Archiv der Kategorie: Gongfu Cha (Kungfu Cha) 工夫茶

Gongfu Cha in Zürich

Morgen findet ein Gongfu Cha Kurs am Nachmittag statt. Was sollte dort gearbeitet werden? Cenk fragte mich, ob man auf dem Boden sitzt. Nein, bei mir sitzt man zuerst im Stuhl.

Ich möchte keine so genannte Ziehzeit vermitteln, sondern die Augen von Teefreunde aufzumachen, dass es sich immer um Hier und Jetzt handelt. Es geht um die Menschen hier, den Tee und die Situation jetzt.

Als erstes möchte ich gerne etwas vermitteln, der so genannte Tee-Geist. Wie verhalte ich als Gast? Wie verhalte ich als Gastgeber? Geht es um meine perfekte Zubereitung und schöne Bewegung oder geht es darum eine Harmonie zwischen Menschen zu verschaffen? Geht es um mein Ego oder geht es um den Tee?

Kein chinesisches Folklore wird morgen erwartet (ich komme nicht mit Zopf oder in chinesischem Kleid;-) Erwartet wird eine Reise ans anderen Ufer, wo Menschen und Tee zur einer Einheit wird. 

1. Was bedeutet Gongfu Cha?
–          Wie verhält sich der Gast?
–          Wie verhält sich der Gastgeber?
Grüssen
Haltung
Handhabung
Bei Teekanne – wie wird eine Teekanne gehalten
Bei Gaiwan und Tasse – wie wird eine Tasse oder Gaiwan gehalten
Teekanne empfangen
Gaiwan empfangen

Wie schmecke ich Tee

wie trinke ich Tee

2. Wie bereite ich einen Tee zu?
–          wie viele Personen
–          wie viele Aufgüsse
–          was für einen Tee
–          Für wenn bereite ich zu
–          Welche Möglichkeit verfüge ich, Tee zuzubereiten
Kurz wie viele, wann, wer, welcher und was

Experiment: die Inhalte vertrate ich hier nicht.

3. Differenzen von dem Teegeschirr und Wasser

Was schmeckt besser? Porzellan oder Keramik? Experimente mit Wasser und Geschirr!

 

So ungefähr wird das Programm morgen sein.

Fremdgeruch aus dem Tee zu vertreiben

Noch eine Frage. Ich habe mich gestern nach dem Teekauf eines einfachen Senchas (trinke ich morgens anstatt Frühstück) und meines Nachttees, dem Keemun Mao Feng Bio zu Hause beim Umfüllen in Dosen sehr aufgeregt. Beide Tees beziehe ich schon seit einiger Zeit vom selben Händler. Als ich in der Dose an den Tees roch, hatten sie beide den grauenhaften Duft eines kompletten Teeladens. Die individuellen Noten waren komplett verschwunden und der Aufguss ein Grauen. Den Keemun habe ich einen Tag lang auf einem Teller gelüftet, mit dem Sencha versuche ich es auch. Gibt es andere Methoden Fremdgerüche aus Tee zu vertreiben?

Teefreund B. aus Köln fragte mich, wie man Fremdgeruch aus dem Tee vertreiben könnte.

Ich habe nur gelernt, wie man mit Tee Fremdgeruch wegnehmen kann. Dass man dem Fremdgeruch aus Tee vertreibt, ist es wirklich eine Wissenschaft.

Chinese schätzen Pu Er sehr, der jahrelang gelagert werden soll und sicherlich Fremdgeruch in den Jahren erhält. Aber meiste Teeliebhaber schätzten den Geruch und bewundert ihn. Nur mein Lehrer in Taipei verweigert das Pu Er Welle mitzureiten und distanziert von diesem „ausländischen“ Eindringlinge. Er lagert auch Tee, natürlich Oolongtee. Er lagert seinen Tee über die Jahren und weiss auch, dass dieser alte Oolong auf einer feuchten Insel Fremdgeruch selbstvertsändlich bekommt. Bevor er seinen alten Oolong weiter gibt, behandelt er dem Oolong entweder mit Holzkohle oder mit Ofen. Noch einmal mit der Wärme vom Holzkohle oder Ofen den Tee zu behandeln, könnte man dem Fremdgeruch des gelagerten Tees vermindern. Aber es ist kein Zauber. Der Tee schmeckt trotzdem anders. Der gebliebene Geruch bei einem alten Oolong ist für Teeliebhaber erwünscht. Aber der deutsche Teeladen-Geruch (verschiedene Aromen etc.) ist nicht ganz genussvoll, oder?

