Archiv der Kategorie: Gongfu Cha (Kungfu Cha) 工夫茶

Pu Er Tee und Wu Wei

Pu Er Tee und Wu Wei

Pu Er wird in den Medien als Wunderkraut gespriesen und der Tee aus Yunan bommt im Moment. Das Resultat ist, dass ich in diesem Frühling keinen Tee aus Yunen kaufen kann – er war zu teuer und der Preis ist nun am Fallen…

Meister Chen empfiehlt manche Menschen gerne Pu Er Tee. Er erzählte mir, dass Pu Er Tee auf den Unterleib Bereich positiv beeinflusst. Vor Allem Schwäche in Dickdarm, Dünndarm, Postata, Gebärmutter und Blasen könnte mit Pu Er Tee geholfen werden. Der Geschmack Süss in Pu Er wirkt günstig auf Muskel aus. Er bezeichnet es als Tu-Qi (Erde-Qi). Das Tu-Qi bekräftigt die Schwäche im Unterbauch und beliefert ihm das notwendige Qi.

Jeden Morgen auf dem nüchternen Magen eine Schale „heisse“ Pu Er zu trinken, wird man mit Energie versorgt. Er empfiehlt Freunden, die Postata Operation hatten, Blasen-Angriff hatten, ihn zu trinken. Ein gut gelagerter Pu Er, der nicht künstlich nachfermentiert wurde, wäre eine gute Wahl für diese Kur. 

Pu Er, der aus alten Bäumen stammten, hat einen markanten süssen Geschmack. Da diese Teeblätter mehr Inhaltstoffe haben als Teeblätter aus niedrigen Teebusche. Nach einer langen natürlichen Lagerung verschwinden die unangenehmen bittere und sauere zusammenziehende Note. Der Tee schmeckt richtig süss und erdig. Solcher Tee wäre für Meister Chen eine sehr gute Alternative für Verstärkung der Gesundheit als Pille. 

茶的四氣和五味 Siqi und Wuwei – Tee und Qi

Chinesischer KräuterChinesische Heilkräuter für Zufuhr des Qis

Tee aus der Perspektive der chinesischen Medizin zu betrachten könnte durch die Theorie von vier verschiedene Charakter (四氣 Siqi) des Qis und fünf verschiedenen Geschmäcke (五味 Wuwei) verdeutlicht werden.

Siqi 四氣: das ist gemeint mit der Wirkung des Tees in unserem Körper. Tee wirkt sich in vier Charaktere aus: Kalt, abkühlend, warm und mild. Aus der Persktive von Yin und Yang betrachtet könnte man warm und mild zu Yang Qualität eingeordet werden; kalt und abkühlend zu Yin Qualität eingeordnet werden.

五味  Wuwei: Tee hat fünf verschiedene Geschmäcke: Scharf, süss, sauer, bitter und salzig. Scharf und süss gehören eher zur Yang-Qualität; bitter, sauer und salzig beinhaltet mehr Yin-Qualität. Konkret betrachtet wirkt der Tee unterschiedlich in unserem Körper aus aufgrund seiner unterschiedlichen Geschmäcke.

Scharfer Geschmack spricht Lunge – Dickdamm an. Er wirkt sich im ganzen Nervensystem aus.

Süsser Geschmack spricht Milz- Magen an. Er wirkt sicht im ganzen Muskel-System aus.

Sauerer Geschmack spricht Leber und Gallen an. Er wirkt sich in ganzen Organen aus.

Bitterer Geschmack spricht Herz und Dünndarm an. Er wirkt sich in ganzem Blutkreislaufsystem aus.

Salziger Geschmack spricht Nieren und Blasen an. Er wirkt sich in ganzem Knochen-System aus.

 

Kungfu Cha Geschirr

Kungfu Cha Geschirr

Florian pflegt ebenfalls eine Kungfu Cha Tradition.

Ein Bambus Teeschiff, der Wasser auffängt und Wünsch für die Ästhetik erfüllt.

Zwei Kannen-System: eine Kanne für Teeaufguss (links) und eine Kanne (rechts) für die Teezubereitung. Damit die Teeblätter nicht zu lange in einer Teekanne – im Aufguss stehen und der Aufguss gleichmässig schmeckt, wird eine zusätzliche Teekanne für den Aufguss verwendet. 

Die Teetasse, die nicht gerade mit 100 ml Flüssigkeit gefüllt werden können.

