Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Sommer Selektion von Shui Tang

Meiste Leute sehen Tee als ein wintertauglicher Getränk, während sie im Sommer Eistee und Bier bevorzugen.
Für die meisten Teegeschäft ist der Sommer ein Loch.
Eigentlich ist der Tee das beste Mittel im Wechselbad der Hitze und Gewitter das Balance im Körper zu halten.
In Shui Tang wurden drei Tees gewählt, die ideal für das Ausgleich des Sommers wirken.
Junshan Yinzhen, ein Tee, der im buddhistischen Kloster entstanden ist, die Müdigkeit und innere Hitze vertreibt, hilft den schläfrigen Mönche die Speise während des Sit-zens zu verdauen. Ein idealer Begleiter im Sommerzeit.
Dongding Guifei Wulong 2009, er wird in Taiwan gerne getrunken nach dem Essen, für die gesellige Runde oder an einem sommerlichen Abend.
Pu Er Wuliangshan 2010, ein noch junger Pu Er, gerne frisch getrunken und eignet sich auch für die Lagerung. Im Sommer erfrischt er unsere Müdigkeit wegen der Hitze und verleiht uns ein Erlebnis wie ein Sparziergang in einem nach Harz duftenden Wald. Aromatisch und sommerlich.

Shui Tang. Liquid Delicacies.
Spiegelgasse 26
8001 Zürich
044-555 9161

Nicht vergessen! Shui Tang ist zwischen 26.07 bis zum 06.08 im Sommerferien!
Ab dem 09.08. ist Shui Tang wieder offen!
Wer iPhone und Startphone hat, kann man natürlich jeder Zeit an jedem Ort, vis QR Code mobil auf die Selektion von Shui Tang anschauen! Viel Spass!

via Internet Selection Sommer.

qrcode

Wer sich für den Anfang des Eistee interessiert und den Tee zum Eistee auf Taiwanesisch machen möchte, kann diesen Artikel von Menglin anschauen.

Ich bin

Seit ich dieses Geschäft habe, das Namens Shui Tang heisst, beschäftigt mich eine Frage „Ich bin“ bzw. „Was ist ich bin?“
In unserer Zeit der so genannten demokratischen Epoche, in der Menschen immer mehr mit Norm und Portotyo erfasst werden, ist eine Krise der Identität im Vormarsch. Also, ich bin das, was ich bin. Aber, was ist denn eigentlich das? Weiß Du überhaupt, „wer du bist?“

Als ich am vergangenen Mittwoch in der Schule in Aarau war, sah ich viele jungen noch recht unsichere Gesichter am Teetisch. Sie waren schüchtern. Aber sie waren respektvoll. Sie halfen mir bei der Zusammenarbeit, sie hörten mir zu, sie redeten nicht, wenn ich sprach. Sie rührten ihre Löffeln nicht, bevor ich sie aufforderten. Sie hatten das Bedürfnis nicht, „ICH BIN“ zu leben. Sie waren einfach dabei. Bei der Sache.

Am den gleichen Abend hatte ich eine Grupee von nur Erwachsenen. Sie sprachen, wenn ich auch sprach. Darum sprach ich nur leise, denn ich niemanden etwas zeigen wollte. Wer etwas mehr von Oolong erfahren will muss er selbst darum kümmern. Ich kenne ja alles, was ich sagen wollte. Sie rührten ihre Degustationslöffel bevor ich sie aufforderte. Es gab sehr viele „ICH“. Aber, was ist „ich bin“?

Lange dachte ich, dass ich zeigen sollte, was ich bin. Ich sollte zeigen, dass ich etwas von Tee verstehe und ich Menglin bin. Ich sollte mich manifestieren, was ich alles von Tee erlebe. Ich dachte, „ich bin “ zu leben ist wie eine Art von Identität auszudrücken. Und ich muss meine Identität klar ausdrücken, so dass man mich „richtig“ wahrnehmen kann! Ich muss meine Identität deutlich vermitteln, damit Shui Tang ein Gesicht bekommt.
Was stellen wir uns eigentlich vor, wenn wir das Wort „Ich“ benutzen?
Diese Frage trage ich bei mir herum seit einigen Zeit. Ich beobachte, wenn ich manchmal mit Besucher umgehe, wie ich aufdringlich „Ich bin“ auslebe will und wie mein Gegenüber mir einen Spiegel hinhalte, wie „ich bin“ in seiner Aufdringlichkeit zurück geworfen wird.

