Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Shui Tang, die 333 besten Shopping Adresse Zürichs

Plötzlich lagen eine große Briefsendung auf dem Ladentisch, adressiert an mich. Zwei Magazin von „Zürich, kauf ein!“ Was hat es denn eigentlich mit mir zu tun? Mit einem großen Fragezeichen öffnete ich das Buch und fand überraschend zwei bekannten Worte „Shui Tang“ auf der Seite 150!
Mit einem großen Zweifel schlug ich die Magazin auf die Seite 150 und lass den „vielversprechenden“ Überschrift: „Kleine Übung in Demut“

So beginnt der Text
„Der ehrliche Connaisseur erlebt immer wieder Momente, in denen er sich eingestehen muss, dass er ein Nichtwissender ist. So geht es einem, wenn man den Tee-Laden Shui Tang an der Spiegelgasse im Niederdorf betritt….
(…)
in diesem kleinen Teehaus lernen wir auch, dass Tee eben weit mehr als ein anregendes Getränk ist, sondern genau so Architektur und Gartenkunst, Keramik und Wasser, Haltung und Konzentration.
Warum hat man nur in Zürich in letzter Zeit so viel von diesem ominösen „Nagelhaus“- Kunstobjekt geredet, wo es doch im Niederdorf dieses wunderbare Teehaus gibt? Es erfüllt, um eine Wortkreation des Künstlers Joseph Beuys zu benützen, in gerade perfekter Weise den hohen Anspruch einer „sozialen Skulptur„…“

Ich war sehr erfreut von dieser fremden Darstellung! Aber, aber, wer war es denn? Wer war der Mann oder Frau, der diese Bilder in Shui Tang erlebt hat? Ich kann mich einfach nicht erinnern! Wirklich nicht!

Dann kam Bernd zu Besuch bevor er weiter nach Salzburg fährt. Als ein Profi der Modebranchen freute er sich sehr für Shui Tang und war auch begeistert von der Darstellung. Er sagte mir, „Menglin, Du weiß nicht mehr, wer es war. Weil Du alle Menschen gleich gut behandelst, deswegen erlebt jeder DAS an diesem Ort.“

Wenn ich es könnte, möchte ich mich herzlich bei diesem Connaisseur persönlich bedanken. Er hat den Geist in Shui Tang tatsächlich richtig erlebt und weiter vermittelt…

Oolong meets Slow Food

Morgen sollte eine Degustationsrunde von Oolong in einem Treffen mit dem Verein Slow Food stattfinden.
Was hat Tee mit dem Slwo Food gemeinsam?
Irgendwann im August kam ein junger Mann von einem akademischen Gesicht zu Shui Tang. Er sagte mir, dass er etwas braucht, damit die Uhr in seinem Labor langsamer läuft. Soll er zum Uhrmacher gehen? „Nein! Ich brauche Tee! Ich will eine Ausstattung haben, damit die Uhr langsamer gehen kann.“ Natürlich kann man in Shui Tang wunderbare Teatoys ausrüsten. Als ein Anfänger bekommt er einen Vorschlag von dem schönen freundlichen Tie Guanyin. Er ging mit dem Anxi Tie Guanyin, einem Gaiwan und einem Bambustablett. Eine Woche später kam er wieder und ging mit einem Teeaufgusskanne, ein Gongfu-Tassenset und einem neuen Tee. Ein Monat später kam er und jubelte, „Ja, es klappt! Meine Uhr läuft jetzt langsamer. Und ich will jetzt die Uhr daheim mit meiner Familie auch langsamer läuft!“ Also er ging mit einer neuen Ausstattung nach Hause und überzeugte seine Partnerin… Vor einem Monat kam er wieder und sagte, „Hey, Menglin! Ich brauche widerstandsfähigere Tees! Nicht solche wie der Anxi Tie Guanyin!“…

Slow Food und Tee, eine Veranstaltung von Teeclub Schweiz!