Ich habe natürlich gelernt, wie man kurzfristig den Geruch von der Nachfermentation (mit der Hitze in der aufgewärmten Teekanne) behandeln kann. Aber der gemischte Geruch eines deutschen Teeladens ist etwas anders. Eigentlich sollte man sich nun anfangen, zu überlegen ab diesem Moment an: Was ist ein Teefachgeschäft?

Kann ein Teefachgeschäft so viele Gerüche erlauben? Warum schmeckt ein Teeladen wie ein McDonalds, dessen „Taste“ man Meilen weit bereichts ahnt?

Ziehzeit von Oolongtee

Liebe Meng-Lin Chou,

mit grosser Begeisterung bin ich auf diese Website gestoßen. Herzlichen Dank für Ihr Engagement.

Seit zwei Jahren setze ich mit etwas intensiver, doch laienhaft mit dem Thema Tee auseinander. Momentan liegt es mir sehr am Herzen, dem Chinesischen Tee näherzukommen. Hierbei stoße ich immer wieder schnell an Grenzen, da es an Austausch über die Materie mangelt. Viele Teehändler haben leider keine ausreichende Bildung und so stoße ich auf unterschiedlichste Lehrmeinungen ohne zu wissen, ob mein Weg nur im Ansatz der richtige ist.

In diesen Blog einsteigen möchte ich mit einer sehr simplen Frage. Es geht um die Ziehzeiten bei Oolongtees, den ich immer im kleinen Tonkännchen zubereite. Mein Händler in Köln, der mir als recht gut informiert erscheint, empfiehlt pro Aufguss ca. 60 Sekunden. In Ihrem Blog und auf etlichen Seiten im Netz ist aber oft die Rede davon, dass der Tee sich länger entfalten muss und erst nach 2-3 Minuten abgegossen werden soll.
Sicher geht es letztlich um den persönlichen Geschmack, doch eine Grundrichtung gibt es doch sicher, oder?

….

Herzlichen Dank schon jetzt für Ihre Antwort.

Besten Gruß,

Florian B.

PS: Auch Sternzeichen Löwe

Hallo, lieber Florian,

für mich bedeutet die Rede von der „Ziehzeit“ gar nichts.

Ich würde Dir zwei Fragen zuerst stellen: was für Tee zubereitest Du? Wie hättest Du gerne Deinen Tee?

Als ich den Tee für Miriam und Roger am Samstag zubereitete, wurde es mir klar: was mir schmeckte, war für Roger schon zu bitter. Bei ihm musste die Ziehzeit 60 Sekunde kurzer sein, als bei mir.

Nun kommen wir wirklich auf die zentrale Frage: was ist Teetrinken? Standarisierende Methode braucht jeder, der Tee gerade kennenlernt, zu trinken. Für einen Teeliebhaber ist das standarisierte Wissen nicht mehr befriedigend. Man merkt plötzlich, dass der Tee und der Mensch nicht „tot“ sind, sondern lebendig. Dieses lebendige Wesen möchte verstanden werden und genossen werden.

Ich kenne solche Empfehlung von Gongfu Cha. Leider funktioniert die Ziehzeit von Tee zu Tee anders. Bei Buddha Hand und Paochung nimmt man eine andere Menge und deswegen auch eine andere Ziehzeit. Bei halbkugeligem Oolong geht es wieder anders.

Wenn ich hier im Blog nur das standarisierte Wissen schreiben würde, wäre es überflüssig. Solche Ratschläge gäbe es gier genug.

Mein Ratschlag wäre: überlege zuerst, welchen Tee Du zubereitest und für wen dieser Tee zubereitet wird.

Wenn ich einen neuen Tee kennenlerne, dann nehme ich gerne eine kleine Porzellankanne. Die Kanne wird zuerst aufgwärmt.