Ein Teesieb.

Grundsetzliche Ausstattung für eine Kungfu-Methode.

Erfahrungsaustausch mit Kungfu Cha

Vor zwei Wochen besuchte mich Bruno. Er wollte ein Kungfu Kanne Set erwerben für seine Reise ins Teeland. Wie viele andere Tee-Begeisterte möchte er versuchen, ob der Tee dadruch wirklich anders schmeckt. Ich plädierte zwar immer wieder, dass man Tee nicht in einer 1 Liter Kanne zubereitet, sondern in einer kleinen Teekännchen. Diese Art von Tee-Zubereitung fällt einem doch ziemlich fremd und deshalb schwer. Teeliebhaber braucht Mut und ein bisschen Abenteuer-Geist, sich auf diese „Reise“ zu starten.

Man sagte mir, dass Menschen ein Gewöhnheitstier sind. Ich erwiderte, dass Menschen Gewöhnheitstier werden, wenn sie träge sind. Wenn man einmal auf den Geschmack des Tee kommt, wie könnte man es missen wollen? Meisten edelen Teesorten brauchen Auseinandersetzungsvermögen von Teetrinker. Sie brauchen individuelle Zubereitungsweise und Zuwendungen. Manchen Teesorten möchte nur mit dem leicht abgekühltem Wasser aufgegossen werden, manchen möchte nur mit Besen aufgeschäumt werden. Mit Einheitskonzept kommen wir im Teeland nicht weiter. Das Denken mit Einheitskonzept ist genau das Problem unseres Lebens und unserer Gesellschaft. Pillen retten alle Menschen, egal wer sie sind. Alle „wollen“ Karriere, Trend und Konsum, egal wer sie sind. Warum wundern wir über die Jugendgewalt, gefragte Irrenhäuser und verwirrte Menschen auf unserer Strassen? Hat unsere Gesellschaft Menschen alternative Modele für die Seele angeboten als Wellness-Ferien, Bausparverträge und Versicherungen? Für mich war die Auseinandersetzung mit Tee eine Befreiung meines Konzepten und meiner Erziehung.

Bruno bekamen seine Teekanne und versprach mir sein Feedback zu schreiben. Nun könnten wir zusammen seine Erfahrungen teilen.

Hallo Menglin, wie geht es dir?

Das Teekannen-Set ist wirklich sehr hilfreich, insbesondere auch die „Duft-Kanne“. Die Tees gelingen mir viel besser, weil man durch das kleine Volumen mehr Kontrolle hat bei der Zubereitung. Ich möchte es nicht mehr missen!

Ausserdem habe ich inzwischen Buddha Hand getrunken. Er ist wunderbar! Den Muskat-Geschmack, welchen ich beim Oriental Beauty als „beissend“ bezeichnet habe, ist beim Buddha Hand viel angenehmer und stets begleitet von einer dezenten Süsse. Das macht ihn für meinen Geschmack sehr ausgewogen. (Aber wie du erwähnt hast, gab der Oriental Beauty damals noch nicht seine beste Seite Preis. Ich möchte ihm also nicht Unrecht tun.) Beim DongDing Oolong setzt sich nach drei Aufgüssen ein klarer „hölzerner“ Geschmack durch, welchen ich ja bekanntlich nicht so mag. Beim Buddha Hand hab ich selbst beim fünften Aufguss nur ansatzweise diesen Geschmack ausmachen können. Vier Aufgüsse sind perfekt, der fünfte immer noch gut. Nun werde ich darauf achten, wie er sich in der nächsten Zeit verhält, wenn er noch etwas „Luft schnappen“ kann.

So, das wäre mal ein Versuch eines Feedbacks meinerseits.

Ich wünsche dir alles Gute und weiterhin viel Durchsetzungsvermögen bei all den Irren im Tram… 🙂

Liebe Grüsse,
Bruno

Letze Woche kam Marco mich ebenfalls zum Besuch und erwarb ein Kungfu-Kannen-Set. Er ist selbst ein Feinschmecker und kommt ursprünglich aus diesem Branch. Ich freue mich auf sein Feedback.

Teeblog – ein Ort für Erfahrungsaustausch für Teeliebhaber.

Gongfu Cha – wie fange ich an?

Hoi Meng-Lin

Ich habe durch einen Zeitungsartikel von deinem Blog erfahren und schon viele interessante Dinge daraus gelernt.

