Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Bote vom Frühling

Bote vom Frühling

Ich bekam wunderschöne Camelia und stellte auf ihrem Platz.
Zwei unbekannte Herren kamen gestern und machte Fotos mit der Schönheit.
„Sind Sie Touristen? Wo kommen Sie her?“
„Ach, wir kommen aus Zürich – Oberdorf…“
Warum verhalten Sie Sich denn wie Touristen?
Weil die Teeblumen so schön sind!

Alle Menschen werden von der Schönheit Shui Tangs beeindrückt. Das hat mit mir wenig zu tun. Das ist das Werk von Ursula Kaspar.
Die meisten Leute loben ununterbrochen von der Verpackung und Visitenkarten Shui Tangs. Dies hat auch nicht mit mir zu tun. Das ist Roger Fischers Geschenk! Sein Geschmack! Und das Können von Christoph Frei!
Ich bin unschuldig, zufällig an diesem schönen Ort.

2012 – 1905

Viele Menschen reden von 2012, nein genauer von 21.12.2012. An diesem Tag sollte etwas geschehen, beziehungsweise unsere Welt wird eine dramatische Veränderung erleben gar Untergang. Es gibt bereits verschiedene Gruppierung, die Nahrung horten und sich vorbereiten für das Ueberleben.
Überleben? Wozu? Ist das Leben so begehrenswert und der Tod so abstossend? Wenn es tatsächlich so wäre, warum leben die meisten Menschen nur mit Sparflammern?
Mit Edith unterhielt ich am Teetisch und plauderten über die unverständliche Reaktion der Menschheit. Dalai Lama sagte, dass er sich für Tod vorbereitet und hofft, dass er in diesem Moment loslassen kann. Für Ryku war Tee wichtiger als sein Leben, deswegen entschied er sich nach einer Tasse Tee für seinen Freitod. Und ich wünsche ich hätte genug Zeit vor meinem Tod, mein Konto rechtzeitig zu plündern.
Die Angst vor Tod begleitet uns lebenlang wie die Angst vor Allein-Sein. Einsamkeit hat nichts zu tun, ob man eine Familie hat oder nicht. Einsamkeit ist ein wichtiger Teil der menschlichen Erfahrung und allein-sein ist der normale Zustand des Seins. In der chinesischen Gesellschaft wird die Harmonie zwischen Menschen gerne zelebriert. Andererseits kann man in dieser feierlichen Kulissen sich sehr einsam und allein fühlen. Das Allein-Sein ist ein Dauerzustand unseres Daseins, denn niemand unser Leiden trägt und für unser Unglück verantwortet – ausser uns selbst. Man ist allein geboren und geht allein in den Tod. Unsere beste Freundin oder Freund ist wir selbst.

Es war ein harmonisches Paar, das sich für Matcha interessierte und der Herr hätte gerne eine Matcha Schale. Er bat um meine Meinung. Ohne zu zögern, zeigte ich ihm zwei Schale, die für mich in Frage kamen. Seine Begleiterin staunte mit grossen Augen über meine Wahl. „Warum haben Sie diese zwei Schalen für mich ausgewählt?“ „Eine wärmt und hütet Sie. Eine passt zu Ihrem Gestalt.“ Jetzt muss eine Schale sich entscheiden, ob er mit ihm nach Hause gehen will. „Das sind die zwei Schale, die ich für mich ausgesucht habe. Warum wissen Sie es so genau?“ Ich schwieg. Sehen, ohne zu sehen. Fühlen ohne zu berühren. Das lernen wir im Tee und im Zen.
Ich bin nicht anders als Du. Die Zeit und Raum spielen keine Rolle. Menschen müssen sich nicht lange gekannt haben und wir müssen nicht die gleiche Sprache sprechen.
Gerne höre ich die Musik von Janacek, im Moment gerne „Sonata 1905 – Die Ahnung und Tod“ Etwas zu wissen, was bereit statt fand und nicht mit Willen verändern kann. Es zu akzeptieren, um zu verändern, kann manchmal durch Tod oder Abschied von etwas nehmen, was schon lange nicht mehr aufzuhalten ist. Die Gefühle von einem europäischen Komponist ist nicht anders als die gelebte Sentimentalität des Orients.

Weil es draussen regnet, weil ich meine beste Begleiter meines Lebens bin, bei den schönen Klänge des Klavier stelle ich meine Schale so hin und hoffe den Mond einzufangen. Der „eingefangene“ Mond bleibt in meinem Herzen, Zeit und Raum verliert die Grenze und das, was zwischen Dir und mir scheidet, vergeht im Rausch. Leben und Tod verlieren Gültigkeit. Nur Hier und Jetzt entfalten sich in einer Schale Tee.