Die trockenen Blätter hinzufügen. Die Teeblätter sollte den Kanneboden decken. Natürlich variiert die Menge je nach Teesorte – das ist die Kunst der Teezubereitung, die gelernt und entdeckt werden will!

Den Deckel zudecken. Nach 1 Minuten abdecken. Den Duft geniessen und den Tee verifizieren.

Dann je nach Tee mit passendem Temperatur aufgiessen. Wenn unsicher, lieber kühler als zu heiss.

Nun nach 3 Minuten den Tee kosten. Wenn nicht geschmacksvoll, dann noch länger ziehen lassen. wir sollen dabei nicht vergessen: ausprobieren, experimentieren und geniessen.

Wäre diese Wörter hilfsreich für Dich?

Eine gute Nacht!

Eine Löwin in Zürich

 

Teerunde 四海存知己

Teerunde 四海存知己

Foto: Meng Hsien und Florian; unten Daiyu und Florian.

Ich kannte Meng Hsien eigentlich nicht. Zum ersten Mal höre ich diesen Name, dessen Aehnlichkeit mit meinem hat. Als ich ihn sah, erinnert er mich an meinem Bruder, der ganz ganz weit weg in der anderen Hälfte der Erde lebt. Sein Dasein war wie die Nähe meines Bruders. Sein Lächeln gleicht dessen meines Bruders.

Florian kannte ich vom Blog und wir haben uns in Taiwan zum Tee und Teereise getroffen. Seine Frau Daiyu (schöne Jade) macht ihre Ausbildung als Konditor in München und er selbst als Trainer für Mind Map und spricht ausgezeichnetes Chinesisch!!

Meng Hsien trinkt wohl eigentlich keinen Tee, obwohl er auch ein Kind vom Formosa Oolong ist. Auf seiner Durchreise wollte er seinem ehemaligen Tandem-Partner in Zürich treffen und traf mich unerwartet in meinem Teezimmer. Was für einen Zufall? Oder ist es bereit vorprogammiert, wer wen trifft im Leben?

Eigentlich war es nicht geplant, dass wir so viel über Tee sprachen. Immerhin sahen die Tandem-Freunde seit vier Jahren nicht mehr. Trotzdem drehte es immer wieder um Tee, als ob er eine Faden um uns wickelte und fesselte. Oder wir trafen uns weil es Tee gibt? Viele Tees kannten sie sogar nicht, als sie noch in Taiwan lebten. Plötzlich wollte Florian den Unterschied erkennen, was ich unter guten Tee verstehe. Er wollte es selbst entdecken, warum ein guter Tee gut ist und woran erkennt man es.

Ich degustierte zwei verchiedene Jadeoolongs: einer aus Fujian mit BIO Zertifikat und einer aus Taiwan Mingjian. Die Teedegustation habe ich bereits im Blog geschrieben, aber diesmal wurden sie in zwei Schale degustiert. Als die Düfte aus der Schale stiegen, schrieen die drei, dass der Tee aus Fujian stinkte und ich vielleicht vergass die Schale abzuwaschen. Ich verneinte es und sagte, dass dieser Tee halt so schmeckt im Vergleich mit dem anderen. Der Unterschied war so markant. Die unerfahrenen Entdecker waren sprachlos. Wie konnte ein Tee nur duften, während der andere nur stinkte? Ich schlug vor noch einen Vergleich zu machen, z. B. mit dem Oolong Nostalgie, den Florian mitbrachte. Daiyu war begeistert, während Florian nachdenklich wurde. Er wollte nicht, seine schöne Erinnerung von diesem Lieblingstee „enttäuscht“ werden konnte. Daiyu wollte allerdings erfahren, wie der Tee wirklich sein könnte. Es war ein Abschiedspräsent von ihrem Onkel.

Wir gossen die beiden Tee auf: Oolong Dongding Nostalgie von mir und Florian. Ein Oolong, der von Insekten gebissen wurden und traditionell schwer fermentiert und geröstet wurden. Die Antwort des Tees war klar: der Oolong von Florian hat einen starken Geschmack nach dem Feuer und hat die trockene Form vom winzigen Kugel. Dieser Tee erzählt uns, dass er aus sehr jungen Blätter hergestellt wurde und nicht sorgfältig verarbeitet wurde, so dass der Feuer-Geschmack nach einem halben Jahr immer noch sehr dominant wirkt. Für mich ist dieser Tee „tot“ geröstet, während der andere Nostalgie Oolong richtig nach Honig duftet – ein Zeichen von Insekten befallenen Blattgut. Der Duft ist süss und aromatisch. Keine Spuren von der Röstung und Brand.

