Tee und Jodel

Mein lieber Nachbar Toni bezeichnet sich immer als Teebaby von Shui Tang. Seit er mich kennt, nährt er sich an Tee an. Offen bekennt er zu seinem Unwissenheit und sich für Teewissen interessiert er auch nicht wirklich. Er interessiert vor allen für Menschen, die er in Shui Tang am runden Tisch trifft und das inpirierende Gespräch. Ein Teebaby hat es nicht nötig, das Wissen anzuhäufen. Das Baby wollte nur Tee schnuppern und geniessen.
Er bracht häufig ein anderes Teebaby. Diesmal ist sein Freund Reto, ein Bildhauer und Hobby-Sänger. Er singt gerne die urtümliche schweizer Musik aus den tiefen Täler zwischen Bergen.
Am diesen runden Teetisch, ob er quatratisch ist, sassen wir und tranken Tee. Für die Teebabys bereitete ich leichtes Kost – Wenshen Baozhong. Der Tee schwang so schön zwischen uns, unbeschwert und integrierend.
Wir sprachen über die unmutigen und mutigen Schweizer, über die SVP und Masseneinwanderung, und über den Konservatismus und Globalisierung. Plötzlich landeten wir bei Musik.
Reto sagte, der Konservatismus sei eigentlich nicht schlimm, weil diese Haltung hilft der urtümlichen schweizer Gesang zu überleben. „Wir Schweizer, haben so schöne Musik und Lieder. Aber sie werden vergessen! Sie werden häufig in den Orten kultiviert, wo die Globalisierung nicht so weit erreicht und wo der Konservatismus noch gelebt wird.“ Ist der Konservatismus der Retter des „Urschweizerischen“?
Ich zögerte.
Ich drehte mich zu dem Regal von den vielen vielen Teedosen.
„Es ist schon komisch, nicht wahr? Ausgerechnet an einem fremden Ort versuche ich die ganz traditionellen Teesorten aus tiefen Taiwans wieder zu beleben.“ Viele von diesen Teedosen bewahren viele Teesorten, die nach traditionellen Verständnis des Tees erzeugt wurden, viele dieser Teedosen bewahren eine alte Tradition, die in ihrer Herkunftsland fast keinen Platz fand.
Ist es ein Zufall, dass diese Teetradition mitten in Zürich versucht, ein neues Leben zu finden?
Was hat der Musiker Bach mit dem alten chinesischen Dichter Li Bo im 8. Jahrhundert gemeinsam?“ fragte ich die Teebabys und mich. „Ich denke, weil wir Menschen sind, sind wir immer mit dem gleichen Thema konfrontiert: egal woher Du kommst, wollen wir nur lieben und geliebt werden, verstehen und verstanden werden!“
Weil Tee kein Konzept darstellt und kein Wissen erfordert, Tee kann und will zugehört, verstanden und geliebt werden. Weil es so einfach ist, kann ein unbekannter Schweizer wie ein Baby hier am Teetisch Tee schnuppern, geniessen und verstehen lernen. Das ist etwas, was menschlich und grenzüberschreitend!
Auch Du, kannst einfach nur Tee trinken und lieben lernen, wenn Du es willst.
Und die Töne aus den tiefen Tälern zwischen den sieben Bergen stellen für mich etwas Urmenschliches dar. Es sind die Geschreie aus den tiefen Herzen eines Menschen, der direkte Ausdruck des Herzen! Warum sollte man ihn in den Tälern mit Konservatismus konservieren? Ich sagte Reto, auch ich, als eine einfache Taiwanerin würde berüht werden – weil ich in diesen Töne mich selbst begegne!
Der Gesang ist der natürliche und direkte Ausdruck eines Menschen. Er berüht Menschen, die sich berühren lassen. Er gehört nicht nur in den Tälern und den Schweizern. Er gehört uns allen und beglückt uns mit seinem SEIN.
So betrachte ich die Tees, die in den Teedosen Shui Tangs aufbewahrt sind. Diese Tees gehören nicht nur den Menschen in fernen Osten, sondern allen, die sich berühren lassen!
Ich bat Reto mich nächtest Mal zu solchen Konzert mitzunehmen.

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