Schneiden anstatt Pfluecken

Schneiden anstatt Pfluecken

Heute schneidet man in Anxi mit diesem Messer wie man im Europa auf den Rebbergen verwendet, die Teeblätter.
Einst pflückte man. Heute schneidet man.
Die Dame, die angeblich die erste war, diesen Messer zu verwendet, kam zufällig bei Atong zu Besuch und ich konnte dieses Foto verewigen.
Ich will diese Sache nicht moralisieren, was besser ist. Vor allem ich bin nicht die Pflückerin und habe keine deformierte Finger – was habe ich hier zu verurteilen?
Als ich im Mai in Yunnan war, beobachte ich, dass fast alle Bäurinnen deformierten Finger haben und darunter leiden. Damals machte ich mir schon Gedanke, was das bedeutet…
Eine Tasse Tee in meiner Tasse bedeutet auch sehr viel Opfer und Hingabe von vielen Menschen.
Ich- als ein Teeliebhaber und eine Händlerin – wie stehe ich dazu?

Reise nach Anxi IV

(Fortsetzung)
Ich senkte meinen Kopf und konzentrierte mich auf die schlangenartigen Steintreppen durch den Teegarten Xipings. Unter der starken Macht der Sonne kehten wir durchgeschwitzt zurück zur grossen Hauptstrasse. Ein freundlicher Ruf kam von links. Es war eine Bäuerin. Sie rief uns zu einer Tasse Tee. Der erfolgreiche Händler des Pu Ers unterhielt sich nett mit ihr. Ihre Stimme war warm und ihre Art war natürlich. Es schien ihr, als ob es die natürlichste Sache wäre, wenn Fremde bei Ihr eine Tasse Tee trinkt. Sie sagte, dass sie uns gerne Tee offerierte. Ich beobachte wie sie miteinander sprachen. Plötzlich war ich wieder in meiner Kîndheit in unserem dunklen Haus. Jeden Morgen liess unsere Grossmutter unsere Obasan eine grosse Topf Baozhong kochen. Ungefähr 30 Liter. Mein Vater musste an jeden Morgen diesen Tee an die Strasserand zu bringen. Mit paar Schälchen offerierte meine Grossmutter den Passanten unseren Tee.
Vater ist ein Big Boss und hatte sehr viel um die Ohren, aber jeden Morgen trug er den Tee an die Strasse. Meine Grossmutter ist Analphabeten und hat keine Klassiker gelesen. Ich weiss nicht, warum sie diese Ritual, was wir als Feng Cha in der chinesischen Kultur nennen, kannte.
Das, was ich als sehr taiwanesisch verstand, was ich sehr einfach und ursprünglich taiwanesische Haltung bezeichnete, erkannte ich an dem rauhen Gesicht des Bäuerin wieder. Etwas, was lichtvoll schimmert.
Anscheinend gibt es etwas, was wir als Schicksal oder als ein göttlicher Plan verstehen. Es gäbe ein Fluss, während er Richtung Ozean fliesst, verschwindet es manchmal unter der Erde, er wartet auf einen unbestimmten Zeitpunkt um wieder sichtbar zu werden. Ich dachte es gehöre zu einer bestimmten Zeit oder Raum, in der Wirklichkeit gehört er zur allen Menschheit. Schöne Dinge existieren nicht als eine bestimmte Form in dieser Welt. Schönheit verwandelt sich manchmal zu einem dunklen Drachen wie Oolong, manchmal als ein Gestalt der Bäuerin, manchmal als meine Grossmutter. Sie kehren sich immer wieder zurück zur Erde, wie eine Erneuerung, wie Phönix aus der Asche.
(Ende)

