Der lässige Tee

Der lässige Tee

„In phenomena, what is true?“

„The very phenomena themselves are true.“

„Then how shoud it be revealed?“

The Master lifted the tea tray.

Der Sommer ist im Vormarsch. Eine Schale Tee im Garten zu verabreden, um Chabako (Picknic Tee) zu üben war eine Idee von Detlef. Was hätte man sonst gegen die Hitze dadraußen und hier im inneren unternehmen?

Der Chabako war fast im Vergessen geraten, nachdem wir ein Jahr lang nicht mehr übten. Die Atmosphäre im Garten lud gerade ein, sich zu entspannen, zu sprechen und zu träumen. Die Handlungen waren nicht im Fluss und die Begewegung gleichte die alltägliche. Ingrid lachte, „Was für einen lässigen Tee!“ Die Konzentration und das gewünschte innere Einkehr waren nur zu wünschen. Detlef sagte, „Konzentriere Dich, Menglin!“ Wie denn? Mich stechten nur Mücken und die Seerosen im Teich waren so schön. Im Gedanke stechte gerade mich ein böses Wesen. Mit dem Chachaku (der Bambusteelöffel) versuchte ich ihn tot zu schlagen. „Wo bist denn Du?“ „Mücken schlagen!“ Ingrid lachte. Was gäbe es denn Wichtigeres als selbst vor dem Mücken zu schützen, auch wenn ich eine Schade Tee gerade zubereitete? Ein lässiger Tee eben.

„Die Dinge sind an sich wahrhaftig. Es gäbe nichts zu verdeutlichen. Was könnte denn ein Mücken dafür, dass er Dich stecht? Ein Mücken muss eben stechen! Du hast aber Wahl, damit umzugehen!“

„Was hätte ich dagegen tun sollen, sich gegen ein Mücken zu wehren? Das Schicksal eines Mücken gehört eben totgeschlagen werden!“ 

Mein Teevater schüttelte seinen Kopf. „Wie haben wir denn alles auf solche exotische Gestalt projiziert. Ästhetisch und philosophisch. In Grund genommen sind sie nur pragmatisch.“

Um 6 Uhr trank ich meinen letzten Tee. Seeroesen versteckten sich, waren bereits verschlossen und alles schien verheimlicht zu sein. Ich hörte die Seerosen flüsterten. Ich seufzte. „Wann öffnen sie denn wieder?“ „Jeden Morgen.“ „Ich bin aber morgen nicht mehr da.“ „Was könnte die Seerose dafür?“

If my ilfe to end,                                 tama no o yo

let it be soon;                                     taenaba taene

For if I live on,                                    negaraeba

My heart may grow too weak               shinoburu koto no

To keep concealing my love.                 yowarimozo suru

Fujiwara Teika (1159-1241)

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