Archiv der Kategorie: Pu Er und gelagerter Tee

Eine Tasse gegen Unzulänglichkeit des Lebens

Eine Tasse gegen Unzulänglichkeit des Lebens

Pingsheng Bu RuYi Shi, Jie You Maokong San.

All das, was mich belastet, quält und ärgert, scheint in diesem Moment durch diese Tasse aus meine Poren zu erlöschen.

Lu Qian.

Zu wenig Zeit, um einen anständigen Betrag über die neuen Erfahrung mit Yous Pu Er zu schreiben. Zu wenig Zeit, um Bücher anständig zu widmen. Wie ein Hund schrieb mir ein Freund aus Paris, er fühlte sich zur Zeit wie ein Hund. Dieser Ausdruck benutzen wir beide aus unserer Unizeit von NTU. Wie ein Hund fühlte ich richtig in letzter Zeit. Kein anständies Essen, kein anständiges Schlaf und keine anständige Sehnsucht nach schönen Dinge des Lebens. Ein Hund hat zumindest einen anständigen Rythmus zum Leben, schlafen, wann er will und essen, so lang es gibt. Insofern würde ein Hund uns beide verbieten, unser Leben mit seins zu vergleichen.

Für mich hat der Genuss von Pu Er Tee auf zwei verschiedene Art: ein Genuss des Geschmacks und ein Erlebnis der Energie – was in Chinesisch Qi heisst. Ohne esoterisch zu werden möchte ich das Wort Energie vereinfachen, einfach als das Erlebnis nach dem Trinken, was uns alles erinnert, was uns in Körper erweckt.

Die meisten Pu Er sind entweder aus den kleinen gezuchteten Teebusch von Teegärten, oder aus den verwilderten oder weniger gepflegten alten grossblätterigen Baum. Beiden Tees geben unterschiedliche Geschmackserlebnisse. Chou, Yu erzählte mir einmal von seiner Vorliebe. Tee aus alen wilden Baum, am besten unter der Sonne getrocknet, mit Hand (bzw. Fuss) gepresst. Dieser Tee sollte nach dem Dampf noch einmal nur unter der Sonne trockenen. Da der Temperatur zwischen 30-40 Grad von der Sonne die besten Bedingung für einen gepressten Pu Er ist, zum nachreifen.

Viele Menschen sind scharf auf Teefladen, der nur aus feinen Tipp hergestellt ist. Wenn man allerdings die alt gelagerten Pu Er (Die Klassifikation von „hao“) betrachtet, merkt man, dass die damaligen Tipps fett und gross waren. Chou, Yu kritisierte, dass diese falsche Trend von dem Grüntee, dessen Tipp klein und fein sein sollte. Aber Pu Er ist Pu Er. Da der grüne Tee heute am besten vermarktet ist, werden alle anderen Teesorten richtig von dem Markttrend beschädigt! Auch der schöne faccettenreiche Oolong leidet immer mehr unter der eintönigen vergrünten Oolongtee-Trend. Chou, You sagte mit, dass die schönen Tipps zwar fein und geschmeidig schmecken, aber die weichen zarten Stange den Body für den Geschmack liefert.

Dies erlebte ich richtig, als ein Besucher aus Karlsruhe zu Besuch kam. Anscheinend kam ich erst dazu, Tee zu geniessen, wenn ein Besuch kam. You schenkte mir reichlich viele Teevarietäten, die er selbst produzierte. Eigentlich ist er ein wortarmer Mensch. Ich denke, Tee spricht für ihn und für sich selbst. Mit meinem Besucher trank ich den jungen Tee aus 2008 Yiwu und wir waren richtig überrascht von seiner Geschmeidigkeit, von seiner Volle und von seiner Stabilität. Seine Aufgüsse sind gleich geblieben, ohne Schwankung und Verlust. In seinem jungen Jahr ist er bereit eine Schönheit, die unaufdringlich auftritt. Meistens schmecke ich beim jungen Pu Er z. B. von dem neuen Red-Label oder Blue-Label die Aufdinglichkeit und Aggressivität. Einmal trank ich mit Md. Chou in Wistaria-House. Nach paar Runden konnten wir beide nicht mehr weiter sprechen. Dagegen ist der junge Pu Er von You, sanft und zugleich stark, tiefgrundig und zugleich offen. Duft aus Blumenwiese, leicht blumig, leicht nach Moos und noch mehr schmeckt man den Duft auf der Wiese, wenn der Sonneuntergang auf Blüte und Grass scheint.