Reise nach Anxi III

(Fortsetzung von 03.11.)
Die Stadt Anxi ist wie ein tief verschlafenes Gesicht. Unklar und orientierungslos. Es dauert knappt zwei Stunde aus der Stadt zu den Garten in Xiping. Der Weg war kurvig und schmal. Manche im Bus fingen an zu mummern. ALs die Teebergen sichvor uns öffneten, dachte ich die Garten in Bergen Taiwans zu erkennen.
Der ursprüngliche Tie Guanyin Baum, den wir aufsuchen wollten versteckt sich an einem kleinen Fluss. Unser Führer wurde plötzlich unsicher und fragte unterwegs beim Bauern anch dem Weg. Der alte Teebauer stand an seinem fast zerfallenen Haus, das wie ein Magnet auf mich auswirkte. Ich lief unbewusst hinein und realisierte, dass ich in einem ganz einfachen Haus aus Holz und Lehm stand. Die Einfachheit in diesem Raum und der Raum an sich hielt mich auf. Die Frau rief mich zu einer Tasse Tee, anstatt meine Existenz zu hinterfragen. Sie sagte, es sei zu einfach dort. Ja? Diese Bescheidenheit des Raums berühte mich, weil es eben anders ist als das perfekte Auftritt der Ordnung in dem Home-Story Zürichs. Einfachheit kann so ehrlich sein.
Unser Reiseführer wollte dem alten Bauer Geld schenken. Der Bauer lehnte entschlossen ab. Unser Führer versuchte wieder einmal – ich drehte mich um. Annehmen oder Ablehnen – das geht mir nicht an.
Der Weg – so weit und so steil. Mein Knie schmerzte. Ich wollte nicht mehr weiter. Ich hatte zu wenig Ehrgeiz – wie immer in meinem Leben. Wer sagte, der Baum der unbedingt gesehen werden wollte, ist der wirkliche Tie Guan Yin? Ich fing an mit dem Freund von Atong zu unterhalten, der uns führte. Menschen sind viel interessanter für mich. Teebäume gibt es überall!
Langsam annährend fragte ich dem Herrn Wang, ein ehemaliger Teemaker Anxis und heute ein erfolgreicher Teehändler, ob er den heutigen Tie Guanyin trinkt. Er sagte, Oolong? Nichts unteressantes – antwortete er. Der Markt sei zu klein. Er rät mich auf Pu Er zu wechseln. Das bringt Geld, es geht schneller um ein Haus zu bauen, aber Oolong nicht. Seine Lager ist voller Pu Er, voller feuchte Pu Er… Später waren wir alle eingeladen das richtige Festessen zu feiern. Ente, Hühner und Schweine wurden frisch geschlachtet… Er wurde auf einmal unruhig und machte sich Sorgen um die Zeit, er wollte dass Atong auf den Rückweg machte. Genau so wie meine frühre Erfahrungen mit Teeleute in Yunnan. Sie unterhalten sich ungerne mit solchen Teeliebhaber wie mich. Sie wissen nicht, wie viel Du wirklich von Tee versteht und sind nicht interessiert Dir mehr Wissen zu schenken. Wissen ist die Macht und heute auch kommerzielles Kapital. Warum sollte er dafür sorgen, dass Du ein Teekenner wirst?
(Fortsetzung folgt)

Shui Tang in NUOK, diesmal italienisch!

Dear Meng-Lin good morning,

the article about Shui Tang is out and you can read it at the following link: http://www.nuok.it/zurik/shui-tang-conoscere-il-te-nel-centro-di-zurigo/
I hope you like it!It was a very special experience spent some time with you.
Feel free to share the article on the social networks or website.

I’ll moving in Zurich from the 15 November, it will be a pleasure to come back to Shui Tang.

Have a nice day!
Valeria Crescenzi

Shui Tang in Italienisch! Wow!
An jenem Tag hatte ich ein Cavalier namens Patrick, ein Junger mit Sprachtalent und half mir bei der Übersetzung. Aus dieser einfachen Unterhaltung ist dieser Artikel entstanden!

