
Mengding Huangya im Aufguss. Ein sinnliches Erlebnis, den Tee im Glas aufzugiessen!

Mengding Huangya im Aufguss. Ein sinnliches Erlebnis, den Tee im Glas aufzugiessen!
Gestern habe ich über einen Jadeoolong geschrieben, der zwar aus 2006 stammt, aber bereits nach-fermentiert wurde. Dass dieser Tee nicht lagerfähig ist, hängt es mit dem mangelnden Röstungsprozess (im Chinesisch Hongpei) und das ist ein populäres Problem bei heutigem Oolong, der immer grüner wird.
Ein Oolong, der je nach Gattung einen richtigen gattunggerechten Röstungsporzess durch macht, bekommt einen schmeichenden Geschmack, leicht lieblich und fruchtig und schenkt uns ein unglaubliches Duft-Erlebnisse – blumig, fruchtig, honigartig. Die Röstung stabilisiert einen Oolong, so dass er lagerfähig ist und das feucht warme Klima im Südchina und Taiwan durchstehen kann – bis die nächste Ernte wieder da ist.
So war es früher. Heute ist der grüne Oolong am kommen! Wer würde noch ein gerösteter Oolong verkaufen? Der dunkler aussieht und nicht so „erfrischender“ schmeckt? Das beste Beispiel von dieser Entwicklung und der „Eisene Göttin“ – Tie Guanyin, einstiger brauner Oolong ist heute grüner als alle andere Oolongs. Ich denke manchmal, wie sieht die Göttin heute aus – mit ihrem eisenen Gesicht, wenn sie die Entwicklung der wirtschaftlichen Dominanz beobachtet?
Ausserdem können die meisten Teeläden Taiwans nicht mehr selbst Tee rösten. In der alten Zeit war die Röstung die wichtige Aufgabe eines Teemeister in einem Laden, der je nach dem Geschmack seines persönlichen Stils und Vorliebe seiner Kundschaft eine eigene Note durch Röstung verliehen hat. Nun verkauft meiste Teeshops in Taiwan einfach den Tee weiter, der streng gesagt – nicht „vollständig“ verarbeitet wird. Traditionelle Arbeitsverteilung zwischen dem Teebauer und Läden wird heute nicht mehr beachtet. Welche Shops in Taiwan röstet überhaupt noch selbst? Alle glauben an Vaaaakum-Verpackung!! Was machst Du, wenn Du doch die Verpackung aufmachen muss und den Tee stehen lässt…? Was machst Du als ein Teehändler, der Tee verkauft?
Der Oolong, der nach Europa exportiert wird, wird dagegen geröstet – richtig. Leider unterliegt solcher Oolong immer „Probleme des grünen Oolong Trends“.
Der Jadeoolong, der im Aufguss nicht richtig enfalten kann – im Vergleich mit dem anderen, hat Herstellungsfehler, der beim Ruhen- Fermentation (Da Lang- ein Fachbegriff in Chinesisch) stattfindet.
Je mehr ein Konsument über Probleme des heutigen Entwicklung bewusst ist, desto einfacher könnte ein Oolong wieder wie ein „stabiler“ Oolong sein! Wir wollen einen richtig „stabilen“ Oolong, nicht ein „Eintagflieger“!
Ich habe einen Jadeoolong aus Mingjian erhalten und man bat mich ihn zu probieren. Es wurde gesagt, dass dieser Tee einwenig seltem sei. Mit einem anderen Jadeoolong, den ich vor einem Monat habe, habe ich zusammen degustiert
Dieser Jadeoolong, den ich zugeschickt bekomme, sieht man im Bild rechts und ich bezeichne ihn als A. Den Jade Oolong von mir sieht man im Bild links und ist B.