Sankyoku – Ein Konzert in Shui Tang

Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts entsteht im politischen und weltlichen Zentrum Japans, in Edo, eine neue Musikgattung, die sich beim bürgerlichen Publikum schnell grosser Beliebtheit erfreut. Gesungene Gedichte werden mit instrumentalen Zwischenspielen verbunden, gespielt vom Sankyoku-Ensemble, bestehend aus den drei Instrumenten Sangen (Shamisen), Koto und Shakuhachi.
Diese Musik wurde früher auch in den Teehäusern gespielt.
Trotzdem die Menschen verschieden sind, und jeder die Sprache der Töne, die Rhythmen der Musik anders empfindet, Poesie anders erlebt,
verbinden uns Ort und Stunde. Tee verbindet – auch fremde Herzen von Hier und Dort!
Es ist ein Experiment und eine Herzensangelegenheit, diese Musik im Teehaus Shuitang zum Erklingen zu birngen.
Zwischen und nach den musikalischen Ausflüge werden wir eine kulinarische Reise ins fernen Asien unternehmen. Inspiriende Töne der fremden Gewürzen und Zutaten bei einer Tasse Tee verhelfen diesem Abend zu einer Einmaligkeit.

Sankyoku
Naoko Kikuchi, Sangen und Koto
Chizuko Hayashi, Sangen und Koto
Wolfgang Hessler, Shakuhachi

Am 27.11. 2010, Samstag, 19 – 21.30 Uhr

Ort: Shui Tang, Liquid Delicacies
Spiegelgasse 26
CH 8001 Zürich

Beitrag inkl. Tee und einen kleinen kulinarischer Ausflug
35 CHF (Ermässigung bitte per Anfrage)
Anmeldung:
044-555 9161
oder info@shuitang.ch

Chanoyu Ondo

Chanoyu Ondo ist ein Lied, was man gerne im 19. Jahrhundert im japanischen Teehaus spielte. Der Titel bedeutet: Ein Lied des Tees – der Teezusammenkunft.

Chanoyu Ondo, komponiert von Kikuoka Kengyo in Kyoto

Nirgends blühen die Blumen schöner
Als am Yoshino-Berg;
Nirgends leuchten
die scharlachroten Blütenblätter strahlender
als in Tatsuta;
Und der Tee ist am köstlichsten in Uji,
südöstlich der Hauptstadt.
Aber am schönsten von allen
Ist ein bestimmter Ort
Südwestlich der Hauptstadt.

Die Kirschblüte blühen am schönsten in Yoshino-Berg, wo Yoshino am schönsten blühen. Yoshino, eine unvergleichbare Schönheit in alten Japan und eine Sorte entzückender Kirschblüten! Was könnte der Yoshinos Schönheit vergleichbar sein? Es musste der Tee aus Uji sein – und ein Ort, wo meine Liebe weilt, irgendwo südwestlich der Kyoto…

Man lernte sich bei Tee kennen. Einer findet den anderen als erster. Einer antwortet auf die Anderen. Man verliebt sich, oder vielleicht? Tee verbindet. Tee verbindet auch zwei Menschen, die nur aneinander vorbeireden. Die Farbe des Tees wird immer tiefer und der aufrichtig Liebende hofft auch auf die Liebe, die tiefer wird.

Deine Teetasse?
Einmal aufgegossen, eingetaucht in die Gasse,
wie die vielen Farben des grünen Tees
wird die Liebe immer tiefer werden.
Vergleichbar
der wartenden Kiefer.

Der Kiefer hat immer die grüne Farbe. Kiefer bewegt sich nicht. Er ist sicher, worauf er wartet – auf den Frühling. Aber wird auch der Mensch warten bis die Zeit reif wird?

Wenn ein aufrichtiges Herz
Rein wie seidenes Gewand,
einen unentschlossenen Liebhaber fragt
mag die Antwort widersprüchlich sein.

Warum ist das so?
Wenn wir uns begegnen
Ist mein Herz so aufrichtig
Wie ein Schöpfkelle aus Bambus
Doch deines ist gebogen
Wie der Griff eines Teesiebes.

Warum ist das so, dass der Liebhaber unentschlossen ist? Tee hat verschiedene Ebene, nicht wahr? Man könnte es auch nur oberflächlich betrachen und nehmen. Denn die Ernst bindet einen. Wer will schon gebunden werden, bevor man ganz sicher ist, dass man auf der sichere Seite steht. Manche Menschen können einfach nicht vertrauen! Sie sind zu verletzt. Sie wissen es nicht, dass es immer eine Kommunikation zwischen Verletzungen stattfindet, bevor die Verletzungen konfrontiert werden können! Soll man diese unentschlossene Liebhaber hassen? Wenn man die Liebe als eine Abhängigkeitsbeziehung betrachten würde, dann ja. Ansonsten ist das Problem der Unentschlossenen. Auch ein unentschlossener Geist wird alt, hinfällig und sogar reif. Aber vielleicht ist alles bereits zu spät! Oder vielleicht auch nicht…

Wir sprechen über die alten Zeiten
Und unsere Herzen werden leichter
Bis wir schliesslich ein altes Paar sind
Wie im Märchen;
Das Wasser in unserem Teekessel
Wird nie kalt werden.
Durch das Schicksal sind wir miteinander verbunden
Für tausend,
für zehntausend Jahre.

