Tee und Buddhismus

Wer sich noch mehr für die Wechselbeziehung zwischen Tee und Buddhismus in China interessiert, könnte man diese Seite von Fo Guanshan Tempel anschauen.

In Taiwan gibt es eine Tee-Vereinigung: Nicht-Ich Tee Treff. Es wird jedes Jahr grosse Tee-Zusammenkunft organisiert, wo sich Teefreunde von Kinderalter bis unbegrenzten treffen. Dort wird Tee zubereitet und serviert. Die Nicht Ich Tee Vereinigung (Wu Wo Cha Hui) gibt verschiedene Regelung zum Tee-Zubereitung und Tee Servieren heraus. Man bereitet Tee zu, serviert ihn und trinkt ihn, um die Grenze des Egos (der Geist, der stets unterscheidet zwischen Ihnen und Außen, zwischen Gut und Schlecht und zwischen Freund und Feind) zu überstreiten. Tee und Zen hat den gleichen Geschmack (auf Japanisch: Cha Zen I Chi Mi; auf Chinesisch: Cha Chan Yi Wei).

Teegedichte und Teepoet

Tang-Dynastie in China war nicht nur ein Reich mit starker militanten Macht, sondern ein kultureller Höhepunkt der chinesischen Geschichte. In dieser Zeit wurde die Hauptstadt Chang-An (heutiger Xi-An) das Vorbild von der japanischen Hauptstadt Kyoto und die chinesische Sprache die Sprache der aristokratischen Klassen ganzer Ostasien.

ChajingCha Jing. Drei Teile.

Lu Yu lebte in dieser Zeit. Wir kennen ihn im Westen gut wegen seinem verewigten Teebuch – Cha-Jing. Lu Yu hatte viele Teefreunde, darunter Yan Zhenqing (ein legendärer Kalligraph) und ein Zen-Mönch Jiao Ran (730-799).

Jiao Ran ist hier unbekannt, obwohl er aufgrund einer Einladung von Yan Zhenqing mit Lu Yu zusammen ein Buch geschrieben hat. Es wurde erzählt, dass Lu Yu eine Tee-Pavillon im Tempel (Miaoxi Si) baute. Bei der Einweihung kalligraphierte Yan, während Jiao Ran Gedichte imporvisierte. Es war ein grosses „Event“ und wurde als eine außergewöhnliche Angelegenheit übermittelt – ähnlich wie heute „Stars auf der roten Teppich in Cannes“… Jiao Ran hinterliss viele Teegedichte.

Weil Jiao Ran ein Mönch ist, würde man auf projieren, dass er ein ersthaftes und asketisches Leben fuhr. Im Westen hat man wohl eine „starke“ moralische spirituelle Vorstellung, die in alten China nicht ganz gelebt wurde. Nein, Jiao Ran trank gerne Wein! Er hat auch gerne schöne Frauen.

Es wurde erzählt, dass er mit der schönen berühmte taoistische Priesterin Li Jilan gut befreundet war. Li war nicht nur schön, sondern musikalisch und poetisch talentiert. Eine schöne Frau in alten China bedeutet nicht nur die äußere Schönheit, sondern auch die innere Tiefe – anders als die heutigen Hollywood-Schönheiten. Li wurde – laut Legende – sogar von Kaiser Li Rongji ins Hof geholt. Sie weihte beim Kaiser als Gast für ein Monat und man wusste nicht viel, was für spirituelle Erfahrungen ausgetauscht wurden.

Jedenfalls kam Li Jilan eines Tages zu Besuch. Jiao Ran und Li vergassen die Zeit bis die Kerzen erlöschte. Es war bereits tiefer in der Nacht. Nach dem Abschied von Li, schrieb Jiao Ran ein Gedicht über diese Momente:

Die Göttin kam mich prüfen, wollte die Blume auf mein Kleid streuen;

Das Zen-Herz reagierte nicht darauf, brach ihr die vollständige Blume zurück.

Wir wissen nicht, was wirklich geschah.