Im Moment werden viele Tees als Nostalgie-Oolong und als alter Tee verkauft. Für mich sind solche Werbungen wie ein Betrug! Wenn man diese Tees degustiert, merkt man, dass dieser Tee eigentlich aus einem jungen Tee einfach zu einem alten verarbeitet wurde oder aus gewöhnlicher Blattgut mit einer starken Röstung zu Nostalgie-Geschmack „verbrannt“ wurde! Selbst erfahrener Teehändler macht diesen Fehler. Ich war sprachlos als der gute Teefreund mir mit Stolz seine neuen Errungenschaft für seinen Laden aus seiner Reise von China präsentierte, Ein alter Tee Namens Ban Tian Yao 50g für einen stolzen Preis von 35 Sfr. Dieser Tee zeigt mir sogar grüne Blätter, obwohl er angeblich bereits mind. zwei Jahrzehnte gelagert wurde…

Man sollte die Sprache des Tees verstehen anstatt an die Wörter des Verkäufers zu glauben!

Daiyu und Florian beschlossen, ihrem Onkel es nicht zu erzählen. Ihr Onkel kauft seit zwanzig Jahren direkt bei diesem Teebauer.

Frage zu Gongfu Cha von Corni

Liebe Meng-Lin,

erst durch deinen Tee-Blogg wurde ich inspiriert tef in den Tee einzutauchen!!!

Ich glaube der Tee ist nicht greifbar, (daher so spannend und inspirierend) sondern  veränderbar.

Ich habe  festgestellt, das durch verschiedene Teesorten (Proben), der Horizont sich ständig erweitert.

Trotzdem habe ich praktische Fragen:

Kann man bei Ihnen in der Shweiz Teeb bestelen, oder ist es nur auf die Schweiz beschränkt  (Siehe RvRtee)

Was ist  die optimale Kannengröße 200 ml oder 150 ml (Gon-Fu-Cha)?

Kann man bei Ihnen Proben über 10 Gramm bestellen?

Welche grünen Tees sind für Sie die besten? (Sorry auch die OOlongs)?
 
Wie ist das Verhältns  ein Teelöffel–Tee eine Tasse-Wassser?

Fie Tasse von 1 Liter oder kleiner ?

Bitte um schnelle Antwort!!

Als ich dieses fremde Mail bekam, muss ich ehrlich sagen, ein wenig von den Fragen und Aufforderung zur schnellen Antwort „überrascht“.

Ich bemühte mich höflich auf den Teefreund aus fernen Norden einzugehen, aber möchte ihn doch bitten auf die wenigste Ungangsform zu achten. Der Teefreund Corni reagierte sofort und das zweite Mail war schon anders. Er hat mir erlaubt das Mail zu veröffentlichen, so dass andere Teefreunde auch von ähnlichen Fragen profitieren.

1. Welche grünen Tee sind für mich die besten?

Eigentlich versuche ich in diesem Teeblog den Gegenteil zu zeigen, dass man eine autoritäre Person nicht braucht, um einen guten Tee zu trinken. Ich möchte meinen Geschmack hier nicht durchsetzen. Wenn es so wäre, wäre die Teekultur sich zu einer Sackgasse entwicklen, die nur „diese“ oder „jene“ Tee in Frage käme!Nein, ich möchte Teefreunde zeigen, wie wir aufgrund unsere eigene Sinneswahrnehmung, die Sprache des Tees kennenlernen könnten! Tee spricht eine Sprache, die jeder versteht und erkennt! Nur der Zugang fehlt! Z. B. die Frage „Was bedeutet, wenn die Blätter diese Farbe zeigen und diese Trübung hat… “ könnten beantwortet werden, wenn wir die objektive Beschaffenheit des Tees verstehen! Aber was für Tee sind die beste? Alle richtig hergestellte Tees!Glauben Sie an Ihre Zunge, anstatt an meine. Glauben Sie an Ihre Nase anstatt an meine.

