Archiv des Autors: Menglin

Teebankett zum Abschied

Teebankett zum Abschied

Der Abschied rueckt immer naeher.
Wie immer wird das Abschiedsessen bei Atong bei seinem Chefkoch (Fuzhou-Kueche) gefeiert.
Der Fuzhou-Koch Afu bekochte uns mit Tee. Diesmal mit einer Ueberraschung von Krevetten im Teesud!

Die Zeit war sehr kurz, aber so intensiv.
Mit der Ambition mindestens 3 Kilos zuzulegen wurde ich überall gefuttert. Onkel Huang brachte mich zu unzähligen guten Kuechen und natürlich unser Super-Cafe Mykonoz gab mir viele schöne sinnliche Begegnungen mit Kaffee!

米克諾斯咖啡

台北市大安區新生南路一段165巷16號 02-27849176 /02-66176968 (dieses Cafe wuerde ich bei dem Besuch in Taipei niemals verpassen! Georg kaufte dort seinen Blue Moutain 250g fuer 70 Sfr. Teuer und exellent!)

Mein Shopping-Tour ist noch nicht fertig. Morgen geht noch einmal nach Yingge und dann nach Japan.

 

 

Eine Verwandlung eines Tees

Eine Verwandlung eines Tees

Kalt, nass und grau ist es im Moment in Taipei.

Zart, frisch und leicht ist ein Tee, der bei Atong gerade eintrifft. Was ist passiert und was wird danach, wenn er sich von Atong praegen laesst?

Wie wird ein Mensch, wenn er beginnt über seine Vergangenheit zu reflektieren und sich von Lebenslauf prägen laesst, anstatt davor zu fliehen?

Aiping lernt sehr fleissig Tee und wird gefordert, weil Atong immer mehr an seinen Rueckzug und seine weitere Entwicklung denkt. Er moechte sich irgendwann zurueckziehen. Gestern brachte Ceng, sein Schueler – der Fondmanager, ein Prospekt zu ihm und stellte ihm die Frage: Du hast nun zwei Wegen: 1. Geben Dein Know-How offen weiter und unterrichte allen Teebauer in Taiwan, um den Formosa Oolong in eine andere Dimension zu ermoeglichen: oder 2. Du verstaerkst Dein kommerzielle Interesse und beginnt tatsaechlich dein eigenes Marke zu vermarkten. DU hast nur eine Wahl. Atong lachte und sagte, er wolle sein Leben selbst steuern…

Heute gab er uns 4 Teemuster zu testen. Aiping gab stets ihre Kommentare, was fuer Probleme diese 4 Tees haben koennten. Sie dachte, diese Tees haben alle Makel. Er schlief im Stuhl, waehrend wir testeten. Ich weiss, dass Aiping besser ist als ich und wusste sehr gut, mich zurückzuhalten. Fuer mich haben diese Tees nicht unbedingt Probleme. Sie sind halt leise, aber ich bin eher der Unwissende in dieser Runde. Sie kommentierte ganzer Zeit und stellte stets fest, dass diese Tees langweilig und problematisch seien. Ploetzlich gab uns der schlafende Meister Kommentare: „Die Tees haben kein Problem, aber Du schon.“ Wir lachten zwar, aber verstanden nichts.

Eines war klar, dass diese beiden Tees Tie Guanyin waren, und aus sehr hohen Lage. Ich betrachte die wunderschönen Blätter und ihren festen Körper. Der Duft ist zwar leise, aber sehr präsent. Ich kann nichts dagegen und auch wenig dafür sagen. Atong lachte über unsere Vorurteile und Vorbehalt. Er sagte, diese beiden Tees seien sein Glück. Sie sind elegant und leise. Die kleine Fehler koennte er durch seine Roestung verbessern. Und das schlechte wird besser werden…

Wir, die kleinen Schüler schauten uns gegenseitig an und lachten über unsere Unfähigkeit. Ich bat noch mehr Lektion zu Roestung. Atong grinste und holte zwei Muster aus seinem Zimmer.

Man merkte sehr schnell, wo der Unterschied liegt. Ein Tee, der leicht noch nach geroesten Bohne duftet. Wenn man diesen Geschmack ueberwindet, oeffnet sich eine unglaublich farbhafte Welt voller Blumen, Furchte und Farbe! So nachhaltig! Ich rief, „Meister (Laoshi), hen Chijiu Ye (sehr ausdauernd…)“ Aiping lachte:“Ja, Meister freut sich, dass Du weiss – er sei ausdauernd…“ Diese sexuelle Anspielung brachten uns richtig zu lachen. Diesmal wurde der Meister zum Schweigen gebracht.

