Teeliste von Teeseminar am 21.03.2010

Wir haben folgenen Tees degustiert:

1. Einblick in die Vielfalt der chinesischen Teewelt

Weißer Tee, Gelber Tee, Grüner Tee, Oolong, Roter Tee,  Gelagerter Tee ( in China „Schwarzer Tee“ genannt), Blumentee.

Yinzhen Baihao, Huang Ya (Yünan), Anji Baicha, Jade Oolong, Dianhong Jinzhen, Pu Er Wuliangshan 2009, Pu Er Cangcui 2009, Jamin Yinhao

 

2. Der Faktor Teebaum, Anbaugebiet und Produktion

Wie manifestieren sich diese Faktoren im Tee? Kann ein OEM Produkt genau so gut schmecken wie ein Original?

 

Jadeoolong

Longjing 

 

3. Der Faktor Herstellungsmethode

 

Durch unterschiedliche Herstellungsmethoden und unterschiedliche Erntezeiten entstehen unterschiedliche Tees, obwohl die Teepflanzen und die Anbaugebiete identisch sind.Wir werden anhand verschiedener Teemuster die Unterschiede zwischen Erntezeit und Herstellungsmethode herausfinden.

Sanxia Baicha, Sanxia Fancy Oolong, Sanxia Bi Luochun

Sijichun 2010, Sijichun Fancy Nostalgie

4. Fehler in der Produktion

Wie manifestieren sich Fehler? Ist ein Rauchtee einfach nur rauchig? Ist ein Schwarztee einfach nur schwarz? Was bedeutet, ein ausgewogener Geschmack von Tee und der Rauchnote? Die Tees erzählten uns selbst, was sie sind.

Lapsang Souchung (Shui Tangs Kollektion) 2008, Lapsang Souchung Bio, Lapsang Souchung (Teehaus Würle), Lapsang Souchung 2009, Korea Beauty

5. Der Faktor Lagerung

Wie verändert Zeit den Teegeschmack? Ein Tee, der fermentiert wurde, verändert sich anders als ein Grüner Tee wie z.B. gelagerter Pu Er. Durch die Degustation unterschiedlicher, langjährig gesammelter Beispiele können wir die faszinierende Veränderung der Geschmacksnuancen am Tee durch die Lagerung feststellen. Ein Pu Er, der über lange Zeit gelagert wird, schmeckt einfach anders als ein Pu Er, der im Reformhaus verkauft wird und aufgrund der steigenden Nachfrage künstlich fermentiert wurde.

Pu Er 1990, 1999 Simao, 1980 Simao, 2006 Yiwu, 2008 Yiwu, 2006 Bio

6. Der Faktor Welken, Fermentation und Röstung

Wie manifestieren sich diese Faktoren im Tee?Was bedeutet Welken, Fermentation und Röstung in der Produktion von Tee? Diese Frage werden wir durch das Vergleichen von Teesorten, die unterschiedlich fermentiert und geröstet werden, beantworten.

Tie Guanyin Anxi (nicht geröstet) 2009, Anxi geröstet 2006, Pinglin 2008, Muzha 2008, Lishan Holzkohle Tie Guanyin 2004

7. Geographische Faktoren: Anbaugebiet, Höhe der Teegarten. Man kann die Höhe eines Teegartens schmecken! Glauben Sie nicht? Probieren Sie es selber aus!

Qingxin Mingjian 2009, Qingxin Dongding Original 2009, Qingxin Nostalgie 2009, Qingxin Alishan 2009, Qingxin Lishan 2009

Tee und Fiktion

Ich setzte mich am anderen Ufer des Flusses, als Frühlingsregen anfing, zu tropfen. Ich war nicht allein – begleitet von vielen Menschen – am anderen Ufer.

Hätte ein Teeliebhaber sich entwickeln können, wenn er stets im Rad des Lebens verwickelt ist? Hätte ein Teeliebhaber sich entwicklen können, wenn er die Tees nur von Büchern lesen kann anstatt selbst auszuprobieren?

Er sagte, er will all die teatoys in dem Zimmer haben, wo er sit-zen kann.

Hätte eine Frau je solche Essays und Romane wie Shakespeare oder Göthe schreiben können? Hätte eine Frau in seiner Zeit wie Shakespeare die Unzulänglichkeit einer Frau überwinden können, wen sie ein Zimmer für sich allein hätte und dazu – ein bisschen eigenes Geld?

Ich sagte, ja.

Ein Frühlingsanfang mit schönen warmen Regen. 15 Leuten zogen sich zurück in einem Zimmer für sich allein, um Tee zu widmen. Alle haben ein bisschen Geld mitgenommen, um die Kostbarkeit des Tees zu „tragen“.