Eine Teekundekurs wäre eigentlich dringend erforderlich in Europa.

2. Optimale Kannegrösse. Ich würde mich zuerst fragen, für wie viele Personen?Für Zwei Personen würde eine Grösse für 100 – 120 ml – es wäre im Gongfu für 6 kleine cups.

Eigentlich ist die Frage nach der Grösse nicht so wichtig. Viel Wichtiger sind, 1. was für einen Tee bereiten wir zu. Für einen kugeligen Oolong oder für einen grünen Tee mit losen Blätter. 2. Wer trinken diesen Tee?

Tee und Menschen stehen im Mittelpunkt des Teeverständnis im Gongfu Cha, nicht das Geschirr etc. Das ist ein häufiges Irrtum, um Verkauf zu fördern, dass Yi-Xing viel besser und das Wichtigste sei! Nein! Der Mensch, der diesen Tee trinkt und der Tee, der hier zubereitet wird sind das wichtigste! Danach kommt, wann, wo und wie.

Ich werde ein Gongfu Cha Seminar im November anbieten, wo wir die Grundeinstellung von Teezubereitung lernen könnten und mit verschiedenen Teegeschirr experimentieren!

Wenn der Mensch, der einen starken Tee gerne hat, dann würde er in einer Kanne Grösse für 100-120 ml bei einem FORMOSA HOCHLAND ungefähr zwei bis drei Teelöffeln nehmen (den Boden der Teekanne leicht bedecken als Faustregel) und ihn entsprechend länger ziehenlassen.

Wenn aber der MENSCH, der einen duftenden Tee gerne hat, dann würde er in einer Kanne Grösse für 100- 120 ml bei einem DANCONG ungefähr nur 2 Teelöffel nehmen, anstatt 3-4 Teelöffeln (mein Geschmack wäre aber so) und nicht zu lang ziehenlassen. DANCONG duftet stärker, wenn er kurzer gezogen wird.

Also der MENSCH und der TEE stehen im Mittelpunkt. Das Geschirr ist nur ein Hilfsmittel. Gongfu Cha ist nicht nur mit Yixing Kanne Tee aufzugiessen. Im Gongfu Cha lernen wir ebenfalls, Tee nur in einer Schale zuzubereiten, wo wir überall einen duftenden Tee zubereiten könnten!! Wir lernen frei zu werden, anstatt beschränkt und eingeschränkt vom Verkäufer zu werden!

Ich danke Corni, dass er mir die Chance gegeben hat, gezielt auf diese Grundeinstellung des Gongfu Cha einzugehen.

Ich bedanke mich herzlich bei ihm! Schöne sommerliche Grüsse an den Norden!

Tee und Kungqu

Pu Er Tee und Wu Wei

Pu Er Tee und Wu Wei

Pu Er wird in den Medien als Wunderkraut gespriesen und der Tee aus Yunan bommt im Moment. Das Resultat ist, dass ich in diesem Frühling keinen Tee aus Yunen kaufen kann – er war zu teuer und der Preis ist nun am Fallen…

Meister Chen empfiehlt manche Menschen gerne Pu Er Tee. Er erzählte mir, dass Pu Er Tee auf den Unterleib Bereich positiv beeinflusst. Vor Allem Schwäche in Dickdarm, Dünndarm, Postata, Gebärmutter und Blasen könnte mit Pu Er Tee geholfen werden. Der Geschmack Süss in Pu Er wirkt günstig auf Muskel aus. Er bezeichnet es als Tu-Qi (Erde-Qi). Das Tu-Qi bekräftigt die Schwäche im Unterbauch und beliefert ihm das notwendige Qi.

Jeden Morgen auf dem nüchternen Magen eine Schale „heisse“ Pu Er zu trinken, wird man mit Energie versorgt. Er empfiehlt Freunden, die Postata Operation hatten, Blasen-Angriff hatten, ihn zu trinken. Ein gut gelagerter Pu Er, der nicht künstlich nachfermentiert wurde, wäre eine gute Wahl für diese Kur. 