Der andere Tee zeigt uns sein zartes Glieder, feine Figuren und schmeidige Lächeln. Frisch, sehr blumig, leise und präsent… Aiping sagte, sie würde den ungeroesteten dem geroesteten bevorzugen…. 

Diese beiden Tees, von edeler Herkunft – dies ahnten wir von Blattform und seinem Aufguss. Wie sollte man denn einen edelen geroesten Tee beschreiben?

Jeder, der Atong kennt, weiss, dass er von politischem Korrektheit nichts versteht. Er sagte, dieser schoene ueber Holzkohle geroestete Lishan sei wie eine elegante Dame, von edeler Herkunft, intelligent, gebildet und hat vieles im Leben erlebt. Sie weiss, wie sie vom Leben gleiten laesst und was sie will und nicht will… Er schaute zu mir, „wie Du…“ Aiping ergaenzt, „Aber sehr teuer!“ Wir lachten zusammen.

Atong zeigte seine Feuerstelle. Er roestete gerade noch eine Partie von Lishan Hochland. Die weissen Stelle auf dem Korb wissen wir bereits, was das ist -  das durch Hizte in der Roestung kristalisierte Teein.

 

Leise, präsent und nachhaltig

Hast Du einmal die chinesische Landschaftsmalerei betrachtet? Das Fliessend zwischen weiss und schwarz, das Verschmelzen von Himmeln und Wasser und die leise Präsenz des Menschen integriert in dem ganzen grossen Bild…

Zhou Yu traf ich ganz zufällig im Wistaria Teahouse. Ich habe mich nicht angemeldet. Georg wollte dort hin gehen und wir nahmen das gemeinsame Mittagessen dort. Plötzlich sah er mich und sagte, was fuer einen Zufall! Gleich sollte die Chef-Redakteurin Luo von Pu Er Magazin kommen und er sollte heute 17 Pu Er Tee testen. Meine Augen leuchteten. Yep!!

Wir sassen zusammen in einem Zimmer und testeten gemeinsam 17 verschiedenen Pu Er Muster in drei Runden, die vor zwei Jahren bereits einmal besprochen wurden und nun noch einmal getestet werden sollten.

Zhou wusste noch, dass Shui Tang nun in Zurich steht und erkundigte sich danach. Ich erzaehlte ihm von dem abwechslungsreichen Alltag und interessanten Experimente, die wir in Shui Tang unternehmen können, wie das Publikum bis jetzt recht gute Resonanz senden und von meinem Gebundensein. Er war begeistert von der Idee von Vollmondfest – Musik, Literatur und Tee. Er war gluecklich zu hoeren und erzaehlte der Redakteurin Luo voller Begeisterung als ob er selbst da gewesen wäre.

Als wir auf Tee warteten, tauschten wir aus über die Art der Degustation zwischen Europa und Asien aus. Er war sehr erfreut von meinem Vergleich zwischen expressive/narrativen und poetischen Zugängen von Westen und Osten (darüber möchte ich einen extra Beitrag schreiben, wenn meine Beobachtungen und Gedanke noch reifer werden können). Im Wein schreibt der Menschen mittels Fruchtsalat über ihn. So möchte man im Tee diese Art adaptieren. Wird Tee davon profitieren oder geht der Tee mit Wein gemeinsam in dieser Art in einer Sackgasse des Wortspiels? Zhou nickte seinen Kopf und gab mir einen Text ueber seine Vorstellung des guten Tees: leise, präsent und nachhaltig.

