Gedanke in der ersten Vollmondnacht im Neujahr

Die erste Veranstaltung von Shui Tang im Neujahr ist erfolgreich gelaufen! Erika hat die Tees für Winter und Sommer auf wunderbarer Weise erklärt und wir haben die folgenden Tees degustiert und probiert.

Longjing Meijiawu, Qilan Oolong Mingjian, Da Hongpao Premium, Dianhong Premium und Pu Er Grenztee 1990. Natürlich waren viele Therapeuten und Ärtzte dabei, die sich für das Thema Yin und Yang im Tee interessieren.

Rückblickend war ich recht froh, das so genannte Januar Loch anders zu erleben. Viele fragen mich, „Und?“ Ich dankend glücklich bei dem Kosmos für das angenehme und gute Start ins 2010. Alles ist neu für Shui Tang. Ich bin dankbar.

Obwohl diese Woche recht ruhig war, gab es paar lehrreiche Erlebnisse für mich. Ein Klient kam zu mir und wollte sich über Grüntee informieren. Ich zeigte ihm drei Grüntees von drei verschiedenen Richtungen. Anji Baicha – subtil und verbindlich; Emei Maofeng – klärend und erfrischend; Bai Maohou – schön und geschmedig. Dann fragte er mich, „Haben Sie keine Rarität?“ „Wie bitte?“ Ich war erstaunt über seine Aussage. Er sagte, „ich will Rarität!“ Rarität… Ist Anji Baicha keine Rarität? Ist Emei Maofeng in dieser Qualität keine Rarität? Für ihn gilt die Rarität nicht als Rarität, er wollte Sensation… Wie kann ich jemandem Rarität zeigen, der die Rarität nicht erkennt? Ich dufte ihn nicht belehren und auch nichts Negatives äussern. Höflich bat ich ihm um Verständnis, dass ich ihm Raritäten zeigte. Er fragte nach dem Preis. Der Preis des Tees hörte sich wie Rarität an und er kaufte die „Rarität“. Dieser Herr hatte kaum Zeit und war in Eile. Dann wollte er von mir wissen, wie ich das berühmte Nachbargeschäft kommentiere. Er beschwerte sich über die unkompetente Beratung. Ich sagte ihm, Raritäten können nicht in paar Minuten beraten werden und für den schnellen Einkauf ist die Beratung von dort gut genug. Wie könnte ich denn über das Geschäft von anderen äussern? Jeder macht sein gutes Job und jeder hat seinen Platz. Zürich ist gross genug! Ich sagte dem Herrn, dass sich die wirkliche Raritäten nicht einfach „manifestieren“. Dafür könnte der Klient auch Zeit nehmen…

Ich machte mir nach diesem Erlebnis richtig Gedanke. Was Menschen unter Raritäten verstehen und wie ich mich hätte anders verhalten können.

Christoph sagte mir, dass man gewisse Mut braucht, die Tür von Shui Tang zu eröffnen. Dann wird man glücklich dabei, am Tisch zu sitzen. Mut haben, um die Schwelle zu überwinden… Manche sagen mir, „Wow, was für ein exklusives Geschäft?“ Ich fragte zurück, was ist an Shui Tang exklusiv? Schöne Aufmachung? Schöne Interio, schöne Design und schöne Waren?

Das Exklusive an Shui Tang ist:

Time is not Money!!

und

jeder, der die Tür öffnet, wird als Mensch so wie er ist, angenommen, anstatt als „Kunde“ gehandelt!

Ein Gedanke zu „Gedanke in der ersten Vollmondnacht im Neujahr

  1. Andreas

    Hallo,
    ich wohne in Mannheim, Deutschland und beziehe meinen meisten Tee aus der recht bekannten Kette Teegeschwendner und auch aus einem kleineren chinesischen („authentischen) Laden…

    Jedenfalls hätte ich nach Lesen dieses Kommentars äußerst viel Lust, einmal deinen Laden zu besuchen :)!
    Dass man sich Zeit nehmen kann/soll, ist einfach wunderbar. Ich freue mich auch jedesmal über ein etwas längeres Gespräch mit dem Teeverkäufer in einem anderen Laden, da ich sonst kaum Freunde habe, die eine ähnliche Leidenschaft für Tee haben.

    Sollte ich irgendwann mal nach Zürich gelangen, werde ich über die Schwelle treten – und meinen nächsten Schritt erst einmal deutlich verlangsamen 😉

    lG

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