Pu Er, der aus alten Bäumen stammten, hat einen markanten süssen Geschmack. Da diese Teeblätter mehr Inhaltstoffe haben als Teeblätter aus niedrigen Teebusche. Nach einer langen natürlichen Lagerung verschwinden die unangenehmen bittere und sauere zusammenziehende Note. Der Tee schmeckt richtig süss und erdig. Solcher Tee wäre für Meister Chen eine sehr gute Alternative für Verstärkung der Gesundheit als Pille. 

茶的四氣和五味 Siqi und Wuwei – Tee und Qi

Chinesischer KräuterChinesische Heilkräuter für Zufuhr des Qis

Tee aus der Perspektive der chinesischen Medizin zu betrachten könnte durch die Theorie von vier verschiedene Charakter (四氣 Siqi) des Qis und fünf verschiedenen Geschmäcke (五味 Wuwei) verdeutlicht werden.

Siqi 四氣: das ist gemeint mit der Wirkung des Tees in unserem Körper. Tee wirkt sich in vier Charaktere aus: Kalt, abkühlend, warm und mild. Aus der Persktive von Yin und Yang betrachtet könnte man warm und mild zu Yang Qualität eingeordet werden; kalt und abkühlend zu Yin Qualität eingeordnet werden.

五味  Wuwei: Tee hat fünf verschiedene Geschmäcke: Scharf, süss, sauer, bitter und salzig. Scharf und süss gehören eher zur Yang-Qualität; bitter, sauer und salzig beinhaltet mehr Yin-Qualität. Konkret betrachtet wirkt der Tee unterschiedlich in unserem Körper aus aufgrund seiner unterschiedlichen Geschmäcke.

Scharfer Geschmack spricht Lunge – Dickdamm an. Er wirkt sich im ganzen Nervensystem aus.

Süsser Geschmack spricht Milz- Magen an. Er wirkt sicht im ganzen Muskel-System aus.

Sauerer Geschmack spricht Leber und Gallen an. Er wirkt sich in ganzen Organen aus.

Bitterer Geschmack spricht Herz und Dünndarm an. Er wirkt sich in ganzem Blutkreislaufsystem aus.

Salziger Geschmack spricht Nieren und Blasen an. Er wirkt sich in ganzem Knochen-System aus.

 

Kungfu Cha Geschirr

Kungfu Cha Geschirr

Florian pflegt ebenfalls eine Kungfu Cha Tradition.

Ein Bambus Teeschiff, der Wasser auffängt und Wünsch für die Ästhetik erfüllt.

Zwei Kannen-System: eine Kanne für Teeaufguss (links) und eine Kanne (rechts) für die Teezubereitung. Damit die Teeblätter nicht zu lange in einer Teekanne – im Aufguss stehen und der Aufguss gleichmässig schmeckt, wird eine zusätzliche Teekanne für den Aufguss verwendet. 

Die Teetasse, die nicht gerade mit 100 ml Flüssigkeit gefüllt werden können.

Ein Teesieb.

Grundsetzliche Ausstattung für eine Kungfu-Methode.

Erfahrungsaustausch mit Kungfu Cha

Vor zwei Wochen besuchte mich Bruno. Er wollte ein Kungfu Kanne Set erwerben für seine Reise ins Teeland. Wie viele andere Tee-Begeisterte möchte er versuchen, ob der Tee dadruch wirklich anders schmeckt. Ich plädierte zwar immer wieder, dass man Tee nicht in einer 1 Liter Kanne zubereitet, sondern in einer kleinen Teekännchen. Diese Art von Tee-Zubereitung fällt einem doch ziemlich fremd und deshalb schwer. Teeliebhaber braucht Mut und ein bisschen Abenteuer-Geist, sich auf diese „Reise“ zu starten.