Zufällig las ich Ulrichs frühren Texte, als er über das gleiche Thema beschrieb. Er schrieb:

Wir können dieses „Ich bin“, dieses Gefühl der „Anwesenheit“,
dieses „Mu-Shin“ 無心 am besten spüren, wenn
wir morgens aufwachen. Da gibt es diesen winzig kleinen
Moment, wenn unser Bewusstsein noch nicht die
Führung übernommen hat; da können wir unsere bewusste
Anwesenheit, unsere Existenz fühlen. „Ich bin“,
nicht als Individuum, sondern einfach „Anwesenheit“
als solche. Dieses „Ich bin“ bedeutet auch „was ist,
ist“, denn in dem Moment, indem wir mit unserer Umgebung
in Beziehung treten, indem der Gedanke von
einem „Ich“ als getrennte Persönlichkeit auftaucht,
machen wir uns klein und vergessen, dass wir Schöpfer
und Schöpfung gleichzeitig sind.

Ich schaue immer wieder zurück in diese Stunde mit den jungen Menschen in Aarau. Diese jungen Menschen haben mich auf irgendeine Art berührt. Sie haben mir irgendwie gezeigt, dass „ich“ vielleicht eine Art von Trennung ist, eine Trennung von mir selbst und von mir und meiner Umwelt. „Ich bin“ ist in jenem Moment bloss ein Gefühl der Anwesenheit.
Vielleicht ist es der Schlüssel für mich, ich muss nicht als Menglin wahrgenommen werden. Ich bin einfach nur da und mein Leben wird einfacher. Menschen, die mich begegnen müssen gar nicht wissen, was ich bin.

Grenzerfahrung

Wegen meinem vergangenen Blogbeitrag schrieben mir Teefreunde, ob es mir etwas Unangenehmes passiert ist. Mir geht es gut. Das Weihnachstgeschäft läuft im Moment auf hoch Touren. Heute hatte ich kaum Zeit zum essen. Zwei kauffreundige Männer – sehr typisch in Shui Tang liessen die Kasse richtig klingeln.

Es ist halt so in der Realität, dass die Dinge zwei Seite haben. Es ist nicht immer nur schön, in Shui Tang zu arbeiten, sondern auch hart. Ich stosse oft an meine eigene Grenze und oft die klare Grenze auch zu ziehen. Wer ist denn nicht gerne nett und freundlich? Hast Du nicht gehört, dass der Kunde ein König ist?