A schmeckt wirklich seltsam. Ja, mit Fremdgeruch und ist nach fermentiert. Leicht sauer, grassig und unrein. Dagegen duftet der Jadeoolong typisch nach diesem Tee und der Aufguss fein und rein. Von der Farbe des Aufguss sieht man, dass die beiden Jadeoolong beim Welken und Erhitzen gut verarbeitet war. Klare Farbe und nicht trüb. Der A hat fester gerollte Blätter als von B. Der geht nicht wirklich auf im Aufguss, obwohl die Röstungsduft nicht mehr zu finden war – wegen der Nachfermentation. Das Problem liegt wohl an der Fermentation und spätere Röstung, die die Stabilität eines Oolongs entscheidet?
Warum findet bei diesem Jahrgangs-Jadeoolong A schon die Nachfermentation statt? Weil dieser Tee schlecht gelagert war? Ich würde sagen, dass dieser Tee nicht ganz korrekt verarbeitet war, weil korrekt verarbeiteter Tee hält auch kurze schlechte Lagerung aus und der Nachfermentationsgeschmack bei einem richtig verarbeiteten Tee kommt anders raus und hat andere Note, als diese unangenehme „Fremdgeschmack“!

Zwei Jade Oolong aus Mingjian
Man hört oft von 10 bekanntesten chinesischen Tees. Wer hat die Tees gelistet? Seit wann gibt es solche Liste?
Die Macht der Politik geht überall durch. 1957 wurde 10 beste chinesische Tees von „staatlicher“ Autorität gewählt. Es sind: Junshan Yinzhen, Mengding Huangya, Liuan Guapian, Wuyi Yancha, Qimen Hongcha, Huangshan Maofeng, Duyun Maojian, Xinyang Maojian, Xihu Longjing, Dongting Biluochun. 1982 wurde die Wahl noch einmal veranstaltet – von dem Wirtschaftsministerium. Diesmal finden zum Glück mehr als 20 Teesorte in die Liste Einzug und wir können uns an die Liste orientieren, was für Tee die besten Tees Chinas sind…
白茶 Weisser Tee
銀針白毫 Yinzhen Baohao
白牡丹 Bai Mudan (Nicht auf der Liste!!)
黃茶 gelber Tee
君山銀針 Junshan Yinzhen
蒙頂黃芽 Mengding Huang Ya
烏龍茶 Oolong
安溪南岩鐵觀音 Anxi Nanyan Tie Guanyin
武夷岩茶 Wuyi Yancha
鳳凰單欉水仙 Fenghuang Dancong Shuixian
綠茶 Lücha
西湖龍井 Xihu Longjing
洞庭碧蘿春 Dongting Bi Luo Chun
黃山毛峰 Huangshan Maofeng
古丈毛尖 Guzhang Maojian
涌溪火青 Yongxi Huoqing
六安瓜片 Liuan Guapian
太平猴魁 Taiping Houqui
江山綠牡丹 Jiangshan Lümudan
信陽毛尖 Xingyang Maojian
都勻毛尖 Duyun Maojian
峨嵋毛峰 Emei Maofeng
天山綠茶 Tianshan Lücha
金獎惠明茶 Jinjiang Huimingcha
花茶 Blumentee
茉莉閩毫 Moli Minhao (Jasmin Tee aus Fujian mit weissen Tipps)
茉莉蘇萌毫 Moli Su Menghao
Kein einziger Schwarztee und kein einziger gelagerter Tee steht auf diese Liste. Politische Macht ist höher als der Geschmack? Was bedeutet überhaupt der beste Tee?
Gongfu Hongcha 功夫紅茶 , was ist das? Hongcha 紅茶 ist der Schwarztee in chinesischer Bezeichnung. Gongfu Hongcha ist der Schwarztee, der durch spezielle Verfahren aufwendig produziert wird. Die Kriterien, einen Schwarztee als Gongfu Hongcha zu bezeicnen sind: Tipp und Blatt sind vollständig erhalten; die Form ist fest und stabil – schön geformte Blätter.