Shui Tang war und ist das Zimmer für uns allein…

Es war das erste Seminar, das in Shui Tang stattfindet. Dank Monika, ohne sie wäre das Seminar nicht entstanden, wenn sie nicht dran blieb mich zu fragen, wann endlich ein Datum… Dank Carola, trotz ihrer schwachen Gesundheit kam sie um all die Hintergrundsarbeit zu erledigen und zu helfen. Ihre Großzügigkeit lässt sich nicht wortlich erwidert werden. Ich weiß, dass es der Tee ist, der ihr Kraft gibt. Eine klare wahrhaftige Energie, die sich nicht beirren lässt, weil es wahrhaftig ist. Wenn die Menschen aus dem freien Willen sich entschieden haben, etwas zu tun, wird eine starke Kraft ausgesetzt. Diese Kraft kann so viele Dinge im Leben und in der Gesellschaft bewegen!

Wir rochen und tasteten die Vielfalt des Tees. Wir versuchten die Geschmäcke zu reflektieren und zu benennen. Wir erkannten in vielen vielen Düften und Aromen unsere Identitäten und unsere Wege. Ein Tee für mich oder gar nicht… Und von dort fange ich jetzt an, mich diese neue Welt anzunähren und entdecken!

„Maiglöckchen ist er!“ sagte Monika zu einem Sijichun 2010. Ich fragte sie, “ wie fühlst Du Dich dabei? Wenn Du an Maiglöckchen denkst?“ “ Gut, sehr gut, ich rieche den Frühling!“ Wie poetisch? Ich rieche den Frühling…

Sicher ist es eine Fiktion, wenn sie sagte, sie roch an Sijichun Maiglöckchen. Natürlich ist es eine Fiktion, wenn sie behauptet, in Sijichun den Frühling zu riechen. Woher sollte sie denn wissen, dass der Sijichun ausgerechnet den chinesischen Name trägt, „der ewige Frühling“!!? 

Wenn eine Frau, ein Zimmer für sich allein hat, dazu das eigene Geld, dann kann sie Fiktion schreiben, in jeder Zeit und zu jeder Epoche! Wenn ein Teemensch ein Zimmer, einen Raum für sich allein hat, dazu das bisschen eigene Geld, dann erlebt er den Frühling im Tee in jeder Zeit…

Wenn wir gelernt haben, Tee zuzuhören, dann haben wir eine Chance, Tee nicht mehr nur narrativ zu wiedergeben. Wir haben vielleicht eine Chance, den Tee mit dem Körper und Herzen wahrzunehmen, einen poetischen Zugang zu schaffen! Wir müssen nicht mehr mittels Tee über das vermeintliche uns sprechen, um mit dem anderen zu diskutieren. Wir können einfach unser Sein sein lassen und mit Tee uns selbst besser zu verstehen. Alle Lösungen von Probleme liegen in uns und nicht woanders. Wozu lernst Du Tee, damit Du bei den anderen Menschen besser punkten kannst? Es geht eigentlich doch nur um Dich, um Dein Leben…

Wer sagte, dass Teetrinker Esoteriker und Traumtänzer sind? Ein Zimmer für sich allein, dazu ein bisschen eigenes Geld braucht man um Tee zu entdecken und weiter auf den Weg zu gehen. Verdiene Dir Dein eigenes Geld, schaffe Dir einen Raum im Aussen und im Innen, und der Frühling ist schon längst da!

Chinese Master Potter in Ballenberg

Yi-Xing Kanne erleben in Ballenberg? Es ist möglich. Dank der Bemühung von Sandra Häuptli ist es möglich mitten im Europa eine Ton-Kanne nach dem Stil von Yixing bei der Herstellung live zu erleben und sogar selbst zu lernen.

Sa. 18.09 Chinese Master Potter in Ballenberg, www.ballenbergkurse.ch

Sa. / So. 25. und 26.09 Workshop in Basel Lehmhuus

 

Die Frühlingsselektion von Shui Tang

Die Frühlingsselektion von Shui Tang 水美堂 habe ich folgenden Tees ausgesucht:

Longjing Meijiawu 龍井梅家塢: ein schöner Longjing. Auch wenn er nicht der so genannte Shi Feng Longjing heisst, vermittelt uns ein ungewöhnliches Erlebnis mit Longjing. Floral, erfrischend und leicht fruchtig. Ein wunderbarer Tee für ein Frühlingsstarter, der unseren Köfper hilft, sich zu reinigen. Ich würde ihm empfehlen eher nachmittags zu trinken.

