Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Reise zum Tee als fassbares Buch

Endlich ist es so weit, ein Buch zu gestalten über das, was wir auf unsere Taiwanreise 2015 erlebten, was einen Formosa Oolong betrifft und was Menschen, die sich mit Tee beschäftigen denken.

Das Buch ist ein Fenster für die Teeliebhaber im eigenen Zuhause. Ein Fenster in die Welt des Tees!

Buch: Reise zum Tee

Teeseminar am 13.03.16

In Shui Tang haben sich viele Teeliebhaber versammelt, um den ganzen Tag mit Tee zu beschäftigen. Es ist zwar immer Teeseminar I, aber es wiederholt sich nie. Ich hoffe zumindest, dass meine eigene Entwicklung sich durch die Seminare manifestieren kann. 

Heute konzentrieren wir uns mehr oder weniger auf Oolong, weil es auch eine Vorbereitung ist für den Besuch von meinem Lehrer Chen, Huan Tang.

Die gerne gestellten Frage sind zum Beispiel:

Sieht der Aufguss des Tees dunkel, wenn der Tee stärker geröstet ist? Nein, nicht unbedingt. Der Oriental Beauty sieht dunkel aus, aber er ist nicht stark geröstet.

Sieht der Aufguss des Tees hell, weil der Tee weniger fermentiert ist? Nein, nicht unbedingt. Der Tie Guanyin aus Anxi sieht hell aus, nicht weil er weniger fermentiert ist. Er ist sehr gut fermentiert, aber in gekühltem Raum! Außerdem werden die Spuren von der Fermentation mittels Maschine abgerieben und weggemacht. Darum sieht der Aufguss hell aus!

Ist ein weißer Tee immer weiß? Nein, je nach welchem Pflückgut! Ein weißer Tee ist ein Tee mit einer Herstellungsmethode, die weißer Tee heißt. Die Farbe von Blatt hat mit dem Name nichts zu tun.

Warum kann ein Tee auf der anderen Seite von Yunnan wachsen nicht Pu Er heißen? Die nationale Grenze ist eine neue Geschichte. Früher war das Gebiet eher eine eigene Einheit ohne die nationale Grenze. Diese Frage ist ein wenig kompliziert. In China darf nur der Tee aus Yunnan und sogar an einem speziellen Teil von Yunnan Pu Er heißen! Ein Tee von alten Bäumen aus Vietnam oder aus Thailand kann natürlich gut sein. Aber er sollte ein anderer Name tragen als Pu Er! Für mich persönlich geht es hier um Respekt vor einem Kulturgut.

Worin bestellt der Unterschied zwischen Oriental Beauty und Guifei? Das Wachstumsstadium von dem Zeitpunkt des Zikaden-Befalls!

Ist ein Tee, der von Insekten befallen ist, auch ein frei von Pestizide? Nein. auch wenn der Bauer nicht viel macht, heißt nicht, dass der Boden einwandfrei ist. Der Boden kann bereits belastet sein. Die Umstellungszeit vom konventionellen Anbau zum Organic-Anbau beträgt 7 Jahren. Außerdem spielt der Wind eine Rolle. Die Gärten in Taiwan sind dicht aneinander. Man kann Pech haben.

Ein Tee aus Hochland kann immer besser sein? Vielleicht. Wenn er gut gemacht ist, ist er oft besser als ein Tee aus der Niederung. Aber der Anbau des Tees im Hochland ist oft eine Umweltkatastrophe! Weil der Stecklinge-Pflanzen keine Erde gut halten kann!

Ganz entspannt, fröhlich und zufrieden verabschiedeten wir uns voneinander! Tee ist ein Lebenselixier! 

Das Nächte Seminar am 19.06 mit Chen, Huan Tang. 

Im Herbst wieder ein Seminar mit Pu Er!

  

Der Besuch von Koryphäe Chen, Huan Tang 陳煥堂

Atong kommt im Juni!

Am 12.06 hält er ein Teeseminar in Frankfurt ab! Wer sich dafür interessiert sollte sich bei Teehaus Schnorr melden!

Am 19.06 findet ein Teeseminar mit ihm in Zürich statt! Bitte kontaktiere 

Teehaus Shui Tang, 044 5559161  

Der Schnee auf dem Dach – für Sad Boys

Shui Tang hat viele Tees. So viel, dass ich selbst nicht weiss. Manchmal rückt ein Tee auf einmal ins Sichtfeld. Weil er genau in diesem Moment bestimmtes Bild hervorruft.

