
Cenk und Esral kamen extra aus München – zum Vollmond! Endlich kamen die Fotos.
Es war ein wunderschöner Besuch. Wir wollten die beiden Münchener gar nicht gehen lassen!
Der Besuch endete mit einem Omigami-Kurs!


Cenk und Esral kamen extra aus München – zum Vollmond! Endlich kamen die Fotos.
Es war ein wunderschöner Besuch. Wir wollten die beiden Münchener gar nicht gehen lassen!
Der Besuch endete mit einem Omigami-Kurs!

http://www.stuffhappeningnow.com/stuff/5
Kaywa, QR-Code und Shui Tang wurde in Stuffhappeningnow berichtet – für die geniale Idee, Pioneer-Geist und Mut zum Experiment!
About Stuffhappeningnow:
Stuffhappeningnow.com is an online magazine that covers interesting trends, movements, events and other nuggets of the zeitgeist which tend to get minimal coverage in the mainstream press. It’s a social and cultural blog about what people do for fun, adventure or the things they believe in.

Das Fest war ein absoluter Erfolg!
Über 60 Anmeldungen gingen ins Haus. Viele Leute mussten leider gleich
wieder gehen, weil sie einfach zu spät waren!
Shui Tang ist leider zu klein. Ich wollte zuerst 30 Gäste empfangen, am Ende
war 40. Das Haus war voll.
Das Haus war voll, voller glücklichen Menschen, voller außerirdischen
Klängen und voller Mitgefühl für einen Dichter, der unbeirrt sein Leben
lebte und sein Frieden im Wasser fand.
Zwischen den Cello-Sätze glaubte ich manchmal, als ob der Li Bo unter uns
wäre. So nah an den Känge des Cello zu sein war ein unausprechbares
Erlebnis. Zutiefst berührt neigte ich meinen Kopf und wollte eigentlich nie
mehr aufwachen…
Ehrlich gesagt war ich sehr überrascht von dem regen Zulauf. Das bedeutet, dass das Zürcher Publuikum offen ist, für grenzüberschreitende Experimente.
Ich hoffe, weiterhin spannende Programmen in Shui Tang anzubieten – einen Brücke zwischen Menschen, zwischen Dinge, die für sich selbst sprechen, aufzubauen!
Stille Nacht
Vor´m Bette seh´ ich des Mondes Schein grell,
mir ist, als decke den Boden ein Reif.
Ich hebe den Kopf in den Lichtschein hell,
ihn senkend, mein Gedanke in die Heimat schweift.
Das Gedicht von Li Bo „Stille Nacht“ war das Muss für jedes Kind in Taiwan. Mit 3 lernte ich das Gedicht auswendig, weil mein Großvater und Mutter einen großen Wert darauf legten. Mein Großvater war ein Herrensöhnchen, der in seinem Leben nie wirklich arbeitete. Er pflegte einen Hang zur Nutzlosigkeit, die das Leben zum Leben macht, während mein Vater stets auf Nutz und Leistung achtet.
Mein Vater war sehr traurig als er die Schweiz verlass. Er dachte, dass ich meinen Dank an meine Eltern vergass, als ich meine Rede zur Einweihung machte. Er dachte, er habe eine undankbare Tochter. Er schrieb mir einen zwei Seite langen Brief, um seine Enttäuschungen auszudrücken. Es war ein Missverständnis. Ich bedankte mich allererste bei meinen Eltern und meiner Schwester – auf Deutsch und sie konnten es einfach nie erfahren! Zum Glück sagte er mir sein Bedauern und ich habe ihn sofort anrufen müssen. Zwischen mir und meinem Vater sollte kein Missverständnis sein! Ich liebe meinen Vater.
Als jüngster Sohn in einem Großclan geboren sollte eigentlich ein unbeschwertes Leben führen können. Tatsächlich wurde es mir erzählt, dass mein Vater ein Schulabgänger war und als ein Junge sich entschloss, in die Bergen gehen zu wollen, um taoistische Geheimlehre zu lernen und Gongfu-Meister zu werden. Meine Großmutter erzählte mir, wie sie mit ihrer Tochter nach meinem Vater suchte, der plötzlich verschwunden war und im Berg-Kloster gefunden wurde. Diese Geschichte verrät er nie. Er äußerte stets eine Abneigung zur Spiritualität. Wir wußten nicht, wie enttäuscht er war- von seiner Suche nach Wahrheit.