Tee wartet. Der Mensch wartet. Sie warten auf einander, um verstanden zu werden. Ich bin fuer die Anwesenden ein ahnungslosen Teeliebhaber. Sie wussten, dass ich keine Ahnung habe von Pu Er. Ich kenne die Sprache des Pu Ers nicht. Aber ich weiss, ihm zuzuhören zu können. Zhou ist bereits eine Autorität in diesem Gebiet. Er wirkte jedoch in der Degustation absolut offen und normal. Er gab immer wieder seine Kommentare, zweilfelte allerdings immer wieder daran. Immer wieder stellte er fest, wie der Geschmack des Tees innert Minuten sich veränderte und wie einfach es nach aussen erschien, aber so schwierig es tatsächlich ist einen Urteil abzugeben. Da ich keine Verantwortung trug, hatte ich sehr schnell meine Urteile. Er spürte meine Vorstellung und fragte mich nach meiner Meinung. Ich wusste, dass es sehr gefährlich werden konnte, wenn ich ihm gefallen wollte. Nur Ehrlichkeit bringt einen Anfaenger weiter beim Lernen. Ich sagten, wie ich diesen Pu Er betrachtete und wie ich schmeckte. Dieser schmeckte sauer, dieser leicht pflaumig, dieser leise, lang und nachhaltig und jener vielschichtig und von guter Substanz. Er lobte meine Nase. Es lage an Atongs Schulung. Er nickte seinen Kopf, ja, Atong sei ein seltener Fall in Taiwan. Treu zu seiner Ideen und treu zu seiner Schule. Schueler von Atong… er nickte und nickte.

Miss Luo war nicht besonders begeistert von Atong. Sie sagte mir, er sei zu stur. Jeder hat seine eigene Ansichten von Tee. Die Ansichten von Atong seien nicht richtig. Es gebe so wie so nichts Richtiges oder Falsches. Alles sei relativ und man bleibe in der Mitte.

Das stimmt, dass man ueber Geschmack nicht streiten kann. Das stimmt, dass alles relativ ist – weil man vermeintlich offen und objektiv sein muss…

Aber wenn man Tee lernen will… dann gibt es das Richtige und das Falsche in Sprache des Tees. Oder folgst Du Dir einfach selbst. Das geht sicher auch und fast alle Wege führen nach Rom, nur der mittler Weg nicht. 

Jeder, der einmal mit Atong bei der Produktion war, wusste, jeder Schritt bedingen den anderen. Wenn dieser Duft nicht auftritt, wenn man den Tee erzwingen will, dann kommt der Tee am Ende so raus und eben nicht leise, präsent und nachhaltig. Ich scheute mich nicht vor Stellungnahme vor der geehrten Frau Luo, auch wenn sie mit ihrer Magazin mächtig ist. Ich sagte ihr, dass es nicht nur alles relativ und verschwommen ist in dieser Welt. Es gibt etwas, was absolut ist. Es gibt Grenze, die uns klar macht, was ein guter Tee ausmacht. Ein Oolong ist eben nicht ein Gruentee. Nur wenn man weiss, was Tradition ist, weiss man was Innovation sein kann. Sie schwieg.

Auch wenn ich innert einer Sitzung nicht viel von Zhou lernen konnte, was er unter Struktur, Expressivität und Spannkraft des Tees versteht, versuchte ich es zu lernen, wie er Tee betrachtet. Er vergleichte die Stabilität des Aufgusses, kontrollierte die Qualität der Geschmeidigkeit, Nachhaltigkeit und Bekömmlichkeit. Er war selbstbewusst und fragte immer nach meiner Meinungen. Er sagte, was er kommentierte nicht absolut ist. Er wollte von einem anderen Perspektiven seine Betrachtung reflektieren. Am Ende war es unsere gemeinsame Degustation geworden. Eine Degustation voller Austausch. Manchmal seufzte er, dass es sich hier halt um eine Degustation handelte. Manchen Tee würde er selbst nicht empfehlen, weil er eine andere Meinung ist. Aber man darf nicht nur in seiner eigenen Meinung stecken bleiben. Man muss machmal die Grenze der eigenen Zu-und Abneigung überschreiten. Manchmal zweifelte er an seinen Urteil und testete, testete und testete. Manchmal strahlte er wie ein Kind und freute sich über einen guten Tee. Ich erlebte einen Tee-Mensch, der zu seinem Urteil steht. Er wollte Menschen nicht gefallen. Er war einfach da.

Diese Degustationsnotiz sollte in nächster PuEr Magazin 普洱壺藝 werden. 

http://www.ceramicart.com.tw/ 

 

Ein sehr langer Heimweg

Es gab einfach kein Ticket mehr waehrend den Festtagen nach Hause zu fliegen. Dann kam ich auf die Idee ein Freiflug zu nehmen und warum nicht ueber Beijing?

Irgendwann war ich leicht bereut, ich dachte, es waere doch besser ueber Tokyo. Natuerlich waere der Flug aus Tokyo viel teuer, aber ich koennte ja dort shoppng-tour machen.