Shui Tang hat viele Sad Boys. Tim sagte mir einmal, Sad Boys lieben das Ästhetische und all das Ästhetische ist voller Traurigkeit. Nur durch die Traurigkeit werden wir erst wieder wahrhaftig glücklich.

Er war damals 16. Aus welchem Grund kann mein Sad Boy solche Erfahrungen berichten? Wie viele Geschichte hat er zu erzählen? Nun er ist bald 19. Gerade hat er mit seiner Matura-Arbeit über Tee eine beste Note erhalten. Es ist ein tolle Geschichte mit Tee. Eine tolle Geschichte von einem, der die Traurigkeit nicht verleugnet.

Dante verehrte vergeblich seine Beatrice und schrieb unzählige Gedichte und Loblieder. Die schöne Beatrice hatte die Macht über sein Glück oder Leiden auszuüben. Dante verlor sich selbst in dieser Liebeslabyrinth bis die Freundin von Beatrice ihm einmal klar machte: Die Person, die Du meinst zu lieben ist die Person, die in Deinem Herzen innewohnt. Die wirkliche Beatrice ist nicht die, die Du unsterblich liebst!

Diese Person, die wir vermeintlich lieben, wohnt eigentlich in uns. Was für eine traurige Geschichte? Oder ist es ein Glück es zu erkennen? Wer ist eigentlich diese Person, die wir im Herzen hüten?

Von Jahr zu Jahr hüten wir ein Geheimnis und dachten, das sei eine bestimmte Person. Vom Jahr zu Jahr, von dieser Person zu einer anderen Person, bis wir realisieren, diese Person, die wir mit Sorgfalt hüten ist unsere eigene Seele. Wir meinen bloss, es sei Jemand anders. Diese Liebeslieder die wir singen und Gedichte, die wir schreiben, loben eigentlich die Seele ins uns.

Da Yu Ling 大禹嶺 liegt von weit oben auf dem Gipfel. Der Teegarten sei 2600 Meter über Meeresspiegel. Selten gibt es einen wirklich guten Da Yu Ling. Das Klima begünstigt zwar das Wachstum, bietet die schlechten Rahmen für eine gute Teeproduktion. Selten gibt es so einen süssen Tropfen, die zugleich magisch ist, um Dich auf dem Dach deines Hauses zu versetzen. Aus dem Dach von Haus gleich auf dem Podest oder auf Gipfel, dort kann man das Labyrinth am besten ausmalen. Im Mitten dieses Labyrinth wohnt unsere Seele, die geliebt und gehütet werden will. Sad Boys wissen es, ihre Liebe ist nicht zerbrechlich. Sie lieben weil sie liebenswürdig sind. Sie tun es für ihre Seele!

Wie schmeckt der Schnee auf dem Dach? Es war so süss wie der Da Yu Ling. Auch wenn der Schnee manchmal alle Handlungen und all die Gefühle durcheinander bringt, schmeckt er bestimmt süss an jenem Tag in der Erinnerung. Und wenn Sad Boys es bereits vergiss, wird der Wind es merken. Oder zum mindest der Tee aus Da Yu Ling, der uns wieder auf dem Dach versetzt, unsere Seele versüsst.

  

Vom Opfer zum Gestalter

Durch eine alte Teeschale aus der japanischen Mingji Zeit lerne ich Herrn J. kennen. Ein edler älterer Herr aus den alten Zürcher Familien.
Diese Teeschale verbindet uns zu einer Freundschaft, die das Alter überschreitet und Kultur sprengt.

Ich verachte Grenze. Grenze zu überschreiten liebe ich. Das ist nicht konform in der Schweizer Gesellschaft. Gerne überquere ich auch meine eigene Grenze.

Er kam aus der anderen Grenze und erzählte mir Erfahrungen aus seiner neuen Reise in die alte Zivilisation.

Ich kehrte zurück aus der Grenze und berichtete über meine Erlebnisse ausserhalb Europa.
Von der wütenden Göttin Pali erzählte er mir. Die fremden Zeremonie im Tempel überwältigte ihn. Er sagte zu mir, dass er etwas endlich verstanden hat.

