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Shui Tang und Porsche

Was hat Shui Tang und Porsche gemeinsam?

Der „beste“ Tee und das „beste“ Auto?

Der harte Droge, die Wachheit zu putschen und das kompetente Potenzmittel für schlappe Typen?

Eigentlich ist es fast unmöglich für jemanden wie mich, von so einem Auftrag zu bekommen. Für die exklusivsten Klienten von Porsche Tee zu zeigen. Jemand wie ich, der Visitenkarte nicht gerne dabei habe- auch bei dem Treffen in Porsche…, kann nach dem Regel von Networking eigentlich nie existieren.

Alles, was möglich macht, ist der Tee. Hubert E. ist begeistert von Tee, nicht von Menglin. Sie war in der Begegnung eher ein bisschen komisch für ihn, weil sie nicht aufhören konnte, über Tee zu erzählen und anfangs leicht arrogant und unzugänglich war. Das ist in seinem Kopf über diese Person geblieben. Aber der Tee, sein Duft und sein Aroma fesselten diese berühmte Nase bis heute. Dann vermittelt er Shui Tang, ein Qualitätsmerkmal für ihn, an Porsche.

Er sagte zu Menglin, dass der beste Tee an bestem Ort den interessanten Menschen näher gebracht werden muss. Tee kann noch mehr Menschen erreichen, wenn der richtige Zeitpunkt aufgespürt wird und es von den richtigen Händen an dem richtigen Ort ausgeführt wird. Er hat ein guter Riecher, nicht nur für das feinste kulinarische Zauber, sondern auch für Menschen, für Entwicklung und für die Zeit.

Ist es dort ein richtiger Ort, Tee zu präsentieren?

Ich präsentiere Tee nicht. Tee spricht für sich selbst. Menschen, die gewöhnt sind, mit Geld zu agieren und das Leben so zu gestalten, vergessen, dass Dinge, die für selbst sprechen können. Denn die scheinhafte Welt, die nach Geld jaggen und jubeln, baut sich auf Pomp und Schrei. Das Sichtbare und Fassbare binden Menschen an das Geld und macht das Geld seinen Wert. Die leise Sprache des Tees wird entweder Neugierde erwecken oder sie enttäuschen. Denn es gibt keine blendende Parfüm in einem Event, nur die wahrhaftigen Worte des Tees, die einem flüstern, wenn einer zuhört.

Wenn Du willst, kannst Du von Tee noch mehr mitnehmen. Wenn Du es nicht willst, ist es auch gut…

Ich werde mein Bestes geben. Das Beste, was die Zeit überdauert.

Das Bewusstsein von Qualität und Tradition und Verständnis von zeitlosen Werte sind das, was Porsche und Shui Tang verbindet!

Vorläufige Webseite von Shui Tang

Man kann sich über zwei Seite über Shui Tang informieren:

http://shuitang.kaywa.com/

http://dokodare.kaywa.com/202031628

Eine richtige offzielle Seite ist im Moment kräftig am arbeiten. Ungeduldig warte ich selbst auf den Auftriit in Cyperspace, so dass Shui Tang und unbekannte Teefreunde zu einander finden können.

Ich bin selbst gespannt auf das visuelle Shui Tang!

Ein Oolong der Unberechenbarkeit

Als H. wieder kam, sagte er mir, dass er nun in seiner Umwelt als unberechenbar zugeschrieben wurde, seit er in Shui Tang war. Seine zwei wunderschöne Steinkanne und die zurückhaltenden Celadon-Tassen verhalfen einerseits seiner Tee-Kunst Beifall zu ernten, andererseits fand offensichtlich eine Verinnerlichung statt, dass er anders wurde.

Unberechenbarkeit ist stets das, was uns an der Sicherheit bindet und die Zen-Lehre uns zum Leben lehrt. Unberechbarkeit des Lebens fordert einen auf, Situationen situativ wahrzunehmen und situativ zu agieren anstatt mit Konzepten. In der Unberechenbarkeit des Geistes steckt eine unendliche Freiheit. Aber… mit der Zeit wird man selbst unberechenbar für die anderen, die das Leben nach einem anderen Vorbild leben…

Wie lange sollte ich diesen Tee ziehen? Jeden Tag muss ich diese Frage bewantworten. Ich frage stets zurück: was für einen Tee trinken Sie? Was für eine Teekanne haben Sie? Mit wem oder für wen ist dieser Tee gemacht?