In den 80er Jahren des 19- Jahrhunderts war dieser Gongfu Hongcha der Exportschlager des Manchu-Reichs. Bevor der gehackte Schwarztee erfunden wurde, war dieser Gongfu Hongcha „der Tee“ in der Welt. FOP und OP, Fannings und Dust waren die Erfindungen des industriellen Zeitalters, die vermeintlich Tee-Entwicklung in der Welt beschleunigte und verbreitete. Der Geschmack des industriellen Fannings und Dust ersetzt dem Geschmack des Hand-Made „Gongfus“.
Eine Ironie, nicht wahr? Wir erfinden die Maschine, die angeblich unser Leben erleichtern, mehr Freizeit und Muse zu haben, mehr Wohlstand für die Massen zu schaffen, unser Geschmack beschränken und einengen. Viele gute Dinge gehen durch Industrialisierung und Globalisierung verloren. Einstige Raritäten, die gewöhnliche Bevölkerung ausgeschlossen blieben, bleiben heute weiterhin ausgeschlossen. Nur der Geschmack leidet – der Geschmack wird selbst zu einer Rarität!
Traditionell wird Gongfu Hongcha in Fujian 福建 (Heimat dieses Tees), Hunan, Yunan, Anhui und Jiangxi produziert. Verschiedene klimatische Bedingungen ermöglichen die Vielfalt des Geschmacks verschiedenen Provinzen. Unterschiedliche Teebaumsorten prägen ebenfalls die Geschmacksvariationen.
Xiaozhong Hongcha ist ein spezieller Name für den Schwarztee in Fujian, der mit Kieferkohle getrocknet und geröstet wird – Zhengshan Xiaozhong 正山小種bezeichnet man jedoch nur, wenn der Tee aus Wuyi-Gebirge stammt. Gongfu Hongcha ist die Bezeichnung, die aufwendig per Hand produzierten Schwarztee aus China kennzeichnet. Die Blätter sind schön stabil fest geformt und glänzen schwarz. Der Aufguss zeigt eine schöne rote Farbe, die am Tassenrand gold glänzt. Nach der Erkalten wird der Tee milchig, wenn er von höher Qualität ist.
Qimen (Keemun) 祁門 紅茶 aus Anhui und Dianhong 滇紅 (goldener Yunnan) aus Yunnan sind die besten Gongfu Hongcha. Hochwertiger Qimen schmeckt nach Honig und Apfel – so einen guten Qimen bin ich leider noch nie begegnet. Hochwertiger Dianhong schmackt malzig, honigartig und leicht schokoladig.

Ich hatte viel zu erledigen bevor der Zug abfuhr. In dieser eiligen Stimmung, in diesem nassen und kalten Wetter goss ich unbewusst einen Dongding Jahrgang 1981 auf.
Für einen Kunden aus fernem Norden musste ich Tee bemustern, bevor das Postamt um 12 Uhr schloss. Jonny Holiday sang in der Luft leidenschaftlich und traurig von „Oh Marie“. Teedosen standen überall herum im Raum - auf Tatami, auf dem Tisch, auf dem Stuhl oder irgendwo, wo ich es nicht mehr finden werde.
Ich bin zu langsam, zu unübersichtlich und zu chaotisch. „Warum hast Du gestern so viel Champagner bei Ali getrunken?“ Echter Champagner ist mein Lieblingsgetränk außer dem Tee.
Die Autos rasten draußen vorbei, mein Herz konnte nicht schneller schlagen und in diesem Moment kam sie.