„Menglin, wenn wir die wütende Göttin als solche personifiziert und nur so sehen können, ist sie tatsächlich vernichtend und tyranisch. Es ist tatsächlich eine Göttin zu furchten. Aber ich verstand, sie nicht auf dieser Art von Weise zu betrachten. Sie bracht meine Vorstellungen über die Welt durcheinander, zerstört meine Halt auf der Erde und verletzt mein Gefühl. Und ich bin endlich auf den Boden gelandet, so dass ich diese Welt so wie sie ist neu zu sehen. Sie leistet mir in diesem Sinne ein Dienst!“

Pali ist eine Göttin und ist eine Göttin. Sie ist vernichtend und bereichernd. Was siehst Du in ihr?

Kann eine wütende Göttin als eine Göttin von Dienst gesehen werden?

„Wie kann man aus dieser Rolle von Opfer aussteigen und diese neue Betrachtungsweise gewinnen?“ Meine Augen tränten.

„Indem wir nicht mehr mit Opferrolle identifizieren wollen, sondern als Gestalter zu leben.“
Ein Gestalter, der Leiden und Freude mit Gleichmut betrachtet und das Beste aus Yin und Yang gestaltet.

In dem Dante-Diskussion im vierten Advent 2015 sassen viele Teefreunde und Interessierte zusammen und widmeten genau dieses Thema. Vieles, was in unserem Leben geschehen, können wir nicht steuern. Aber das, wie wir diese Geschehnisse begegnen, können wir es gestalten. Ist Pali böse? Oder dient sie sogar unsere Entwicklung? Das hängt von jedem ab. Mit Tee kann man lernen, selbst im Nebel zu erkennen, wenn man jedes Mal einen Gongfu Cha starten muss. Nur wenn man das eigene Zentrum spürt und vertraut, Schritt für Schritt einen Weg findet, verwandelt man die Nebelsuppe zu einem blühenden Garten! Es war einen besinnenden Adventabend. Wir kamen mit viel Wärme und berührte Herzen in die dunklen Gasse Zürichs.
Am Teetisch in Shui Tang passieren vieles. 
„Man sagte immer, es sei Zufall. Es war ein Zufall, dass ich mit dieser

Teeschale zu Dir kam.“ Seine Augen wurden breit, “ Aber es gibt keinen Zufall für mich. Unsere Verbindung durch eine Teeschale – es muss so sein.“

Man muss es einfach vertrauen.

  

Die Sache Lagerung 

Pu Er Tee und gelagerter Oolong finden immer mehr Anklang in Zürich. Aber die meisten Menschen haben immer noch keine Wille selbst etwas zu lagern.

Natürlich ist es einfacher bei mir zu kaufen. Natürlich ist es einfacher, zu ernten als zu säen. So weiss man nur jetzt und von sich selbst.

Am 16.01 zum Feier des historischen Moment wollte ich, dass Mein Lehrer einen guten Tee aufmacht. Er lächelte und kam aus seinem Büro. Dieser Tee schmeckte wie Blumenwiese in einem Bergtal. Ich atmete die frische Luft von hochstämmigen Bäumen und üppigen Farn. Das Wasser sprudelte aus dem Bachfälle. Es war ein Tie Guanyin, sagte er. Gelagert aus einem anderen Jahrzehnten!

Als Tee Anfänger trinkt man einen guten alten Tee, der von meinem Lehrer gelagert ist. Irgendwann ist der Anfänger einLehrer des anderen geworden. Er habe auch Tee zu lagern, für sich selbst und für die anderen. So geht Tee weiter, so entsteht Generation und so bedeutet die Zeit. 

Ich habe angefangen Tee zu lagern. Zuerst unbewusst und jetzt lagere ich, weil Shui Tang nicht ein Eintagsflieger ist. Ich habe verstanden, was die Zeit für unsere Entwicklung bedeutet. Manchmal kann man es nicht verwörtlichen, manchmal ist der Tee die Botschaft selbst.

Und die Gefässe die ich für Tee oder zum Tee verwende, ist ein Teil dieser LAGERUNG. sie begleiten mich und die Menschen nach mir. Es ist wunderbar!

Durch die Zeit sprechende Gefäße 

Der Gongfu Cha Kurs im Frühling 2016 ist voll. Viele denken, dass man in so einem Kurs Tee Zubereitung lernt.

Stimmt das? Stimmt es nicht.

Für mich, ich lerne im Gongfu Cha vor allem, einen natürlichen Umgang mit den Dinge, die mein Leben füllen. Gefässe sind solche Dinge.

