Archiv der Kategorie: Gongfu Cha (Kungfu Cha) 工夫茶

Kurz vor einem Gongfu Cha Seminar

Beim Packen für das kommende Seminar in Berlin überlege ich stets, was mitgenommen werden sollte. Meine Teekanne, natürlich meine Lieblingskanne. Kostbar, schön und rar aus Schwarzenjade. Werden Teilnehmer enttäuscht von meinem dekadenten Geschmack? Ich liebe diese Kanne, nicht nur seine Linie, perfekte Zusammensetzung zwischen Deckel und dem Körper, sondern das wunderbare Material – der Stein schimmert im Licht und ist durchlässig.
Teezeremonie wird zugeschrieben von Reinheit, Respekt, Harmonie und Ruhe. Ein Ort des Innenschau und Heiligkeit. Diese Illusion pflegt man spätestens nur bis zu dem Akt des Tee-Geräte-Schaus. Dort wird ausgetauscht, wie rar und selten oder kostbar dieses verwendete Teatoys ist. Auch hier wird Wert getauscht, moralisisert und demonstriert.

Kostbar und rar. Schön und einzigartig. Die Instinkte des Jägers und das Begierde des Sammlers manifestieren sich nackt in der Welt des Tees. Ohne Geld, kein Besitz von Rarität. Rarität verspricht keine Garantie von Schönheit und Ästhetik. Schönheit berührt nur Menschen, die Zugang dafür halten. Keinen Zugang zur Ästhetische (theoretisch sollte jeder ihn haben) verfällt das schöne Besitztum für einen zur einen Etikette. Kein Geld und nur die ästhetischen Empfänglichkeit zu haben könnte das Leben mit Begierde ziemlich grausam machen.
Die Welt des Tees wird in Medien oder in Phantasie oft als Refugium betrachtet. Refugium für einen Raum des Ichs. Wer sich es leisten kann, baut ein Teehaus. Wer sich es nicht leisten kann, leistet sich eine Teestunde. Ist der Tee, der Retter? Oder ist der Retter die Entscheidung des Einzelnen, der sich einen Raum schafft, innere Freiheit zu pflegen?  Die Welt des Tees ist keine Rettungsreifen am Ufer. Wer in der Außenwelt nicht zurecht kommt, kommt hier mit seinem gewöhnten Muster auch nicht weiter. In dieser Welt begegne ich stets meinen eigenen Abgrund, meine Begierde und meine Illusion – der Jagd nach Perfektion, nach dem Außergewöhnlichen und nach dem Selbstverständlichen. Wenn man eigene Begierde nicht einmal kennt, es nicht thematisieren kann, wie könnte man überhaupt wissen, wohin man gehen will? Wenn die Richtung klar ist, bereite man sich vor für den richtigen Zeitpunkt und verwirklicht sie.
Kostbarer, rarer und schöner Tee und Teegräte sind wie solcher Mensch, einzigartig und selten. Man will solche Chance nicht verpassen. Trotzdem möchte man die wirkliche Freiheit zu behalten, mit Gewöhnlichen und Einfachen zufrieden zu sein. Darin liegt wohl die Kunst der Balance.

Die materielle Welt ist nicht sündhaft. Die Vision braucht Geld und Zeit. Der Jagd nach dem Geld ist nicht immer effizient, mit Willen erreicht man nicht die Kunst des Tees. Geld und Zeit sollte jeder mitbringen, wenn man die Welt des Tees betreten will – diese Aussage zu machen, vor einem Teeseminar dufte provokativ genug sein, vielleicht sogar entmutigend.

Mut ist die Sache und die Entscheidung des einzelnen. Jeder bekommt das, was er für seinen Herzenswünsch einsetzt – das bin ich sicher.

Wann sollte Tee geerntet werden?

Teefreundin aus Freiburg wurde stutzig, als ich ihr erzählte, dass die beste Erntezeit für Oolong mittags ist. Sie sagte mir, so hat sie nicht gelernt.