Besuch von Ulrich

Besuch von Ulrich

Es war eine ganz tolle Ueberraschung, dass Urlich mit Peter und Hans plötzlich in Shui Tang auftauchten. Sie wollten die Austsellung Mystik in Rietberg anschauen und dann mich überraschen!
Wenn Teefreunde aus der Ferne kommen, packe ich natürlich das Beste aus.
Als sie da waren, war Simon auch da. Ich kannte ihn nicht. Er sagte aber, dass er bereits einmal vor der geschlossenen Tür stand und diesmal endlich hinein gehen dürfen. Er kam aus London.
Dann fingen die unbekannten Teefreunde miteinander zu sprechen. Simon hat sehr viel Glück, die Highlight wie Pu Er 1950 etc. zu erleben.
Ich staune immer dabei, wie es alles zusammen kommt, dass Menschen zusammengeführt werden!
Gestern erzählte ich Taka, dass ich ihn vor einem Jahr bereits gesehen habe. Es war in Tokyo Isedan. Ich musste verrückte Einkäufe innerhalb einem Tag in Tokyo erledigen und sah die Teedosen, die immer bei Hubert ausstellen. Ich wusste sofort, dass es der Produzent war. Aber wir haben uns nie gegenseitig angeschaut und gesprochen. Und jetzt sassen wir neben einander, tranken Tee und nahmen gemeinsam Mahlzeiten an!
Was ist das denn eigentlich? Braucht vielleicht menschliche Beziehung Zeit, um sich zu begegnen?
Die Teefreunde, die vor der geschlossenen Tür von Shui Tang stehen, hoffe ich, dass die Zeit bald kommt, zu treffen.

Taka

Hubert erzählte bereits vor Monaten, dass er einen japanischen Besucher von Kaikado bekommt und ich ihm helfen soll, weil ich doch asiatisch bin.
Kaikado ist ein Manufactum in Kyoto, sie machen luftdichte Teedosen per Hand. Oft kommen Kunde von Hubert, die so eine Dose kaufen und dann Tee bei mir holen.
Diesen Besucher sollte ich heute kennen lernen.
Es ist ein junger Mann – ich dachte, ich hätte einen sechzigjährigen getroffen! Wer macht heute noch per Hand Teedose – wenn man nicht zu alt ist, um Umschulung zu tätigen?
Ein junger Mann mit Brille, sympatisch und natürlich. Ich sehe keine typische in meinen Augen übertriebene Manöver der Höflichkeit, sondern ein natürlicher souveräner Mann.
Taka – so stellte er sich vor. Er war zwei Male in Shui Tang, weil wir einen Tee miteinander trinken wollten. Heute war Shui Tang voller angemeldeten Gästen. Taka, sass und wartete vergeblich auf eine Tasse guten Pu Er. Er ging, als die Kunden an der Kasse standen. Ich arbeitete weiter, ohne ein Wort mit ihm auszutauschen, als ob es so einfach und selbstverständlich wäre, als ob wir uns schon lange gekannt hätten.
Endlich wurde die Tür geschlossen und Lichter gelöscht. Taka kam.
Die Lichter wurden wieder in Einsatz und ich bereitete ihm eine Tasse Menghai 1985 zu.
Wir begann miteinander zu sprechen mit unserem einfachen Tool von Englisch. Irgendwie war mein Englisch heute recht fliessend – erstaunlich. Er erzählte mir, dass er die sechste Generation ist, diese Teedosen zu fertigen. Er erzählte mir, wie schwer sein Grossvater es hatte, als Japaner die importierten Industrie-Teedosen bevorzugten. Er erzählte mir, wie sein Vater insistierte, weiter diese Tradition zu führen, egal wie die Aussenwelt sich verändert und ihm auslachte. „Money can not make us happy.“ er sagte, „My father said, if you do right thing for you, you will meet right people!“
Als ich es hörte, wusste ich, wen ich hier traf. Es ist nun wieder ein Mensch mit dem Zeichen an Stirn – wenn ich die Wörter von Hermann Hesse asuleihen darf, der zu mir geführt wird. Diese Menschen haben keine Angst vor Veränderung der Welt, keine Ambivalenz vor Zukunft. Sie wissen, dass sie selbst Verantwortung für ihr Leben tragen und sie leben im Prozess von Sich-Selbst-Werden anstatt von Selbst-Verteildigen. Ich erzählte ihm von mein Dasein in Zürich. Gerne gebe ich meiner Aussenwelt viel Macht. Gerne reagiere ich auf die Vorstellungen und Projektion des anderen. Gerne nehme ich die Reize wahr. Aber diese „Aussenwelt“ kann nun nicht mehr viel meine Wahrheit beeinflüssen. Ich möchte meine Welt gestalten, so wie ich es leben möchte – von innen.

„Wenn wir uns auf die innere Welt konzentrieren können, dann umarmen wir die Zukunft.“ so formulierten wir unsere Lebenshaltung.