Gefässe ermöglicht uns das Wasser zu sich zu nehmen, Lebensmittel zu teilen oder zu arbeiten.

Sie sind wortlos. Sie haben bloss Strukture, die in unserer visuellen und schnell lebigen Zeit immer mehr im Vergessen geraten. Viele Gefässe brauchen Zeit, damit sie Spuren bekommen, damit sie gesehen werden, damit sie verstanden werden.

Lackware zum Beispiel. Viele Familie bewahren Lackware im Vitrine, weil sie Angst haben, diese schöne Gefässe Kratz bekommen. Genau die Kratze machen die Schönheit einer Lackschale oder Schachtel aus. Die Spuren erzählen Geschichte und macht die Schönheit lebendig. Man kann sagen, die Gefässe wachsen. Sie wachsen mit uns durch uns.

Aus dieser Haltung sind viele wunderbare Gefässe und Kunststile entstanden. Die chinesische Celadon, der Ry-Stil oder Hagi-Stil! Und die Lackware vermittelt den Benutzer noch mehr Wärme und Geschmeidigkeit!

Lackware existieren in chinesischer Kultur länger als 3000 Jahre. Man verwendet es auch für Zeremonie in der Kommunikation mit Jenseits. Die Spuren im Gefäss sind Botschaft zwischen den Welten. Diese Art von Gefäss verschwindet immer mehr aus unserem Alltag, weil wir verloren haben, mit ihm umzugehen. Weil wir keine Zeit mehr haben.

Ich besuchte das alte Ehepaar in Taichung, wo sie ihr Manufaktum haben. Ihr Manufaktum ist ein dunkles Loch voller Schätze und Müllberg. Die Gefässe sind schön und hässlich. Manche sahen so hässlich, weil sie immer noch warten verarbeitet zu werden, manche Schönheit verschwinden im Gedächtnis eines alten Handwerkers, der immer noch arbeitet, auch wenn die Industrie schon lange ihn überollt. „Ich arbeite nur, wenn das Wetter schön ist.“ das alte Gesicht sah schüchtern aus, „Man muss Zeit haben.“ Und er vergiss immer, wo er die fertiggestellten Gefäss aufbewahrt hat. 

Ich seufzte und stand auf. Wie in Atongs Büro, wo er auch immer Dinge im Schatzkammer vergiss, fing ich an, zu suchen, durchzusuchen oder … Ja, ich war umverschämt, was in Taiwan nicht unsittlich ist. Man schätzt Schatzjägger. 

Viele schöne Gefässe habe ich erworben, bzw. gefunden. Ich lachte schon als ich im Zug nach Taipei fuhr. Wie schön, wenn ich das Neujahrsessen in so schönen Schachtel serviere? Wenn ich die feine Sosse in dem Lackschälchen aufgiesse und darin das beste Stück von Steack eintauche?

Ach, ich verstehe jetzt endlich – ein Gefäss ist ein Ort wo ich zurückkehren würde. Diese Lackgefässe sind das, was mir Wärme, Breite und Geschmeidigkeit vermittelt, was in meinem jetztigen Alltag vermissen wird…

  
   

Kein Spuren hinterlassen II

Wir sind nur Gäste auf der Erde und häufig Prolog, Epilog oder etwas dazwischen im Leben des anderen. 

Wenn wir nicht reflektieren, dann hinterlassen wir Spuren mit Konsequenzen im Leben des anderen. Manchmal angenehm und oft mit Schmerzen. 

Wenn wir bewusst sind über die Spuren, die wir bei anderen Menschen hinterlassen, werden wir bewusster über die Spuren, die wir auf dieser Erde hinterlassen?

Bevor Römer nach Mitteleuorpa kamen, waren Kelten und anderen hier. Bevor Germanen sich hier niederlassen, mussten andere Völker Platz machen oder miteinander leben. Was gehört wem? Wer gehört wohin?

Flüchtlinge kann jeder werden. Oder – gibt es wirklich ein Wesen wie Flüchtlinge? 

Wenn wir doch einmal klar sehen können, dann müsste es doch deutlich werden, dass wir nur vorübergehend an diesem Ort sind, wo wir sind. Spuren hinterlassen wird zu einer delikaten Geschichte. Was für Spuren haben wir bereits auf dieser Erde hinterlassen? Abfälle, die über 500 Jahre oder 1000 Jahre oder noch länger erst harmlos werden. Klima-Wandel, der viele Menschen heimatlos treibt und für Nahrung und Schutz bei anderen zu suchen zwingt. 