Jiao Ran hat noch viele andere Tee-Gedichte. Er beschrieb einmal, als er mit Lu Yu Tee degustierte:

Im September im Berg-Tempel, der Herbt vergelbt auch die Chrysathemen am Ostzaun. Gewöhnliche Menschen bevorzugen Wein, wer versteht eigentlich die Sprache des Tees?

Ein anderes Gedicht:

Die erste Schale wäscht meine Verblendungen. Das wahre Gefühl füllt den Raum zwischen Himmel und Erde.

Die zweite Schale klärt meinen Geist, wie der Regen Staub weg spült.

Die dritte Schale schenkt mir Erleuchtung, wozu die Kummer mit Willen zu beseitigen?  

Huang Jin Gui 黃金桂

Anxi Anxi, Fujian.

 

Dieser traditionelle Oolong wurde zum ersten Mal erwähnt in der späten Qing-Dynastie (in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts). Es wurde erzählte, dass dieser Teebaum von einer Teebäuerin Huang / in anderer Eraehlung Namens Wei entdeckt und kultiviert wurde. Teebäuerin Huang entdeckte diese wilde Teebaumsorte und fand seinen unverwechselbaren Duft faszinierend und pflanzte ihn in ihrem Garten. Dieser Baum nennt man Huang Jin Gui – ich nenne ihn „Goldener Oolong“.

Der goldene Oolong ist ein goldener Oolong, weil er einen goldenen Aufguss hat. Er genießt seinen Ruhm in der Oolong-Welt wegen drei speziellen Eigenschaften 二奇一早: außergewöhnlicher Duft, früh keimende Natur (er kommt früher auf dem Tee-Markt im Frühling als andere Oolong) und schöne Form. Teataster Wang in Hongkong beschrieb die Form von Huang Jin Gui, dass dieser Oolong eine Form von feiner gelben langer Streifen hat. Den Huang Jin Gui, den ich sehen, hat heute meistens Kugelform…

Den Goldener Oolong, der ich aufgegossen habe, ist nicht aus Luoyan 羅岩 / Anxi 安溪, sondern aus Nantou 南投/ Taiwan – dies kann man bei der kugeligen Blattform bereits ahnen. Dieser Tee wurde von Insekten befallen und bekommt entsprechend interessantem Aroma. Teebauer Chen erzählte mir, dass er die Teebäume befallen lässt – wie in früheren Zeit. Eigentlich war das Befallen von Insekten ein Alptraum des Teebauers. Später wurde dieser Alptraum ein Kunstwerk – die Entstehungsgeschichte von Oriental Beauty. Viele Teebauer in Taiwan lassen ihre Teebäume zunehmend befallen, weil die Erfolgsgeschichte des Oriental Beauty überzeugend wirkt. Die Teeblätter von „Insekten-Bisse“ haben eine interessante Duftnote, die künstlich nicht zu erzeugen ist.

Der Aufguss von „goldenem Oolong“ ist in goldener Farbe. Die Duftnote erinnert mich an den blühenden Osmanthus-Wald 桂花香 und verändert sich nach paar Sekunden zu fruchtiger Nuance! Der Geschmack ist aromatisch und typisch – Oolong!

Degustation von zwei Yinzhen Baihao aus Zhenghe

Degustation von zwei Yinzhen Baihao aus Zhenghe

Gerade habe ich diese beschriebenen Yinzhen Baihao von verschiedener Abbauweise degustiert.

Im Bild rechts befindet der Yinzhen von konventioneller Anbauweise und links der Bio Yinzhen. Die Aufgussfarbe von rechtem Yinzhen ist dunkler und so schmeckt ebenfalls der Tee. Er ist charaktervoll, leicht bitter, schmeckt leicht zusammenziehend, aber sehr aromatisch. Der Yinzhen von den saftigen Tipps auf der rechten Seite sieht dagegen mild und hell aus. Er schmeckt elegant, mild und hat einen schönen leichten interessanten Sojamilch-Geschmeck – für mich.