„I do not concentrate on the money. I just concentrate on my work. Maybe the money will follow – „
„It happens automaticlly!“ – Wir gestalten unsere Welt, in der wir leben.
Ich fragte ihm, ob er irgendein traditionelles Praxis übt – Zenweg, Teeweg oder irgendetwas. Seine Wörter sind voller Lebensbejahung. Er sagte, „No, I just tell you, what my father and Grandfather said.“
Hubert kam endlich. Ich sagte ihm, „Hubert, er kommt aus dem gleichen Planet wie wir.“ Wir lachten.
Es ist ein chinesisches Ideal und ich bin sehr froh, dass ich es noch übermittelt bekam. Es ist nicht nötig nach der Herkunft und Geschichte meines Gegenüber zu fragen. In einer wahren Begegnung im Hier und Jetzt lernen Menschen Herzen zu Herzen kennen. Wozu von Zeit und Raum sprechen, wozu über die Vergangenheit und Zukunft zu forschen?

Drei Geschichte aus Shui Tang

1. Geschichte
Vor ungefähr zwei Monaten besuchten zwei Touristen zufällig Shui Tang. Mitten im Laden sind wunderschöne Balken, siehe hier.
Der Besucher – aus irgendeinem Grund, fing an die Balken zu klopfen, genau so wie ein Gast bei Dir zu Hause anfängt Dein Möbel zu klopfen.
Ich stand in jenem Moment an der Kasse und fragte ihn, weshalb er die Balken klopfte.
Er erwiderte, dass er es wissen wollte, ob diese Balken vielleicht hohl ist.
Sprachlos fragte ich ihm, „wie kommen Sie denn auf die Idee?“
2. Geschichte
Eine Dame wollte Teetassen kaufen. Ich zeigte ihr verschiedene Ausführungen.
Sie sagte nein zu Arita, weil es zu grob ist. Sie sagte nein zu Raku, weil es zu archaisch ist. Alles passt ihr irgendwie nicht.
Dann fragte sie mich plötzlich: „warum sind asiatischen Tassen so offen?“
Ich wusste, wie ich diese Frage höflich beantworten soll. Sind europäische Tasse weniger offener?
Ich empfehle ihr zu Bodum zu gehen.
3. Geschichte
Eine Dame schaute in Shui Tang herum und dann wartete auf meine Beratung. Sie fragte mich, ob ich ihr meine Kimono Sammlung zeigen konnte. „Kimono?“ „Ja, bitte zeigen Sie mir Kimonos.“ „Haben Sie hier Kimonos gesehen?“ „Nein, aber zeigen Sie mir welche.“ „Entschuldige, dass es hier ein Teehaus ist.“ Sie zuckte ihr Schulter – und so what? „Gehen Sie doch zu Globus und Manor.“ „Nein, es gefiel mir nicht, was sie dort haben. Ich möcht gerne schöne Morgenmantel haben.“
„Aber wir sind hier ein Teehaus.“
Shui Tang ist scheinbar nicht nur Liquid Delicacies… Es war auch schon jemand, der bei Shui Tang Miso kaufen wollte!

Der Ordnungssinn

Dass ich ein Chaot bin, legt niemand in meiner Nähe den Widerspruch.
Manche Leute verteidigen sogar mein Chaos, sie bezeichnen es als kreatives Chaos.
Für mich ist es weder Chaos noch kreatives Chaos. Es ist mir halt nicht so wichtig, die äusserliche Ordnung zu pflegen. Wenn ich einen Scherer nicht mehr finde, dann kaufe ich eben 5 Scherer.
Das Problem ist, dass die anderen und ich zusammen arbeiten müssen. Also, ich lerne den Ordnungssinn zu respektieren.
Andererseits – wenn ich tatsächlich nur ein Chaot wäre, gäbe es wohl Shui Tang nicht.

Aber die innere Ordnung in meinem inneren „Garten“ gebe ich mir Mühe zu pflegen.
Jeder Mensch hat einen Garten, den er selbst pflegen muss. Wir können leider nicht für den anderen dessen Garten pflegen. Wenn ich meinen Garten nicht pflege, nicht bewässern und keinen Umkraut jäten, dann verliere ich mich sehr bald selbst im meinen Garten. Ich werde mich und die Welt nicht mehr richtig verstehen – dies passiert leider auch noch zu oft bei mir.
Die meisten Menschen leben so. Sie wissen nicht, was mit ihnen los ist. Sie missbrauchen andere Menschen als ihre emotionale Mülleimer und laufen vor möglichen Auseinandersetzungen weg. Sie kennen ihre Gefühle nicht, sind überrascht von dem emotionalen Ausbruch. Sie können ihre Gefühle nicht benennen.