Warum merkst Du nicht, dass dieser Tee anders ist als der andere? Und diese Person anders als die anderen, die Du angeblich gut erforscht hast?

Oft fahre ich mit Tram 3 oder Bus 31 bis zum Löwenplatz und wechsele dort den anderen Tram. Am den teueren Löwenplatz gibt es ein sehr bekanntes Haar-Styling-Club in Zürich. Während der Wartezeit schaute ich manchmal die Schaufenster an und staunte immer, was für bunten glizerten Taschen und Kleider dort gehängt werden. Was für einen Geschmack? – ich frage mich oft. Werde ich nicht ein buntes Vögel, wenn ich mit diesen glänzenden Muscheln und Tiermuster schmücken würde? Was will ich mit diesen Aufmerksamkeit erregenden Taschen und Stoffe um mich über mich aussagen lassen? Und, wen will ich denn überhaupt anziehen??!!

Offensichtlich versteht mein Lehrer Atong Frauen durch den Tee. Wir haben in diesem Sommer zwei verschiedenen Fancy Oolong 番庄烏龍茶 erzeugen lassen. Als ich die zwei vrschiedenen Partie von Fancy degustierte, wurde ich mir klar, was vulgär und was einfache Schönheit bedeutet. Ich rief meinen Lehrer an und wollte seine Unterweisung. Er bestätigte meine Notizen und sagte mir, „Weiß Du, der Sijichun ist wie die Frauen von Schikimicki-Szene 三八阿花. Das ist ein Hollywood-Tee. Und der Wuyi wie eine Dame 大家閨秀…“

Die Partie aus Sijichun verzauberte mich mit seinen wechselhaften Düften und lebendigen Farben. Er duftet wie eine Blume, die nicht einfach zufrieden ist mit einer stillen Bewunderung eines reinen Herzen, sondern mehr. Wie eine Blume, die Bienen, Flieger und Farfalla anziehen will – unbedingt. „Schaue, ich bin so schön!“ Die andere Partie aus tradtionellem Wuyi-Baum, verschmäht von den neuen Teetrinker-Generation, weil er „langweilig und zu eigenwillig“ sei. Langweilig, weil er nicht so duftet wie Sijichun, eigenwillig, weil dieser Baum seinen speziellen Duftcharakter hat. Für Teemaker auf dem Mainstream-Markt ist es doch viel erleichternd, wenn sie berechenbaren Geschmack erzeugen können und berechenbar kalkulieren. Sich stellen vor dem Unberechenbaren ist eine Herausforderung, die selten jedermanns Sache ist! Ausser Atong.

Zufällig fand Aming 阿明 einen ungepflegten Garten von Wuyi 武夷, der so unbeliebt auf dem Markrt ist. Bevor die Wuyi-Bäume abgerissen werden und der Boden zum Ananas-Felder (jeder, der einmal in Mingjian war, weiß die Macht der Ananas in der Landwirtschaft) umverwandelt werden, „entdeckte“ der Insider Aming den Teegarten. Auch nur die Zusammenarbeit zwischen Atong und Aming ermöglicht diese besonderbare Kreation – ein Formosa Oolong wie vor 100 Jahren… 

Ein Tee, der der Unberechenbarkeit ausgeliefert ist. Ein Tee aus einem Teegarten, der selten gepflegt wurde, von Insekten heimgesucht und gefressen. Die Blätter, die von dem Kampf gegen die unberechenbare Natur übrig geblieben waren, wurden gepflückt. Mühsam aussortierte Blätter zwischen fast unbrauchbaren und noch brauchbaren Pflückgut wurden nach der Tradition im Zimmertemperatur verarbeitet. Unberechenbar war die Menge, die brauchbar war. Unberechbar blieb es, wie das Wetter sich verhielt. Regnete es oder bleibt es feucht und heiss? Der gewöhnte Zimmertemperatur beschleunigt und ermöglicht die höhe Fermentationsgrade. Die menschlichen Trieben alles in der Hand zu kontrollieren, den Oolong nicht mehr wie Oolong erscheinen zu lassen, sondern wie ein Grüntee, konnten sich erst durchsetzen mit der Errungenschaft der Klimaanlage! Das künstliche Kühle erzeugt das scheinhaften Frische des so genannten „grünen“ Oolong. Das extreme Beispiel ist die Entstehung des grünen Tie Guanyin aus Anxi!