Vielleicht gibt es doch etwas, was zwei Herzen verbindet, die sich einmal gegenseitig verletzten. Vielleicht ist es der Tee. Bei einer Tee unter dem flattierenden Kerzenlicht, wenn die schweren Herzen ausgeschüttelt werden, wenn die Heilung im Gang gesetzt wird, wenn die Vergebung möglich ist, dann wird die Liebe Liebe. Eine Seelenverwandtschaft, die immer durch Tee zueinander geführt wird; ein Vertrauen, das im Tee basiert ist, sind das Glut in Asche, das Wasser in Kama (Teekessel) heiss hält!

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Ich freue mich sehr, Naoko, Wolfgang und Chizuko zu Shui Tang einzuladen. Sie werden die traditionelle Teehausmusik in alten Japan nach Zürich bringen! Diese traditionelle japanische Kammermusik wird am 27.11. 2010 in Shui Tang stattfinden! Was für ein Freude! Chanoyu Ondo, Lieder des Tees verbindet!

Ein dunkler Tag

Es ist kalt und nass!
Ich hatte eine anstrengende Woche, vor allem einen harten Freitag. An jenem Tag hatte ich paar nicht ganz einfachen Kunde. Manchmal dachte ich schon, „ach, wie kann man einfach seine eigene Unwissenheit so selbstverständlich vor Fremden vorführen, ohne Nachzudenken?“ Was für eine Selbstverständlichkeit? Was für eine Zielstrebigkeit, die Menschen folgen?
Ich frage mich, ob ich selbst nicht denselben tue, und wie oft… Irgendwann gegen Nachmittag war ich erschöpft. Mein rechtes Auge war entzündet und hatte Schmerzen. Ach, ich sehe mich selbst nicht mehr so gut. Mein Mund war trocken und mein Geist fühlte sich erschöpft. War unsere versteckte Sonne schuldig? Ich suchte vergeblich nach Sonne und greifte nach dem „Rescue-Tee Pu Er Grenztee 1990“! Ich brauche Erde unter meinen Füssen, ich brauche halt, ich brauche Licht!
Hungerig nach Sonne. Ich spürte die Dunkelheit des Herzens. Ich vergass, die Sonne ist immer da. Nur wir sehen es nicht, denn es vermeintlichen Wolken gibt! Meine Sonne, wo?
In jenem Moment erinnerte ich mich immer an meinen verstorbenen Lehrer Michel, er sagte stets, „Bringe Licht in die Dunkleheit?“ Aber was ist denn, wenn man selbst im Dunkel ist? Ich spürte, wie der Pu Er mich besänftigte. Im Telefon seufzte ich wieder und Erika machte mir klar, dass die innere Sonne uns nie verlässt, wenn wir bei uns bleiben. Die innere Sonne findet man im Aussen nicht. Vergeblich gesucht. Es wurde mir plötzlich klar. Was sucht man denn ganzer Zeit nach Aussen? Nach Sonne, nach Halt und nach Erfolg! Auch den Tee brauche ich eigentlich gar nicht, um gerettet zu werden! Ich habe meine Sonne in mir und diese Sonne gehört mir. Keiner kann sie von mir weg nehmen
Ich trinke den Pu Er, weil ich ihn gerne trinke – auch wenn er ein Rescue-Tee sei…
Glaubst Du, dass der Tee Dir gut tut? Wellness? Alles Illusion! Man fühlt sich besser, weil man seinen Gegenwart klarer sehen und leben kann, anstatt an die Zukunft zu träumen oder zu fürchten! Wir trinken Tee, weil wir ihn geniessen!

Shui Tang hat eine neue Teeseite

http://www.shuitang.ch/tea
Seit einem Tag kann man online die Selektion von Shui Tang anschauen und gleichzeitig bestellen.
Shui Tang freut sich auf Euren Besuch!
Viele Leute haben mir gesagt wegen der fehlenden Öffnungszeiten. Nun ist die Öffnungszeit klar zu sehen auf der ersten Seite.