Ich trinke seit einigen Jahren Tee, am liebsten Oolongs, aber auch Grüntee und – darf man das sagen? – auch indischen Schwarztee oder mal einen Orange Pekoe aus Ceylon. Ich habe aber erst jetzt von Gong Fu Cha erfahren und finde es hoch interessant.

Mit welchen Utensilien soll ich denn beginnen, um Gong Fu Cha zu zelebrieren? Hast du vielleicht eine Buchempfehlung?
Ich war beeindruckt von deiner Beschreibung, wie der Tee-Meister den Tee-Pot energetisiert hat. Ich bin ein Anhänger von Qi Gong und Bewusstseinsarbeit und würde das Tee-Trinken gerne meditativer betreiben.

Ich habe in deinem Blog auch gelesen, dass die Wahl der Tee-Kanne essentiell ist, dass verschiedene Kannen schwerer oder einfacher zu reinigen und zu trocknen sind usw.
Vielleicht kannst du mir einfach einige Tipps geben, wie ich auf der Tee-Leiter einen Tritt nach oben komme.

Viele Grüsse

Marco

Lieber Marco, schön von einem neuen Teefreund zu hören!

Deine Fragen sind sehr wichtig und grundlegend. Es ist allerdings nicht einfach alles auf einmal zu beantworten!

Gongfu Cha muss man einmal erlebt werden, bevor man damit wirklich anfangen kann. Einen guten Oolong muss man einmal richtig zubereitet erlebt werden, bevor man sagt, was Oolong ist! Ich liebe Oolong, denn es gäbe keinen anderen Tee – wenn ich mir erlaube, es so zu behaupten, der so eine Dimension von Duftnoten und Geschmackswandlung anbieten könnte!

1. Wenn Du mit Gonfu Cha anfangen möchtest, nimmt zuerst eine Porzellan-kanne. Die berühmte Yixing kanne taugt in dieser Anfangsphase nicht: sie ist schwer zu pflegen. Sie wird durch falsche Behandlung schnell muffig. Ein guter Tee kann in so einer Kanne „zerstört“ werden. Für einen geübten Teeliebhaber wäre so eine gute Yi-Xing-Kanne geeignet, wenn er einen vertrauten bekannten Tee zubereitet. Wenn er allerdings einen neuen Tee ausprobiert, wäre auch eine Porzellan-Kanne besser geeignet. Porzellan Kanne ist pflegeleicht und verfälscht – verbessert und verschlechtert – den Geschmack des Tees nicht.

2. Mit Anfänger Geist: Ein Bewusstsein von Bescheidenheit, Wachsamkeit und Neugiere. Mit Bescheidenheit kann man Dinge richtig lernen. Ein Meister-Getue bringt uns nie weiter. Eine geliehene Lorbeer ebenfalls nicht. Wenn Du beim ausprobieren eine interessante oder komische Duft- und Geschmacksnote entdeckst, merk´ es Dir und vertraut Deine Nase und Zunge. Nach paar Male ausprobieren, bekommt man andere Augen über die ganz banale Dingen. Versuche durch Vergleichen und Experimentieren Grundgeschmack und feine Unterschiede des ähnlichen Tees festzustellen.

3. Das Wichtigste ist paar Weggefährte zu finden, z.B. in der Diskussion des Teeblog auszutauschen. Seriöse und richtige Information helfen uns immer ein Stück weiter, im Labyrinth der Tee-Literatur und des Tee-Marketings werden wir irreführend getäuscht. Manchmal lohnt sich einen wirklich guten (wohl auch teuer) originalen Tee aus originalen Anbaugebiet zu kaufen und zu studieren, um eine Referenz zu bekommen.

Bücher und Diskussion bringen uns immer nur bedingt weiter, insofern wenn die Information zuverlässig ist. Aber Tee lügt uns nicht. Er erzählt uns von seiner Geschichte. Wir müssen nur lernen, seine Sprache zu verstehen! Wie lernen wir seine Sprache verstehen? Gute Tea-Toys (Porzellan-Kanne des Gonfu Cha Utensilien wäre nicht schlecht), gute originale Tees als Referenzen und unser Anfängergeist!

Ich hoffe, Dir einwenig geholfen zu haben.

Menglin

Nachtrag: Ich habe mich sehr über dieses Mail gefreut. Es zeigt mir, wie Tee andere Menschen faszinieren kann und verschiedene fremde Menschen auch zusammenbringen kann! Das Verbundensein zwischen Menschen macht einem richtig glücklich!