Zheng Dongdig Wulong 正凍頂烏龍: ein Oolongklassiker. So einen Tee muss man einmal richtig erlebt haben. Der meist gefälschte Oolong, häufig wird er verkauft als Dungti oder Tungting. Das kann sogar aus Thailand oder aus China kommen. Der originale Dongding schmeckt einfach für sich selbst. Man fühlt sich nicht nur wie auf einer Blumenwiese, sondern wie auf einen Berg, richtig aufgestellt. Eon schöner Oolong, der im Frühling auch unseren Körper hilft, Stoffwechsel anzuregen. Am besten nach der Mahlzeit!

Dianhong Jinzhen (Dianhong Needle) 滇紅金針: mein Frühstückstee. Ein Dianhong sollte laut der chinesischen Medizin der schönen Haut und gute Figur beitragen. Ich trinke ihn nicht wegen all diesen Gründen, sondern ich schätze seine Einfachheit und seine unverfälschte malzige Aromen. Mein Frühstückstee, der mich auf Shui Tang vorbereitet, Wärme spendiert und das innere Motor aufwärmt.

Ich wünsche allen einen schönen Frühling!

DRS 1

Es war ein komischer Tag.

Im Schlaf rief mich sehr früh morgen jemand an – es war so ca. 9.30. Eine Einladung zur einen Live-Sendung in DRS1. (Und am diesen Tag sturmte eine Journalistin aus Spanien ins Shui Tang – dies erzähle ich Euch später)

Sie glaubten, dass ich sehr viel interkulturelle Erfahrungen habe – das stimmt. Sie dachten, ich könnten ihnen etwas in der Sendung über meine Reise in der Welt erzählen, wann ich über den Tisch gezogen wurde. Leider, sagte ich im Telefon, ich handele hauptsächlich mit SCHWEIZER…

Was kann man denn berichten über den Handel mit den Schweizer?

Natürlich berichte ich gerne über meine Erfahrungen, als ich das Gefühl hatte, über den Tisch gezogen zu werden. Aber diese Erfahrung brachte mich nicht zu schmunzeln, sondern – zum NACHDENKEN…

Ich war sehr nervös. Live Sendung! Ich hoffte, meine Zunge beissten meine Zähne nicht. Die letzten zwei Radion-Interviews waren aufgenommen und ich war nicht so unvorbereitet. Ich hoffe, mein Deutsch verlasse mich nicht…

Nun kann man unter diesem Link das Gespräch hören. Ich kam als der letzte Gast ins Studion und sprach zum ersten Mal meines Leben vor dem echten Mikrofon.

http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/treffpunkt/2785.sh10126156.html

 

Teeseminar am Sonntag – ausgebucht

Das Seminar am Sonntag ist bereits ausgebucht.

Vielen Dank für so viele Anfragen und ich freue mich auf einen sehr intensiven Arbeitstag!

Eine dringende Bitte an allen Teilnehmer:

Bitte kein Parfüm, keinen Lippenstift – Deo ist erlaubt. Sonst nichts.

Für das Mittagsessen wird Take-Away von Lotus-Garten organisiert. Oder man kann selbst etwas mitbringen. In der Nähe von Shui Tang gibt es genügend Restaurant und Mac….

Essen in Berlin auf Taiwanesisch

Hallo Meng-Lin,

Über google bin ich auf deinen Blog gestoßen und habe mir gedacht ich schreibe Dich einfach mal an.

Ich bin gerade gestern von einem 4-wochen aufenthalt in taiwan zurückgekommen. da habe ich eine freundin besucht, die erst hingezogen ist (sie studiert chinesisch). mir hat es sehr, sehr gut gefallen nicht nur alleine wegen dem unglaublich guten essen! Nun bin ich auf der Suche  nach gerade diesem in Berlin, vor allem die spicey beef noodle soup/niu rou mien, tang bao/xiao long bao und die sesam nudeln (ma jiang mian??) oder auch jiaozi. In einem deiner Posts schreibst Du über das Asia Deli im Wedding, weißt Du denn vielleicht ob ich da eines der Gerichte bekommen kann? Ich befürchte wenn ich als deutsche hingehe, leider auch nur die deutsche Karte zu bekommen… Fällt Dir vielleicht noch ein anderes gutes Restaurant in Berlin ein, die evtl. taiwanische gerichte führen, oder überhaupt gute chinesische küche hat?

Ich hoffe Du findest meine Fragen nicht zu direkt und unhöflich, es ist nur so schwer gute authentische asiatische Küche in Europa zu finden, dass ich über jede Hilfe dankbar bin.