Der heutige begehrte grünen Anxi Tie Guanyin ist ein Tee der Berechenbarkeit!

Der Fancy Nostalgie bezeichnet sich als ein Gegenbeispiel der Berechenbarkeit.

Der Wuyi-Fancy duftet leise, sehr präsent, wie die Musik Beethovens. Auch wenn Beethoven seit Jahrhunterten tot ist, ist er immer noch lebendig. Die Teife und Klarheit seiner Klänge berühren Menschen zwischen den Grenzen und der Kulturen! Die Schönheit der einfachen Dinge, nicht laut, nicht kompliziert und nicht aufdringlich. Ein Tee wie ein Teemensch, der Demuth übt. Demuth vor der Unberechenbarkeit des Lebens.

Der Wuyi-Fancy hat einen feinen honigsüssen Aufguss und sein Duft wie das frische einfache Jasmin im frühen Frühling. Wie die frische Blüte, die einfach blüht, ohne Wille. Wenn die Sonne scheint, wird die Blüte noch mehr duften, aber nur so stark, dass derjenige, der angezogen fühlte, riechen sollte…

„Wir, die dem Teeweg folgen, müssen mit dieser Einfachheit fortfahren… Doch dürfen wir nicht vergessen, dass der Weg, diese Einfachheit zu erreichen, lang ist.“

Soshitsu Sen, ehemaliger Grossmeister von Urasenke-Teeschule

Der Zauber von Shui Tang

„Ich weiss nicht, ob ich vor Weihnachten noch einmal nach Zürich schaffe – aber vergessen Sie mich bitte nicht!“

Wie könnte ich es? Wie könnte ich einen Unikat vergessen? Nicht nur ich, sondern auch die Teefreunde in Shui Tang, die letzten drei Tagen diese besondere Person kennen lernten.

Er sagte, dass er bereits im Sommer 2 Male vergeblich vor der Tür von Shui Tang stand und erst bei drittem Mal rein spazieren dufte. Unsere erste Begegnung war ein provokatives Gespräch. Er wollte Sencha und ich fragte ihn, ob er nicht eine andere Herausfforderung annehmen würde – ein merkwürdiges Kundegespräch bei Menglin, nicht wahr?

Er nahm die Herausforderung an und trank den Qilan Dancong Shuixian 2008. „Was für einen widerstandsfähigen und verbindlichen Tee!“ rief er. Was für eine Sprache? Was für eine Analogie?

Diesmal sprachen wir über die Unterscheidung zwischen Kunst und Handwerk. Das Thema interessiert mich im Moment inbesonders, da ich das Buch von Yanagi „Die Schönheit der Einfachen Dinge“ lese. Die besonderen Klienten von Shui Tang, die besondere Ansprüche haben, erlauben mir nicht einzuschlafen. H. sagte mir ganz klar, dass die Kunst nichts mit Handwerk zu tun hat. Kunst hat etwas, was mein Großvater einst versuchte zu pflegen – Nutzlosigkeit. Kunst hat keinen Gebrauchswert. Die Kunst steht für sich selbst allein und spricht für sich selbst.

Das Leben ist schön, weil es nicht ein Nutz geben muss. Der Tee ist schön, weil Tee uns nichts bringt, sondern Anstrengung. Wir müssen uns anstrengen, um Tee zu verstehen, um Tee für sich sprechen zu lassen. Nutz hat er nicht, nur Schönheit…. Ist es nicht ähnlich wie die Liebe? Die Liebe bringt einen durcheinander und verursacht Ärger und Anstrengungen. Darum haben wir so viel Angst, vor Verletzung und Abweisung. Darum lieben wir lieber nicht. Liebe ist nur zu lieben schön. Es ist schön, weil es kein Nutz und keine Bedingung existiert. Wenn man eine Bilanz ziehen will, dann lieber liebe es nicht.