Gongfu Set

Ein klassiches Gonfgu Cha-Set. Man muss nicht gleich mit Ton Kanne aus Yi-Xing anfangen. Eine Porzellan in dieser Grösse wäre ein guter Einstieg. Eine Teekanne und Teekrug (dieser Krug hilft den Aufguss von Teeblätter zu trennen, so dass Teeblätter nicht zu lang im Aufguss stehen und der Aufguss bei der Tasse gleichmässig schmeckt) aus Porzellan empfehle ich als Grundausstattung. Wenn man ein „Eingeübter“ ist, kann man noch mehr „toys“ dazu anschaffen. Man kann auch mit solchen Toys sich korkettieren – Exotik hat immer einen Markt. Aber der Tee lügt uns nicht – der Tee erzählt uns, ob er wirklich vom Herzen zubereitet wird.

中國三十大茗茶 Liste Bekannter chinesischer Tees

Man hört oft von 10 bekanntesten chinesischen Tees. Wer hat die Tees gelistet? Seit wann gibt es solche Liste?

Die Macht der Politik geht überall durch. 1957 wurde 10 beste chinesische Tees von „staatlicher“ Autorität gewählt. Es sind: Junshan Yinzhen, Mengding Huangya, Liuan Guapian, Wuyi Yancha, Qimen Hongcha, Huangshan Maofeng, Duyun Maojian, Xinyang Maojian, Xihu Longjing, Dongting Biluochun. 1982 wurde die Wahl noch einmal veranstaltet – von dem Wirtschaftsministerium. Diesmal finden zum Glück mehr als 20 Teesorte in die Liste Einzug und wir können uns an die Liste orientieren, was für Tee die besten Tees Chinas sind…

白茶 Weisser Tee

銀針白毫 Yinzhen Baohao

白牡丹 Bai Mudan (Nicht auf der Liste!!)

黃茶 gelber Tee

君山銀針 Junshan Yinzhen

蒙頂黃芽 Mengding Huang Ya

烏龍茶 Oolong

安溪南岩鐵觀音 Anxi Nanyan Tie Guanyin

武夷岩茶 Wuyi Yancha

鳳凰單欉水仙 Fenghuang Dancong Shuixian

綠茶 Lücha

西湖龍井 Xihu Longjing

洞庭碧蘿春 Dongting Bi Luo Chun

黃山毛峰 Huangshan Maofeng

古丈毛尖 Guzhang Maojian

涌溪火青 Yongxi Huoqing

六安瓜片 Liuan Guapian

太平猴魁 Taiping Houqui

江山綠牡丹 Jiangshan Lümudan

信陽毛尖 Xingyang Maojian

都勻毛尖 Duyun Maojian

峨嵋毛峰 Emei Maofeng

天山綠茶 Tianshan Lücha

金獎惠明茶 Jinjiang Huimingcha

花茶 Blumentee

茉莉閩毫 Moli Minhao (Jasmin Tee aus Fujian mit weissen Tipps)

茉莉蘇萌毫 Moli Su Menghao

Kein einziger Schwarztee und kein einziger gelagerter Tee steht auf diese Liste. Politische Macht ist höher als der Geschmack? Was bedeutet überhaupt der beste Tee?

Gongfu Cha (Kungfu Cha)

Meister Chen ezählte mir, was er unter Kongfu Cha versteht. Jeder kennt das Wort Gongfu und weiß, dass diese Terminologie mit dem Kampfsport zusammenhängt. Für einen Qi-Gong Meister bedeutet Gongfu Cha wirklich eine Art von Tee-Zubereitung, die mit Qi (Energie) gearbeitet wird.

Er schaute mich genau zu und beobachte, wie ich den Tee zubereite. Lächelnd erklärte  er mir, was für eine Rolle „Qi“ im Tee spielt.

Qi bereichert den Tee und verändert ihn. Wenn wir die Teeblätter in unserer Hand nehmen und bewusst tief ein- und ausatmen, nehmen die Blätter unsere Energie auf. Wenn wir gesund sind, wäre es eine Bereicherung für den Tee. Wenn wir gerade nicht in gutem Zustand sind, wäre es nicht immer positiv. Es geht nicht um Aroma des Tees, sondern um die Energie des Tees, wie er in uns wirkt.