Vielen Dank, mit den besten Grüßen aus Berlin,

Katrin

PS: In den 4 wochen habe ich mit meiner Freundin und ihren taiwanischen Freunden einige Teezeremonien beigewohnt. ich war so begeistert, dass ich mir ein kleines set mit dem nötigen zubehör und jegliche teesorten mitgenommen habe. natürlich werde ich das nie so gut hinbekommen, aber es wird mich jetzt immer an taiwan erinnern!.. 🙂

Ich kenne mich in Berlin gar nicht aus. Hoffentlich kann ein Blogfreund der Karin weiter helfen.

Hongyu und der Fremde

Ich dachte, dass ich Talent hätte für Fremdsprache.
Meine Mutter fühlte sich immer gestört, weil ich mich als kleines Mädchen mit sympathischen Fremden gerne unterhielt. Sie warnte mir immer vor Gefahr.
Mich interessiert das Fremde. Ich höre gerne zu und spreche gerne mit dem Fremden.
Als ich dann mit dem Deutsch aufhöre, eine weitere Fremdsprache zu lernen, klagte mein Vater über seine Fehlinvestition.
Irgendwie habe ich meine Leidenschaft verloren. Mit Deutsch verstand ich, wie schwer es ist, einen Fremden zu verstehen.

Mein Großvater war für mich der Taiwanese, der einmal Japaner war. Chinese war er nie. Seit ich mich erinnern kann, saß er immer in der Dunkelheit, trank seinen dunklen Tie Guanyin und ließ sich von Fernsehen begleiten. Das Fernsehen sprach eine Sprache, die er nicht verstand. Er war ein Fremder in seinem Land.
Ich kam nach Europa, lerne die Sprache der Fremden. Manchmal bin ich besser integriert, manchmal nicht. Häufig fühle ich mich wie eine Spinne, die aus ihrem Netz für immer gefallen ist. Manchmal weiß ich, dass ich mit dem Menschen hier mehr verbunden bin als mit meinen Landesleuten in der Schweiz. Aber wenn Osten oder Weihnachten sich nähren, sehe ich, wie die anderen rennen, wie die anderen backen und wie die anderen Festen planen. Dann wird es mir so klar, dass ich anders bin. Ich sitze in einem Ecke und beobachte, wie fremd ich bin.

Mit dem Älterwerden glaubte ich, den Stein meines Großvater zu verstehen. Ihn wirklich zu verstehen, ist es bereits zu spät. Seine Sprachen waren verboten und sein Gefühl war verlassen. Vielleicht begegne ich den einstigen Großvater mit seiner Geschichte im irgendeinem Museum und in irgendeinem Dokument. Sein vergängliches Leben in der wechselhaften Zeit ist begraben im Vergessen.  Mit dem Erwachsenwerden fange ich an, die Geschichte meiner Eltern zu interessieren. Ihre Geschichte und ihre Sprache erzählen mir eine fremde Geschichte in meiner imaginären Nähe. Und das passiert so ähnlich wie mit dem Tee. Ich dachte, Tee ist einfach nur aus Blätter. Ich wusste nicht, dass Tee auch Geschichte über ihre Menschen erzählen.

Hongyu Hongcha ist mein Liebling im Schwarztee. Einmal besuchte eine Obasan (Großmutter) Atongs Büro. Ihr Gesicht war voller Winkeln und ich las die Spuren der stichigen Sonne auf eine Insel der exotischen Wärme. Ihr Rücken war krumm, aber Atong (mein Teelehrer) erwiderte ihr seinen großen Respekt. Sie redete mit ihm in vollem Humor von drei Sprachen. Welche ist ihr fremd? Sie redete fließend Japanisch, ausgezeichnetes Taiwanesisch und solches Chinesisch wie mein Vaters. Atong erzählte mir später von ihrer Geschichten, die exemplarisch für diese Zeit ist. Sie pflückte Kaffeebohne, als die Japaner da waren. Sie pflückten Tee, seit es Jinxuan populär wurde. Sie wurde verheiratet an einen chinesischen Soldat als…. Sie lebt in Yuchi und macht heute Hongyu…

Ihre Stimme klingt immer noch am meine Ohr wie der Wind, der Kiefernadel streichelte… „Mädchen, ich muss immer schaffen, anders als Du. Wenn ich nicht schaffe, werde ich krank.“

Hongyu heißt rotes Jade auf Chinesisch. Eigentlich nannten ihn die Teebauer als eine Erinnerung an die schönen fremden japanischen Apfel Hongyu. Der Geschmack vom Apfel war für meine Generation auf dieser warmen Insel ein Hauch des Luxus! Hongyu war Synonym von absoluter Exklusivität!