Mein Besucher aus fernen Osten, kommt ursprünglich aus hohen Norden. Wir haben alle nicht daran geglaubt, weil ein Hamburger – es ist doch trocken, distanziert und langweilig, nicht wahr? Aber unser H. ist brilliant, schlagfertig und humorvoll. Wir lachten ununterbrochen am Tisch und wurden bestens unterhalten. Seine Kommentare zum Tee ist druckreif. Der Sijichun sei so versöhnungsvoll – lieb und nicht abweisend. Da es am Freitag neblich kalt war, war dieser Tee die Versöhnung des Tages.

Er lobte meine Kleidung, meinen Stil und meine Anmut – wer hätte nicht gerne Komplimente – vor allen eine älternde Frau? Er bewunderte die Mayou, die Orgel- und Pianistin von Frauenmünster. Mit jedem Anwesenden entstand ein geistreiches und spannendes Gespräch. Die vorher unbekannten Menschen wurden später Vertrauten. Mit Chragi wußte er über Kunst und Design zu unterhalten. Mit Sandro und Mayou über das Cocktail der Religionen und die Wege der Moderne. Mit Josef und Michel über die Verwahrlosigkeit der deutschen Sprache. Was bedeutet „geil“? Wir wußten nun ab heute besser! Michel sagte, es hat sich gelohnt, so früh aufzustehen!

Aber wer diese Person ist? Hubert fragte mich am Donnerstag, ob ich nicht schon gegooglt habe? Sicher…. Aber ich finde einfach nichts! Das macht die ganze Geschichte noch spannender!

Er sagte einfach nicht sehr viel über seine Herkunft, seinen Werdegang und wo er sich in diesen Tagen in Zürich aufhält, antwortet er nur, „Im Zürcher Berg.“ Josef fragte ihn, ob er einmal tätig war an der Uni. Er sagte, „Ja, so etwas Ähnliches.“ Spannend.

Am Ende sagte unser Besucher, dass er 3 Sessionen gesessen hat. Es war für ihn ein Erlebnis. Wie schön, dass es Shui Tang gibt!

Was für ein Zauber ist es in Shui Tang, unbekannte Menschen zueinander zu führen?

Wie schön, dass es Menschen gibt, die Shui Tang besuchen, diesen Ort bereichern und beleben! Eine starke Dankbarkeit spüre ich im Herzen und freue mich, auf jeden Besuch!

Sein lassen oder nicht sein lassen

Jedes Mal wenn ich in sein schönes Büro kam, bewunderte ich seine verstaubten Sammlungen. Er interessiere sich nicht mehr für sein einstige Zuneigung zum Porzellan. Die schönen alten Porzellan-Kanne aus fernen Ost stehen einfach ganz oben im Staub. Dann scherzte ich, dass diese Kostbarkeiten irgendwann im Brockenhaus landen würden, wenn er mir nicht gebe. Ich werde sie verkaufen, sie unter unter den Händen bringen, die sie berühren.

Er war nicht sicher, ob er seine Sammlungen sein lassen sollte oder nicht sein lassen sollte.

Ich bekam tatsächlich paar Kannen. Er habe Zweifel, ob sie echt sind. Es war ihm damals egal, denn er entzückt war von der Authentizität und Spontanität der einfachen Dinge. Diese Teekanne waren damals keine Kostbarkeit. Es war gemacht für das einfache Volk, das Tee als Getränk verstand, anstatt als Genuss.

Mich berühren schönen einfachen Dinge. Dinge zu sammeln lernte ich als Kind von meinem Großvater, der Stein, Kalligrahpie und andere nutzlosen Dinge sammelte. Die Dinge, die er jahrelang sammelte, verschimmeln nun irgendwo in meinem Elternhaus oder im Blumentopf. Dies macht mir irgendwie klar, dass das Sammeln ähnlich wie bei Bankwesen funktioniert – als Blockade. Das Kapital ist so scheu wie ein Rehe, weil sie Angst haben, etwas zu verlieren, darum hocken sie auf das Geld… Irgendwann stinkt das Masse von dem so genannten Geld, wenn das Masse sich nicht mehr bewegt und fliesst. Wie bringt man wieder diese Blockade zum fliessen? Durch Handeln und Handeln!