Ich spürte die Kraft der Sonne, die durch den Körper, durch den Tee floss. In jenem Moment glaubte ich verstanden zu haben, was das ausmacht, einen Pu Er nach der Tradition herzustellen. Plötzlich konnte ich nicht mehr denken als an dem Satz von Lu Qian: All die Unzulänglichkeit des Lebens scheint in diesem Moment aus meinen Poren ausgeschieden zu sein!

Ein alter Baum schlägt seine Wurzel tief in die Erde, somit ist die Pestizide und Dünnemittel nicht nötig. Ein alter Verfahren basiert auf die natürliche Energie, die zwar unter Schwankung der Natur leidet, aber durch die menschliche künstlerische Fertigkeit gut gelenkt werden kann. Wozu Technologie? Ohne die Technologie kommt der Tee nur mühsam durch die Bergen und Seen zu uns. Also ein Teeliebhaber braucht beides.

Foto: ein Vergleich zwischen trocken (links) gelagerten und feucht (rechts) gelagerten Pu Er.

Teeliste der Puer Degustation am 10.12.2008

Gestern gab es drei Deguatationsrunde, die drei Themen bearbeiten sollte:

1. Die Unterschiede zwischen den Jahrgänge.

Diese Unterschiede sollte anhand von fünf verschiedenen Pu Er Falden verdeutlicht werden:

Yiwu 2008, Yiwu 2005, Yiwu 2003, Simao 1999, Grenztee zwischen Vietnam und Yünan 1990

2. Unterschiede zwischen unterschiedlichen Herstellungsmethode.

Pu Er kbA, Pu Er 2006 Taihe (Wistaria House) lose, Pu Er Taihe (Wistaria House) 2006 Fladen, Pu Er Yiwu lose (von You), Pu Er Yiwu Fladen (von You)

Diese Runden könnten wir den Unterschied zwischen künstlichen Fermentation und natürlichen Produktion erleben. Der Sonne-Trocknen-Geschmack könnte durch den Vergleich zwischen Taihe und Yiwu von You markant feststellen. Das Power der Sonne Yünans und die Fade der meschinellen Verarbeitung sind nicht miteinander zu vergleichen. Aber der Unterschied kann nur so dramatisch verstanden werden, wenn der Vergleich nebeneinander stattfindet.

Auch der Klupft zwischen den losen und gepressten Tee könnte man in dieser Runde klar schmecken und riechen.

Ein interessanter erlebnisreicher Vergleich!

3. Gipfel des Abends. Ein Vergleich zwischen gelagerten alten Pu Er und gelagerten alten Oolong.

Liu An 1950, Pu Er 1990, Alishan 1975, Dongding 1981, Tie Guanyin 2004

Carola rief, “ Menglin! Dieser Oolong schmeckt ja nach den Pu Er!“ Ihre Augen waren groß und voller Zweifel. Ich schrie, „Du bist super! You got it!“ Wer hat gesagt, dass man Bücher lesen muss, um Tee zu verstehen? Carola hat es verstanden, nur Tee zu trinken und Frage zu stellen. Dieses Erkenntnis bekommt man durch Körper anstatt durch Worte.

Ich stelle es mir immer so vor: 

Ein gelagerter Pu Er und ein gelagerter Oolong treffen sich nach einer gewissen Lagerzeit auf einem Regenbogen. Auf einem farbenreichen Regenbogen werden die beiden Tee aus unterschiedlichen Richtungen wieder eins, wie Mann und Frau auf dem Regenbogen sich treffen. Es gab ein Märchen in China, das sich über Korea nach Japan durchsetzte. Es wurde erzählt, dass ein geliebtes Paar verflucht wurde und sich nur einmal im Jahr treffen konnte – auf dem Regenbogen! Einmal im Jahr am 7. 7.

Einmal im Leben, wenn man den farbreichen Regenbogen einmal erleben, schmecken, riechen könnte, ist das Leben bereits beglückt, nicht wahr?