Man sagte mir, dass Menschen ein Gewöhnheitstier sind. Ich erwiderte, dass Menschen Gewöhnheitstier werden, wenn sie träge sind. Wenn man einmal auf den Geschmack des Tee kommt, wie könnte man es missen wollen? Meisten edelen Teesorten brauchen Auseinandersetzungsvermögen von Teetrinker. Sie brauchen individuelle Zubereitungsweise und Zuwendungen. Manchen Teesorten möchte nur mit dem leicht abgekühltem Wasser aufgegossen werden, manchen möchte nur mit Besen aufgeschäumt werden. Mit Einheitskonzept kommen wir im Teeland nicht weiter. Das Denken mit Einheitskonzept ist genau das Problem unseres Lebens und unserer Gesellschaft. Pillen retten alle Menschen, egal wer sie sind. Alle „wollen“ Karriere, Trend und Konsum, egal wer sie sind. Warum wundern wir über die Jugendgewalt, gefragte Irrenhäuser und verwirrte Menschen auf unserer Strassen? Hat unsere Gesellschaft Menschen alternative Modele für die Seele angeboten als Wellness-Ferien, Bausparverträge und Versicherungen? Für mich war die Auseinandersetzung mit Tee eine Befreiung meines Konzepten und meiner Erziehung.

Bruno bekamen seine Teekanne und versprach mir sein Feedback zu schreiben. Nun könnten wir zusammen seine Erfahrungen teilen.

Hallo Menglin, wie geht es dir?

Das Teekannen-Set ist wirklich sehr hilfreich, insbesondere auch die „Duft-Kanne“. Die Tees gelingen mir viel besser, weil man durch das kleine Volumen mehr Kontrolle hat bei der Zubereitung. Ich möchte es nicht mehr missen!

Ausserdem habe ich inzwischen Buddha Hand getrunken. Er ist wunderbar! Den Muskat-Geschmack, welchen ich beim Oriental Beauty als „beissend“ bezeichnet habe, ist beim Buddha Hand viel angenehmer und stets begleitet von einer dezenten Süsse. Das macht ihn für meinen Geschmack sehr ausgewogen. (Aber wie du erwähnt hast, gab der Oriental Beauty damals noch nicht seine beste Seite Preis. Ich möchte ihm also nicht Unrecht tun.) Beim DongDing Oolong setzt sich nach drei Aufgüssen ein klarer „hölzerner“ Geschmack durch, welchen ich ja bekanntlich nicht so mag. Beim Buddha Hand hab ich selbst beim fünften Aufguss nur ansatzweise diesen Geschmack ausmachen können. Vier Aufgüsse sind perfekt, der fünfte immer noch gut. Nun werde ich darauf achten, wie er sich in der nächsten Zeit verhält, wenn er noch etwas „Luft schnappen“ kann.

So, das wäre mal ein Versuch eines Feedbacks meinerseits.

Ich wünsche dir alles Gute und weiterhin viel Durchsetzungsvermögen bei all den Irren im Tram… 🙂

Liebe Grüsse,
Bruno

Letze Woche kam Marco mich ebenfalls zum Besuch und erwarb ein Kungfu-Kannen-Set. Er ist selbst ein Feinschmecker und kommt ursprünglich aus diesem Branch. Ich freue mich auf sein Feedback.

Teeblog – ein Ort für Erfahrungsaustausch für Teeliebhaber.

Gongfu Cha – wie fange ich an?

Hoi Meng-Lin

Ich habe durch einen Zeitungsartikel von deinem Blog erfahren und schon viele interessante Dinge daraus gelernt.

Ich trinke seit einigen Jahren Tee, am liebsten Oolongs, aber auch Grüntee und – darf man das sagen? – auch indischen Schwarztee oder mal einen Orange Pekoe aus Ceylon. Ich habe aber erst jetzt von Gong Fu Cha erfahren und finde es hoch interessant.

Mit welchen Utensilien soll ich denn beginnen, um Gong Fu Cha zu zelebrieren? Hast du vielleicht eine Buchempfehlung?
Ich war beeindruckt von deiner Beschreibung, wie der Tee-Meister den Tee-Pot energetisiert hat. Ich bin ein Anhänger von Qi Gong und Bewusstseinsarbeit und würde das Tee-Trinken gerne meditativer betreiben.

Ich habe in deinem Blog auch gelesen, dass die Wahl der Tee-Kanne essentiell ist, dass verschiedene Kannen schwerer oder einfacher zu reinigen und zu trocknen sind usw.
Vielleicht kannst du mir einfach einige Tipps geben, wie ich auf der Tee-Leiter einen Tritt nach oben komme.

Viele Grüsse

Marco

Lieber Marco, schön von einem neuen Teefreund zu hören!