Jeder Tee hat seinen spezifischen energetischen Haushalt, der sich in uns auswirkt. Ein grüner Tee erfrischt den Geist, kühlt den Körper gleichzeitig ab. Ein Pu Er, der unsere Energie sanft aufbauen könnte, sollte ein natürlich gelagerter und alter Pu Er sein. Dieser Tee wäre nach 15.30 nicht mehr geeignet zu trinken – man hat zu viel Energie. Nun durch das Qi von uns könnte den Tee zusätzlich energetisiert werden. Meister Chen erklärt mir, dass er auf diese Art und Weise Gongfu Cha praktiziert.

Auf der Teefest im China Garten Zürich zeigte er viele Teeliebhaber, die sich bei uns verweilten, wie er die Teekanne „energetisiert“. Er hielt die Teekanne in der Hand und atmete bewusst ein und aus. Eine Teekanne sah sofort glänzend aus und strahlte eine Lebendigkeit aus. Die Zuschauer waren entzückt von der „Magie“ des Qi. Meister lächelte und sagte, „Das kannst Du eigentlich auch. Du muss es einfach selbst ausprobieren und erleben!“

Namen des chinesischen Tees

Viele Teeliebhaber kommen mit dem Name des Tees nicht ganz zurecht. Die Fremdheit der chinesischen Bezeichnung zählt zu der ersten Verwirrung. Zweitens die chinesische Vorstellung von Namengebung.

Ich möchte hier nur eine kleine Erklärung geben in Bezug auf Oolongtee.

Oriental Beauty 東方美人– dieser Name wurde laut Erzählung von Königin Viktoria aus England gegeben. Die Königin ist längst vergangen und kann leider nichts dagegen sagen. Also glauben wir einfach an die schöne Projektion…

Dan Cong 單叢– dieser Oolongsorte ist nur aus einzelnem Teebaum, dessen Blätter individuell verarbeitet wird. Berühmter Phönix Dan Cong (Fenghuang Dancong) kann nur als Phönix genannt werden, wenn er aus Phönix Berg (Fenghuan Shan) stammt. Alle andere Dan Cong kann nur als Dan Cong mit seiner Duftbeschreibung bezeichnet werden. Z. B. manche Dan Cong duftet nach Jasminblüte. Dieser Art von Dan Cong wird als Moli Dan Cong genannt. Der Name von Dan Cong wird nach der Duftnote unterschieden, außer Baiye Dan Cong, dessen Name nach seiner Farbe (weiß) des Blattes gegeben wird.

Wuyi Yancha 岩茶 – Yancha aus Wuyi Gebirge 武夷山 werden nach verschiedener Kategorien bezeichnet. Yan Cha ist ähnlich wie Dan Cong. Sie werden auch einzeln kultiviert. Jede Sorte wird getrennt gepflegt und verarbeitet. Die Kategorien, dem Name zu geben sind:

-nach der Umgebung: Z.B. Gottheit im Wasser (Shui Zhong Xian 水中仙)- dieser Baum wächst wohl in der Nähe vom Wasser. Geister am Steilen Hang (Ban Tian Yao 半天妖) – dieser Baum wächst laut Erzählung auf gefährlichen Felsen.

-Nach der Form vom Teebaum: Betrunkene Gottheit 醉洞賓(Zui Dongbin) – dieser Baum hat wohl eine Form einer betrunkenen Menschenfigur…

-Nach der Blattform: Goldene Melone Samen 瓜子金(Guazi Jin)

-Nach der Farbe des Blattes: Sonne (Taiyan), Mond (Tai Yin)

-Nach der Zeit des Keimes: Der Tee, der nicht weiß, wann Frühling kommt (不知春Bu Zhi Chun) – früh keimende Sorte.

-Nach der Duftnote: Rou Gui 肉桂 – hat eine Zimtnote. Foshou 佛手 (Buddha Hand, kein Yancha, sondern Oolong in Süd Fujian und Taiwan) – hat Furcht FoShou (eine Art von Zitrusfrucht) Duftnote.

-Nach der Zeit der Entdeckung des Teebaums: Song Wang Shu 宋王樹 – König des Songs (Song-Dynastie 11. Jh.)

-Nach Legende: Da Hong Pao 大紅袍

Hochland Oolong aus Taiwan 高山烏龍茶 wird nach dem Anbaugebiet genannt. Z. B. Lishan, Alishan oder Shanlixi.

