Wien und das Geschäft mit dem Wasser…

Als die Eltern unbedingt nach Wien kommen wollten, dachte ich an Hofburg, Hunderwasser und Gustav Klimt. Als ich 1998 Wien bereiste, war die Stadt noch nicht Euro-Land. Heute ist Wien eine teure Stadt. Das teuerste ist das Geschäft mit dem Wasser-Lassen.

Überall gibt es Museum, Cafe und Restaurant in dieser schönen alten Kaiser-Hauptstadt. Überall gibt es Toilette, die bewacht und mit Jeton bezahlt werden müssen. Ein Mal Wasser Lassen kostet 0,5 € (70 Rappen). Überall wird es Code zum Toilette verlangt, Zettel wird gehängt und kündigt an, dass jene Toilette nur für die Kundschaft reserviert ist, als ob die Toiletten plötzlich zur Rarität und Exklusivität aufgepeppt wurden. Doch ist Toilette heute in Wien wirklich ein begehrter Ort. Jeder Tourist, jeder Passant und jeder Arbeiter, der in dieser Stadt aufhält, braucht mindest einmal ein öffentliches Toilette. Entweder schafft er immer nur beim Essen im Restaurant zu gehen oder er muss für sein Grundbedürfnis bezahlen.

Was ist das Menschenrecht heute? Nur politische und wirtschaftliche Freiheit? Oder gehört die Freiheit Wasser zu lassen auch zum Menschenrecht, so dass ein freier Eintritt in die öffentlichen Toilette dazu gehört?

Heute gehört das saubere Wasser bereits zu knappen Gut. Das Geschäft mit dem Wasser läuft ja richtig florierend. Mineralwasser, Wasser-Filteranlage oder das Energetisierung des Wassers mit Bambuskohle und Kristall sind zukunftsorientiertes Geschäftsfeld. Nicht nur das Geschäft mit dem Wasser ist die Hoffnungsträger der Wirtschaftsleute und Investoren, sondern auch das Geschäft mit dem „Wasser-Lassen“…

Wien ist eine wunderschöne Stadt, außer den schönen Bauten und Museum, bleibt auch das ständige Geschäft mit dem Wasser-Lassen in meiner Erinnerung.

Jäger TeeDas Geschäft war voller exotischen Dekoration und Buddha-Figuren, so dass ich es zuerst als ein Tempel-Boutique wahrgenommen habe.

Hast Du nicht auch schöne Teegeschäfte gesehen? Ja, ich wollte bei dem bunten voll belagerten JägerTee eine Tasse Formosa Standard Oolong Tee trinken und – gleichzeitig „Wasser-Lassen“. Leider bietet das Geschäft keine Toilette für ihre Kundschaft. Also, ich bin dann zum Grand Cafe nebenan gegangen. Ich war auch bei dem Teegeschäft Artee – mit Neugier und Begeisterung. Leider war das Wetter zu heiß. Niemand war im Geschäft, außer der Chefin selbst – ich vermute, dass diese asiatische Dame die Chefin sein könnte. Sie wechselte kein Wort mit mir und ebenfalls keinen Blick. Ich kam und grüßte sie – keine Reaktion. Das macht nichts. Ich dachte, dass man vielleicht eine Tasse Tee trinken kann und habe viele vertraute Gongfu Cha Tee Geschirr auf dem Tisch liegen gesehen. Ich fragte sie, ob man hier eine Tasse trinken könnte. Sie senkte ihren Blick und schüttelte ihren Kopf, während ihre Hände weiter an Verpackung des Tees arbeiteten. Es überraschte mich in diesem Moment. Ich schaute mich an und fragte, was hast Du falsch gemacht? Hast DU eine Bluse mit zu tiefem V-Aufschnitt? Nein, ich hatte eine anständige Bluse an. Hast DU Dein Gesicht nicht gewaschen? Doch, natürlich habe ich. Hat man Dich erkannt, dass Du immer böse Kommentare über Tee schreibst? Ja…vielleicht.

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