Ein anderer Emei Maofeng in Shui Tang

Vor 1200 Jahren wurde Tee bereits in Ya-An, Sichuan, sehr nah zu Tibet, angebaut.
Wie waren damals die Teebusch? Waren sie aus Samen, waren sie aus Setzlingen?
Ich kenne Emei Maofeng als ein klassischer Grüntee, der mehr Volumen erhält durch die Röstung über Holz und mehr Boden bekommt durch die Höhenlage in den Bergen.Insgesamt ist er frisch, fein aber kraftvoll. Diesen Tee empfehle ich gerne Menschen, die einen kräftigen grünen Tee mögen, oder eine Prüfung bestehen muss, oder Frauen die unbedingt grünen Tee trinken obwohl sie blasses Gesicht und Haut haben. Denn dieser Tee hat nicht nur geistig erfrischende Wirkung, sondern auch Bodenhaftung.
2014 habe ich Glück einen interessanten Emei Maofeng kennen zu lernen. Vielleicht war er früher auch schon Mal in meine Hand gelandet, aber ich war damals nicht bereit ihn zu mögen.
Dieser Emei Maofeng stammt aus Teegarten, wo unkonventionell gepflegt wird. Das ist diplomatisch ausgedrückt. Ich vermute, dass dieser Garten in einer Höhenlage liegt und alt ist. Alte Teebuschen sollen nach moderner Vorstellung häufig erneuert werden. Aber wenn der Bauer zu alt ist, wenige finanzielles Mittel verfügt, oder der Garten einfach zu weit von der Zivilisation liegt, wird er einfach nicht mehr investiert. So wachsen viele neuen Teebuschen aus Samen anstatt aus Klonen.
Diese individuellen Teebuschen erwachen in unterschiedlichen Zeitraum des Frühlings. Sie haben unterschiedliche Formen von Blättern. Sie haben unterschiedlichen Farben an Blatt. Sie haben unterschiedlichen Geschmacksnoten.
Ein Emei Maofeng aus solchen Individualisten-Teebuschen. Auf Chinesisch bezeichnen wir ihn als Qun Ti Pin Zhong.
Ein grosses Orchester!
Eine Art von Symphonie!
Dieser Symphonie Emei schmeckt anders als der frühere Emei in Shui Tang.
Er ist weniger elegant, weniger durchlässig – ich meine, mehr Bodenständigkeit und weniger luftig. Eine kraftvolle Flüssigkeit mit einem Hauch von Erde, Wurzel und von Sonne gewonnenen Blätter! Archaisch und ursprünglich!
Ich bin begeistert, weiß aber, dass er einfach anders ist. Wenn man gerne die Leichtigkeit an einem grünen Tee schätzt, würde ich ihm in diesem Jahr in Shui Tang zu Mending Maojian, Anji Longjing oder sogar Anhua Cuiyu wechseln. Aber dieser Emei hat etwas besonders von einem besonderen grünen Tee, der kraftvoll und zugleich bodenständig bleibt.
Mal sehen, ob das Publikum auch so begeistert ist wie ich.

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