In der Tat braucht Shuitang tatsaechlich Nachschub und Verstaerkung. Die vielen schoenen interessanten Dingen wurden einfach leer gekauft. Die Klienten warten nun gespannt auf neuen Impuls und Nachschub.

Nachdem ich ganz entspannt in Frankfurt gegessen habe, war ich bei Einchecken ganz erstaunt, dass mir jemand auf Chinesisch ansprach und ich habe ihn einfach nicht gut verstanden. Irgendwann realisierte ich, dass Lufthansa wegen strengen China extra Leute anstellt, die Chinesisch sprechen koennen und das Einreise-Visum kontrollieren!

Ich hatte kein Einreise-Visum fuer Transit in Beijing. Ich wusste nicht, dass ich fuer das Transit in Beijing ein Einreise-Visum gebraucht haette. In Zurich gaben sie mir ein Papier, dass Reisende innerhalb 24 Stunde duerfen ohne Visum in Beijing Transit bleiben und weiter reisen. Der Deutsche sagte mir ganz klar, dass mein Pass von der chinesischen Regierung nicht als Pass anerkannt wird. Als Nationlose brauche ich ein Zertifikat, die von China ausgestellt wird, um meine Identitaet zu bestaetigen. Aber irgendwo muss China doch meine Identitaet von irgendeinem Dokument entnehmen, was sie nicht anerkennen.

Meine Einreise als Transit wurde verweigert. Ich sagte ihm, dass ich als Traeger von Taiwan-Pass in China im Flughafen ein Visum beantragen darf und dies habe ich im 2008 bereits in Fuzhou getaetigt. Er schuettelte seinen Kopf und liess mich nicht durch. Wir redeten immer lauter auf Deutsch. Fuer ihn war ein Gewinn fuer Lufthansa, weil man mich rausgefiltert hat. Fuer mich bedeutet ein Anfang eines Odysee…

Lufthansa nahm den Markt Chinas sehr sehr ernst! In diesem Terminal gab es 7 Service-Schalter fuer Reisenden. 2 extra fuer Chinesisch-Sprechende (! Man muss unbedingt seine Kinder zu Chinesisch Unterricht schicken!!), 2 fuer First und Bussiness-Class, 3 fuer economie. Ich staunte ueber diese Extra-Service fuer Chinese und extra Vorsicht gegenueber China-Vorschriften. Am Schalter sagte die Dame, dass sie mich nach Narita schicken konnten, aber ich muss unbedingt ein Ticket fuer 1800 Euros von Narita nach Taipei kaufen. Narita-Taipei 1800 Euros?? Normalerweise kostet es gerade 400 Euros… Ich fragte nach dem Grund von Flugtickets. Sie sagte ganz streng zu mir, weil ich als Taiwan-Pass-Traeger nicht erlaubt wurde nach Japan ohne Visum einzureisen. Das stimmt nicht – das wusste ich. Aber wie konnte ich gegen ein Roboter sprechen? Es war am 25.12. und kein Konsulat war offen! Verzweifelt ging ich vom Schalter weg und telefonierte mit meiner Familie.

Muede, durstig und gedemuetigt fuehlte ich mich verwirrt im chaotischen Flughafen Frankfurt. Meine Familie ist zu weit, um mir zu helfen. Sie machten sich nur noch mehr Sorgen. Ich muss selbst das Problem loesen. Das Geld kann das Problem loesen. Aber ich bin auch nicht mehr die unbesorgte Tochter und weiss sehr gut, was das normale Leben bedeutet. ANA wuerde mir ein Ticket verkaufen fuer 1300 Euros von Narita nach Taipei. Ich zoergerte. Gibt es nirgendwo Netz, mit dem ich ein Flug buchen kann? Ich ging irgendwann zu Sheraton und buchte dort ein Ticket fuer 1000 Euros und liess den Flug nach Narita umbuchen.

Irgendwann machten die Beinen nicht mehr mit und die Augen wurden rot. Irgendwann wurde alles erledigt. Ohne mein Gepaeck musste ich irgendwo uebernachten. Als ich auf dem Weg zum Hotel fuhr, telefonierte ich mit Carola. In diesem Moment kam die S-Bahn-Kontrolle. Dann vergass ich mein Handy in die Tasche zurueckzustecken. Ich habe mein Handy verloren.