Vor der Pu Er Degustation am 10.12.2008 in Zürich

Vor der Pu Er Degustation am 10.12.2008 in Zürich

Die gestrige Pu Er Degustation war eine Panorama meines Werdegangs des Tees, eine Reise in die Vergangenheit, als ich noch im Dunkel trappelte und nach der Wahrheit suchte.

Menschen suchen stets nach der Wahrheit, entweder mit Materialismus oder mit Idealismus. Entweder denken wir über die Wahrheiten nach oder hüpfen nach unserem Gefühl. Was ist Wahrheit? Wie könnte überhaupt wahr sein, dass ein Tee problemlos gelagert werden kann. Was ist wahr, ist Pu Er von Pilz befallen oder einfach nur vergessen um gelagert zu werden?

Ich habe es geglaubt, wenn die Farbe des Aufguss dunkel ist, ist der Tee alt. Ich habe es auch geglaubt, dass ein alter Pu Er einfach nur Muffig riecht. Ich habe es auch geglaubt, wenn der Pu Er Pilz bekam, ist er ein guter Pu Er – kennst Du nicht etwa wie der verschimmelte Käse z. B. Appenzeller? Ich habe es geglaubt, was in Bücher steht und was die so genannten Autoritäten erzählen – die großen Autorität – bis ich meinen Lehrer getroffen habe. Er sagte mir, glaube mir nicht, glaube das, was der Tee zu Dir spricht.

In der Degustation fühlen und denken wir nicht. Wir trinken einfach den Tee und hören ihm zu. Was zeigt er uns, was erzählt er uns und was ist er. Dieses Ich, das Tee zuhört, ist neu. Ich war anders. Ich habe gelesen, nachgedacht und nach geplappert, was die anderen erzählt haben. In jenen Zustand war ich bereits Teehändler – auch wenn es nur eine Freizeitsbeschäftigung war. In jenen Zustand verkaufe ich bereits Pu Er, auch wenn dieser Tee mir nur fremd war. Da ich Schlitzaugen habe, glaubt man mir im Europa. Die Tees, die ich damals als ein bloßer „Schlitzaugen-Expert“ kaufte, sind heute die besten Unterrichtsmaterialien. Sie warnen anderen Teilnehmern, was man heute nicht mehr kaufen sollte.

Ich schaue diese „falsch“ eingekauften Tees an. Eine Betrachtung mit einem gemischten Gefühl. Es ist mir bewusst, dass man vor Tee immer wieder wie ein Anfänger fühlen kann. Immer wieder sehe ich Gipfel nach den Gipfeln. Was ich heute erzähle, ist morgen bereits Schnee von gestern. Andererseits, warum muss ich mich denn kümmern, was ich gestern nachplapperte? Darum betone ich immer wieder im Seminar, „Glaube mir nicht, versuche den Tee selbst zu verstehen.“

Menschen suchen stets nach der Wahrheit, damit wir einen Halt haben – materialistisch oder idealistisch. Leider, wo und was ist die Wahrheit? Wie lange dauert diese Wahrheit?

 

 

Stets bin Ich froh jemanden begegnen zu können, der den Teppich unter meinen Füssen weg ziehen könnte. Dann weiß ich zumindest, die Wahrheit ist noch nicht gefunden. Sei wachsam, Menglin.

Xiao Huang Yin 小黃印

Ich hoffe, dass ich nach Europa zurueck fliegen koennte. Die Unruhe in Bangkok verursacht Einstellung von vielen Flieger und ich weiss nicht, ob mein Flug nicht gestrichen wird.

Als You mich abholte war es bereits 4 Uhr. Ich erzaehlte ihm, was alle in Fuzhou geschah und wir lachten ueber die Verruecktheit des Teemarktes in China und ebenfalls ueber die so genannte Finanzkrise. Ich wollte noch Teekanne kaufen. Nachdem ich das Fotos im Blog gepostet habe, habe ich viele Nachfrage bekommen, um solche wertvolle Kanne zu kaufen. Natuerlich moechte ich gelagerten guten Pu Er von ihm kaufen, wenn er welchen hat. Sein Gesicht wurde steinig. Ich spuerte etwas Sondeerbares.

