.

    Gute Tees sind was für Kenner und Geniesser. Um ’normale‘ Leute zu ‚bekehren‘ müssen sie solche Tees einmal richtig probieren. Ein gutes Teehaus kann da bestimmt viel beihilfen. Viel Glück für Dein Projekt!

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