Archiv der Kategorie: Gongfu Cha (Kungfu Cha) 工夫茶

中國三十大茗茶 Liste Bekannter chinesischer Tees

Man hört oft von 10 bekanntesten chinesischen Tees. Wer hat die Tees gelistet? Seit wann gibt es solche Liste?

Die Macht der Politik geht überall durch. 1957 wurde 10 beste chinesische Tees von „staatlicher“ Autorität gewählt. Es sind: Junshan Yinzhen, Mengding Huangya, Liuan Guapian, Wuyi Yancha, Qimen Hongcha, Huangshan Maofeng, Duyun Maojian, Xinyang Maojian, Xihu Longjing, Dongting Biluochun. 1982 wurde die Wahl noch einmal veranstaltet – von dem Wirtschaftsministerium. Diesmal finden zum Glück mehr als 20 Teesorte in die Liste Einzug und wir können uns an die Liste orientieren, was für Tee die besten Tees Chinas sind…

白茶 Weisser Tee

銀針白毫 Yinzhen Baohao

白牡丹 Bai Mudan (Nicht auf der Liste!!)

黃茶 gelber Tee

君山銀針 Junshan Yinzhen

蒙頂黃芽 Mengding Huang Ya

烏龍茶 Oolong

安溪南岩鐵觀音 Anxi Nanyan Tie Guanyin

武夷岩茶 Wuyi Yancha

鳳凰單欉水仙 Fenghuang Dancong Shuixian

綠茶 Lücha

西湖龍井 Xihu Longjing

洞庭碧蘿春 Dongting Bi Luo Chun

黃山毛峰 Huangshan Maofeng

古丈毛尖 Guzhang Maojian

涌溪火青 Yongxi Huoqing

六安瓜片 Liuan Guapian

太平猴魁 Taiping Houqui

江山綠牡丹 Jiangshan Lümudan

信陽毛尖 Xingyang Maojian

都勻毛尖 Duyun Maojian

峨嵋毛峰 Emei Maofeng

天山綠茶 Tianshan Lücha

金獎惠明茶 Jinjiang Huimingcha

花茶 Blumentee

茉莉閩毫 Moli Minhao (Jasmin Tee aus Fujian mit weissen Tipps)

茉莉蘇萌毫 Moli Su Menghao

Kein einziger Schwarztee und kein einziger gelagerter Tee steht auf diese Liste. Politische Macht ist höher als der Geschmack? Was bedeutet überhaupt der beste Tee?

Gongfu Cha (Kungfu Cha)

Meister Chen ezählte mir, was er unter Kongfu Cha versteht. Jeder kennt das Wort Gongfu und weiß, dass diese Terminologie mit dem Kampfsport zusammenhängt. Für einen Qi-Gong Meister bedeutet Gongfu Cha wirklich eine Art von Tee-Zubereitung, die mit Qi (Energie) gearbeitet wird.

Er schaute mich genau zu und beobachte, wie ich den Tee zubereite. Lächelnd erklärte  er mir, was für eine Rolle „Qi“ im Tee spielt.

Qi bereichert den Tee und verändert ihn. Wenn wir die Teeblätter in unserer Hand nehmen und bewusst tief ein- und ausatmen, nehmen die Blätter unsere Energie auf. Wenn wir gesund sind, wäre es eine Bereicherung für den Tee. Wenn wir gerade nicht in gutem Zustand sind, wäre es nicht immer positiv. Es geht nicht um Aroma des Tees, sondern um die Energie des Tees, wie er in uns wirkt.

Jeder Tee hat seinen spezifischen energetischen Haushalt, der sich in uns auswirkt. Ein grüner Tee erfrischt den Geist, kühlt den Körper gleichzeitig ab. Ein Pu Er, der unsere Energie sanft aufbauen könnte, sollte ein natürlich gelagerter und alter Pu Er sein. Dieser Tee wäre nach 15.30 nicht mehr geeignet zu trinken – man hat zu viel Energie. Nun durch das Qi von uns könnte den Tee zusätzlich energetisiert werden. Meister Chen erklärt mir, dass er auf diese Art und Weise Gongfu Cha praktiziert.

Auf der Teefest im China Garten Zürich zeigte er viele Teeliebhaber, die sich bei uns verweilten, wie er die Teekanne „energetisiert“. Er hielt die Teekanne in der Hand und atmete bewusst ein und aus. Eine Teekanne sah sofort glänzend aus und strahlte eine Lebendigkeit aus. Die Zuschauer waren entzückt von der „Magie“ des Qi. Meister lächelte und sagte, „Das kannst Du eigentlich auch. Du muss es einfach selbst ausprobieren und erleben!“

Namen des chinesischen Tees

Viele Teeliebhaber kommen mit dem Name des Tees nicht ganz zurecht. Die Fremdheit der chinesischen Bezeichnung zählt zu der ersten Verwirrung. Zweitens die chinesische Vorstellung von Namengebung.