Li Bo glaubte sein Leben lang an Taoismus und Freiheit des Lebens. Als junger Mann war er auf der Wanderschaft wie mein Vater, auf Suche nach Geheimlehre des Taoismus und auf Suche nach der Meisterschaft der Kampfkunst. Er hat viele starke Gedichte hinterlassen, die die Aufrichtigkeit und Taten der Gongfu-Meisters verehren. Freiheit, Aufrichtigkeit und Humanismus! Er lebte und strebte nach dieser Idealen. Kein Wunder suchte er als ein typischer chinesischer Intellekturelle in der politischen Leiter nach Entfaltungsmöglichkeit und Realisierung seiner Visionen!
Sein literarischer Ruhm reichte bis zum Palast und er wurde als Hof-Dichter zum Hof geholt. Er dachte, in seiner Idealismus und Naivität, seine Ideen dort verwirklichen zu können. Der Kaiser wollte sich nur amüsieren – Sich vergnügen und korkettieren mit einem großen Dichter, der bestimmt in der Geschichte verewigt wird, im Gegensatz zu einem Kaiser, der mit dem Tod in der Geschichte begraben wird.
Li Bo wußte nicht, sich zurückzuhalten – beziehungsweise er konnte es einfach nicht, denn er lebte stets sein eigenes Leben. Das führt zum Scheitern seiner Karriere und seine Verbannung.
Auf einer weiteren bitteren Wanderschaft… Li Bo war nicht mehr der junge Mann, der unbefleckt war. Verletzt, enttäuscht und vertrieben. Er trank gerne, zu gerne. Er schrieb, dass er am liebsten nie mehr aufwachen wollte. Er wachte tatsächlich nicht mehr auf, als er den Mond im Wasser sah und ihn besuchen wollte. Der Mond war sein einziger Freund. Er fiel ins Wasser und konnte nie mehr geweckt werden.
花間一壺酒,獨酌無相親。
Allein zwischen den Blumen, allein bei einem Krug Wein.
舉杯邀明月,對影成三人。
Dann lade ich einfach den Mond ein, mit meinem Schatten sind wir gerade zu Dritt…
Das Gedicht schrieb er, als er seinen Höhpunkt seiner Karriere erlebte. Im kaiserlichen Hof schrieb er das einsame Gedicht – eigentlich sollte er doch viele Freunde haben, viel schöne Frauen und viele viele schöne Geschwätz – er war aber allein. Nur mit seinen fiktiven – oder die einzigen wahren – Freunde trank er einem Krug Wein.
醒時同交歡,醉後各分散。
Wir (Li Bo, der Mond und das Schatten) tranken zusammen und haben eine Menge Spass, währen wir uns trennen müsse, wenn ich berunken bin…
Auch wenn der Freude illusorisch war, wollte er Dichter nicht entbehren. Seine Einsamkeit und Schmerzen sind der ständige Begleiter. Auch wenn er seine Emotionen und seine Trauer nicht versteckt, bleibt Li Bo nie in der einfachen Melancholie – dies ist das, was Li Bo in der chinesischen Kultur zu einem Großdichter macht, der unabhängig ist – von dem kleinkarrierten Moral. Li Bo geht immer weiter, weiter in seiner Entwicklung.
Das stimmt, er ist traurig, er ist einsam.Er trank und er litt. Aber er konnte loslassen. Er konnte über das Leben lachen. seine Leichtigkeit versteckt sich in der Schwermut eines gescheiterten Hofbamtes. Seine Schwermut wurde beflügelt von seiner Leichtigkeit des Seins.
永結無情遊,相期邈雲漢。
Auch wenn wir uns (er, der Mond und sein Schatten) beim Aufwachen trennen müssen – möge unsere Verbindung über die Zeit, über den Raum und über all die gesellschaftlichen Moral bleben. Eine Verabredung zum Wiedersehen zwischen Wolken und Wasser…
Zum Schluss dieses Gedichtes übergeht er auf eine Ebene, die über die Freiheit und ohne die gesellschaftliche Urteile hinausgeht. Eine Verbindung der Beziehung ausserhalb der Moral und Kalkül, nur eine Verbindung zwischen Seelenverwandten.
Li Bo hat es nie aufgegebn zu träumen. Er starb in einem schönen Traum, als er glaubte, den Mond im Wasser besuchen zu können…
Ich freue mich sehr, das Gedicht morgen mit vielen Teefreunde in Shui Tang teilen zu können. In Klang des Cellos wird der Li Bo bestimmt auch dabei sein! In jenem Moment wird es mir wohl nicht mehr sicher sein, begegne ich den Li Bo, oder mich selbst…
Vielen Dank noch einmal für das rege Interesse eines Experiment zwischen Musik und Klang, zwischen Westen und Osten.