Reise nach Anxi II

(Fortsetzung)
Die Zeit ändert sich.
Nach 1949 wurde mein Grossvater jemand, der nicht mehr zu jetztiger Zeit passt. Der Tee, den er trank passt auch nicht mehr zu dieser Zeit.
Jener Tee, der langsam über Feuer geröstet und gerpüft wurde, dessen Blätter durch das lange Warten Schritt für Schritt fermentiert wurde, strahlen eine zurückhaltende Haltung. Duftender Oolong nach einer langen Röstung hält seinen rauschenden Duft zurück und die harzige Note wirkt tiefgründig und übt kaum Reis an Nerven. Er ist ruhig und bloss präsent, begleitet Dich in der Ruhe durch dein Leben, vielleicht den Rest des Lebens. Diese nicht blendende Dinge kann kaum Aufmerksamkeit von wechselhaften modernen Menschen erwecken!

Ich war nie in Anxi. In unserem Stammbuch wusste ich dass wir aus Anxi stammen. Ich bin die sechte Generation seit der Uebersiedlung.
Sehr wahrscheinlich war mein Vorfahren die Teemaker, die John Dodd nach dem zweiten Opiumkrieg in jedem Frühling aus Anxi nach Taiwan per Schiff brachte. Sehr möglich wollten meine Vorfahren bloss aus der Armut entfliehen. Oder, sie waren bloss Piraten. Sie zogen durch die Ozean und suchten nur das einfache Glück zwischen Leben und Tod.
Mein Grossvater trank seinen Tie Guanyin in seiner Dunkelheit, betrachtete die Veränderung der Gesellschaft mit einer Distanz und schaute das Fernsehen, das seine Sprache nicht sprach. Anxi war nicht sein Zuhause. Er sprach nie davon. Er erwähnte nur, dass man per Schiff aus Keelung nach Edo – Tokyo fahren konnte. In der Tat, er war für mich heimatlos. Er war ein Fremde, wie viele anderen Menschen auf dieser Insel in seiner Zeit. Es war die Vergangenheit dieser kleinen Insel auf der Pazifik.

Der ideale Boden fuer Tee

Der ideale Boden fuer Tee

Unterwegs mit Atong ist immer sehr lehrreich. Auf den Weg zu dem höchsten Punkt von Xiping bei Anxi erklärt der Meister die Zusammensetzung des Bodens! Der Boden wo unser selbstgemachter Tie Guan Yin kommt, sei genau entsprechend wie in Cha Jing von Lu Yu, der ideale Boden – voller gebrochenen Steinchen.

Ein Schock von Preis des Tees

Ein Schock von Preis des Tees

Vor zwei Wochen bekam ich einen Auftrag einen PuEr einzukaufen.
Ich dachte an die Fladen den ich vor 10 Jahren einmal kaufte. Damals kaufte ich ihn fuer knapp 80 CHF / 70 Euros. Nach 10 Jahren dachte ich fuer 120 Euros kaufen zu koennen.
Da rief ich dem Verkaeufer an und wollte wissen ob ich welchen nach kaufen kann.
Der Preis den er mir nun angab, machte meinen Mund nicht mehr zu…
600 euros sagte er… 26000 Taiwan Dollars. Ich schaute meinen Fladen und wurde sprachlos…
Heute machte ich ihn als Holger zu Besuch kam… Wie ist der Tee?
Holger sagte er würde nicht 600 Euros ausgeben.
Ja, klar. Er ist ja kein Investmentbanket!

Von meinem iPhone gesendet

Reise nach Anxi – 3 Bilder

Reise nach Anxi - 3 Bilder

Nach einem mühesamen Aufstieg gelangen wir endlich das kleine Manufaktur, wo wir unseren Tie Guan Yin produzierten.
Die wunderschönen Teegarten sehen sehr ähnlich aus wie in Alishan. Nur die Strassen sind so eng wie in den Bergen von Yunnan. Der Wind war stark und die Sonne strahlte.
Als wir unseren Tee verarbeitete, hing der Besitzer sein Schinken an der Trockenungsmaschine. Atong schaute es mit Schmunzeln zu.
Insgesamt verarbeiteten wir 100 Kgs. Die starke Männer unserer Gruppe schliefen auf den Boden um unseren Tee zu bewachen. Es war sehr hart. Atong sagte er habe nicht geschlafen, weil der Wind ganzer Nacht heulte.
Ich war mit den meisten – schlief ganz gut trotz dem Lärm von Karaoke in meinem Bett des Hotels!
Also, ich bin nicht ein hardcore Teemaker, dafür bin ich nicht bestimmt, sondern ein Verkäufer, der mit Zunge arbeitet…