Ich möchte hier nur eine kleine Erklärung geben in Bezug auf Oolongtee.

Oriental Beauty 東方美人– dieser Name wurde laut Erzählung von Königin Viktoria aus England gegeben. Die Königin ist längst vergangen und kann leider nichts dagegen sagen. Also glauben wir einfach an die schöne Projektion…

Dan Cong 單叢– dieser Oolongsorte ist nur aus einzelnem Teebaum, dessen Blätter individuell verarbeitet wird. Berühmter Phönix Dan Cong (Fenghuang Dancong) kann nur als Phönix genannt werden, wenn er aus Phönix Berg (Fenghuan Shan) stammt. Alle andere Dan Cong kann nur als Dan Cong mit seiner Duftbeschreibung bezeichnet werden. Z. B. manche Dan Cong duftet nach Jasminblüte. Dieser Art von Dan Cong wird als Moli Dan Cong genannt. Der Name von Dan Cong wird nach der Duftnote unterschieden, außer Baiye Dan Cong, dessen Name nach seiner Farbe (weiß) des Blattes gegeben wird.

Wuyi Yancha 岩茶 – Yancha aus Wuyi Gebirge 武夷山 werden nach verschiedener Kategorien bezeichnet. Yan Cha ist ähnlich wie Dan Cong. Sie werden auch einzeln kultiviert. Jede Sorte wird getrennt gepflegt und verarbeitet. Die Kategorien, dem Name zu geben sind:

-nach der Umgebung: Z.B. Gottheit im Wasser (Shui Zhong Xian 水中仙)- dieser Baum wächst wohl in der Nähe vom Wasser. Geister am Steilen Hang (Ban Tian Yao 半天妖) – dieser Baum wächst laut Erzählung auf gefährlichen Felsen.

-Nach der Form vom Teebaum: Betrunkene Gottheit 醉洞賓(Zui Dongbin) – dieser Baum hat wohl eine Form einer betrunkenen Menschenfigur…

-Nach der Blattform: Goldene Melone Samen 瓜子金(Guazi Jin)

-Nach der Farbe des Blattes: Sonne (Taiyan), Mond (Tai Yin)

-Nach der Zeit des Keimes: Der Tee, der nicht weiß, wann Frühling kommt (不知春Bu Zhi Chun) – früh keimende Sorte.

-Nach der Duftnote: Rou Gui 肉桂 – hat eine Zimtnote. Foshou 佛手 (Buddha Hand, kein Yancha, sondern Oolong in Süd Fujian und Taiwan) – hat Furcht FoShou (eine Art von Zitrusfrucht) Duftnote.

-Nach der Zeit der Entdeckung des Teebaums: Song Wang Shu 宋王樹 – König des Songs (Song-Dynastie 11. Jh.)

-Nach Legende: Da Hong Pao 大紅袍

Hochland Oolong aus Taiwan 高山烏龍茶 wird nach dem Anbaugebiet genannt. Z. B. Lishan, Alishan oder Shanlixi.

Oolong aus Taiwan wird auch nach der Erntezeit genannt. Z. B. Hong Shui Oolong 紅水烏龍 – eine Sommerernte, die stark geröstet wird.

Hoffentlich hilft es Teefreunden sich einwenig zu orientieren. Bei Frage und Anregung freue ich mich auf Eure Meldung!

Degustation von zwei Tie Guanyin aus Anxi

Tie Guanyin 9.6.2006

Zwei Tie Guanyin aus Anxi: rechts von Herbsternte 2005; links von Frühlingsernte 2006.

Heute habe ich zwei verschiedene Tie Guanyin aus Anxi degustiert. Ein Anxi Tie Guanyin von Gerhard 2006 Frühling und der andere Tie Guanyin von Teataster Chen 2005 Herbst. Gerhard unternahm jährlich aufwendige Reise nach Asien, um exzellente Tees aufzusuchen und Teebauer vor Ort zu besuchen. Ich kenne selten Teeliebhaber und Teehändler, die auf diese Art, seine Liebhaberei  pflegt! Wir arbeiten gerne zusammen, weil wir verstehen, dass Tee seine Sprache spricht und wir lernen, ihn zu begreifen.