Herbstselektion ist im Moment versandfertig. In zwei Wochen ist es online zu sehen!

Joseki

Ich will auf ihr spielen, hikabaya na
Jetzt, wo nur der Mond und ich tsuki to ware to ni
ganz alleine sind. nari-nikeri

Eine Maus klettert im Mondlicht über eine an der Wand abgestellte Koto, die japanische Zither, und entlockt ihr dabei Töne!
Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin diese Maus.

Das 2. Vollmondkonzert mit Shakuhagi war wunderschön. Joseph brachte mir eine Überraschung, einen Aufschnitt von NZZ (Neue Zürcher Zeitung). Am vergangenen Freitag wurde sogar das Konzert mit Gedichte von Hangshan in NZZ vorgestellt. Ich habe wenig „Fehler“ gemacht, Während Wolfgang die Atmosphäre voller Konzentration und Harmonie mit Shakuhagi verzauberte. Wir, alle Anwesende waren – in Klange und Stille, Worte und Ton – eins.

Die nächsten Töne, die diese kleine Maus erklingen lässt, sind viele Ideen. Ende November wird Shui Tang mit japanischen Klänge gefüllt und man kann mitte in Zürich, in einem kleinen Laden die schöne fernöstliche Teehausatmosphäre erleben. Diesmal mit Zither (KODO) und Shakuhagi, natürlich verwöhnt und bereichert mit kulinarischen Köstlichkeit! Ich bin sehr gespannt. Das Datum werde ich noch hier posten, wenn ich mehr erfahre, was die Musiker vorhaben!

Vor einem Monat war Christoph in Shui Tang und wir tranken Tee. Zwei Löwen, die neugierig und wissensgierig sind, probierten Tee aus Lackbecher zu trinken. In meiner letzten Reise lernte ich einen Lackmeister kennen und brachte wunderschönen Lackbecher aus Bambus und Holz mit. Natürlich sind all diese schönen Dinge jetzt ausverkauft. Damals wußte Christoph noch nicht, wie das Erlebnis des Tees in einem Lackbecher sein könnte! Wir probierten es aus. Ich bereitete einen Pu Er, denn dieser Tee am nähsten zu dem getrunkenden Tee in der Sung-Dynastie – eine Zeit, wo die schönen Teatoys erfunden wurden. Der sanfte geschmedige Lackbecherrant schmeicherte einfach meine Haut. Ganz anders als Keramik. Weich, sanft und hautwarm. Ein Hauch des Luxus spürten wir unabhängig vonander. „Wow!“ Wir seufzten. Das verwöhnte Luxus-Gefühl passt „echt“ zum „Löwen!“ Christoph entschied sich ein Becher zu besitzen.

Gestern trafen viele wunderschöne Keramik aus Taiwan ein. Es sind wunderschöne Teatoys von Shino-Glasur und Jun-Glasur. Carola war bereit hin und weg. Sie sicherte sofort ihre Liebhaber. Heute kam die Gabi, eine Person von guter ästhetischen Erziehung, obwohl sie so bescheiden ist. Sie tat denselben wie Carola. Jeannie fragte mich gestern, wie will ich denn all diese schönen Dinge verkaufen? Was machen wir dann zu Weihnachten? Ich weiß auch nicht. Irgendwie liebe ich all diese schönen Dinge. Am liebsten möchte ich sie für mich behalten!
Wozu braucht man so viele verschiedene Teatoys? Denn jedes Material und jede verschiedene Glasur uns verschiedenen Zugang zum Tee und zur Beziehung mit Tee vermittelt! Ich liebe Pu Er im schönen Jun-Glasur, wobei diese nachgemachte Jun-Glasur muss mehr rötliche Veränderung aufweisen, wie es tatsächlich in Sung-Dynastie einmal war. Ein wunderschöner Anxi Tie Guanyin kommt herrlich in einem Jun-Glasur in Purpur-blauen fliessenden Fluss zur Geltung! Ein köstlicher Taiping Houkui spricht durch ein Shino-Glasur!

