Degustation Gyokuro Uji

Degustation Gyokuro Uji

Degustation von zwei verschiedenen Gyokuro Uji: links aus einem Organic-Garten und rechts aus dem konventionellen Anbau.

Neulich bekomme ich Teemuster aus einem organic Teegarten in Uji, Japan. Für meine kleine Teeschatzkammer suche ich gerne gute Tees und möglichst „sicher“. Die beiden Kriterien lassen sich oft nicht miteinander zu vereinbaren! oft für eine gleiche Qualität muss ich für Tee aus Organic Garten viel mehr dafür bezahlen. Ich sehe oft nicht ein, weshalb!

Gestern habe ich die beiden Gyokuro aus Uji degustiert. Aehnliche Preise, obwohl der koventionelle Gyokuro aus Uji ein wenig günstiger ist. Jeden Falls liess ich das Wasser abkühlen. 2,5 Gram Teeblätter in der Degustier-Tassen. 5 Minuten liess ich den beiden Tee ziehen.

Ich trank zuerst den Organic Gyokuro – mit einer grossen Erwartung. Wow… sehr bitter, ausser bitter spüre ich wirklich kaum noch andere Aroma-Noten. Der Aufguss ist dunkel und leicht trüb. Ich spüre meinen Mund zusammzog und mein Magen schrie.

Dagegen der konventionelle Gyokuro enttäuschte mich weniger. Er schmeckts zwar bitter, aber süsste sehr schnell im Gaumen beim Abgang. Die typische Gyokuro-Aroma waren sehr präsent und lieblich, bitter und erfrischend.

Das einzige, was mich von dem Organic Gyokuro gefällt ist, die Blätter. Sie sind kräftig und lederig. Anders als die schlappe Blätter von konventionellen Anbau. Aber sie zeigen mir auch paar leicht rote Blätter. Für mich ist dieser Organic-Gyokuro fehlerhaft in der Produktion. Die leichte rötliche Färbung der Blätter zeigen mir, dass die Teeblätter nicht gleich nach der Ernte verarbeitet wurde. Ich würde behaupten – ich hoffe, dass es Experten gäbe, mich zu korrigieren – Organic Gyokuro könnte besser schmecken als der konventioneller, wenn der Teegarten mehr an ihre Herstellung investieren würde!

Tee Produktion ist ein künstlerisches Handwerk, eben keine Dogma. Man kann nicht mit einer Vorstellung kommen und wollen behaupten, Organic sei alles besser. Für mich als Teeliebhaber und Teehändler bleibt es nach wie vor ein sehr schwer zu lösendes Thema!

Nach dieser Degustation leidet mein Magen sehr und bekam sehr bald eine schlimme Migräne. Darum kann ich diesen Beitrag erst heute posten.

8 Gedanken zu „Degustation Gyokuro Uji

  1. Suzanne

    Liebe Menglin,
    ich hoffe, es geht Dir jetzt besser… ich hatte in den letzten Tagen leider auch ganz schlimme Migräne.
    Heute ist hier Feiertag – 14. Juli – und zur Feier des Tages trinke ich den schönen Yin Zhen Bai Hao. Damit fängt der Tag gut an!

    Es ist sehr interessant, was Du über den Tee vom Organic Garden schreibst. So schade, dass die Qualität nicht stimmte… es ist traurig, wenn man weiss, dieser Tee ist sicher ohne Chemie, und dann schmeckt er einfach nicht. Das Problem hatte ich schon oft – und alle (ohne Ausnahme) Teekenner aus „meinem“ Umkreis (Stéphane zum Beispiel auch) sagen es über den Bio-Tee im Großen und Ganzen (es gibt zum Glück so tolle Ausnahmen wie den Yin Zhen Yasmin von Zen Daruma – so hiess er glaube ich. Leider habe ich ihn ausgetrunken und brauche bald neuen!). Aber es sind wirklich wenige Ausnahmen.

    Was kann man tun?? Den Organic Garden kontaktieren… ihnen gute Teataster vorschlagen, mit denen sie zusammenarbeiten sollten? Aber es geht ja auch um die Herstellungsmethoden, die überarbeitet werden müssten…

    Es ist ein sehr komplexes Thema, und lässt sich mit einem einfachen Label nicht lösen. Man braucht Kooperationen zwischen den Bio-Leuten und den Teebauern, die die richtige Herstellungsmethoden kennen und anwenden… ich habe doch die Hoffnung, dass sich dieses Ziel irgendwann verwirklichen lässt. Es ist wichtig, dass sich die Teetrinker dazu äußern.