Auf seinem Teetisch stand bereits ein Buch, eine Katalog von dieser Sammlung, von denen ich gluecklicherweise einen Teil ergattert habe. „Fuer Dich.“ Wie? Ein Buch aus dem 80er Jahren? Einfach so? Keine Information habe ich erhalten, wie das Buch gefunden wurde. Das ist irgendwie seine Art. er spricht nicht viel, spricht nichts ueber sich selbst und noch weniger, wie er etwas emfindet. Ich nahm das Buch einfach unverschaemt an und bedankt mich einfach. Ich wollte einfach noch 10 Teekanne kaufen. Er liess mich welche aussuchen und sagte mir nur nebenbei, dass jede Kanne den Marktwert im chinesischen Kulturkreis zwischen 300-400 Euros liegt. Als ich es erfuhr, fiel eine Kanne fast aus meiner Hand. Der Preis, den ich dafuer bezahle, ist einfach nicht fair fuer ihn! Also, ich schaute ihn an und erhielt keine Antwort. Also, das ist wohl nicht mein Problem. Ich suchte die Teekanne aus und dachte an die gluecklichen Schweine in Europa!

Seine Geschaeftspartnerin war heute da und auch noch ein Kundin. You brachte paar uralte Pu Er Falden aus dem Geheimzimmer. 5 Falden aus 80er Jahren, drei vollstaendig und zwei bruechig. „Koennte ich probieren?“ fragte ich wieder unverschaemt. Seine Geschaeftspartnerin schaute ihn an und er waermte seine Teekanne aus Zhuni.

Xiao Haungyin aus den 80er Jahren, in gelb gedrucktem Papier, aus Menghai. Er zeigte mir eine Pu Er Lexikon, wo dieser Tee datiert wurde. Der Aufguss erinnerte mich an jenem Abend mit Hanspeter in Wistaria Haus, als wir einen Red Label aus dem 80er Jahren trank. Gleiche Auspraegung und gleiche Haerte – nicht agressiv, aber so hart wie der gerade Ruecken des Bambus. Geschmeidig, intensiv und vielfaeltig. Der Duft schmeckt nach Sandelholz und Harz im Wald des Herbsts. Im Herbst, wenn der Wind nach dem Regen weht, wenn Du im wald spazierst, dann schmeckst Du den frischen warmen Harz zwischen den Baeumen und Erde…

Dann bereitete er uns noch einen Liu Bao aus den 50er Jahren zu. Mit einer winzigen kleinen Zhuni-Kanne. „Ach! Was fuer einen Genuss!“ reif ich. Sandelholz und Adlerholz wachsen zusammen in einem praechtigen tropischen Wald! Dann Suessholz und leichte Kamper-Note! He, so etwas… You lachte wie herzig. Es gab natuerlich nichts von diesem Genuss zu kaufen, das war mir sicher. Er packte mir einfach eine kleine Tuete, „Fuer Dich.“ Meine Hand stand in der Luft und wusste nicht, in welche Richung sie sich bewegen sollte. 

„Hast Du Geburtstag?“ fragte die Kundin zu seinem Geschaeftspartnerin. Sie schmunzelte.

Als You Abendessen einkaufte, erzaehlte sie mir, dass er ein seltsamer Typ ist. Das ahnte ich schon. Er liebt Parfuem, ging nach Vietnam, nur um Adlerholz zu sammeln. Er schreibt Kalligraphie und malt chinesische Malerei, besucht regelmaessig Unterricht. Er lebt nur fuer Tee, wohnt im Laden und arbeitet wie verrueckt. Normalerweise spricht er nicht gerne mit Kunde und wenn Kunde ihn nervt, geht er einfach weg. Solche gelagerte Tees betrachtet er wie ein Stueck Fleisch von ihm. Er wird mir nicht verkaufen wollen, meinte sie. Ich verstehe es nur zu gut, solche Typen kenne ich bereits ein paar…

Er fuhr mich zum Bahnhof. Ich lud ihn ein, mich zu besuchen. Er schuettelte seinen Kopf. Er wuerde mir die Tees aus den 80er Jahren geben, meinte er im dunkelen Auto. „Fuer Deinen Laden.“

Ich haette geweint, aber hatte keine Traenen. Teefreundschaft ist etwas Sonderbares. Die gluecklichen Schweine in Deutschland, dachte ich, wie haetten sie diesen Tee verdient? Wie so habe ich ihn denn verdient? „wann kommst Du wieder?“ „Bald, im April.“ „Take care.“ Ich winkte meine Hand in der Luft.

