Archiv der Kategorie: Teehaus Shui Tang Zürich水美堂

Ein Erfahrungsbericht über Shui Tang

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Ich lernte Sean und seinen Hund Leo in Shui Tang kennen. Wie jeder von uns tragen die beiden einen Rucksack und ihre eigene Geschichte, die sie prägen. Manchmal hat man das Gefühl, dass man sich schämen muss, weil man so eben solche Geschichte auf Lager hat. Manchmal erfährt man, dass man so ist wie man ist, einen Platz unter der Sonne hat. Es gibt etwas in dieser Welt, die an keine Bedingung gekoppelt ist.
Heute besuchte mich eine junge Japanerin. Ich erkenne das frühere Ich in sie – in ihrer Lebendigkeit und Freundlichkeit erkenne ich das asiatische Muster einer Frau zu sein. Für andere Menschen da zu sein anstatt für sich selbst zu sorgen. In meiner Direktheit erzählte ich ihr angesicht zu angesicht. Sie weinte und die Trännen gossen, obwohl wir uns gegenüber zum ersten Mal begegnen. Es ist schwer, die beste Freundin von sich selbst zu sein.

Ich sagte Sean, sei Ihnen der beste Freund und treffe die richtige Entscheidung für sich selbst. Wer ist wem eine Rechenschaft schuldig in dieser Welt? Wenn jeder für sich selbst sorgen kann und Verantwortung für das eigene Leben übernehmen kann anstatt bei jemandem anzuhängen, wäre der Frieden der Welt kein Traum. Jeder gute menschliche Beziehung besteht für mich aus einer Freundschaft. Eine Freundschaft aus Respekt und Vertrauen, dass jeder ein eigenständiger Mensch ist und freie Wille hat.

Ein flüssiger Tag

Ein flüssiger Tag

Michi hat Geburtstag. Er wollte uns allen bekochen. Ich ging zu Konditorei und wollte einen Kuchen kaufen. Natürlich kaufe ich einen Kuchen, der mir schmeckt, also ein Cheese-Cake. Als ich in das 15 Tram einstieg, wurde es mir plötzlich klar, dass er Latose-unvertäglich ist. Also, ein Geburtstagkuchen für Nicht Geburtstagskind.
Allen sassen am Tisch und diese Szene erinnert mich an den Tisch bei Atong in seinem Büro. Jeden Tag tauchen Gäste um 12 Uhr auf, um zu essen. Und der jüngste muss abwaschen. Shui Tang ist ein Stück Taiwan, ein Stücke von Lebensfluss, der durch Tee flüssig wird. Tee ist ein wunderbares Gefäss, das Menschen versammelnt und einen Raum ermöglicht, etwas Schönes zu gestalten. Etwas, was über Kalkül hinausgeht.
So verging heute unglaublich schnell. Ein Besucher nach dem anderen.
Meine Onejiang (Schwester) Yumi meldete sich per Message, dass sie noch zu dem seltenen Pu Er kommen wolltest. Sie vergass es nicht und ich weiss, dass sie immer kommt, wenn es stimmt. Aber ich war eigentlich müde und habe heute Abend noch Programme. Es gibt viel Arbeit vor mir. Also, ich wollte den Fluss brechen. Ich schrieb ihr, dass es mir doch lieber morgen wäre. Als ich kurz in der Ruhe mit Jiri unterhielt, hörte ich Yumi mit anderen auf Japanisch sprechen. Sie stand bereits vor der Tür und wollte einfach nicht hinein kommen, um mich nicht zu stören. Ich hörte es, stand auf und rief sie. Sie kamen hinein mit zwei Japaner, schüchtern und höflich. „Ich wollte Dich nicht aufhalten.“ Wir sind bereits im Fluss, es gibt nichts mehr aufzuhalten. Jiri schabte den hart gekochten Tee und wir tranken ihn mit Chasen „geschlagen“ und in Tenmuku-Schalen. Ich seufzte, „Ach, das Licht stimmt nicht. Eigentlich sollte es Kerzenlicht sein. Dann sind wir genau so wie in der Tang-Dynastie!“ Yumi sah in diesem Moment richtig flüssig aus…
Yumi verfügt nicht ein grosses Budget, hat aber ein grosses Herz. Sie lebt tatsächlich immer im Fluss. Sie weiss, ich habe gerne Champagne und bringt mir die besten Flaschen. Sie weiss, ich habe gerne bestimmte Süssigkeit und macht mir einfach ein Freude. Wenn sie mich sehen will, teilt sie einfach mit. Unkompliziert und immer direkt ins Herz. Ich schätze es sehr.

Sommerselektion ist online

Die Sommer-Selektion von Shui Tang ist nun online!
Der Sommer ist in Zürich? Kaum zu spüren!