Keinen Kontakt mehr hatte ich nach Aussen. Ich hatte ein schoenes Zimmer, ruhig und warm. Ich musste schlafen und alles vergessen.

Das Service von Lufthansa in Narita war im Vergleich mit anderer Richtungen mehr als gut. In Narita Flughafen habe ich bereits angefangen zu shoppen!! Ich weiss, die Leute in Zurich werden schreien. Ich weiss nicht, wie mein Koffer werden sollte, wenn ich am Samstag in Tokyo bleibe und nur shoppe.

Es war doch gut so, wie es ist. Es kostet einfach sehr viel Nerven und viel Geld. In Narita (Tokyo) versicherten sie mir, dass ich auch ohne Visum einreisen darf.

Flohe Weihnachten

Es regnet.

Erika hat einen super Fisch mit Sauerkraut gekocht. Wie immer zu viel und so lecker.

Kerzen brennen immer kürzer, die Nacht wird tiefer. Heute bin ich hier und morgen bald dort.

Ich wünsche allen Teefreunde alles Gute zu Festtagen. Viele viele treue Seele des Shuitangs habe ich umarmt und noch einmal bei einer Tasse das 2009 gemeinsam verabschiedet. Es war super gelaufen und wir sind müde, aber erfüllt. Die Zeit verfliegt wie ein Pfeil…. ich schaute mit Zufriedenheit und ein Lächeln auf die intensiven Zeit zurück…

Vielen Dank an allen, noch einmal vielen Dank!

Yin und Yang im Tee

Nach dem Fest und nach dem vielen vielen Parline, Kekse und Braten fragte man sehr schnell nach dem Gleichgewicht des Körpers. Die banalste Frage, wie schafft man die Velo-Reife wieder loszuwerden?

Frau Dr. Erika Haase, Buchautorin von „Heilen mit Tee“ (kurze Werbung: das Buch kann man im Shui Tang erwerben!) hat Shui Tang eingeladen, uns über das Yin und Yang im Tee zu erzählen. Ein Vortrag über Lebensbalance mit Tee. Gibt es nur eine Lesart des Tee außer Teein und Gerbstoffe?

Eine Lesart des Tees aus der traditionellen chinesischen Medizin (nicht TCM!):

Yin und Yang im Tee von Dr. Erika Haase

Samstag am 30. Januar 2010

19 Uhr, Shui Tang, Liquid Delicacies

Vortrag und Degustation

Anmeldungen unbedingt erforderlich – die Liste existiert bereits!

info@shuitang.ch

oder 044-5559161 / 079-3871130

Komplize der Wünsche

Ich bin Komplize von Wünsche. Und Shuitang ist der Ort der Erfüllung der Wünschen.

Verkaufsoffener Sonntag war nicht wirklich willkommen für einen faulen Arbeitnehmer – wie ich, aber eine Chance für Menschen, die nach Wünsche suchen. „Was könnte gut sein für meinen liebsten?“

Kaum ist Shuitang offen kam ein junges Paar und der junge Mann wollte in Shuitang Geschenke einkaufen für seine ganze Familie! Ich lachte und bat ihm, mir mehr von den Familiemitglieder zu erzählen!

Mein Bruder hat viel Kummer im Moment. – Gut, dann hilft ein schöner weisser Tee, der die Beklemmung im Lunge löst. Lunge – ein Ort der Versammlung von Kummer.

Meine Schwester muss lernen loszulassen. – Also, dann ein schöner eleganter Jasmintee, der einen tröstet und von Sackgasse des Denkens ablenkt.

Mein jungerer Bruder ist zu faul. Gibt es etwas ihn zu motivieren hat? -Ein gutmütlige Baimao Hou? Der den Geist erfrischt und klärt?

Meine Mutter braucht im Moment Unterstützung, weil sie in Transformationsprozess steht. Mein Vater noch mehr! – Felsentee!! Da Hongpao Premium 2006 und Qilan Yancha!

Der junge Mann war glücklich und schaute zu seiner sanften anmutigen schönen Freundin: „Und Du?“ Die junge Frau schaute mich vertrauensvoll an. Anji Baicha und Pu Er 1990 empfahl ich einer anmutigen jungen Frau, die vor einer Prüfung steht und das Leben trotzdem geniessen kann!