Sie war blas und klagte sich ebenfalls über den Champagner. Sie saß am Tisch und schaute mich Tee packen zu. Meine Hände bewegten ununterbrochen und mein Kopf drehte sich weiter um den Tee. Sie erzählte unauffällig und langsam von der Freundin ihrer Mutter, die nur Bi Luochun kiloweise trinkt. „Ich glaube, dass mein Vater mit ihr ein Verhältnis hat.“ ganz ruhig fuhr sie weiter fort “ Meine Mutter reagierte nur aggressiv über sie, sagte aber nie etwas.“ Ich reagierte nicht auf sie. Weil sie zu ruhig erzählte? “ Mein Vater hat sie immer getroffen. Sie ist jung und schön und meine Mutter ist veraltet und krank…“ Ach, liebe Freundin, warum erzählst Du so unauffällig und ruhig über den Stein Deines Herzen? Ich ging schweigend schnell in die Küche und trank ein Schluck den Dongding 1981. Ein alter Tee, der sich mit der Zeit reift, verändert und vielfältiger wird. So ein gelagerter Oolong schmeckt wie eine reife Pflaume kurz vor Platzen: süß, sauer und fruchtig wie es nicht mehr geht.
Heute schmecke ich die Säure nicht.
Ich kenne sie seit mehr als zehn Jahren. Eigentlich werden wir nie Freundinnen. Sie kommt aus einem gut bürgerlichen Haus mit entsprechendem Habitus, während ich eher ein gescheiterter Revoluzzer war. Wir erlebten ähnliches Schicksal, das uns zueinander fuhr. In der dunkelsten Zeit meines Lebens brachte sie mir das Licht. Aber ich kam mit ihrem bürgerlichen Habitus nicht klar, habe Mühe mit ihrer immer gepflegten fröhlichen Fassade. Ich spürte in ihr eine Mauer, die das zerbrechliche Ich schützte und gleichzeitig behinderte. Sie kann ihre Probleme nicht artikulieren, außer dass ich sie rüttele. Trotz meiner Konfrontation mit ihr und meiner unverholfenen direkten Art pflegte sie eine Freundschaft zu mir, weil „ich habe Dich einfach gerne.“ Ich habe Dich einfach gerne…
Wie schmeckt ein alter Tee? Wie schmeckt eine alte Freundschaft? Einmal fragte mich Herr Reichmuth, wie kann man sicher sein, dass dieser Oolong so alt ist? Gestern stellte mir ebenfalls Herr Kolodziej diese Frage. Ein alter Oolong schmeckt geschmeidig wie Seide, wenn er ein guter stabiler Tee war und gut gelagert ist. Kurz vor Verkauf wird er noch einmal aufgefrischt, aber nicht zu stark geröstet, so dass sein typischer Pflaumen-Geschmack zum Ausdruck kommt. Wenn er zu stark nach Feuer schmeckt, ist zu lang nach geröstet. Wenn seine dunklen Blätter nicht richtig im Aufguss entfalten können, ist er zu oft und zu lang geröstet – er ist tot. Wenn er diesen typischen Pflaumen-Geschmack nicht aufweist und nicht geschmeidig schmeckt, ist er kein gelagerter Oolong!
Ein grüner Oolong in heutiger Form, die zu jung gepflückt, zu wenig fermentiert und kaum geröstet, ist unstabil. Dieser Tee kann man nicht lagern. Das ist ähnlich wie mit dem Leben und Menschen. Wenn man selbst den Boden aufgebaut hat, wird man stabil, weiser und mental stark. Eine Freundschaft, die stabil und einfach ist, schmeckt wie ein alter lebendiger Dongding, der leicht süß, leicht sauer. Und er reift noch weiter…
Wenn ich keinen Appetit habe, wenn es für mich zu kalt und müde ist und wenn ich nicht weiß, was ich tun sollte, gehe ich gerne zu Ali. Egal wie sich die Außenwelt verändert, leuchtet das Licht bei Ali immer und die Wärme der Kebap-Grill strahlt in die Lust.
Wahrscheinlich geht es bei vielen so.
Heute habe ich Geburtstag. Familie und Freund sind weit weg – im Ausland. In Konstanz begleitete mich nur der Regen.
Ich ging zu Ali. „Menglin, Willst Du eine Tasse Tee?“ Seine Frau Zahide gab mir einen warmen Gruß. Sie wusste nicht, dass ich Geburtstag habe. Sie gibt Menschen das warme Herz, so – wie es einfach so ist. Ein Couscous Salat und ein Glas türkischer Tee. Ich beobachte das Kommen und Gehen der Menschen und schluckte langsam den einfachen und wärmenden Tee.