    Nur wenn der Kunde die Bio-Qualität UND die Geschmacksqualität fordert, wird es sich ändern… glaube ich. Aber dazu müssen die Kunden guten Tee kennen und erkennen lernen, und wissen, wie guter Tee schmeckt… und das ist ja die Aufgabe, die Du Dir gesetzt hast. Wir sind also am Anfang eines langen, spannenden Weges!

    Viele liebe Grüße, und ein schönes, sonniges Wochenende!

    Suzanne

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  2. Meng-Lin

    Für mich gibt es noch vieles zu lernen. Was Tee mir alles sagen möchte, weiss ich nur noch sehr rar. Heute habe ich noch zwei andere Senchas degustiert. es sind auch nicht wirklich zufriedenstellend…
    Ich wünsche Dir einen schönen Feiertag!

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  3. Sandra

    Hallo

    Als Tee-Anfängerin habe ich eine Frage. Gibt es das oft, dass man nach eine Tee-degustation Magenprobleme bekommt? Mir ist es zum Glück noch nicht passiert.
    Was meinst du , ist der Grund für dein Unwohlsein (Magen.., Migraine) nach der Teedegustation?
    Meinst du wirklich, dass der Tee schuld hat und warum???Wie kann man so etwas umgehen?

    Gute Besserung

    Sandra

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  4. Mia

    ..schönen Blog.
    Aber ich habe immer gedacht , dass man von Tee gesund wird..:))
    Wann und wo gibt es wieder mal ein Tee-Seminar?
    Wann ist der Meister Chen wieder da?
    Würde mich freuen im Blog eine Liste von zukünftige Teezeremonien,Seminare , speziell mit Meister Chen zu finden.

    Danke und gute Besserung

    Mia

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  5. Claudio

    seeeehr interessant diesen Blog.
    Könnte mich auch vorstellen mal so einen Kurs zu besuchen.
    Ist diesen Meister Chen oft in Europa?
    Es würde mich freuen ihm kennenzulernen.
    Bitte, erzähle uns mehr über ihm. Es wäre schön wenn du weiter sein Wissen vermitteln würdest in deinen Blog.
    Aber auch dein Wissen schaut Umfangreich aus.
    danke
    und gute Besserung

    Claudio

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  6. Meng-Lin

    Ich habe nach diesem Tee gleich Migräne bekommen. Natürlich bekommt man nicht gleich von einem schlechten Tee Kopfschmerzen. Es hst immer mit der Lebenslage, Stress, Empfindlichkeit einer Person zu tun. Darum beeinflusst Bio-Wetter manche Menschen und manche merken gar nicht. Ich bin von angeboren her sehr „empfindlich“ gegenüber der Umwelt, Menschen und Lebensmittel. Wenn ich auf der Reise bin, kann ich manche Orten gar nicht eintreten, obwohl mein Begleiter gar nichts spürt…
    Mit Tee ist es auch so. Bestimmte Tees bekomme ich nicht und bestimmte Tees sehr gut. Ich beobachte gerne meinen Körper, was er aufnimmt und was nicht. Durch Tee lerne ich meinen Körper viel besser kennen. Deswegen verstehe ich was Lu Yu uns vor 1500 Jahren sagen wollte, welcher Tee gleich einem Gift wirken kann, wenn er falsch produziert ist.
    In Bezug auf Meister Chen: ich weiss nicht, ob er wieder kommt. In dieser Reise hat er einen richtigen Kultur-Shock bekommen. Viele europäische Teilnehmer haben ihn richtig schockiert, wie sie mit ihm umgangen und behandelten. Im Westen möchte man alles bewisen haben, ansonst glaubt man ja an gar nichts. Er fühlte sich angezweifelt und wurde oft sehr traurig. In der chinessichen Kultur wird ein Lehrer von den Schülern nicht so behandelt… Er hat sehr Mühe mit der Denkweise der hiessigen Menschen und wollte sich nicht damit zu beschäftigen. Für mich – weiss ich nicht, ob ich nächtest Jahr noch Zeit und Energie habe, drei Wochen lang ihn in allen Hinsichten zu betreuen, zu kochen und zu übersetzen. Ob er wieder kommt, weiss nur Sterne im Himmel.

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  7. Claudio

    Verstehe dass die arbeit streng ist.
    Aber bitte enttaüsche uns nicht zu sehr.
    Gib uns bitte was du von Meister Chen gelernt hasst weiter.
    Gibt es ein Buch oder Kursunterlagen?
    Ich finde über Meister Chen nichts im Internet, auch das Lifenenegie institut bietet nichts.

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