Vor zwei Wochen an einem regnerischen Mittwoch hörte ich plötzlich zwei junge Menschen vor meiner Tür plaudern und knutshen. Ich dachte, sie wollte vielleicht in die Tür hinein. Nein, sie blieben draussen. Nach paar Minuten wurde ich neugierig und öffnete die Tür. Ein kunges Paar rauchten und knutschten vor meiner Tür. Über die TÜr gibt es ein kleines Dach. In diesen ganz winzigen Platz standen die beiden eng aneinander. „Was machen Sie hier?“ „Es regnet! Wir rauchen halt eine Zigerretteli, es ist harmlos!“ sagte der junge Mann. „Sie stören hier. Sie rauchen.“ sagte ich. „Es regnet!“ bestand er. „Ist es Ihr Problem, oder ist es mein Problem? Meins ist es nicht“ ich sagte sehr klar, „Sie müssen gehen.“ Da ich eine Aisatin bin, schloss ich wieder die Tür und wartete, dass sie von sich aus selbst gehen. Sie gingen nicht. Sie plauderten weiter und rauchten vor dieser Tür. Natürlich kamen die anderen Gäste nicht hinein. Nach 5 Minuten Beobachtung öffnete ich wieder die Tür, „Jezt gehen Sie!“ Sie gingen nach meiner Aufforderung und schmiess die Zigerettli auf den Boden. Eine Minute später kamen zwei Kunde in die Tür und der Rauch war noch zu riechen.
Ich hätte kein Problem, dieses junge Paar in Shui Tang vor dem Regen ein Asyl anzubieten. Aber nicht mit Zigerettli. Außerdem hätten Sie mich fragen müssen! Einfach vor einer Ladentür zu rauchen und zu knutschen, den engen Eingang zu blockieren, war für mich ein Zeichen der Respektlosigkeit!
Ich „musste“ die Grenze klar ziehen.
Ich bin allerdings ungerne in dieser „bösen“ Rolle. Ich bin auch gerne die „gute“ Menglin in Deinen Augen!
Solche Beispiele kamen immer wieder vor. Ich lerne zu meinem Gefühl zu stehen, gutem und schlechten. Ich lerne es auszusprechen anstatt es in meinem Körper gären zu lassen. Ich will dass es mir gut geht. Nur wenn es mir auch gut geht, geht es meinen Mitmenschen gut!
Es sind meine Grenzerfahrungen. Ich lerne über die Grenze von Gutem und Bösen zu überschreiten. Dass ich so bin wie ich bin zu akzeptieren, ist im Moment meine Lektion. Ganz frei bin ich nicht. Ich arbeite daran.

Fremde Klänge und ein harmonischer Abend

Es ist alles wunderbar gelaufen! Das wunderbare Konzert hat uns alle einen schönen Abend bescherrt.
Zuerst dachte ich, dass die fremden Klänge das Publikum überfordern würde. Selbst das 10järige Valerie hörte ganz gespannt zu und bewegte sich nicht.
Die Verschiedenheit der Sprache trennt die Menschen – vielleicht, aber die Musik vereint uns wieder alle zusammen!

Der kulinarische Teil war wunderbar. Restaurant Lotus Garten schenkte mir zwei Sushi-Platte. Die Natascha und ihre Eltern Daniel und Yanti brachten Bala-Bala (Gemüse-Frikadellen aus Indonesien) und leckere Maki-Sushis! Ich gab mir Mühe mit Jürg am vergangenen Sonntag die Klebreis im Bambusblätter einzuwickeln. Carola backte Kasutella! Unsere Gäste bedankten sich für die Köstlichkeiten!

Es ist für Shui Tang eine große Ehre, drei Musiker einladen zu dürfen. Die Musiker traten in ihrer traditionellen Kimono auf und zeigten Shui Tang und dem Publikum ihr großes Respekt. Die knapp 50 Anwesenden sprachen für die Qualität der Veranstaltung und die Interesse für fremden Klänge in Zürich. Die Klänge mögen fremd sein, aber die Herzen haben eine universelle Sprache. Die künstlerische Fähigkeiten der Künstler und ihre Hingabe an die Musik berührten uns ausnahmenslos!

All das kann auch nur funktionieren, weil Shui Tang sehr viele Engels hat!
Heute kam Christopher, einen Teefreund aus Hamburg. Ihn kenne ich eigentlich nur durch Emails und Telefons. Plötzlich stand der große Mann vor der Tür. Während wir einen Tee tranken, kam die Gabi. Sie ging gleich in den Keller und half mir paar Aufträge im Hintergrund zu erledigen. Als sie wieder kam, sagte er zu ihr, „Ich beneide sie so, dass sie hier in diesem Geschäft arbeiten dürfen.“ Gabi lächelte und erwiderte, „Ja, ich verstehe Sie. Ich bin halt eingeschlichen.“ Gebau vor einem Jahr sagte sie auch zu Carola, dass sie auch so gerne in Shui Tang helfen würde. Dann kam sie, als sie kein Pflicht hatte. Sie bekochte mich, half mir und hütet Shui Tang. Ich weiß gar nicht, wie ich all diese Helfer zurückgeben kann. Oder vielleicht ist es nicht meine Sache. Es ist Shui Tang. Ein Ort, wo Menschen Freude macht und anzieht. Ein Ort, der geliebt und gehütet wird, nicht weil man etwas davon profitieren kann, sondern weil man einfach etwas tun kann, ohne zu wollen!
Auch an NZZ danke ich für die kleine Notitzen. Paar fremde Gästen kamen unangemeldet und verstanden nicht, weshalb keine Plätze mehr geben konnten! Vielleicht ist es die beste Werbung, die man sich wünschen kann!