Ein kleines Mädchen kam, weinend und traurig. Sie hatte schlechte Noten und fürchtete vor ihrer Mutter. Ali gab ihr ein kleines Kebap und tröstete sie. Das Kind ging und ein Afrikaner kam. Eine alte scheinbar armselige Seele. Ich sehe ihn manchmal beim Zeitungverkaufen am Straßenrand. Sein bescheidenes Wesen warf ein Schatten in der Stube und saß schweigend am einen unauffälligen Ecke. Zahide brachte ihm einen vollen Teller und ein Glas Tee. Er lächelte ihr zurück. Sie brachte nicht nur einen Teller Futter, wohl auch Würde. Eine fremde polnische Familie kam und schlürfte eine Tasse Tee. Ihre schüchternen Köpfe wurden von dem Duft des Tees umgehüllt. Die Grenzpolizei kam ebenfalls. Laut, eilig und ungeduldig. Sie hätten wohl keinen Tee gewollt.
Eine Tasse nach einer anderen. Dieser einfache türkische Schwarztee wird wohl für immer bei meinem geheimen Garten bleiben. Eine Erinnerung von einer Zeit, in der alles in Wandlung ist und sich alles in Veränderung befindet. Dieser Geschmack des türkischen Tees ist ein Geschmack der Freundschaft und Menschlichkeit. Alle kommen gerne hier her. Denn man ist in diesem bescheidenen einfachen Kepap-Restaurant selbst, wie man ist. Kein Show, kein Selbstzuschaustellen und keine Inszenierung einer bestimmten Szenerie. Einfach, sich selbst sein.
„Möchtest Du noch eine Tasse Tee?“ „Eine Tasse Tee? Ja, gerne!“
Kuyu Kebap
07531/25952
Kreuzlinger Str. 18
78462 Konstanz
„In unserer Gesellschaft werden Menschen gepuscht und zu einem bestimmten Typus geformt… Egal ob es sich um einen Regisseur oder einen Künstler handelt, sie befinden sich stets in einem Verwandlungsprozess. Menschen brauchen Raum, damit wir zum Individuum reifen können. Kino ist eine sehr individuelle Sache. Es gibt kein standarisierte Kriterien oder Norm. Akzeptanz des Publikum ist kein Norm, aber die Geschichte, die ein Film schreibt.“ Tian Zhuangzhuang
„Ich habe Delamu 茶马古道·德拉姆 gedreht, nicht weil es sich finaziell lohnt, sondern weil das chinesische Kino diese Gattung noch nicht kennt… Kino muss keine Geschichte erzählen.Ein Gegend und seine Menschen, so wie es ist, konkret ungeschminkt mit der Filmsprache darzustellen ist die stärkste Kraft, andere Menschen direkt anzusprechen!“ Tian Zhuangzhuang
Der Film Delamu von Tian Zhuangzhuang wurde im Mai 2004 fertiggestellt und rief eine heftige Diskussion in der Öffentlichkeit hervor. Das ist der erste digital chinesische Dokumentarfilm und wurde von NHK (Japan) finanziert. Das ist der erste Film von einer Serie über den „Tee und Pferde Weg“. Viele Botschafte und sein persönliches Experiment wurde von der Presse in die Frage gestellt. Der Film kam bei den meisten Publikum nicht gut an. Der Regisseur gab nicht nach und bleibt treu zu seinem Weg…
Tian Zhuangzhuagn in einem Interview
Tian Zhuangzhuang (rechts) und ein Ma Jiaozi (chin. Cow boys ohne Zigeretten)
Chinesischer Regisseur Tian Zhuangzhuang 田壮壮 widmete seinen Dokumentationsfilm Delamu diesem historischen Tee-Weg zwischen China und Südasien, zwischen Han-Volk und anderen Naturvölkern, wo Tee seit Zweitausendjahren von Pferde und „chinesischen Cowboys“ zwischen steilen Hängen und tiefen Schluchten getragen wurde!