Reise nach Anxi I

Das Leben ist wie ein Comet, es verschwindet so rasch im Himmel. Ich liebe Kino. Weil das Kino etwas dokumentiert, was wir für immer verlieren würden.

Mein Haus war ein sehr typisches südliches Min Stil Haus. Wir nennen es ein langes Drachen. Ein Hof nach einem anderen, dunkel und voller Winkel. In diesem düsteren und verdreckten Haus gibt es immer ein Raum, wo Ahnen und Götter auf einem Atar verehrt wurden und wo neue Generation und alte zusammentreffen mussten. Dort war es meistens dunkel, es fehlte Fenster und auf dem Dach gibt es ein winziges Dachfenster, wo ein Ziegel fehlte. Wenn der Himmel in Taipei nicht tropfte, gab es täglich eine Zeit, in der der Sonne hinein schien. Dieser kurze lichtvolle Zeit, gab einem kleinen Mädchen ein Bild von einem Raum, wo ihr nicht gehörte und einer Zeit, wo sie nicht existierte. Es war mein Grossvater, der allein in diesem Raum sass, der nicht meiner Zeit sein sollte. Er sass immer alleine dort und trank seinen Tee. Wenn Du ihn fragtest, was er trank, er würde immer so lächeln, wie er immer tat, in einem Gleichmut, „Tie Guan Yin.“

Als er lebte, verstand ich ihn nicht. Nach seinem Tod kann ich nur eine Vorstellung von ihm in dem Film „Puppen-Meister“ des Hou Xiaoxians machen.

Er sagte, „das Nutzlose macht das Leben schön.“ Wenn er gut darauf war, sagte er, dass er mich nach Keelung bringen wollte um die grossen Schiffen anzuschauen. Ich weiss nie, was ihn die Fahrt nach Keelung bedeutet und warum der Tie Guan Yin gut schmeckt. Dieser Tee, ist er nicht der Geschmack eines alten Mannes?

Damals trank er stark gerösteten Tie Guanyin, der inzwischen zur Vergangenheit gehört. Eine dunkle Flüssigkeit voller duftende Fruchtnote mit einem starken gerösteten Geschmack.

Früher war Tie Guan Yin tiefgründig und geschmacksvoll, heute ist der Tee wie die frische Blumenwiese, wie der grüne Tee, wie ein aromatisiertes Ding. Früher wartet erfahrende Teemaker auf die Blätter, die sich durch rechtzeitiges Welken, Ruhen, Fermentieren langsam zu einem Drachen verwandeln. Das Warten war der Schlüssel. Zuerst duften die Teeblätter nach frisch geschnittenem Gras, dann werden sie wie frisch geöffnete Blute. Immer mehr duften sie nach reifen Blumen und irgendwann wenn die Zeit kommt, werden die Blätter nach süssen Honig duften. Die Teemaker wussten, durch das Warten werden die grünen Teeblätter zu einem rot gefärbten aromatischen Drachen!

In diesem Dialog zwischen Menschen und Natur ist das Warten nun ein Kostenfaktor. In der von Technik gesteuerten heutiger Zeit ist Air-Kondition wichtiger als die Erfahrungen des Meisters. Die roten Ränder am Drachenblatt werden nun eine Schande. Es gibt nun Maschine und Arbeitsschritte, die diese Spuren beseitigen soll! Die neureichen Schichten aus dem Norden und Shanghai wollten den so genannten krebshemmenden Grüntee. Oolong – ein Drachen, ist möglicherweise ein Alptraum!