Zuerst dachte, dass es zwei verschiedene Teesorten sind. Der Tie Guanyin von 2006 duftet nach Huflattich – sagte Freundin Antje. Erfrischend und entspannend. Die grasige Note ist nicht zu verkennen, aber nicht dominant und dezent. Herb und lieblich zugleich. Schön kräftige Blätter geben einen schönen grün-gelblichen Aufguss. Anders als der Tie Guanyin aus Strassburg, der stark nach Gras riecht und herb im Mund wirkt.

Der Anxi Tie Guanyin aus 2005 Herbst war für mich beinah ein anderer Tee. Chen sagte mir, dass Herbsternte von Tie Guanyin in Anxi die beste Ernte sei. Dieser Tee duftet richtig nach Oolong! Blumig und fruchtig zugleich. Den berühmten Orchideenduft finde ich wieder in diesem Tee! Lieblicher Aufguss hinterlässt einen feinen balsamierenden Nachklang im Mund. Ein typischer „Guanyin Yun“!

Eigentlich haben beide Tie Guanyin „Guanyin Yun“! Antje und ich fühlen sich richtig balsamiert nach der Degustation. Die schönen grossen leicht rötlichen Blätter des Tees sagen mir, dass die Tees aus reifen Blättern hergestellt wurden. Die typische Duftnote der Röstung, was einen süchtig machen kann, findet man bei dem von 2006 fast nicht. Ein sehr grüner Tie Guanyin, der aus der modernen Zeit entstanden ist, ist allerdings durchaus gelungen. Geschmeidig, elegant und lieblich. Nach typischem Oolong schmeckt aber der von 2005 Herbsternte.

Erster Aufguss des Tees

In der traditionellen Gongfu Cha (Kungfu Zeremonie) habe ich gelernt, den ersten Aufguss abzugießen. Man feuchtet so zu sagen den Tee an. Erst ab dem zweiten Aufguss genießt man den Tee.
Heute würde ich eine andere Methode empfehlen: die Teekanne mit heißem Wasser zuerst aufzuwärmen und abgießen. Anschließend die trockenen Teeblätter hinzufügen. Nach 5-10 Sekunde, den Duft der feuchten Blätter genießen. Dieser Duft verrät uns die Information, wie und ob der Tee richtig gelagert und hergestellt wurde. Den ersten Aufguss wie gewöhnlich zubereiten und trinken. Der erste Aufguss zeigt uns eigentlich die reichhaltigste Seite des Tees. Er enthält die meisten Inhaltstoffe. Die Blasen, die beim ersten Aufguss aufzeigen, enthalten nach dem japanischen Forscher 谷本阳藏 wichtige Stoffe für die Gesundheit.
Wer Angst hat, eine Nachtwanderung oder Schäfchen zu zählen, könnte den ersten Aufguss abgießen. Wer Gedanke um seine Gesundheit wegen Pestizide und Schadstoffen macht, sollte ebenfalls den ersten Aufguss vermeiden.
Ansonsten sehe ich keinen Grund auf den ersten Aufguss zu verzichten. Andererseits kann jeder versuchen heraus zu finden, welche Art und welchen Aufguss ihn am besten schmeckt!
1. Aufguss
Die Blasen in 1. Aufguss

Duft des Tees

Man könnte viele Beiträge zum Duft des Tees schreiben. Ich möchte heute nur auf drei Dufte eingehen:
Duft von den trockenen Blättern
Duft des Aufgusses
Duft der erkalteten Blätter
Duft eines Tees, der sich beim Aufguss stark entfalten kann, kann sich allerdings innert Minuten verflüchtigen. Dieser Tee ist nicht unbedingt empfehlenswert.
Duft eines Tees, der sich zwar langsam entfaltet und hält sich allerdings lang an. Das ist ein Tee, den wir gerne als feinen Tee bezeichnen. Das ist ähnlich wie Liebe.

Bevor man den Tee aufgießt. Könnte man trockene Blätter in die aufgewärmte Kanne zufügen. Nach 15 Sekunde könnte man den schönen Duft der trockenen Teeblätter genießen. In diesem Moment verrät der Duft, ob der Tee schon alt ist und wie er gelagert ist.
Nach dem Aufguss, nach dem man die Tasse warm getrunken hat, bleibt der Duft an der Tasse einige Minuten hängen. Die Düfte, die ein Tee aufweist, sind von verschiedenen Noten, die sich in Sekunde schnell wechseln. Zuerst kommt oft die spezielle Note hervor. Z. B. beim Oriental Beauty: der Duft der Aroma von Insekten-Biss (dieser Tee sollte von Insekten befallen sein) kommt als erster. Anschließend kommt der typische Duft der Teesorte. Z. B. beim Buddha Hand kommt eine intensive fruchtige Note! Zum Schluss verrät dieser Duft uns noch, ob und wie dieser Tee geröstet ist: eine wunderbare natürliche Karamellartiger Dufttrömung verrät uns von einer erfolgreichen Röstung. Dieser Duft haben alle stark fermentierte Oolong gemeinsam, Z. B. Phönix Dancong, Buddha Hand und Tie Guan Yin.
Gute Teesorten geben wunderbaren Duftnoten ab, auch wenn sie kalt werden. Das ist ein sehr wichtiges Merkmal, die Qualität des Tees zu beurteilen.