Deine Fragen sind sehr wichtig und grundlegend. Es ist allerdings nicht einfach alles auf einmal zu beantworten!

Gongfu Cha muss man einmal erlebt werden, bevor man damit wirklich anfangen kann. Einen guten Oolong muss man einmal richtig zubereitet erlebt werden, bevor man sagt, was Oolong ist! Ich liebe Oolong, denn es gäbe keinen anderen Tee – wenn ich mir erlaube, es so zu behaupten, der so eine Dimension von Duftnoten und Geschmackswandlung anbieten könnte!

1. Wenn Du mit Gonfu Cha anfangen möchtest, nimmt zuerst eine Porzellan-kanne. Die berühmte Yixing kanne taugt in dieser Anfangsphase nicht: sie ist schwer zu pflegen. Sie wird durch falsche Behandlung schnell muffig. Ein guter Tee kann in so einer Kanne „zerstört“ werden. Für einen geübten Teeliebhaber wäre so eine gute Yi-Xing-Kanne geeignet, wenn er einen vertrauten bekannten Tee zubereitet. Wenn er allerdings einen neuen Tee ausprobiert, wäre auch eine Porzellan-Kanne besser geeignet. Porzellan Kanne ist pflegeleicht und verfälscht – verbessert und verschlechtert – den Geschmack des Tees nicht.

2. Mit Anfänger Geist: Ein Bewusstsein von Bescheidenheit, Wachsamkeit und Neugiere. Mit Bescheidenheit kann man Dinge richtig lernen. Ein Meister-Getue bringt uns nie weiter. Eine geliehene Lorbeer ebenfalls nicht. Wenn Du beim ausprobieren eine interessante oder komische Duft- und Geschmacksnote entdeckst, merk´ es Dir und vertraut Deine Nase und Zunge. Nach paar Male ausprobieren, bekommt man andere Augen über die ganz banale Dingen. Versuche durch Vergleichen und Experimentieren Grundgeschmack und feine Unterschiede des ähnlichen Tees festzustellen.

3. Das Wichtigste ist paar Weggefährte zu finden, z.B. in der Diskussion des Teeblog auszutauschen. Seriöse und richtige Information helfen uns immer ein Stück weiter, im Labyrinth der Tee-Literatur und des Tee-Marketings werden wir irreführend getäuscht. Manchmal lohnt sich einen wirklich guten (wohl auch teuer) originalen Tee aus originalen Anbaugebiet zu kaufen und zu studieren, um eine Referenz zu bekommen.

Bücher und Diskussion bringen uns immer nur bedingt weiter, insofern wenn die Information zuverlässig ist. Aber Tee lügt uns nicht. Er erzählt uns von seiner Geschichte. Wir müssen nur lernen, seine Sprache zu verstehen! Wie lernen wir seine Sprache verstehen? Gute Tea-Toys (Porzellan-Kanne des Gonfu Cha Utensilien wäre nicht schlecht), gute originale Tees als Referenzen und unser Anfängergeist!

Ich hoffe, Dir einwenig geholfen zu haben.

Menglin

Nachtrag: Ich habe mich sehr über dieses Mail gefreut. Es zeigt mir, wie Tee andere Menschen faszinieren kann und verschiedene fremde Menschen auch zusammenbringen kann! Das Verbundensein zwischen Menschen macht einem richtig glücklich!

Gongfu Set

Ein klassiches Gonfgu Cha-Set. Man muss nicht gleich mit Ton Kanne aus Yi-Xing anfangen. Eine Porzellan in dieser Grösse wäre ein guter Einstieg. Eine Teekanne und Teekrug (dieser Krug hilft den Aufguss von Teeblätter zu trennen, so dass Teeblätter nicht zu lang im Aufguss stehen und der Aufguss bei der Tasse gleichmässig schmeckt) aus Porzellan empfehle ich als Grundausstattung. Wenn man ein „Eingeübter“ ist, kann man noch mehr „toys“ dazu anschaffen. Man kann auch mit solchen Toys sich korkettieren – Exotik hat immer einen Markt. Aber der Tee lügt uns nicht – der Tee erzählt uns, ob er wirklich vom Herzen zubereitet wird.