Darum handele ich gerne. Das Geschäft machen bringt alles wieder im Fluss! Ich bringe A zu B und B bringt C zu mir, damit ich D wieder zu E bringen kann! Wie wunderbar!

Wahrscheinlich ist ein Geschäftsmann gut, wenn er nichts dauerhaft besitzt.

Da ich schon immer gerne alten einfachen Dinge habe, sammle ich viele viele Bücher, die das versteckte Wissen speichern. In einem diesen Büchern fand ich ähnliche Handschrift und ähnliche Malstil von den alten Teekannen. Es war mir bewusst, wie kostbar diese Dinge sind. 

Nun ist es mir klar, ihn zu überzeugen, die Kanne nach Taiwan oder Hongkong zu bringen, bringt wohl eine Menge Geld. Dann landen diese Kanne irgendwo in einem Vitrine von einem Sammler, der stets nach der Kostbarkeit in einem Geschäft fragt. Nach seinem Tod landen diese Kanne irgendwo im Staub oder im Brockenhaus oder weiter in irgendeinem Vitrine. Wer benutzt sie denn? Wer lässt sie wieder in ihrem ursprünglichen Sinn leben? Nur die Menschen, die sie als schöne Teekanne sehen und als Teekanne weiter benutzen wollen. Als ein Teil des Lebens anstatt ein Teil der dekorativen Attribute.

Ich verkauf diese schönen einfachen Kannen in Shui Tang. Sie werden schon ihren neuen Herr finden, weil sie einfach und authentisch sind – für den täglichen Teegenuss!

Haben Sie nicht noch etwas Kostbares?

Eine neue Celadon Schale mit dem so genannten Yoshino Rot. Das dezente charmante Yoshino-Rot sei angeblich entstanden, als Yoshino, die große Entertainerin und Teekennerin, aus der Schale trank – und die Schale wurde entzückt von der Schönheit der Yoshino rot!

Das Yoshino-Rot zog zwei Menschen an und öffneten die Tür zum Shui Tang. Der Herr entzückt von der Schönheit des Celadons, während seine Frau unglücklich stand. Sie fragte mich, ob ich nicht noch Kostbares anzubieten hätte, als die hier herum stehenden gewöhnlichen Dingen.

„Inwiefern kostbar?“ fragte ich die ehrwürdige Dame.

„Zum Beispiel die Teedosen gewickelten in Kimono-Stoff.“

„Also, Chaire!“ Ich nickte meinen Kopf. Sicher hätte ich zwei, eine gewöhnliche und eine kostbare – alte. Aber warum sollte ich dieser Dame zeigen? „Sammeln Sie die kostbaren Dosen?“

Sie nickte ihren kostbaren Kopf.

„Ich hätte schon welche, aber ich verkaufe sie nicht.“ Sagte ich sehr bestimmt zu dieser edelen Person. 

„Sie Sind selbst ein Sammler?“

„Ich benutze sie.“ ich antwortete. „Ich könnte Ihnen paar kostbaren Dinge zeigen, weiss allerdings nicht, ob sie Ihrer Vorstellung entsprechen.“

Langsam öffnete ich den schönen Schrank, ein Ort der schönen Dingen. Ich kann sie verkaufen, muss aber nicht. Je nachdem, mit wem sie mitgehen wollen.

Die zwei edelen Personen waren entzückt von der kostbaren Dingen, die für sich selbst sprechen. Ihre Atmung war plötzlich sehr stil und die Augen wurden groß. 

„Sehr schön!“ riefen meine Besucher.

„Wissen Sie, gute Dinge sind rar. Rare Dingen werden gejaggt. Diese schönen Dingen wollen geliebt und benutzt werden. Sie dienen nicht als Dekoration!“

In dem gleichen Moment kam ein sehr vornehmener Herr. Ich kümmerte mich um die neuen Herrschaft. Meine edele Besucher bedankten sich laut, dass sie die Kostbarkeiten anschauen duften!

Ich nickte meinen Kopf als meine Antwort auf ihren Dank.