Sie sagte mir, dass sie eine schöne Teekanne geschenkt wurde. Sie möchte gerne wissen, wie sie diese Kanne pflegen sollte.
Jung, hübsch und stark stand diese junge Frau vor mir. Sie bat mir um einen Rat, denn sie hatte im Moment keine Energie. Sie hat ihr Studium zum dritten Mal abgebrochen.
„Fühlst Du Dich energielos, weil Du nun selbst die eigene Struktur legen muss, weil Du Dich als Versager fühlst, weil Du Dir selbst vorwirft?“
„Warum weiss Du es?“ sie fing an zu weinen.
„Weil ich diese Gefühle in mir auch kenne! Weil ich es selbst auch erlebt habe und immer wieder erleben wird – wahrscheinlich…“
Wir sassen am Teetisch. Wir tranken den wunderbaren Dongding Guifei Wulong. Es ist zwar schon 5. Aufgüsse, aber er ist immer noch farbhaft und aussagekräftig. „Hmmmm, was für einen schönen Duft!“
„Wie möchtest Du diesen Duft benennen?“
„Ich weiss es nicht.“ sie erwiderte mich mit grossen Augen.
„Wenn Du Dich selbst fragst, bekommst Du vielleicht ein Bild, ein Gedanke oder eine Idee, was dieser Duft sein kann.“ ich lächelte, „irgendwann kannst Du Deine Wahrnehmungen und Empfindungen beobachten und verstehen, indem Du sie versuchst zu benennen!“
Deswegen ist der Teeweg ein Weg.
„Du meinst, alle Weinkenner kennen sich bestens?“
„Ich weiss es nicht. „ich schüttelte meinen Kopf, „wenn Du den Geschmack benennst, um mit anderen Menschen zu unterhalten, dann bleibt es eher auf der äusserlichen Ebene, nicht wahr?“
Ich meine es eher, was mich selbst betrifft, was nur mit mir selbst zu tun hat. Denn ich möchte mich selbst verstehen und meinen Garten pflegen. Und Tee hilft mir dabei.
„Ich rieche Früchte und Biene.“ sie lachte, „es geht mir jetzt schon viel besser.“
Ich freue mich für sie.
„Aber Du möchtest doch mit anderen Menschen über Tee sprechen, was nicht nur Deine Empfindung bleibt, oder?“
„Klar.“ ich schaute in die Tasse, „wenn man frei ist, kann man sich auf allen Ebene bewegen…“
In meinem Garten bleiben bestimmte Ecken nur mir reserviert. Ich bin frei, mich zu entscheiden, welchen Teil ich mit anderen teile.
Sie ging und sagte mir beim Abschied, dass sie eine Therapie fortsetzt und vielleicht einen Teeladen wie Shui Tang in der Zukunft aufmachen würde.
„Super!“
Stelle Dir vor, wenn es mehr Shui Tang gibt in dieser Welt!

Sommer Selektion von Shui Tang

Meiste Leute sehen Tee als ein wintertauglicher Getränk, während sie im Sommer Eistee und Bier bevorzugen.
Für die meisten Teegeschäft ist der Sommer ein Loch.
Eigentlich ist der Tee das beste Mittel im Wechselbad der Hitze und Gewitter das Balance im Körper zu halten.
In Shui Tang wurden drei Tees gewählt, die ideal für das Ausgleich des Sommers wirken.
Junshan Yinzhen, ein Tee, der im buddhistischen Kloster entstanden ist, die Müdigkeit und innere Hitze vertreibt, hilft den schläfrigen Mönche die Speise während des Sit-zens zu verdauen. Ein idealer Begleiter im Sommerzeit.
Dongding Guifei Wulong 2009, er wird in Taiwan gerne getrunken nach dem Essen, für die gesellige Runde oder an einem sommerlichen Abend.
Pu Er Wuliangshan 2010, ein noch junger Pu Er, gerne frisch getrunken und eignet sich auch für die Lagerung. Im Sommer erfrischt er unsere Müdigkeit wegen der Hitze und verleiht uns ein Erlebnis wie ein Sparziergang in einem nach Harz duftenden Wald. Aromatisch und sommerlich.

Shui Tang. Liquid Delicacies.
Spiegelgasse 26
8001 Zürich
044-555 9161

Nicht vergessen! Shui Tang ist zwischen 26.07 bis zum 06.08 im Sommerferien!
Ab dem 09.08. ist Shui Tang wieder offen!
Wer iPhone und Startphone hat, kann man natürlich jeder Zeit an jedem Ort, vis QR Code mobil auf die Selektion von Shui Tang anschauen! Viel Spass!

via Internet Selection Sommer.

qrcode

Wer sich für den Anfang des Eistee interessiert und den Tee zum Eistee auf Taiwanesisch machen möchte, kann diesen Artikel von Menglin anschauen.