月下獨酌
花間一壺酒,獨酌無相親。
舉杯邀明月,對影成三人。
月既不解飲,影徒隨我身。
暫伴月將影,行樂須及春。
我歌月徘徊,我舞影零亂。
醒時同交歡,醉後各分散。
永結無情遊,相期邈雲漢。
Das erste Vollmond-Konzert am 3. Oktober in Shui Tang ist definitiv ausgebucht.
Ich möchte mich bei dem regen Interesse der Teefreunde bedanken! Heute musste ich leider Anmedlungen ablehnen. Sehr Schade! Hätte Shui Tang noch einen grösseren Raum!
Vielen Dank an allen!

Tee verbindet.
Eine Freundschaft, ein Augenblick. Eine Schale Tee, eine einmalige Zusammenkunft.
Es war ein Geburtstagsgeschenk von einer Freundin an eine Freundin.
Eine Teezusammenkunft ist wie ein Puzzle-Spiel. Jedes Detail ist ein kleines Stück von Puzzle.
Wer kommt zum Tee? Was für eine Teeschale passt zu dem Gast? Was für eine Kalligraphie? Was für eine Teedose? Was für ein Okashi (Dessert?) und was für einen Duft?
Der Gastgeber baut die Spannung auf – jedes Details sollte das Thema des Anlasses andeuten. Die Gäste nimmt in Stille die Atmosphäre wahr – bis zu den Moment – „Was für einen poetischen Name hat dieser Teelöffel?“ – Der Name dieses Löffels ist die Offenbarung des Geistes dieses Tees.
Das ist wie man ein Ballon bläst – so weit so groß, bis zu dem Moment, dass man mit einem Nadel darein sticht – Zack! Also!
Die Kalligraphie an der Wand heisst:
„Tee verbindet.“
Die Teedoese ist bemalt mit Bambus – aufrichtige Freundschaft.
Die Teeschale ist eine Hagi-Schale – ich habe sie erhalten von Ulrich, und er von seinem verstorbenen Freund in nahen Osten – einer der ersten Teemenschen im Westen. Eine Teeschale von Teefreundschaft.
Mein Gast fragte mich heute: „Was für einen poetischen Name hat dieser Teelöffel?“
„Weggefährte.“
Was gibt es außer Anstrengung noch im Leben?
Was gibt das Lernen uns außer der Anstrengung noch für das Leben?
Es war ein Zufall, dass zwei Lehrer in Shui Tang waren und Zeit hatten, mit mir paar Tassen Tee zu trinken. Wie gesagt, wird jeder in Shui Tang gleich behandelt. Ich wusste oft nicht, wer mir gegenüber sitzt. Nach der Runde kam ein Mann zurück und fragte mich nach der Möglichkeit, mit zwei Schulklassen zu Shui Tang zu kommen. Ich dachte, ja, spannend! Tee mit Jugendlichen, warum nicht? Das Geld war keine Frage.
Pünktlich kamen die Schüler, zuerst waren die Jungs. Die Jungs waren cool. Die Mädels waren eher distanziert. Beide Geschlechter zeigten mir zuerst das bekannte Poker-Gesicht, so dass ich bloß nicht traue, näher zu kommen. Natürlich schätzten sie mich falsch ein. Solcher Schutzmechanismus reizte mich nur noch mehr und ich bin bestimmt weder lieb noch nett. Sie gaben mir Kommentare wie, der Tee sei bitter, der Tee sei einfach chinesisch.
„Warum ist der Tee chinesisch?“
„Er schmeckt halt so.“
„Diese Aussage ist so undifferenziert, dass wir nicht weiter miteinander sprechen. Was meinst Du genau mit Chinesisch?“ Ich drückte mich sehr klar aus. Der Schüler musste eine Stellung nehmen.
„Halt, so wie im China-Restaurant.“
„Ich bin immer noch nicht zufrieden mit Deiner Aussage. Du muss Deine Aussage differenziert ausdrücken. Was schmeckst Du genau?“ Ich schaute sie genau in die Augen.
Wenn Du das nicht differenzieren kannst, was Du schmeckst und riechst, entwickelst Du gar kein Bewusstsein für Dein Leben. Wenn Du Deine Gefühle nicht beobachten kannst, weiß Du gar nicht, was Du fühlst! Und Du wirst für immer der Spielball deiner Emotion bleiben und Menschen und Dinge verpassen, die Du einmal liebst.
„Bitter.“
„Was gibt es noch hinter dieser Bitterkeit?“
Schweigen. Ich gab es nicht nach.
„Was schmeckst Du noch außer der Bitterkeit?“ Ich schaute zu anderen.
„Süß.“ Eine leise und unsichere Stimme. Diese Stimme bekam ein Lob.