Tee pressen

Die Pu Er Fladen, die von You gemacht wurden, waren alle von Fuessen auf Steinplatten gepresst. Obwohl sein Tee recht jung ist, schmeckt er bereits sanft, vielfealtig und frisch. Sanft, vielfealtig und frisch wie diese Person, die diese Seite allerdings fuer sich behaelt und nur durch Tee mit anderen kommuniziert.

Ein Tee Beduiner

Ein Tee Beduiner

Ich lernte diesen Tee-Beduiner kennen ueber Azhong. You, ein Jaegger und Sammler des Tees, Teekanne und Porzellan. Unterwegs in Yixing, Jingdezhen oder in Yiwu zwischen den Pu er Baeumen. Nur weil er zu oft betrogen wurde und zu oft Maerchen erzaehlt bekommt hat, moechte er selbst der Augenzeuger des Geschehen. Wenn Pu Er geerntet wird, belaestigt er einfach beim Teebauer zwei Monaten, wenn er Teekanne beauftragt, bleibt er bei dem Kuenstler ein Monat. Wenn er gemalene Porzellan-Cups kauft, lebt er bei dem Maler…
Meine Augen wurden so gross wie Longgan, als er mir seine Abenteur erzaehlte…

Pu Er Degustation von Teeclub Suisse

Am 11. Dezember Donnerstag 19-21 Uhr findet eine Degustation von Pu Er Tee statt.

Die Bedürfnisse, Pu Er näher kennen zu lernen, ist nicht nur wegen der wachsenden Interesse der Öffentlichkeit an disem Tee zurückzuführen, sondern auch wegen der Entdeckungslust von dem Balance zwischen Tee und Zeit.

Wie manifestiert die Zeit durch Tee? Wie lässt ein Tee sich beeinflussen über die Zeit? Ist die Zeit eine beflügelnde Kraft für Teegenuss oder eher eine vernichtende Quelle des Teefreude?

In Berlin erfreute die Kristine über ihre große Entdeckung durch die Zeit. Zwischen den unterschiedlichen Tassen könnte man tatsächlich feststellen, dass dieser Tee tatsächlich jünger ist als der andere. Einmal schickte mir ein Teehändler aus China einen Pu Er und behauptete, dass er von Jahrgang 2001 stammte. Nach meiner Degustation rief ich ihn an und sagte, dass dieser Tee wohl nicht älter sein kann als von 2005.

Tee spricht für sich und lügt nicht – wenn dann der Verkäufer. Aber der Verkäufer weiss auch gar nicht, dass er „lügt“. Denn die Sprache des Tees möchte gerne gelernt und verstanden werden, nicht nur einfach interpretiert.

Auf meiner Reise werde ich unterschiedliche Materialien sammeln, um das Wesentliche dieses „Trend“-Tee aufzuzeigen. Die wichtigsten bei Pu Er sind für mich vier Aspekte:

1. Jahrgangsunterschied

2. Regionale Unterschiede

3. Herstellungsunterschiede – künstlich oder natürlich nachgereift. Ich spreche nicht für andere, nur für mich. Ich würde nie freiwillig künstlich nachfermentierten Pu Er trinken.

4. Unterschiede von Bäumenarten.

Diese vier Aspekte könnten unmöglich in diesen drei Stunden aufgezeigt werden. Wir werden auf zwei bis drei Aspekte konzentrieren. Zuverlässige Quelle als Referenzen sind meine Aufgabe, die erst eine aussagekräftige Degustation ermöglichen kann! Also, ich bemühe mich.

Solche interessante und inspirierenden Runde möchte ich ab nächstem Frühling im Teehaus an der Spiegelgasse öfters veranstalten!

Tee und seine Aufbewahrung

Sehr geehrte Frau Menglin Chou,

aufgrund eines akuten Mottenbefalls habe ich mich heute aufgemacht und

mich im Netz nach diversen Aufbewahrungsdosen sowie Tips zur richtigen

Lagerung umgesehen.