Yugao

Wie ist ein Oriental Beauty, wenn er über Holzkohle geröstet ist? Das überraschte ihm.
Er sagte, er habe Oriental Beauty gerne, blumig, fruchtig und zugleich tiefgrundig. Die Leichtigkeit eines blumigen Tees beflügelt einen soliden feinen Körper. Wo findet man so einen Oriental Beauty, wie geht man mit so einem um? Aber so ein schöner Tee über Holzkohle kann doch nicht mehr federleicht und blumig tönen!
Ich goss ihm einen, der gerade nach letzten Weihnachten geröstet wurde. Die Zeit tat ihm sehr gut und die Geschmäcke vermischen sich und entwickeln sich harmonisch zusammen. Der junge Mann seufzte. „Wer wohnt hier?“ könnte man fragen. Was für Düfte „wohnen“ in diesem Tee? Ich schmeckte die Vielschichtigkeit dieser Schönheit. Das feine runde Schokoladige kommt wohl von der Röstung. Nach dieser Röstung duftet eine edelen Rose meinem Mund. Ach, vielleicht ist sie besprenkelt mit Morgentau?

Ein Hauch der Düfte umhüllte uns. Der Oriental Beauty über Holzkohle offeriert uns eine schöne Blüte. Edel, selbstbewußt und präsent! Es versetzte mich in eine andere Zeit!

Als Kind lass ich umheimlich gerne japanische Literatur, überhaupt Literatur! Es war die Nahrung eines gesperrtes Kinds, das gerne gesperrt wurde. Lesen ist zugleich eine Reise, eigentlich noch spannender als Reise. Denn ich bin immer auf der trockenen Seite. Diese Gewöhnheit pflege ich bis heute. Viele Orte besuchen ich lieber via Postkarten!
Es wurde immer von einem schönen unschuldigen Prinzen Genji erzählt. Die zarte Liebe von Genji und das Liebesspiel auf einer anderen Art jenseits von gut und böse faszinierten mich. So etwas gibt es irgendwie in der chinesischen Literatur nicht. So etwas vermischt mit Erotik, Liebe, Unschuld, Hass und Rache…
Einmal besucht der 17jährige Genji seine Ziehmutter – es war klar, dass die Mutter ihn nicht aufzog. Auf dem Weg stand ein junges Mädchen. Der Genji schaute kurz durch die Spalte seines Kutsche. Er sah blühende Blumen auf einem duftenden Fächer. Auf den Blumen schimmelten noch Tautropfen. Nichts anders konnte er als der jungen Dame zu folgen und lernte eine entzückende Schönheit Yugao kennen. Er verführte sie (?). Doch Genjis frühere Geliebte erfuhrt es (wieso?) und schickte einen bösen Geist. Yugao starb in Genjis Arm, als die Sonne wieder aufging.

Wann ist, wenn eine Blume am schönesten ist? Um Mitternacht!
Diese Geschichte wird am Samstag in poetischen Strophen gesungen – natürlich auf Japanisch. Ein kurzer Traum von einer „vielleicht“ beginnenden Liebe…

Wer wohnt hier?
Eine Dienerin hat er in der Dämmerung befragt,
Genjis Kutsche hält an
Und er späht durch eine Spalte
Der hochgewachsenen Hecke
Auf ein stattliches Haus
Das Besucher nur selten aufsuchen.

Einen Fächer in der Hand
Durchtränkt mit dem Duft
Des Räucherwerks
Offeriert die Hausherrin
Genji eine weisse Blüte
Besprenkelt mit Tau.

Ein kurzer Traum
Verbindet ihn mit Yugao
Einer Blume, die noch schöner ist.
Beim Erwachen um Mitternacht
Spürt er frierend
Den kalten Wind.