Tee-Romantik

In alter chinesischen Ueberlieferung wurde beschrieben, dass Poeten und Literaten Schnee verschmolzen haben, um Tee zuzubereiten! Literat Zhao Xigu (南宋 Nan-Sung-Dynastie 1126-1279) behauptet, dass Schneewasser alle Gifte, die aus der Hitze entstanden sind, im Körper ausscheiden könnte. Er sei besonders günstig um guten Tee zuzubereiten.
Andere Poeten hinterlassen schöne Gedichte. Stellen wir uns vor:
In einer verschneiten Landschaft kommt ein Besucher aus der Ferne, Der Gastgeber holt den neuen Schnee, mache eine Feuer. Die Feuer wärmt Menschen und kocht den Tee. Durch den aufsteigenden Duft herrscht reine Harmonie der Freundschaft.
Hast Du in Deiner Nähe auch Schnee?

Schneelandschaft
Schnee-Landschaft bei Zürich

Die richtige Wassertemperatur

Wie heiß muss die Wassertemperatur sein?
Tee ist ein lebendiges, individuelles und vielfältiges Wesen. Jeder Tee braucht eine spezielle Bahandlung. Er möchte gespürt, verstanden und gewürdigt werden. Man könnte versuchen einen Tee so zubereiten, wenn man den Tee, die Teekanne, und die H#rte des Wasser nicht gut auskennt:
Zuerst die Teekanne aufwärmen – mögichst eine kleine Kanne, wenn nicht, nimmt eine Schale (Müsli-Schale geht auch). Man gießt das Wasser ab, nun ist die Kanne warm. Dann nimmt man 3-5g Teeblätter in die aufgewärmte Teekanne. Nach 30Sekunden könnte man den wunderbaren Duft des Tees geniessen. Dann giesst man den Tee mit dem Wasser, das kurz nach Kochen stehengeblieben ist (ca. 90 Grad). Man wartet ca. 3 Min und probiert ein wenig. Ist der Teeschon aromatisch? sollte es noch voller werden? Man könnte noch einwenig warten oder gleich geniessen. Das leicht abgekühlte Wasser vermindert die Ablösung von Bitterstoff. Die Wartezeit entscheidet die Entfaltung der Aroma des Tees. So lernt man langsam einen wertvollen Tee kennen und könnte spielerisch damit umgehen. Anschließend entwickelt man einen eigenen Stil, mit Tee zu geniessen!

Was ist Kongfu Cha (Gongfu Cha) 工夫茶?

Wenn man von „Kungfu“ hört, dachte zuerst von einem Kampfsport. Kungfu bedeutet im chinesisch eigentlich nicht Sport, sondern Aufmerksamkeit und Fähigkeit.
In Südchina in der Ming-Dynastie (14. -17. Jahrhunder) entwichelte sich eine Art von neuer Teezubereitung, die viel Konzentration und Präzision erforderte. Man bereitete Tee in einem kleinen Teekanne mit einer Menge (trückene Blätter ca. 1/2 der Kanne) und goss ihn mit kochendem Wasser. Wenn der Gastgeber zu unaufmerksam wurde, wurde der Tee bitter und konnte die Aroma sich nicht entfalten. Wenn der Gastgeber im Hier und Jetzt beim Tee war, schenkte Tee uns erlebnisreiche Stunde und einen Abenteur des Geschmacksreises! Bei gutem Oolong oder Pu Er könnte man sogar bis 8 Male aufgiessen!
Diese Art von Teezubereitung wurde aufgrund der Aufewenigkeit als Kongfu Tee bezeichnet!
Diese Kongfu Tee setzt sich im Südchina durch und überlebte die Manchu-Herrschaft. In Taiwan wurde diese Tradition vor Kulturrevolution, die in China wütete, aufbewahrt. Heute wird diese Tradition von Taiwan aus wieder nach China vermittelt und erlebt nun eine Renaissance im Herkunftsland.