Hongyu hat einen offiziellen Name auf der Insel. Er heisst, Formosa Teebaum No. 18.

Ich möchte lernen, endlich lernen, meine Eltern zu verstehen. Ich möchte auch weiterhin lernen, meine Menschen in der vermeintlichen Nähe und in der so genannten Fremdheit zu verstehen. Vielleicht fange ich an mit Zuhören. Ich bewundere Menschen, die an das Seminar Sprache des Tees im März teilnehmen möchten. Sie müssen sehr viel lernen. Sehr viel, vor allem das Zuhören.

Kiefernadel sind für immer grün 松樹千年翠

Häufig wurde ich gefragt, was heißt ein richtiger erzeugter Tee? Ist es nicht so, dass Geschmäcke sich verschieben und alles relativ ist? Ist es nicht so, dass Meinungsverschiedenheiten nebeneinander existieren – vor allem in einer multikulturellen Gesellschaft?

Am vergangenen Sonntag trafen viele Landesleute aus Taiwan zur Erinnerung des Massakers am 二二八事件 28.02. 1947. Shui Tang 水美堂 war ein Oase eines kleinen Diaspora Taiwans in einer kleinen Stadt zwischen den Bergen Schweiz. Der Botschafter war anwesend, Angehörige des Opfers waren da und die Schriftstellerin des Berichtes über das Massaker war ebenfalls anwesend. Es war ein Tag der historischen „Zufall“, der nie mehr passieren sollte. Wenn es Zufall sein sollte, wäre es nicht zu vermeiden. Wenn es eben nicht Zufall war, dann könnten wir etwas dagegen tun – durch unsere Reflexion.

Jedes Schicksal ist so verstrickt in seinem Denken und Fühlen mit seiner Leute und mit seinem Boden. Jedes Schicksal ist verwickelt mit dem anderen, sei es Freund oder Feind nur wegen dem Zufall einer Epoche. Wegen dem Zufall einer Epoche ist man gezwungen eine Rolle einzunehmen, die einen zu Tod oder am Leben führt. Wegen Zufall einer Epoche ist Handlungsfreiraum so bestimmt, dass man Opfer oder Täter werden kann.

Eine Insel im Pazifik erregte zuerst kaum Aufmerksamkeit von dem mächtigen Nachbar Chinas. Diese Insel fand nur Interesse bei den kolonialen Mächte wie Spanien, Holland, Frankreich, England und Japan. Diese Insel wechselte von diesem Herrscher zu jenem, die Menschen auf dieser Insel wird von dieser zu jener geschoben. Bei jedem Machwechsel wird neue Sprache gelernt, neue Identität gestiftet. Menschen können sehr lernfähig sein und die Taiwanese sind so zäh…

„Wer sind wir denn?“ war eine Frage nicht zu beantworten. Mit dieser Frage ging ich ins Ausland. Als ich 18 in London zum ersten mit dem wahren „Chinese“ konfrontiert war, wurde ich zutiefst erschüttelt. „Wer bin ich und wer sind wir?“ Mein Großvater schüttelte seinen Kopf und mein Vater schwieg.

Später hörte diese Frage auf, denn ich bereits für mich eine Antwort gefunden habe. Ich weiß nicht nur, wer wir sind, sondern auch wer ich bin. Aber, was kann ich dafür tun, so dass diese Insel nicht mehr wie eine Schachfigur hin und her geschoben wird? Oder zumindest, es ist keine einfache Verschiebung und es kann die Hände, die das Spiel beherrschen, wehe tun!

Im Neujahr wird immer in Teezusammenkunft gerne eine Schriftrolle aufgehängt:

Songshu Qiannian cui 松樹千年翠

Bu Ru Shiren Yi           不入時人意

Die Kiefernadel ist für immer grün;

während es den zeitgenössischen Menschen nicht immer gefallen.

„Was ist denn das, was die Zeit überdauert? Was ist das, was die Grenze überschreitet?“ das frage ich gerne zurück, wenn man mir die erste Frage stellt. Geschmäcke verschieben sich und die Trends wechseln sich schnellsten. Was machst Du in so einer Zeit und wie pflegst Du Deinen Geist in diesem Wechsel? Wie die Farbe von Kiefernadel? Oder wie das Cover einer Magazin?

Was ist das, was uns in Höhe und Tiefe des Lebens hält? Ist es, was wir haben? Oder ist es, was wir als „sein“ verstanden haben?

Wie schafft denn ein Volk, das immer zwischen fremden Interessen überleben muss und auf der Suche ist, nach dem „sein“?