Wir drei lachten zusammen und waren glücklich über die Mittäterschaft. Eine junge Kundin, die gerade im Opiumbett sass, sagte mit leuchtenden Augen zu mir, dass sie auch ihre Geschenke einkaufen will! „Erzählen Sie mir mehr von ihrem Freund…“

Es war meine schöne Arbeit seit einem Monat. Die schönen koreanischen Schalen waren die Wünschen von vielen Ästheten. Am einem Freitag verkaufte ich drei koreanischen Schalen. Seit einer Woche sind sie komplett ausverkauft. Am einem Freitagmorgen kam Christoph, um eine schöne Schale zu kaufen. Stunde später kam ein Herr und seufzte, „Ach, die Schale meiner Frau ist nicht mehr da!“ So ist es bei Shui Tang, wenn man ein bisschen langsamer ist. „Erzählen Sie mir bitte mehr von Ihrer Frau und wir finden ebstimmt eine schöne Schale für sie!“ Als wir eine gemeinsam gefunden haben, packte ich sorgfältig die wunderbare Schale, die viel Liebe, Aufmerksamkeit und Freude trägt, in einem schlichten Holzschachtel. Möge diese Schale viel Freude weiter tragen bei der geliebten Person!

Manchmal ist es wie eine Intrige, Ehepaar gegenseitig auszuspielen. Ein guter Freund kam zwei Male und fragte nach dem Objekt, das er einmal verpasste. Er hat es verpasst, weil seine liebe Frau sofort gekommen ist nachdem sie von diesem Wünsch erfuhr. Ich sah zwei Male sein enttäuschtes Gesicht zu und ich sah richtig unschuldig aus. So gerne wäre ich dabei sein – beim Moment der Enthüllung der Wünsche am Tatort der Liebe!

Einmal kam eine junge Frau und wollte nicht gestört werden. Sehr lang suchte sie und überlegte. Zuerst fasste sie die grosse Teetasse an, dann die kleinen und anschliessend Gaiwan. Bei meiner höflichen Anfrage schaute sie mich immer misstraurisch an. Ich liess sie. Irgendwann sagte sie, nun will sie mehr von mir. „Was könnte ich Ihnen helfen?“ „Ich will einem Freund Teeschale kaufen. Er kennt Ihr Geschäft, hat aber noch keine Zeit zu kommen.“ Ach. Was für Tasse? Ich brauche mehr Information. ist dieser Mann gross, klein, zart oder kräftig. Grosse Hände oder kleine Hände. Trinkt er allein oder trinkt er mit anderen. Ist er körperbewusst oder eher zu viel im Kopf…. Die junge Frau verrät mir nur minimal, so dass ich in der Rolle war alles zu erraten. Ich gab meine Meinung und sie staunte und saugte auf, was sie hörte. Am Ende landeten wir bei dem Koreaner! Es gab nur noch zwei Schalen zur Auswahl! Sie fragte, „Was denken Sie, wer würde diese nehmen?“ Die Beratung war wie eine Prüfung. Ich lächelte. Ich nahm die einfache schliche Schale, die wie Reisschale war und sagte „diese ist für jemanden – in meinem Auge, der bescheiden und unkompliziert ist. Während die andere eher intellektuell…“ Sie nahm die andere sofort!! Nachdem sie Shuitang verliess, sagten meine zwei Klienten, die im Opiumbett Tee tranken, „Unglaublich, wie wenig sie uns Information gab und wie bestimmt und gewollt suchte sie nach einem Wünsch. Wie ein Krimi!“

Ja, wie ein Krimi. Und ich bin der Mittäter und Mitwissender!

East Eats West

Teefreund Alex lernte ich in Shuitang kennen. Er sagte mir, dass Shuitang ihm so gut gefällt und am besten würde er in den Laden einziehen und dort schlafen.

Ich denke, Tatami ist zu hart für seinen Rücken.

Dann erfuhr ich, dass er ein Blog schreibe mit diesem spektakulären Titel: East eats West – zum Glück nicht umgekehrt. Ein wahrer „Esser“ und „Geniesser“. Er erzählte mir bei dem Schokolade-Abend, dass man mit Chinesen Stundenlang nur über essen reden kann – es war eine Fremderfahrung. Das stimmt. Nun schreibe er selbst nur über Essen und über die kulinarische Erfahrung in Shuitang.

Interessant für mich, mit dem fremden Auge Shuitang zu sehen.

Ein aufregender Tag

Für meine Eltern führe ich im Europa ein unverständliches Leben.