Wer kann uns einen schönen Sommer zaubern? Wir selbst!
Ein subtiler erfrischender Anji Baicha mit leisen Zitrusblüte-Duft ist für mich der idealer Begleiter für einen nachdenklichen Sommer… Nicht jeder Sommer ist voller Leichtigkeit und bunt, manchmal ist es ein Scheideweg des Lebens. Dieser leise präsente Tee ist der Tee für ein Gespräch zwischen uns und unserem besten Freund – das sind wir selber.
Wenn man zu viel kalte Speise verzehrt und Früchte isst, ist ein gut gerösteter Oolong eine gute Hilfe für die Verdauung. Phönix Dancong Premium begleiten uns durch den Sommer mit seiner Tiefe und seinem Charakter, ohne in dieser allgemeinen Ferienstimmung oberflächlich zu wirken.
Dianhong Premium wärmt uns an jeden Morgen und energetisieren uns für den Start. Dieser Tee ist eine Sucht. Ich brauche ihn jeden Tag!

Kaywa Reader

Viele Leute fragen mich, was dieses Code auf der Teeverpackung Shuitangs macht. Ich sage immer geheimnisvoll: „Es sind Informationen über diesen Tee verschlüsselt.“ Dieses Code ist wie Sesam öffne Dich!
Jetzt gibt es ein Kaywa Reader für das Code bei APP:
http://itunes.apple.com/us/app/kaywa-ticket/id502878693?mt=8
Euch wünsche ich viel Spass beim „ENTSCHLUESSELN“ des Tees!

Alte Teeschalen, alte Meister

Alte Teeschalen, alte Meister

In einem Landgasthof haben wir gut gegessen. Dann im Schrank dieses Hotels sah ich etwas, was mich anzieht. Bei Ulrich erzählte ich von dieser schönen Schale. Er sagte mir, dass wir doch einmal gemeinsam zu der Töpferin im Markgräflerland hinfahren können. Er sagte, er kannte Herrn Kerstan sehr gut, eine unglaublich spannende und speziele Persönlichkeit, die er nach seinem plötzlichen Tod sehr vermisst.
Wir fuhren heute gemeinsam zu ihr. Als ich die schönen Seladon in verschiedenen Farbtöne sah, wusste ich, dass diese Schalen sehr vielen Teemenschen in Shui Tang ermöglichen an Schönheit des Lebens teilzunehmen! Anmutige und zugleich elegante Form beflügelt mit lebendigem Glasur schmeichelt an meinen Finger! Es ist wie Regenbögen, der uns zu einem anderen Ufer führen kann!
Eigentlich sehen meine Finger viel zu versnobt aus, zu fein und weiss. Diese Finger könnte nie eine Kyoto-Schale (gold bemalt und aus Porzellan) gut halten – viel zu fragil. Diese Schale von Beatrix Kerstan-Sturm gibt meinen Hände einen Boden und neben der Eleganz gleichzeitig eine Ausstrahlung von Aufrichtigkeit. Für manche starken Finger verleihen solche Schalen eine weiche friedliche Linie.
Eine Teeschale sollte Hände unterstützen, die Persönlichkeit zur Sparche zu bringen oder einen Ausgleich zu vermitteln. Teeschale lebt nicht von der Schönheit des Scheins, sondern von der Beziehung zwischen den Händen und ihr. „Was macht eine Teeschale mit mir?“
Dann wurden wir zu der alten Teeschalen-Sammlung von alten Herrn Kerstan geführt. In jenen Momente dachte ich viele alte Meister zu begegnen! Ulrich erzählte von einem Misusashi (Wassergefäss), dass er dieses Gefäss Stunden lang aus verschiedenen Perspektiven anschauen konnte. Ich nickte meinen Kopf – ich könnte hier gleich Zazen machen vor diesen Teeschalen und ihnen zuhören, was sie mir erzählen! Sie werden mich wohl fragen: „Mädchen, wie bist Du denn hier her gekommen?“ Ich werde wohl weinend antworten, „Wegen Euch. Ihr habt mich gerufen.“ Ich folge immer eine unsichtbare Faden im Leben, die mich dort hin führt, wo ich sein sollte. Diese alten Teeschalen, leicht verstaubt, an ihre Schönheit unverändert, egal wie unsere Welt dadraussend sich verändert, erzählen mir das, was bleibt!

Der Kieferbaum bleibt Tausendjahren bei derselben Farbe, 松樹千年翠
Egal ob die Zeitgenossen diese Farbe mögen! 不入時人意

Glücklich stieg ich ins Auto ein und weiss, dass ich wieder kommen werde.