Da habe ich mich besonnen das ich vor einiger Zeit einen Blog entdeckt

hatte der qualitativ bestach und mit Wissen und Hingabe gepflegt wird.

Nach kurzer Suche bin ich wieder zu Ihrem Blog gelangt. An dieser Stelle

auch ein Lob für Ihre Arbeit, machen Sie weiter so.

Vielleicht können Sie mir ein paar Ratschläge geben oder bestimmte

Teedosen empfehlen.

Leider ist der Vorratsschrank in dem mein Teesortiment aufbewahrt wird

für Motten leicht zugänglich, da sich an der Unterseite ein Spalt befindet.

Sichtbar befallen waren nur die Teeverpackungen aus Papier (Falz).

Die hochwertigen japanischen Tees waren dank der Aluminiumverpackungen

nicht betroffen.

Teedosen aus Metall (davon besitze ich 2 mit Glasdeckel und

Gummidichtung) hatte ich als Ideal angesehen, Grüntee soll man aber

angeblich darin nicht lose aufbewahren (Oxidation)!?

Die klassischen (günstigen) Blechdosen sagen mir generell wenig zu da

der Verschluss nicht gerade luftdicht ist und sich am Bodenfalz Reste

einlagern.

Ich habe gelesen das japanische Kirschholzdosen optimal sein sollten,

Angebote hierzu konnte ich allerdings nicht finden.

Letztendlich würde ich gerne die Schwarz-/Grünteesorten welche in

Papierverpackung (von meinem Stammlieferanten Hamburger Teespeicher

zb.)geliefert werden besser lagern ohne dass das Aroma schnell verloren

geht oder sich evtl Motten am Tee vergehen.

Sofern der Tee im Schrank aufbewahrt wird – sind Glasgefäße

(Geruchsneutral und leicht auswaschbar) geeignet?

Über Ratschläge Ihrerseits würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen aus Baden-Würrtemberg

Frank

Neben dem Teetrinken ist die Sache mit dem Aufbewahren wohl ziemlich essential für einen Teeliebhaber.

Eigentlich bin ich keine gute Adresse für solche Frage. Jeder, der mich kennt, würde Kopf schütteln, wie ich meinen Tee aufbewahre. Ich trinke ihn einfach schnell weg, oder ich verschenke ihn weiter. Natürlich besetzen die Teedosen meine Wohnung. Blechdosen, Ikea Blechdosen – sehr gut für Pu Er Tee aufzubewahren, Papierdose aus Taiwan etc.

Blechdosen: Wenn Sie Ihren Grüntee schnell verbrauchen, wäre es nicht problematisch, ihn direkt im Blechdosen aufzubewahren. Ich fände es allerdings besser, samt der Papier in der Dose aufzubewahren. Ähnliche Teesorten könnte man zusammen aufbewahren, aber nicht zu unterschiedliche Teesorten.

Blechdosen aus Ikea: ideal für Pu Er. Pu Er aufzubewahren sollte nicht in einer lusftdichten Dose sein. Nur um „unerwünschte“ Mittrinker zu vermeiden schafft die Blechdose in Ikea jedenfalls, außerdem hat diese Dose einfach die richtige Grüsse für eine Fladen.

Glas: auch ein ideales Medium, sofern das Licht nicht direkt auf das Glas wirft.

Um Geruch zu neutralisieren könnte man alte Teeblätter (unverbraucht) in die Dose oder Glas paar Stunde oder einen Tag füllen und liegen lassen. Teeblätter beseitigen fremden Geruch hervorragend – darum sind sie auch sehr empfindlich gegenüber „unerwünschtem“ Fremdgeruch.

Die japanischen Teesorten würde ich generell im Kühlschrank aufbewahren. Ungeöffnete Tüte im Tiefkühl.

Die Kirschholz-Dosen könnten Sie vielleicht bei

limited-stock.com (+41-43-2685260) anfragen. Der Laden, die Jägger und Sammler an der Spiegelgasse Zürichs, führen hervorragende Teedose-Sortiment aus Japan (natürlich auch Sortiment von ML)!

 

Tai He 2006 und etc.