Oolong aus Taiwan wird auch nach der Erntezeit genannt. Z. B. Hong Shui Oolong 紅水烏龍 – eine Sommerernte, die stark geröstet wird.

Hoffentlich hilft es Teefreunden sich einwenig zu orientieren. Bei Frage und Anregung freue ich mich auf Eure Meldung!

Degustation von zwei Tie Guanyin aus Anxi

Tie Guanyin 9.6.2006

Zwei Tie Guanyin aus Anxi: rechts von Herbsternte 2005; links von Frühlingsernte 2006.

Heute habe ich zwei verschiedene Tie Guanyin aus Anxi degustiert. Ein Anxi Tie Guanyin von Gerhard 2006 Frühling und der andere Tie Guanyin von Teataster Chen 2005 Herbst. Gerhard unternahm jährlich aufwendige Reise nach Asien, um exzellente Tees aufzusuchen und Teebauer vor Ort zu besuchen. Ich kenne selten Teeliebhaber und Teehändler, die auf diese Art, seine Liebhaberei  pflegt! Wir arbeiten gerne zusammen, weil wir verstehen, dass Tee seine Sprache spricht und wir lernen, ihn zu begreifen.

Zuerst dachte, dass es zwei verschiedene Teesorten sind. Der Tie Guanyin von 2006 duftet nach Huflattich – sagte Freundin Antje. Erfrischend und entspannend. Die grasige Note ist nicht zu verkennen, aber nicht dominant und dezent. Herb und lieblich zugleich. Schön kräftige Blätter geben einen schönen grün-gelblichen Aufguss. Anders als der Tie Guanyin aus Strassburg, der stark nach Gras riecht und herb im Mund wirkt.

Der Anxi Tie Guanyin aus 2005 Herbst war für mich beinah ein anderer Tee. Chen sagte mir, dass Herbsternte von Tie Guanyin in Anxi die beste Ernte sei. Dieser Tee duftet richtig nach Oolong! Blumig und fruchtig zugleich. Den berühmten Orchideenduft finde ich wieder in diesem Tee! Lieblicher Aufguss hinterlässt einen feinen balsamierenden Nachklang im Mund. Ein typischer „Guanyin Yun“!

Eigentlich haben beide Tie Guanyin „Guanyin Yun“! Antje und ich fühlen sich richtig balsamiert nach der Degustation. Die schönen grossen leicht rötlichen Blätter des Tees sagen mir, dass die Tees aus reifen Blättern hergestellt wurden. Die typische Duftnote der Röstung, was einen süchtig machen kann, findet man bei dem von 2006 fast nicht. Ein sehr grüner Tie Guanyin, der aus der modernen Zeit entstanden ist, ist allerdings durchaus gelungen. Geschmeidig, elegant und lieblich. Nach typischem Oolong schmeckt aber der von 2005 Herbsternte.

Erster Aufguss des Tees

In der traditionellen Gongfu Cha (Kungfu Zeremonie) habe ich gelernt, den ersten Aufguss abzugießen. Man feuchtet so zu sagen den Tee an. Erst ab dem zweiten Aufguss genießt man den Tee.
Heute würde ich eine andere Methode empfehlen: die Teekanne mit heißem Wasser zuerst aufzuwärmen und abgießen. Anschließend die trockenen Teeblätter hinzufügen. Nach 5-10 Sekunde, den Duft der feuchten Blätter genießen. Dieser Duft verrät uns die Information, wie und ob der Tee richtig gelagert und hergestellt wurde. Den ersten Aufguss wie gewöhnlich zubereiten und trinken. Der erste Aufguss zeigt uns eigentlich die reichhaltigste Seite des Tees. Er enthält die meisten Inhaltstoffe. Die Blasen, die beim ersten Aufguss aufzeigen, enthalten nach dem japanischen Forscher 谷本阳藏 wichtige Stoffe für die Gesundheit.
Wer Angst hat, eine Nachtwanderung oder Schäfchen zu zählen, könnte den ersten Aufguss abgießen. Wer Gedanke um seine Gesundheit wegen Pestizide und Schadstoffen macht, sollte ebenfalls den ersten Aufguss vermeiden.
Ansonsten sehe ich keinen Grund auf den ersten Aufguss zu verzichten. Andererseits kann jeder versuchen heraus zu finden, welche Art und welchen Aufguss ihn am besten schmeckt!
1. Aufguss
Die Blasen in 1. Aufguss