Franz kam heute, um die leere Teedosen wieder zu füllen. Mit Stolz zeigte ich ihm die geliebten Teatoys. Er war begeistert. Wir tranken verschiedenen Tees in verschiedenen Gefässe. Wir tauschten aus. Wir plauderten. Shino-Glasur war das erste Ofen in Japan, das versuchte die chinesischen weiße Porzellan nachzuahmen. Durch die weiße matte Oberfläche und das im Weiss versteckte feurige Temperament gewinnt Shino-Glasur eine einzigartige Ausstrahlung. Leider kommt es in Shui Tang nicht sehr gut an. Vielleicht liegt es an mir, an mein Unwissen und ich konnte es nicht gut vermitteln. Trotzdem fühlte ich mich bei der letzer Reise immer noch angezogen, angezogen von der Indivialität und die Freiheit der Feuer und heiße Rythmen, die hinter dem Zurückhalten von Weiß verbirgt! Vielleicht habe ich Franz angesteckt. Er beanspruchte vier sehr schönen Teatoys für sein Kommen! Davon eine herrliche Jun-Glasur-Schale in Abwechselung von Purpur, weiß, Blau und Rot! Das tat mir weh…

Das Nutzlose macht das Leben eben so schön!

Wie eine kleine Maus dachte ich schon, wie man Töne aus dem Zither machen kann. Es wäre so schön, in Shui Tang mit Teefreunde zusammen mit verschiedenen Material, verschiedene Tees auszuprobieren und zu experimentieren. Es ist wirklich nicht nutzlich mit all diesen Dingen zu spielen. Aber, es ist so schön!

Das Teeseminar am 31.10. ist ausgebucht

Das Teeseminar am 31.10. ist ausgebucht.
Vielen Dank für die rege Interesse!
Obwohl ich in Shui Tang keine Werbung mache und niemandem wirklich davon erzähle, ist das Seminar seit einer Woche schon ausgebucht. Viele Teefreunde kommen aus der Ferne. Ich freue mich sehr über das Vertrauen!
Die später eingetroffenen Anmeldungen nehme ich trotzdem auf. Es könnte wieder diese oder jene Veränderung geben.

In dem kommenden Seminar werden wir hart arbeiten müssen, die Vielfalt des Oolongs mit eigenem Körper zu erleben.

Ich hoffe – im Frühling 2011 könnte ich in Shui Tang Blockseminare geben, für die Leute, die sich für Zubereitung, Experimentieren und ästhetischen Umgang mit Tee und Teatoys interessieren. Vor allem hoffe ich sehr mit Kinder und Jugendlichen arbeiten zu können!

Der schmale Weg

Die meisten Freunde wissen, dass ich den Tie Guanyin der modernen Art nicht besonders mag. Ich schrieb bereits zu viel Negatives über diesen Tee und berichte häufig wie oberflächlich dieser Tee sein kann.
Aber, wenn ich einen schönen Tie Guanyin in der modernen Machart begegne, wechsele ich auch meine Meinung, nicht wahr?

Was gibt es denn einen guten Tee für einen Herbst? Kühl, wechselhaft und distanziert? Ist das Wetter distanziert – oder ich? Distanziert – weil es zu heiß war und es kalt wird? Dieser Tee vermittelt mir das Gefühl des Abstands zur Dinge um mich. Irgendwie ist dieser Tie Guanyin Anxi 2010 Frühling für mich im Moment der Herbsttee.

Balthasar war zu Beusch. Wie Immer bereite ich ihn seinen Tee zu. Dann kam ein schönes Paar, aber verwirrt. Ich sah sie. Er, begeistert, bezaubert von der Schönheit von Shui Tang. Er wollte unbedingt hinein, unbedingt Tee. Sie lächelte, hübsch und freundlich, ein bisschen unsicher. Tee! „What would you prefer?“ Er wußte nicht. Sie lächelte. Also, ich hatte zwei Ideen und machte eine Tasse Buddhas Augen und eine Tasse – den Anxi Tie Guanyin 2010. Sie war zufrieden. Er nicht. Er guckte, suchte. Seine Beine zitterten, ruhlos. Balthasar war so freundlich und wechslete paar Worte mit Ihnen. Er war neugierig, wie die zwei fremden Gäste auf den Tee in Shui Tang reagieren konnten. Die Gäste hatten ihre Vorstellung. Sie wollten weiter bestellen. Balthasar ging.