Gelernt über Tee hat sie bei einer Tee-Sommelier-Ausbildung in Bonn im diesen Herbst und Winter. Um einen Teesomelier zu sein musste sie paar Block-Seminare besuchen und verschiedene Marketingscoach mitmachen. Aber die Degustation erlebte sie nur von Grüntee und Schwarztee. Seminargebühr war nicht wenig, aber wertvoll, wenn man viel Wissen ums Tee authentisch vermittelt wird. Ihr wurde erzählt, dass der Tee immer morgens gepflückt wird, weil die Sonne die Oxidation beeinflusst.

Ich lachte, als sie mir davon erzählte, ein bisschen unhöflich – denke ich nachhinein. Tee als Überbergiff zu nehmen ohne ihn zu differenzieren, könnte man es machen, wenn man sich nicht mit Tee beschäftigt. Aber ein Teesommerlier… Sie fragte ich, wie sie ihr Gemüse im Garten pflückt, oder Kräuter sammelt. „Würdest Du an einem Regentag gehen?“ Sie schüttelte ihren Kopf. Ich fragte, wenn die Feuchtigkeitsverlust für die Herstellung eines Tees sehr wichtig wäre, wann würde sie denn die Blätter pflücken gehen? Ihre Augen leuchteten hell. „Mittags.“ „Welche Teesorten gehören zu diesen Kategorien?“ „Oolong und Schwarztee.“ Ich nickte meinen Kopf. (Darum kritisiere ich den Darjeeling, der im kalten Frühling geerntet und verarbeitet wird. Die Fermentation bei ihm ist für mich selten ausreichend, aber dem Trendgeschmack entspricht.) „Aber warum wurden uns so erzählt?“ „Ich kann nicht für andere Leute sprechen.“

Wie wird Grüntee dann gepflückt? Ich bin kein Expert in dieser Gattung und würde keine Kommentare abgeben. Ich könnte es mir vorstellen, dass die Aussage in ihrer Ausbildung sich eigentlich nur auf Grüntee bezieht.

Heute rief der jung L. (Doktorand im Fach Teeanbau und Herstellung an der Uni) aus China wieder an und wollte mit mir über die Ernte von Anji Baipian besprechen. Ich liess ihn nicht mit seiner Sache anfangen und fragte sofort  „Könntest Du mir bitte sagen, ob der Grüntee morgens gepflückt werden sollte und warum?“ Er lachte über meine aufdringliche Art, „Morgens wird der Grüntee in China gepflückt, weil die Oxidation von dem Sonneschein negativ beeinflusst wird.“ „Meinst Du, dass die Feuchtigkeit des Blattgutes die Herstellung des Grüntees nicht beeinträchtigt?“ „Doch, darum wird das Blattgut vor dem Erhitzen 30-60 Minuten – je nach Ausstattung des Produzenten und der Wetterlage – dünn ausgelegt und ruhen lassen. Durch das Ruhen tritt das grassige Geschmack des Teepflanzens im Hintergrund und die blumigen Duftnote kommen zur Geltung.“ „Das heisst, wenn ein Grüntee eine grassige Note erhält, hängt es mit dem Ruhen-Prozess zusammen?“ „Nicht nur, sondern auch mit dem Erhitzen.“ Wenn die Feuchtigkeit des Blattgutes zu hoch ist, dann wird der Tee vergelbt – er verliert die grüne Farbe. Darum wurde es immer vermutet, dass der gelbe Tee ursprunglich ein schief hergestellter grüner Tee war. Dann sprachen wir über den Röstkastanien-Geschmack, wie dieser Geschmack entsteht und den Prozess über den grünen Tee, der für Export und Massen-Produktion bestimmt ist.

Ich war zufrieden und liess ihn über das geschäftliche Details sprechen. Er sagte, dass er sich sehr freut, meine Frage zu hören. Er merkte, dass ich anders bin als viele Teeimporteur, die sich meistens nur für Trendsetter interessieren. Für mich gehe es immer um die klassischen Sorten und die möglichst beste Auswahl. Naja, er wollte damit sagen, dass ich ein schwieriger Kunde bin. Aber wenn ein Lieferant in der Lage ist, möglichst die beste Auswahl anzubieten, macht er sich auch unentbehrbar. „Wie Du.“ sagte ich zu ihm. Er lachte.