Die meisten Eltern möchten gerne stolz sein auf ihre Kinder. Die meisten Eltern möchten gerne den anderen von ihren Kindern erzählen können.

Meine können es nicht, weil sie das Gefühl haben, sich zurückhalten zu müssen. Einmal sagte ich meinem Vater, er sollte bitte nicht stolz sein auf mich, denn ich bin auch nicht stolz auf ihn. Was mein Vater in seinem Leben erreicht, ist nicht meine Leistung. Ausserdem bringt ein bestimmter Wohlstand und Status nicht immer Segen und Glück für einen entwickelnden Menschen. Ich habe meinen eigenen Weg, der vielleicht fremd für meine Eltern ist. Aber sie können mir doch den Raum geben, mein Leben zu leben, auch wenn sie sich vielleicht schämen. Mein Vater muss nicht stolz sein auf mich, denn ich habe meinen eigenen Weg.

Eine Zeitung aus Taiwan bat mir einen Bericht über meine Arbeit im Europa über Tee. Eigentlich hätte ich gewollt, dass sie über die Taten von Atong berichten. Ich fand es gut, wenn die Zeitung în Taiwan über unsere Arbeit im Ausland berichten kann. Denn die Taiwanese sind gerade der Gegensteil von den Schweizern. Taiwanese sind nie stolz auf sich selbst, sie beneiden stets das Ausland. Sie sind nie gut genug… Es wäre doch schön, wenn die Leute auf der Insel wissen, wie ihr Tee im Ausland geschätzt wird und viele Menschen sich Mühe geben, für Ihr Land…

Niemandem habe ich erzählt, nicht einmal meiner Schwester in Zürich. Ich bekam gestern eine Meldung von der Journalistin aus London, dass ein Bericht über Shuitang geschrieben wurde und heute in die Zeitung kam. Ich vergass es sehr schnell, denn es sehr viel Arbeit in Shuitang gibt und der Laden in letzten Tagen gut besucht wurde.

Heute schrieb mein Bruder meiner Schwester ein Mail und meine Mutter rief in Shuitang an. Sie waren mehr als überrascht von dem Bericht und dem Foto. Mein Bruder berichtete, dass mein Onkel morgen früh anrief und meinem Vater sagte, „Hey, Deiner Tocher ist etwas passiert. unsere Zeitung schrieb über sie!“

Diese Zeitung ist „die“ unabhängige Zeitung in Taiwan, alle Freunde von mir, natürlich meine Familie und Atong lesen nur diese Zeitung. Mein Vater war geschockt. Er dachte, „Ach! Sie macht es tatsächlich! Hat sie tatsächlich es getan!“ Er hat immer noch Angst von meiner wilden Studentenzeit. Bis er verstand, dass ich mich diesmal nur mit Tee beschäftige, war er endlich beruhigt…

Ich habe bis jetzt nicht mit meinen Eltern gesprochen. Zu wenig Zeit. Eigentlich schäme ich mich immer über solche Dinge. Die zwei Radio-Interviews in DRS habe ich niemandem erzählt, als sie kamen. Es ist mir mehr als peinlich meinen Fehler im Deutsch zuzuhören!

Jedenfalls war es sicher ein aufregender Tag für die zwei alten Leute, die sich immer nur heimlich in der Ferne Sorgen macht, über ihre Tocher, die ein unverständliches Leben im Ausland führt.

liberty

In diesem Bericht gibt es manche Fehler, die mir sehr unangenehm sind. Ich hatte leider keine Möglichkeit diesen Artikel vorher zu lesen. In diesem Moment verstehe ich, dass es besser ist, im Hintergrund meine Tätigkeit mit Herzen nachgehen als im Vordergrund stehen zu wollen.  Trotzdem war es wichtig, dass die Leute auf der Insel berichtet bekommen, wie ihre Landesleute sich im Ausland bemühen für Taiwan etwas zu tun. In diesen Sinne danke ich die Journalistin in London und diese Zeitung Liberty-Times.

Das Bild mit diesem alten Mann war von meiner letzten Reise in China. Er ist der Lehrer des Lehrers von Atong. Er wurde in diesem Artikel erzählt, dass er stolz auf Formosa Oolong sei. Naja, er ist der „Oolong-Patron“ in China und 100 Jahre alt – was hätte er mit Formosa Oolong zu tun?