Von Blattgut her sieht der rechte Yinzhen besser: volle saftige gerade Tipps und wenige holzige Teile.

Der Yinzhen aus Zhenghe sollte anders verarbeitet werden als von anderen Anbauorten in Fujian. Die Tipps werden von Anfang an bereits aussortiert, während die Tipps und Blätter in anderen Orten nicht beim Anfang aussortiert werden. In meinem Teebuch steht, dass der Zhenghe Yinzhen leicht grünlich leuchtet. Die beiden Exemplare bei mir leuchten leider nicht grünlich, sondern eher weiss.

Wer Wert auf Bio legt, ist der Bio Yinzhen sicher eine gute Wahl, die einen vollen und aromatischen Geschmack vermittelt. Den Yinzhen, der in China legendär ist, ist bekannt nach seiner Eleganz und seinem frischem hellen Aufguss.

Zwei Yinzhen Baihao

Zwei Yinzhen Baihao

Ich habe einen schönen seltenen Yinzhen Baihao erhalten. Dieser Yinzhen sollte aus dem Ursprungsanbauort Zhenghe in Fujian stammen. In meinem Vorratskammer hätte ich bereits einen Yinzhen aus dem konventionellen Anbau. Beide weisse exklusive Tees möchte ich gerne gemainsam degustieren.

Im Bild sehen wir links den Yinzhen aus konventionellem Anbau – ebenfalls aus Zhenghe. Im Bild rechts sehen wir den Yinzhen aus Bio-Anbau. Der Yinzhen auf der linken Seite sehen „fetter“ – bzw. satter aus, während der auf der rechten Seite dunkler und schlanker aussieht.

Mengding Huangya 蒙顶黄芽

Teegarten in MengshanTeegarten in Mengshan

Mengding Huangya, ein Götter Tee aus Mengshan, Yaan/Suchuan 四川省雅安市蒙顶山. Ein Gegend, wo nicht nur Götter Tee produziert wird, sondern auch der letzte ZUfluchtort von Panda Bären…

Lu Yu bezeichnete in Cha Jing den Tee aus Mengding als der beste Tee. Mengding Tee (Tee auf dem Gipfel des Meng Shans) genoss nicht nur den Ruf als der beste Tee in China, sondern auch als Götter Tee.
Viele Legende erzählten die Heilkraft des Mengding Tees. Mao Wenxi (ca. 935 n. C.) in seinem Buch über Tee „Cha Pu“ erzählte, dass es fünf Gipfel in Mengshan gibt. Auf dem mittleren Gipfel befinden sich Teegärten. Wenn man 40gr. Von dem Gipfel trinkt, werden chronische Probleme geheilt. 80g Mengding Tee schützt uns vor Krankheiten. 120g garantiert uns schöne Haut und Knochen, ausserdem wirkt er „anti-aging“. Beim 150g ist man bereits eine irdische Gottheit!
Glaubst Du es, oder nicht?
In Mengshan regnet es immer – etwas wie hier im Mitte Europa… Regen, Wolken und Nebel dominieren diese Gegend. Warmes und feuchtes Klima ist die beste Vorraussetzung für Tee.
Heute gibt es verschiedene Variationen von Mengding Tee:
Ganlu (Süsse Tau): ein grüner Tee aus ein Blatt und ein Tipp.
Shihua (Stein Blumen): ein gelber Tee aus zarten Blätter.
Huanya (gelber Tipp): ein gelber Tee. Im Unterschied zu „Shihua“ wird Huangya leicht gerollt. Die Tipps glänzen und der Geschmack ist elegant, rein und voll.
Der Tee aus Mengding wurde seit Tang-Dynastie als kaiserlichen Tribut produziert. Es wurde sogar verschiedene Zeremonien durchgeführt, während der Tee sorgfältig produziert. Eigentlich existieren nur 7 Teebäume auf dem Gipfel von Mengding, dessen Tee den Name Götter-Tee tragen dürfen. Tee aus anderen Teebäumen sind „Fanzhong“ – gewöhnliche Sorte.
Heute ist es eine demokratische Zeit. Es gibt nun keinen Kaiser-Tee, sondern wohl „Massen-Tee“. Wer kümmert sich noch darum, wie der Götter Tee schmeckt? Stehen die 7 Götter-Bäume noch auf dem Gipfel des Meng Shans?