Ein Bericht über Tai He zu schreiben, fällt nicht schwer. Es ist insofern schwer, wenn man das Unsichtbare von Chou Yus Text und Vorstellung wörtlich materialisieren möchte. Es ist oft so, dass viele Beschreibung sehr esoterisch klingt, wie „die Bewegung des Qis“ und „Ganzheit mit dem Kosmos“. Man könnte alles behaupten, was einer glaubt, es bei sich zu spüren. Andererseits ist man keiner Rechenschaft schuldig, was man bei einem Tee empfindet. Jeder Duft, jeder Tee und jeder Geschmack ruft unterschiedliche Reaktionen und Assoziationen bei Menschen hervor. Was gäbe es denn da zu diskutieren?

Manchmal bin ich mit der Frage konfrontiert, warum der beschriebene Geschmack bei dem Fragenden nicht zutrifft, wie könnte er denn überhaupt etwas unternehmen, um ihn zu schmecken. Manchmal frage ich zurück, „Wenn Du/Sie Dich/Sich nicht begeistern lässt, wie so der Tee Dich/Sie begeistern?“

Wenn Du Dich nicht berühren lässt, wie möchtest Du andere berühren?

Mein junger Schauspieler-Freund Dirk, fast ein Ersatzbruder für mich, verlor gerade seine Freundin. Sie ist nach Europa gekommen, um eine Geschichte zu vergessen. Nach ihrem Heimat zurückgekehrt, um eine andere Geschichte zu vergessen. Er sagte, dass er nicht wirklich traurig sei, weil die Distanz zu groß sei, um überwunden zu werden. Es ist nicht die Distanz der Liebe, sondern die Distanz zum eigenen Selbstvertrauen. Er kämpft um seine Karriere und wurde gesagt, dass er stets eine Schleie trägt, seine Schauspielkunst die Menschen nicht erreicht. Er fragte mich bedrückt, was das bedeuten sollte.

Wenn Du Dich nicht berühren lassen könntest, wie könntest Du andere Herzen berühren? Wenn Du Deine Trauer nicht kennst, wie möchtest Du  anderen mit Freude anstecken?

Unsere Erziehung zeigt uns, wie wir einen guten und besseren Menschen sein können, um Anerkennung und Akzeptanz zu erhalten. Immer fit, in Topform und leistungsfähig. Verpflichtungen, Schuldgefühle und das Gefühl des Opfers hängen mit der Erwartung zusammen, anerkannt und akzeptiert werden zu wollen. In diesem Mechanismus hat ein wahres Ich kaum einen Raum. Darum könnten viele Menschen nicht riechen, nicht schmecken und nicht fühlen. Ihr Sehen und Denken fixieren nur auf sich selbst, nur ihre eigene Probleme zählen zu wichtigsten Ereignisse der Welt – wie oft muss ich Frage und Emails beantworten, die nach Hilfe schreien, aber erhalte selten nach dem Antwort einen Dank. Zum Glück mache ich diese Arbeit für mich selbst, nicht für die anderen oder für einen Dank.

Mit Vero konnte ich den Tai Ho zusammen „erforschen“. Sie hat eine gute Nase, eine geschulte Wahrnehmung und beherrschte hervorragende Präzision des Benennens. Der trockene Tee duftet in seiner trockenen Form leicht nach getrockneten Zwetschgen, leicht nach Teer und nach dem Holz. Sie sagte, dass die holzige Note eine Art von Lebenskraft in ihr erweckte. Im Aufguss schmeckte er anders. Ich sagte wieder – wie Blumenwiese. Eine Blumenwiese nach dem ersten Frühlingsregen auf einer subtropischen Insel. Es ist feucht, duftend, leicht nach Moor nach Waldboden. Leicht nach Algen, fügte sie hinzu, aber nicht nach dem Meer, sondern nach den feuchten glitschigen Urpflanzen der Erde. Der Aufguss war ergiebig. Die aufgegossenen Blätter sahen wunderschön. Keine Verletzungsstelle, sorgfältig verarbeitet. Das Gefühl des Paradieses – das Gefühl voller Dankbarkeit. Kein Verlangen und keine Erwartung. 

Einen Dank an Chou, Yu, einen Dank an alle Wesen, die es ermöglichte, dieses Moment zu erleben.