Sankyoku-Konzert ausgebucht

Das Konzert von Sankyoku ist definitiv ausgebucht! Ach, mehr als ausgebucht!
Ich staune über das rege Interesse!!
Vielen Dank für Eure Unterstützung und Euer Interesse!
Shui Tang wird in kommendem Jahr mit anderen musikalischen Experimente und literarischen Spielen in Zürich einen Ort schaffen, wo Begegnungen stattfinden. Sehr Wahrscheinlich kommt Reinhard im Januar wieder einmal für die Schokolade. Im Februar ein Teaparty mit der Lesung von Menglins „Kind“ – Blätter vom Teeweg, beflügelt mit musikalischen Klänge!

Auf Seide gemalt

Ra ni Kakite
Auf Seide gemalt,
kaki-enu ran no
die Orchidee – nicht malen
nioi kana
kann man ihren Duft

Rocho

Über Tee kann man Stunde lang reden. Was man dabei nicht kann, ist über den Duft zu sprechen! Dies kann man nur, wenn man Tee selbst trinkt und in der Lage ist, es zu beobachten, was Tee mit einem macht.

Shui Tang hat heute tatsächlich einen schwierigen Fall. Ein Teekanner und -liebhaber kam aus Genf zu besuch. Er kam tanzend wie ein König zu Shui Tang und grüsste uns mit Chinesisch. Er lebe zwischen Genf und Beijing. Ein Teekenner, der Oolong zwischen dem so genannten grünen und brauenen unterscheidet und nach Raritäten sucht. Denn er hat zu viel Anxi und zu viel Dancong.

Ich zeigte ihm den Alishan 2004, eine echte Rarität. Er sagte, nein. Er will grünen Oolong. Ich zeigte ihm Alishan 2010. Dieser Tee sei nicht gut, denn er sucht nach ganz grünem. Ich sollte ihm doch Lishan zeigen. Der Lishan ist doch noch zu sehr geröstet, aber auch zu teuer. Dann sollte ich ihm Dancong zeigen. Er wollte dies und jenes. Er ging zu Troilette und vergass den Raum zu schliessen und das Licht auszuschalten. Sein Geist hüftete hier und dort. Er nahm einfach meine Aufgusskanne vor meinem Gesicht und bediente selbst, obwohl er ein Gast war! Das ging mir zu weit! Ich stoppte ihm und wies ihm darauf hin, dass seine Rolle ein Gast war! Dies verstand er leider nicht. „Was heisst ein Gast zu sein?“
Dieser Mensch ist verlaufen in einen Ort, wo er orientierungslos wurde. Denn er verlor seinen Sinn für Grenze. Alles was er meinte als „normal“ zu sein, scheint in Shui Tang anders zu funktionieren. Inwieweit darf man gehen als ein Gast? Inwieweit ist man noch willkommend?
Kannst Du in einem Geschäft alles machen, was Du willst? Nur weil Du das Geld eventuell ausgeben willst?
Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Dann kommt entsprechende Behandlung, ob man als ein willkommender Gast behandelt wird, oder ein Gast, von dem man einfach das Geld sieht! Ach, das Geld! Das Geld ist für manche doch nicht das Heiligtum, nicht wahr?

Ich kann diesem Gast nicht den Duft des „gut gemachten“ Oolong zeigen. Denn er sucht nach etwas anders und er sollte das bekommen, was er will. Er war an einem falschen Ort.

Für mich wurde es klar, dass ich nicht allen Menschen recht machen kann und will. Shui Tang kann nicht alle Teeliebhaber beglücken. In Shui Tang gibt es eine klare Linie, was die Ästhetik des Tees betrifft. Ich kann auch nur Tee anbieten, was ich gut vertragen kann. Vielleicht kann mein Ego einfach akzeptieren, dass nicht alle Menschen hier das finden, was sie wollen. Und ich möchte auf meinen Weg gehen, wie jeder seinen.