Alte Teeschalen erzählen Geschichte

Alte Teeschalen erzählen Geschichte

Kai kam eigentlich sehr ungünstig. Da sassen bereits eine Gruppe von Damen, die Tee erleben wollten. Ich liess ihm allein auf dem Opiumbett sitzen. Sein Gesicht war nachdenklich.
Nachdem die Damen gingen, sass ich zu ihm. Er sagte, dass er nicht wusste, weshalb er zu Shui Tang lief. Ich nickte meinen Kopf, als ob ich es verstehen würde. Er zeigte die Teedose von Holzofen – unglasiert, nackt und in sich geruht – „ich könnte hier Stunde lang hinsetzen und sie anschauen – ich werde nie langweilig!“ „Spricht die Teedose zu Dir, nicht wahr…“
Vielen Menschen kommen zu Shui Tang und dachte, sie können hier etwas kaufen – mit Geld. Sie dachten, ich wollte ihnen etwas verkaufen – für das Geld. Manchmal wird es scheinbar zu einem vermeintlichen Machtkampf, es gäbe einen Gewinner und einen Verlierer, wenn etwas verkauft oder nicht gekauft wird. Für mich bleibt diese Sache irrelevant. Ich habe auch schon für Kunde kostbare Dinge besorgt, die sie aber nicht mitnehmen – aus irgendeinem Grund. Niemand ist allerdings niemandem Rechenschaft schuldig. Immer war es mir klar, dass es dem Interesse des Anderen sein sollen, dass sie gute Tees trinken und schöne Dinge bei sich haben wollen. Ich beobachte das Kommen und Gehen und stelle mir immer wieder die Frage „Sind wir als Menschen bewusst, dass wir Dinge kaufen? Oder läuft es eigentlich eher umgekehrt – dass wir ausgesucht werden…?“

„Wir betrachten Gold, Silber und Edelstein als wertvoll, während die Japaner alte Töpfe, kaputte Keramik und Steingut als Schätze aufbewahren.“
Der portugiesischer Jesuit Luis Frois (1562) schrieb diese Beobachtung in seinen Notizen über die Fremdheit Japans. Dasselbe beobachte ich tagtäglich in Shui Tang. Für manche ist diese Schale eine bezaubernde Schönheit, für andere ist es kaputte Schaben! Warum fallen mir etwas auf, warum den anderen gar nicht! Warum sehen ich in dieser Person eine Chance, warum die anderen nicht? So sammele ich bereits Schalen von einem Star, bevor er ein Star wurde!
Menschen glauben, sie seien es, die Dinge aussuchen – für mich ist es umgekehrt – die Dinge suchen Liebhaber aus und entscheiden sich, ob sie mit gehen.
Es war genau so, wie ich zu der Schalen von Beatrix Kerstan-Sturm kam. Diese Seladon-Schale führte mich zu einer Tür, die mir Schönheit eröffnet.

Besuch eines Shakuhagi-Spieler Yoshida

Besuch eines Shakuhagi-Spieler Yoshida

An einem sonnigen Samstag ist die Arbeit in Shui Tang recht entspannt. An solchen Frühlingstag sind Menschen getrieben von warmem Zahara-Sandsturm und Welle des Pollen-Flugs. Um so überraschend ist der Besuch von Evi, die gestern als Fremdenführerin spielte und ihren Freunden aus Japan.
Yoshida begleitet von seiner russischen Frau und einem Kameramann, der seine Reise und Musik dokumentieren sollte, spielte improvisiert in Shui Tang, als ich ihm sagte, dass das Stück Reibo zu meinem Lieblingsstücke gehört.
Während draussend Menschen kamen und gingen, herrschte die einfachen Stimme des Shakuhagi gepaart von den Atemzüge Yoshidas. Seine Atemzüge gaben energisch den Rythmus des Spiels und verleihte seine Präsenz durch Musik auf eine sehr beeindrückende Art. Man fühlte sich hingerissen und wurde versetzte nach Sendai – ich roch Fische, sah die Meeresbrandung und plötzlich sass ich unter den alten Kiefer des Rinoji. Dann kamen wütende Schreien aus dem Meer… Diese Sunami im vergangenen Frühling zerstörte die Idylle Sendais…
Kamera-Mann machte seine gute Aufgabe und fragte mich nach meiner Impression von seiner Musik.

Die Stimme von Shakuhagi ist wie die Sprache des Tees. Sie wirken auf der gleichen Art und Weise. Die Düfte und Geschmäcke des Tees gleichen wie die Stimme Shakuhagis wie ein Schlüssel – ein Schlüssel zu einer Tür. Man ahnt dass etwas hinter dieser Tür gibt – wie ein Geheimnis des Lebens – für manche ist es wie Erleuchtung. Manchmal öffnet die Stimme Shakuhagis mir die Türspalte breiter, manchmal enger… Egal wie die Spalte aussieht, ich weiss, dass es ein Freude ist, in dieser Welt zu leben!

Ich nahm meine Lieblingssteinkanne – Stein, ein sehr altes Mitglied unserem Unisversums. Aus meinem Schrank holte ich meine Lieblingskirschbaumrinde-Teedose. Aus dieser Dose nahm ich paar Blätter von dem kostbaren Puer aus dem alten Baum in Bangwei – ein Geschenk eines guten Freunds. So bereitete ich den Tee für meine Freunde, die vorher Fremde waren, zu. Der Tee aus einem sehr alten Baum – man sagte, er sei über Tausendjahren alt, konnte meinen Freunden erzählen, wie die Stimme des Zens ( so bezeichnet man die Musik Shakuhagis) mich berührte.
Yoshida wird Zürich vielleicht im Oktober noch einmal besuchen. Vielleicht haben die Musik-Freunde Glück die Stimme des Zens von Yoshida zu hören!