Keine Spuren zu hinterlassen kann man im Tee lernen. Einen Tee zu produzieren mit einem gute Geschmack beinhaltet bewussten Umgang mit Teepflanzen – schonende Pflückung, mit Erde – sorgfältiges Dünnen und mit Menschen – eine Handwerkkunst zu pflegen und Wohlstand vor Ort zu bewahren. Einen Tee mit einem guten Geschmack zu geniessen kann ein erster Schritt der bewussten Lebenführung werden. 

Im Gongfu Cha Unterricht in Shui Tang wird nicht geachtet, wie schön die Choreografie abläuft, sondern als erstes wie man anfängt und wie man abschiesst.

Wir treten im Leben des anderen Menschen ein. Wir gehen irgendwann im Leben des anderen Menschen aus. Wie kommen wir hinein, ist vielleicht wichtig. Aber wie wir uns verabschieden – in Streit, in Liebe oder in Vergessenheit, kann nachhaltig wirksam sein.

  

Keine Spuren hinterlassen I

Vor drei Jahren kam Tim zum ersten Mal ins Shui Tang. Ich kann mich noch sehr gut an sein unschuldiges Lächeln erinnern. Ich erzählte ihm von dem ersten Schritt des Teelernen: Keine Spuren hinterlassen. Er wiederholte an dem Tag immer wieder diesen Satz: „Keine Spuren hinterlassen. Keine Spuren hinterlassen.“ 

Erinnert er sich immer noch an diesen Satz?

Vor einem Jahr kamen die Eltern von N. und erzählte mir, dass ihr Sohn paar Male an Shui Tang vorbei ging und nicht hinein kam. Sie wollten ihm etwas schenken, vielleicht den ersten Schritt in den Tee? N. kam Anfang des Jahres zum Gongfu Cha Unterricht.

Ein Jahr später kamen die Eltern wieder. Der Vater berichtete mir die Veränderung des N. Er sagte, N. habe seinen Geschmack verändert. Er achtet das, was die Mutter kauft, was er zu sich nimmt und was getrunken wird. Der Junge ist bewusst über einen guten Geschmack zu kultivieren. Er mache Tee für Familie und erzähle das, was er in Shui Tang erlebt. Ich erinnere mich an ihm – ein zurückhaltender Junge, der zuhört, beobachtet und sich anstrengt. Die Eltern erzählte mir die Veränderung, die wohl durch Tee angestossen wurde. Und sie kamen um Teatoys zu kaufen, um ihn weiter zu unterstützen. Ich war sehr berührt.

An dem gleichen Tag bereitete Tim Tee am Teetisch für viele Damen um ihn. Er erzählte wie man einen Tee mit Qualität produziert und wie er einen guten betrachtet. Ich beobachtete, wie er den Damen Tee eineschenkt – zuerst die ältere, dann erst die jüngere. Mein Herz lachte.

Es sind glückliche Kinder, die unterstützende Kraft von der Familie erhalten. Es hinterlassen Spuren. Spuren, die etwas erneuen. Spuren, die einen Kreislauf bilden, der sich stets erneuert.

Die Arbeit in Shui Tang strengt mich an. Manchmal ist die Ernergie in Alarmstufe. Aber diese ausgegebene Ernergie bekommt Nachschub, wenn man die Veränderung und Wechselbeziehung mit Teejünger und Teeliebhaber sieht. Es berüht mich und „erneuert“ meine Energiequelle. Somit schliesst sich ein wunderbarer Kreislauf, der durch das gegenseitige Geben und Nehmen stets ernährt.

Die Spuren verwischen sich und verlieren Identität. Meine oder Seine oder Deine?

Ich bin dankbar auch bei Joas, der seine Leidenschaft für Tee mit anderen Menschen in Shui Tang oder in einem Forum teilt.Er trägt weiter Tee, weiter in einem anderen Kreislauf, zu anderen Teeliebhaber, die mir unbekannt sind.

Hinterlassen keine Spuren. Keine Spuren, die von einer bestimmten Identität geprägt sind. Weil wir alle nur vorübergehend im Leben des anderen und auf der Erde sind. Wir sind nur Gäste.