Einst war der Mengding Huanya der Portotyp von Mengshan Tee. Heute übernimmt der grüne Tee seine Stellung. Heutzutage wird in diesem Gebiet hauptsächlich grüner Tee produziert, sogar auch Schwarztee…

Ich bin froh, dass wir noch Mengding Huanya erleben können, egal ob er aus dem gewöhnlichen Baum stammt oder aus dem Götter-Baum…

Lapsang Souchong 正山小种

Neulich habe ich gelesen, dass der Name Lapsang Souchong tibetisch sei.

„Lap“ bedeutet in Tibtisch „Hand“. „Sang“ bedeutet „Vollkommenheit“. „Sou“ beduetet „Herstellung“. „Chong“ ist „vollenden“. Kurz zusammengefasst bedeutet dieser Name in Tibet: „aus Hände in der Vollkommenheit hergestellt“.

Wie ist dieser seltene rarer roter Tee aus Wuyi-Gerbirge nach Tibet gebracht? Durch die Pferde und Esel-Karawanen über Schluchten und Gipfel… Die Phantasie hilft der geographischen Lücke zu schliessen.

Heute habe ich erfahren, dass dieser Tee im originalen Anbauort Tongmu Guan auf zweier Art hergestellt wird: für Binnenmarkt in China – ein roter Tee, der nach fruchtigem Longgan-Frucht 桂圆味 schmeckt; für Ausland – ein westlicher Stil… leicht rauchig und keine Spuren von fruchtigem Longgan Geschmack.

Schade für wen? Warum glauben die Hersteller in China, dass Ausländer einen anderen Lapsang Souchong haben wollen? Warum glauben sie, dass Geschmack kulturell begrenzt ist? Ich erinnere mich an die Shop-Soy unf Süss-Sauer-Gerichte in China Restaurant… Verstehen Ausländer wirklich den „chinesischen“ Tee nicht? Schade für China, das Land des Tees, das glaubt, dass man sich an dem Geschmack des vermeintlichen „Westen“ anpassen muss. Schade für chinesische Teemaker, die so wenig Selbstvertrauen hätten, in ihre eigene Tradition!

Schade für allen Teeliebhaber, die gerne einen Schluck des originalen Lapsang Souchong erleben möchten.

Phönix Dancong 2006

Ich war sehr enttäuscht, als ich erfuhr, dass der Phönix Dancong 2005 ausverkauft wurde und Ernte 2006 noch nicht zufriedene Auswahl getroffen wurde. Teataster Chen sagte mir, „Rarität ist eben Rariät!“ Es sollte mir doch klar sein, dass Tee eben kein Industrieprodukt ist! Jedes Jahr ist anders! Darum RARITÄT!

Heute erhalte ich eine kleine Probepakte von ihm. Er hat doch welche gefunden, was ihm zufrieden stellt.

Antje, Martin und ich sassen im Garten und genossen zusammen den frischen Ernte von Phönix Dancong 2006!

Ein wunderbarer Tee. Er ist frischer fruchtiger als der von 2006. Lichee Geschmack war sehr deutlich und verführt uns zur exotischen Welt! Duft des Lichees, Geschmack des Honigs und eine frische Brise wehen in unser Herz und Körper. Sind wir noch in Zürich? Oder sind wir schon in Asien?

Trotzdem sagte Martin, „Nein, dieser Tee passt nicht zum Schogi Kuchen.“ Ja. Er hat vollkommen Recht. Ein charakterstarker Matcha oder ein würziger herber Nanyue Maofeng könnten den Geschmack des Schogi-Kuchen ebenbürdig sein, aber nicht so ein farbreicher, blumiger und Fruchtiger Phönix aus Phönix Berg Chaoan…