Die Magie des Tees

Plötzlich fing es an zu schütteln als wir am See waren. Der Regen kam so unerwartet, dass wir am Ufer nicht verweilen konnten. Suzanne war ein bisschen enttäuscht, aber sie hat den See wieder gesehen. Bodensee, das schwäbische Meer, ist so gross, dass man das andere Ufer nicht sehen kann. Mein Gast aus Strassburg, ein Teefreund durch das Teeblog, mit dem nur visuelle Briefe und Schriften ausgetauscht wurden, kam nun live nach Konstanz!

Suzanne beim Tee

Suzanne beim Tee

Zuerst waren wir bei Ali. Ali und seine Frau halten momentan in Antalya auf. Uns hat Alis Vater empfangen. Mit einer Tasse türkischen Tees haben wir angestossen. Die französische Besucherin brachte in den kleinen Kebap Laden ein Hauch von Frankreich. Der Gassi, ein Iraker, flüsterte extra zu uns, dass sein Tellerservice nur für die charmanten Besucher war. Danach machten wir uns bereit, auf die Reise ins Teeland! Suzanne brachte viele schöne Tees mit, darunter aus Strassburg und von Taipei – Stefane. Ich habe die Zhenshan Xiaozhong sofort aufgemacht. Oh! Der typische Longgan-Duft steigt gleich in meine Nase! Darüber werde ich einen ausführlichen Degustationsbericht schreiben.

Wir haben verschiedene Teesorte aufgegossen und zusammen probiert. Eine Oolongrunde: Sijichun 2006, Lishan Hochland 2005 und Dongding Original 2006. Die vielfältigen Duftnoten des Oolongs erheben uns sofort ins Teeland. Der Sijichun erinnerte sie an Flieder, der Lishan Hochland-Qi ist einfach unvergleichbar und das Dongding verführte uns in ein anders Sphäre! Der Buddha Hand und seine stets verwandelnde Duftnote fesselten uns in seinem Reich. Der Phönix Dancong war der absolute Treffer, und sie konnte nichts anders als nur seufzen: „Oh, Menglin, so einen Tee habe ich noch nie getrunken!“ Ich lachte und wusste, was sie damit meint. Es ging mir genau so…

Wir plauderten miteinander, obwohl wir uns erst seit paar Stunden face to face sahen. Wir sprachen über die Welt, über unser Leben und über unsere Leute, die wir lieben. Was macht es möglich, dass zwei fremde Menschen aus verschiedenen Kulturen so fliessend miteinander sein können? Ist es die Magie des Tees?

Ich schlug ihr eine Schale Matcha. Das leuchtende Grün schimmelte in der dunklen blauen Tienmu-Schale. Suzanne trank und ihre Augen leuchteten. „Was für einen Tee!“ „Ja. Die Samurais haben den Tee früher immer getrunken, bevor sie mit dem Schlacht anfingen.“ Sie haben wohl genau so geseufzt?

Vergänglich ist das Leben und viele schöne Momente der Begegnungen! Es war wieder die Zeit des Abschieds. Wir tranken noch eine Runde Pu Er und Suzanne verschob ihren Zug. Wir haben drei Pu Er aufgegossen: 1990 von Stefane, 1990 von Kieferkohle behandelter Pu Er, 1982 von Menghai. Der Aufguss 1990 war leicht und angenehm, während der auf Kieferkohle getrockneter Pu Er charaktervoll schmeckt. Als Suzanne den von 1982 kostete, sagte sie mir, dass sie das Qi dieses Tees spüren könnte! Ein unbeschreibbares Qi, was sich nicht verwörtlichen lässt. Dieser Tee wärmte uns und brachte Licht. Wir lächelten uns an, als ob Sonne über uns scheinen würde. Wir lächelten uns an, als ob wir uns schon lange kennen würden.

Im Tee muss man an nichts glauben, was man schmecken muss und soll. Man kann es nur selbst erfahren und erleben!

Es regnete noch, als Suzanne unbedingt gehen musste! Es regnete und regnete draussen, während Sonne in uns schien. Es schien die Sonne und sie wird wohl noch eine Weile weiter scheinen!

Katze entdeckt Schätze

Suzanne erzählte mir, dass ihre Katze sofort die Schätze entdeckte!

5 Gedanken zu „Die Magie des Tees

  1. Suzanne

    Oh, was für ein schöner Bericht über unser Treffen! Es war ganz unvergleichlich bei Dir, Menglin, und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. Der Tee hat seine eigene Magie und verbindet Menschen – auch die, die sich noch nie vorher gesehen haben…

    Ich bin sehr stolz, in Deinem Blog zu sein – und sogar meine Katze… Sie riecht gern am Tee!

    Ich habe den Freitag über immer wieder an unser Zusammentreffen gedacht und war noch den ganzen Tag in einem anderen Land – dem Teeland! Aus diesem Land kommt man verzaubert wieder…

    Der Matcha war unvergleichlich… wie der Phönix Dancong. Man kann es gar nicht in Worte fassen. All diese wunderbaren Tees, und unser Gespräch – das wird mir immer im Gedächtnis bleiben, als etwas sehr wertvolles.

    Liebe Menglin, ich danke Dir für Deine Gastfreundschaft, die großartige Degustation und den tollen Kuchen!!! sowie die Leckereien, die ich im Zug noch genossen habe – und die wundervolle Teekanne, die mich jetzt immer begleiten wird. Wer das Glück hat, Dich kennenzulenen, erlebt eine große Bereicherung.

    Komm bald nach Strasbourg! Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.

    Viele liebe Grüße,

    Suzanne

    PS: ich war heute bei der Teemeisterin und habe ihr den Buddha Hand gezeigt! Sie war ganz begeistert davon und meinte: Menglin ist eine große Expertin!

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  2. Stéphane

    Ich freue mich auch im Tee bei Euch gewesen zu sein während dieses Treffens. Und am Samstag, mußte ich auch an Menglin denken, als ich bei Herr Feng in Pinglin war und dort Baozhong kaufte. Ihm geht’s übrigens ganz gut. Die Tee Säcke heufen sich bei ihm und er und seine Frau sind ganz nette Leute.

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  3. Stéphane

    Ich freue mich auch im Tee bei Euch gewesen zu sein während dieses Treffens. Und am Samstag, mußte ich auch an Menglin denken, als ich bei Herr Feng in Pinglin war und dort Baozhong kaufte. Ihm geht’s übrigens ganz gut. Die Tee Säcke heufen sich bei ihm und er und seine Frau sind ganz nette Leute.

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  4. Suzanne

    Hello Menglin und Stéphane!

    Ja, es war ein wunderschönes Treffen, bei dem Stéphane auch präsent war! Ich hatte alle Pu-Er von Dir mitgebracht, Stéphane, aber wir haben nur geschafft, den einen zu kosten. Er war sehr gut und ich werde hier mal allein eine Degustation der drei Pu-Er Proben machen. Darauf freue ich mich schon sehr – ich berichte dann!

    Wann schaffen wir ein Treffen zu dritt?? Ich hoffe, bald!

    Viele liebe Grüße!

    Suzanne

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