Der Orchidee, der man auf Seide malen kann, ist in der chinesischen Kultur oft in Verbindung zu edelen Charakter. Orchidee ist schön, aber nicht dominant und reizvoll. So wie ein schöner „gut gemachter“ für mich, leise und elegant! Ein Tee, der gegen die Zeit nur gewinnt!

Shui Tang, die 333 besten Shopping Adresse Zürichs

Plötzlich lagen eine große Briefsendung auf dem Ladentisch, adressiert an mich. Zwei Magazin von „Zürich, kauf ein!“ Was hat es denn eigentlich mit mir zu tun? Mit einem großen Fragezeichen öffnete ich das Buch und fand überraschend zwei bekannten Worte „Shui Tang“ auf der Seite 150!
Mit einem großen Zweifel schlug ich die Magazin auf die Seite 150 und lass den „vielversprechenden“ Überschrift: „Kleine Übung in Demut“

So beginnt der Text
„Der ehrliche Connaisseur erlebt immer wieder Momente, in denen er sich eingestehen muss, dass er ein Nichtwissender ist. So geht es einem, wenn man den Tee-Laden Shui Tang an der Spiegelgasse im Niederdorf betritt….
(…)
in diesem kleinen Teehaus lernen wir auch, dass Tee eben weit mehr als ein anregendes Getränk ist, sondern genau so Architektur und Gartenkunst, Keramik und Wasser, Haltung und Konzentration.
Warum hat man nur in Zürich in letzter Zeit so viel von diesem ominösen „Nagelhaus“- Kunstobjekt geredet, wo es doch im Niederdorf dieses wunderbare Teehaus gibt? Es erfüllt, um eine Wortkreation des Künstlers Joseph Beuys zu benützen, in gerade perfekter Weise den hohen Anspruch einer „sozialen Skulptur„…“

Ich war sehr erfreut von dieser fremden Darstellung! Aber, aber, wer war es denn? Wer war der Mann oder Frau, der diese Bilder in Shui Tang erlebt hat? Ich kann mich einfach nicht erinnern! Wirklich nicht!

Dann kam Bernd zu Besuch bevor er weiter nach Salzburg fährt. Als ein Profi der Modebranchen freute er sich sehr für Shui Tang und war auch begeistert von der Darstellung. Er sagte mir, „Menglin, Du weiß nicht mehr, wer es war. Weil Du alle Menschen gleich gut behandelst, deswegen erlebt jeder DAS an diesem Ort.“

Wenn ich es könnte, möchte ich mich herzlich bei diesem Connaisseur persönlich bedanken. Er hat den Geist in Shui Tang tatsächlich richtig erlebt und weiter vermittelt…

Oolong meets Slow Food

Morgen sollte eine Degustationsrunde von Oolong in einem Treffen mit dem Verein Slow Food stattfinden.
Was hat Tee mit dem Slwo Food gemeinsam?
Irgendwann im August kam ein junger Mann von einem akademischen Gesicht zu Shui Tang. Er sagte mir, dass er etwas braucht, damit die Uhr in seinem Labor langsamer läuft. Soll er zum Uhrmacher gehen? „Nein! Ich brauche Tee! Ich will eine Ausstattung haben, damit die Uhr langsamer gehen kann.“ Natürlich kann man in Shui Tang wunderbare Teatoys ausrüsten. Als ein Anfänger bekommt er einen Vorschlag von dem schönen freundlichen Tie Guanyin. Er ging mit dem Anxi Tie Guanyin, einem Gaiwan und einem Bambustablett. Eine Woche später kam er wieder und ging mit einem Teeaufgusskanne, ein Gongfu-Tassenset und einem neuen Tee. Ein Monat später kam er und jubelte, „Ja, es klappt! Meine Uhr läuft jetzt langsamer. Und ich will jetzt die Uhr daheim mit meiner Familie auch langsamer läuft!“ Also er ging mit einer neuen Ausstattung nach Hause und überzeugte seine Partnerin… Vor einem Monat kam er wieder und sagte, „Hey, Menglin! Ich brauche widerstandsfähigere Tees! Nicht solche wie der Anxi Tie Guanyin!“…

Slow Food und Tee, eine Veranstaltung von Teeclub Schweiz!