Dieser Tee-Weg überquerte das Gebiet, wo wir als „Shangri-La (香格里拉 Xiānggéli lā)“ nennen – ein Ort der Sehnsucht nach paradiesischem Frieden und irdischem Glück.
Menschen, die hier leben, lernen mit der Natur umzugehen. Sie verändern die Natur nicht. Sie passen sich an und leben in einem unglaublich bescheidenen Verhältnis im Gegensatz zu einer so genannten „Wohlstandsgesellschaft“. Die Pferde, die Tee in die fernen Welt transportieren, waren die einzigen Gäste in diesem Paradies, das fast melancholisch, bescheiden und einsam von der Zivilisation abgeschottet allein steht…
Seit Zweitausendjahren existiert diesen Weg, der genau so berühmt wie die von Touristen überfüllte Seidestrasse war. Der Weg führt der in Yünan produzierte gepresste Teefladen in die ferne Welt – nach Tibet, nach Burma, nach Laos und nach Indien. Tee war und ist ein Grundnahrungsmittel von Tibeter. Tibeter hatten wiederum die nötigen Kampfpferde für die Song-Dynastie. Tee und Pferde bildeten Stütze zwei verschiedener Zivilisation und schrieben die Geschichte zwischen Völkern.
Die Pferde wurden getrieben und geritten von so genannten „Cow Boys“ Ma jiaozi – bescheiden anonyme Wesen, das den Tee aus China in die Welt trug, den Buddhismus nach Tibet mitbrachte und Schritt für Schritt die Weltgeschichte schrieb. Sie blieben allerdings gesichtslos, spurlos und unbekannt, während Herr Busch und Frau Rice (eine der 10 besten gekleideten Frauen der „Welt“) im klimatisierten Büro ihre Geschichte mit weissen Handschuhen schreiben.
Tian Zhuangzhuang versucht uns ein Blick in den Alltag dieser bescheidenen Menschen zu vermitteln, wie sie gegen die Grausamkeit der Natur kämpfen, sich der Wechselhaftigkeit der Natur anpassen und ein einfach ungestörtes Leben führen. Der Buddhismus kam und ging. Die Pferde kamen und gingen. Der Gottes Sohn Jesus kam und blieb. Tian sagte, dass dieser Dokumentationsfilm nicht den gesellschaftlichen sozialen Aspekt dient, sondern einen spirituellen Aspekt. Realismus und Ethnographie waren nicht seine Absicht. Exotik war nicht sein Thema. Er sei einfach berühmt von der Einfachheit dortigen Menschen, von ihrem Rücksichtnahme mit der Natur und ihrer Mitmenschen, von den Pferden (Esel)-Karawanen, die wie Wellen zwischen Bergen und Wolken ziehen.
Gewalt der Natur, Mekong 澜沧江 schneidet eine Kurve..
„Delamu“ heißt auf Tibetisch „Göttin des Friedens“. Tian sagte in einem Interview, dass er mit einer Religiosität Filme dreht. Das Respekt, das durch die Einfachheit und Bescheidenheit dortiger Völker in ihm erweckt war das zentrale Thema seiner Dokumentarfilm. Er bekam einen Zugang zu sich selbst und erreichte einen reinen Zustand des Glücks, als er auf den Tee-Pferde Weg wanderte. „Was ist das Wesen der Menschheit“ stellte der Regisseur seinen Rezipienten.
Pferde auf den Tee-Weg
Dieser Tee-Pferde Weg steht einfach, einsam und unberührt seit Tausendjahren zwischen den Bergen und Flüssen. Nun ist es ein neues „Insider“ Tipp für Abenteuer und Rücksacktouristen aus Westen geworden. „“Shangri-La“ (香格里拉 Xiānggéli lā)“ wird bald wohl von „Sheraton Hotel“ gefüllt…