Er stellte mir viele Fragen. Mein schlechtes Englisch konnte all seine Frage nicht beantworten. Er schickte mir dort hin, um diese Teedose zu bringen, verlangte mir die anderen Teedosen zu zeigen. Er sagte und die anderen machten. Ich blieb dort und sagte zu ihm in einfachen englischen Worte, dass ich nichts tun muss, wenn man mir gegenüber kein richtiges Respekt zeigt.
Meine Gäste waren erstaunt. Respekt? Was ist Respekt?
Die junge Dame versuchte die Situation zu vermitteln. Sie wollte gerne den Hongyu probieren. Ich lächelte und bewegte nicht. Er fragte, weshalb meinte ich, dass er mir gegenüber keinen Respekt zeigte?

„You do what you want. But it does not work here.“ Ich mache nicht alles, was die anderen wollen. In dieser Welt kannst Du nicht einfach das machen, was Du willst. Es gibt noch andere Menschen, mit den Du zusammen leben muss. Ansonsten gibt es nur eine Kommunikation zwischen Geld und Macht. Eine Kommunikation zwischen Schmerzen und Verletzung.
Aber nicht mit mir.
Er sagte, ich habe ihn nicht so gut behandelt wie Balthasar. Er sah meine Zuneigung und meine liebvollen Umgang zu einem Teefreund. Vertraut und harmonisch. Es berührte ihn. Aber ich behandelte ihn anders! Ich lachte. Natürlich! “ It is the first time for you to come here! My friend!“ Zuneigung und Liebe kann man halt nicht mit Geld kaufen! Es sind Zuneigung zur Zuneigung, Liebe gegen Liebe. Menschen begegnen sich mit Herzen, nicht wegen Geld! Und es braucht Zeit. Es braucht Pflege! Es braucht Demut…

Ihre Augen waren riesig gross, als ich es aussprach. Waren meine Worte zu fremd, zu komisch? Weiß Du, wenn Du Geld hast, bist Du nicht besser! Wenn Du arm bist, bist du einfach arm, aber nicht elend!

Ich lud sie an den Tisch ein, wo Balthasar sass. Ich goss den Tee. Plötzlich schlief er ein. Seine Beine zitterten nicht mehr, sein Geist verlor Kontrolle. Ich lachte und sprach zu ihm: „Ja, Du bist jetzt angekommen. Hier ist das Zuhause. Du muss nichts mehr kontrollieren. Gehe dort hin, dort kannst Du schlafen.“ Er stand auf und schlief tatsächlich in Shui Tang ein. Ich unterhielt mit dieser schönen Person vor mir. Sie erzählte mir Bruchteile ihrer Geschichte. Ich sah ihr Gesicht. Ich spürte ein tiefes Mitgefühl. Vertrauen schenkte sie mir, einem Fremden.
Als Er wieder wach wurde, sagte ich zu ihm, weshalb ich für ihn einen Anxi Tieguanyin brachte. „Ein Tee, der auf den Punkt bringt.“ Er war verwirrt, als er kam. Dennnoch spürte ich seine Stärke und seine Person. Ein orientierungsloser Samurai, der viel Kraft hat, aber kein Schwert. Tie Guanyin aus Anxi, in kühlem Temperatur langsam die Feuchtigkeit entzogen wird, langsam langwierig fermentiert, zeigt uns schöne blumige Note, die jedem gefällt. Aber er hat nicht nur diese Freundlichkeit. Er hat eine Klarheit, die einen erfrischt, wach rüttelt und einem hilft vor Phänomenen zu distanzieren. Er schaute mich an. Sie nickte. Es ist ein schmaler Weg, wenn Menschen sich begegnen. Man braucht kein Gepäck, keine Attribute und keine Schmuck. Es ist ein schmaler Weg zu unserem wahren Selbst. Denn wir an nichts mehr festhalten können, weder ans Geld, oder an Macht oder an Status. (Mein Gott, meine Worte hören sich wie ein Priester an!)

Jedenfalls waren meine Gäste begeistert von Tee. Er kaufte viele schöne Tees gegen paar Hundertenfranken – wie kann man für Tee so viel Geld ausgeben? Sie wollte mir unbedingt ihre Karte mit handgeschriebenen Adresse geben. Ja, ich kann sicher googlen gehen und schauen, was für Menschen sie waren, weshalb sie so viel im Rücksack tragen.
Gute Dinge können sich zum Schlechten entwickeln. Schlechte Dinge können sich zum Guten wenden. Was machst Du, wenn Du bereits alles hast? Wie ein toter Fisch, der sich von Strom treiben lässt?