Der vornehmene Herr wollte zuerst nur Chrysathemenblüte, dann nahm alles, was ich ihm empfohlen habe. Dann nahm er noch die Celadon-Tassen. Dann fragte er noch nach all Besonderheiten, die in Shui Tang lagen. Er war entzückt von der Atmoephäre und von diesem Ort. Ich zeigte ihm die Jadekanne. Er rief, „Wow, so etwas habe ich noch nie gesehen!“ Ich verstand seine Empfindung gut. Er sagte, er wollte mit seiner Frau kommen, um die Kanne zu kaufen.

Ich schmunzelte. „Sie müssen einfach schneller sein als der andere Herr…“ – ein Herr, der seit drei Wochen immer wieder kommt, eine geheimnissvolle Erscheinung – er wollte auch mit seiner Frau kommen, um die Kanne anzuschauen. Das Problem ist, sie kam nie, immer er allein.

Anscheinend verstecken Männer gerne unter dem Deckmantel seiner Ehefrauen!

Der schöne vornehmene Mann hörte, dass die Jade-Prinzessin auch einen anderen Mitbewerber hatte. Nach 5 Minuten ging die Jade-Kanne mit ihm nach Hause. Er sah glücklich aus. „Benutzten sie diese Kanne?“ „Ja, sicher!“

Am nächsten Tag kam der geheimnissvolle Herr mit 1000 Sfr. Schein wieder und fragte nach der Jadekanne. „You know, she went home with an another Gentleman, who was clear in his mind with what he wants…“

To go or not to go?

Dank NZZ wurde Shui Tang bei den chinese Community bekannt. Viele Landesleute fanden den Weg. Ich wurde oft als Laobannian (Frau eines Chefs) angesprochen. Innerlich wehrte ich mich dagegen, wußte aber nicht ganz genau warum.

Jin sagte ganz deutlich zu mir, dass ich nicht Laobannian sei, sondern Laoban. Denn ich keine Frau eines Big Bosses sei, sondern selbst der Chef. Laoban – eindeutig – der Chef. Nicht mehr die Frau eines Chefs.

Ich fühle mich nicht als Chef, eher als Diener oder Haustier von Shui Tang. In diesem Ort führe ich ein anderes Leben, als das, was man sich als Chef vorstellt. Der geregelte Tagesablauf und die gezwungene Präsenz sprechen alles dafür, dass ich das Haustier geworden bin. 

„Fliegst Du nach Hause oder nicht?“, drängte meine Familie mich mit dieser Frage, ob ich zwischen den Jahren nach Taiwan fliege. To go or not to go? Ich kann mich nicht entscheiden, denn es zu viele unsichere Faktoren gibt. 

Plötzlich merkte ich, dass man sich im Leben manchmal nur für eine Seite entscheiden kann. Man kann in einem Raum nicht stets nach links und rechts gucken. Man ist manchmal entweder – oder. Ein hartes Erkenntnis für einen Menschen, der angebliche Freiheit liebt.

Jetzt bleibe ich einfach hier und diene Shui Tang und seine Gäste. Ein freier Raum steht plötzlich durch eine Entscheidung. Zum ersten Mal – seit ich unter den Fremden lebe, spüre ich Heimweh. Die Fremden sind schon längst eigentlich nicht mehr fremd.

Eine kleine Antik-Teekanne Sammlung aus dem letzten zwei Jahrhundert

„Egal was wir in Euopa essen, wir benutzen immer die Hände dazu, während man in Japan, sei man ein Kind oder ein Erwachsener, zwei Stäbchen benutzt;
Wir trinken nur frisches klares Wasser, während die Japaner ausschließlich heißes mit Bambus-Besen gerührtes Wasser mit Tee zu sich nehmen;
Wir betrachten Gold, Silber und Edelstein als wertvoll, während die Japaner alte Töpfe, kaputte Keramik und Steingut als Schätze aufbewahren.“
Luis Frois (1562), ein portugiesischer Jesuit

Warum braucht man eine Grasshütte, um eine Schale Tee zu trinken?
Warum bewahrt man solche kaputte Schalen und Kanne auf, um Tee zuzubereiten?
Warum sind solche Dinge mindestens so wertvoll wie Gold?

Eine kleine Einladung zur kleinen Antik-Teekannen Sammlung aus dem letzten zwei Jahrhundert in Shui Tang. Sammler HP R. Schwyz

Antik Teekanne