„Was noch?“
„Grassig.“
„Darf ich Dich kurz korrigieren? Diesen erfrischenden Geschmack bezeichnen wir im Fach als Vegital. Grasig meinen wir etwas anders.“
Er nickte seinen Kopf und traute plötzlich noch mehr zu sagen. Es war ein Junger, hat kein berühmter Gaumen, merkte, dass der Yunan Huang Ya eine ähnliche Ausprägung hat mit dem Yunan Dianhong. Ich war erfreut und begeistert. „Hey, mein Rente hat Zukunft.“ Sein Lehrer lachte.
Ich staunte, wie die Jugendlichen gut schmecken und riechen können – besser als meine erwachsene Kundschaft! Ich munterte die Kinder auf, mit ihren Sinnen zu arbeiten, ihre Intuition zu trauen und die Welt mit anderer Wahrnehmung zu entdecken. Ich sah, wie manche Gesichter weicher werden und wie manche noch sein Poker-Gesicht tragen mussten.
Ein fast erwachsener Junge, der eine Schutzmaske stets trug, schaute zwar immer zu einer anderen Richtung, merkte trotzdem alles, was in Tee steckte. Er war auch der erste, der sofort versuchte, die Tasse schön zu halten. Ich wusste nicht, ihm weiter zu helfen. Es könnte allerdings ein Anfang sein, für ein Poker-Gesicht, das Licht zu sehen, die Freiheit für sich selbst zu entdecken.
Sicher war ich nicht eine angenehme Person für die Schulkinder. Bei Shui Tang gibt es kein Event. Sie sind nicht für einen Event und wegen einem Affen gekommen. Es war für mich ein Bildungsauftrag und ich nahm es sehr ernst.
Auch wenn die Kinder aus verschiedenen Milieu und kulturellen Hintergründe stammen, zeigten sie die gleiche Sehnsucht und Liebe zur Schönheit, zum Einlang sein zwischen ihnen und Außenwelt. Ihre Gesichter waren lichtvoll und harmonisch, als sie allen von sich aus versuchten, eine Balance zwischen der Tasse und ihrem Körper zu finden. Sie lächelten mir an, als sie plötzlich verstand, dass ihr Körper arbeiten muss, um im Einklang mit der Tasse zu werden.
Außer der Bitterkeit gibt es noch Regenbogen im Tee. Aber als erste muss man die Bitterkeit überwinden, bis man den Regenbogen sieht.
Außer der Anstrengung gibt es noch Freude im Leben – ebenfalls wie mit meinem Leben in Shui Tang. Aber als Erstes muss ich auch die Anstrengung im Kauf nehmen, um eine Entwicklung zu ermöglichen…
Das waren meine letzten Sätze an die Schüler.
Es war ein Anfang eines Wegs.

Besuch von zwei Schulklassen in Shui Tang.

Das Interview von Atong (Chen, Huantang) in NZZ am 9.9. 2009 in Chinesisch
月光晚會
李白和巴哈之間
在2009 年的中秋節… 水美堂歡迎你的雅興.
在時光的隧道裡, 和文化的矛盾中, 茶與聲音的交會, 你遇到的是李白, 還是 自己
Am 3. Oktober möchte ich interesierte Teefreunde einladen zu dem ersten
Vollmondfest in Shui Tang.
Zeit und Raum begrenzen oft das gegenseitige Verständnis der Menschheit.
Aber die wesentliche Frage bleibt: Wie geht der Mensch mit seiner Existenz,
wie mit Freude um, wie wird er mit seinen Zweifeln und Sehnsüchte fertig?
Verbindet dieses Thema vielleicht den chinesischen Dichter Li Bo (701-762)
und den Komponisten J. S. Bach (1685-1750)?
Pi-Chin Chien und Meng-Lin Chou wagen den Versuch, eine Brücke zwischen Zeit
und Raum zu bauen. Ein Brücke, die zugleich ein Regenbogen sein kann, um
die Farbe der menschlichen Freude, Poesie und Melancholie konkret zu
erleben. Sei es als Klang, als Worte oder als eine Tasse Tee.
Dieses im alten China traditionell gefeierte Fest wird zum ersten Mal im
Shui Tang zelebriert. Wir freuen uns auf eine Begegnung zwischen Kulturen
und Menschen im Mondschein!
Am Sa. 3. Oktober 2009
19.00 bis 20.30
in
Shui Tang, Liquid Delicacies
Spiegelgasse 26
8001 Zürich
044-555-9161
info@shuitang.ch
Eintritt: 25 Sfr. (Ermässigung 20 Sfr.)
Reservation ist erwünscht.