Archiv für den Tag 06/07/2007

Geschmäcke im Tee

Ich habe einen Beitrag über fünf Geschmäcke und Tee geschrieben. Viele Teefreunde schrieben mir deswegen Email, weil es Unklarheiten gaben. Sie fragten mich, was ist eigentlich „Bitter“? Schmecken nicht alle Tees bitter?

Ja, sicher alle Tees schmecken bitter. Darum haben alle Tee eine primäre Funktion im Körper: erfrischend, verdauungsfördernd und entgiftend. Aufgrund unterschiedlicher Zusammensetzung und Geschmacksrichtungen haben Sie unterschiedliche Wirkungen.

Dass der Geschmack „bitter“ direkt auf die Organen Herz und Dünndarm wirkt, heisst nicht, dass wir nur bitteren Tee trinken. Es gibt verschiedene Stufen von Bitterkeit. Eine angenehmer bittere Spuren im Tee erweckt unseren Geist und hinterlässt im Abgang ein Hauch von angenehmen Süssen. Diese Geschmackswandlung könnten wir nur bei einem gut hergestellten Tee erleben. Ein bitterer Tee ist keine Garantie von gesundheitsfördernd, sondern Garantie von einer schlechten Herstellung oder der schlechten Kochkunst des Tees. Man könnte mit Zubereitungsmethode den bitteren Geschmack des Tees umgehen. Die Kunst liegt an dem Bewusstsein, wie und wann man Tee aufgiesst. Die Palette der Bitterkeit, die ein Tee uns anbietet, zeigt ebenfalls die Qualität und Raffinesse der Teeherstellung.

Geschmack sauer ist nicht gleich „sauer“. Ein sauerer Tee ist ein „schlecht“ hergestellter Tee. Meister Chen meint mit dem „saueren“ Geschmack keineswegs die aggressive Säure, sondern eine angenehme leicht prickelnde Spur auf der Zunge. Dieses Geschmackserlebnis erleben wir vor allem bei alt gelagerten Oolong Tee, der in einem bestimmten Reifungsprozess leicht nach Umeboshi schmeckt. Auch alle Oolongtees, die richtig verarbeitet und fermentiert wurden – auch wenn er ein grüner Oolong ist, enthalten diese Nuance. Für mich als Profi ist dieser Geschmack die entscheidende Indizien, ob ein Oolong für mich im Kauf in die Frage käme.

So weit für einen Nachtrag über die Geschmäcke des Tees. Ich freue mich auf jede Anregung und Fragen!

Pu Er Tee und Wu Wei

Pu Er Tee und Wu Wei

Pu Er wird in den Medien als Wunderkraut gespriesen und der Tee aus Yunan bommt im Moment. Das Resultat ist, dass ich in diesem Frühling keinen Tee aus Yunen kaufen kann – er war zu teuer und der Preis ist nun am Fallen…

Meister Chen empfiehlt manche Menschen gerne Pu Er Tee. Er erzählte mir, dass Pu Er Tee auf den Unterleib Bereich positiv beeinflusst. Vor Allem Schwäche in Dickdarm, Dünndarm, Postata, Gebärmutter und Blasen könnte mit Pu Er Tee geholfen werden. Der Geschmack Süss in Pu Er wirkt günstig auf Muskel aus. Er bezeichnet es als Tu-Qi (Erde-Qi). Das Tu-Qi bekräftigt die Schwäche im Unterbauch und beliefert ihm das notwendige Qi.

Jeden Morgen auf dem nüchternen Magen eine Schale „heisse“ Pu Er zu trinken, wird man mit Energie versorgt. Er empfiehlt Freunden, die Postata Operation hatten, Blasen-Angriff hatten, ihn zu trinken. Ein gut gelagerter Pu Er, der nicht künstlich nachfermentiert wurde, wäre eine gute Wahl für diese Kur. 

Pu Er, der aus alten Bäumen stammten, hat einen markanten süssen Geschmack. Da diese Teeblätter mehr Inhaltstoffe haben als Teeblätter aus niedrigen Teebusche. Nach einer langen natürlichen Lagerung verschwinden die unangenehmen bittere und sauere zusammenziehende Note. Der Tee schmeckt richtig süss und erdig. Solcher Tee wäre für Meister Chen eine sehr gute Alternative für Verstärkung der Gesundheit als Pille.