Es geht nicht um die beste Auswahl, eigentlich. Ich will nur meine Arbeit gut machen. Wenn ich einen Tee nicht verstehe, wie könnte ich ihn denn vorstellen? Darum könnte ich keine Riesensortiment anbieten. Andererseits ist es mir egal, ob dieser ausgwählte Tee gut ankommt oder nicht. Schwierige Personen sind keine schlechte Menschen. Sie brauchen mehr Verständnis und unser Geduld. Ebenfalls wie beim Tee. Ein schwer zu verstehender Tee liess sich nicht gut verkaufen, aber er wird seinen treuen Liebhaber finden. Meine Aufgabe ist nur, die Arbeit gut zu machen, anstatt mit meiner Zu- und Abneigung Tee zu beurteilen.

Der Regenbogen

2005 wurde ich von Länggass Tee arrangiert im Gourmesse Zürich Gongfu Cha vorzuführen. Drei Tage lang konzentrierte ich mich darauf, Menschen ins Teeland einzuführen und sie mit sinnlichen Aspekten des Tees zu begeistern. Es war mir nicht bewusst, dass ich von anderen beobachtet wurde und was rings um mich geschah. Ich wusste nur, dass neben uns verschiedene Weinstände waren. Ein besonderer Stand gegenüber unserem war von Familie Feurstein und mir wurde immer gegen Abend ein Glas Sekt gebracht. Aus Dankbarkeit besuchte ich am letzten Tag ihren Stand und kaufte für meine Asienreise Geschenke ein. Meine Leute in Taiwan lieben Eiswein und süße Versuchungen. Frau Feurstein degustierte mir persönlich und ließ mich allen Köstlichkeiten probieren, wie ich wollte. Ihre Herzlichkeit und Wärme überraschte mich und konnte fast nicht erwidern. Weshalb habe ich es verdient? Sie behandelte mich so, als ob ich zu ihrer Familie gehören würde. Ich wollte aus Dankbarkeit Tee schenken und sie sagte mir, dass sie keinen Schwarztee trinkt. Tee habe ich doch nicht geschickt und meldete mich in nächsten drei Jahren auch nicht. Ich konnte nicht glauben, dass man mich einfach so ins Herz geschlossen haben könnte. Jedes Jahr bekomme ich von ihr Gutscheinen für Gourmesse, die ich seitdem nicht mehr besuchte.

 

Heute wurde ich zu MuBa mitgeschleppt. Eigentlich hatte ich keine Idee, was ich dort machte. Als ich Weinallee sah, wusste ich warum, dass ich hier war. Ich suchte Frau Feurstein und dachte an meine Asienreise in vier Wochen. Sie erkannt mich sofort wieder und umarmte mich, als ob wir uns erst vor kurzen sahen. Ich trank Eiswein 2004 aus Burgenland. Ach, ich kann wieder schmecken! Ich schmecke Phönix Shuixian Nantou in diesem edlen Tropfen. Der Traminer Beerenauslese 1999 mit Holunderblüte und Quitten Note erinnert mich an Sijichun Premium. Als ich Frau Feurstein davon erzählte, war sie fasziniert. „Ich kann mich noch so gut erinnern, wie Menschen in diesen drei Tagen von Tee verzaubert wurden. Wir schauten immer zu, wie die Leute Euren Stand glücklich verließen. Eigentlich hätten wir es auch gerne probiert!“ Ihre Leute hörten immer wieder zu, während wir uns unterhielten. Sie wollten, dass ich einen guten Tee zu ihrem Weinstand in Gourmesse 2008 mitbringe. Mir wurde es reichlich beschenkt, dass es mir peinlich wurde. Sie sagte mir, wenn ich den Wein aus diesem Weinglas trinke, werde ich wieder an sie denke. Ich versprach, jedenfalls sie im Oktober wieder zu besuchen und ihnen eine Tasse Tee – im Weinstand zuzubereiten.

Torlo Das Geschirr Set von Torlo, das mich anzog.

Ich ging weiter. Plötzlich zog mich ein Teller magisch an. Ich dachte, was für einen Gericht auf diesen Teller serviert werden sollte und wie dieser Teller für mich den Bauch meiner Gäste wärmen könnte! Eine zarte junge Frau näherte sich mir an. „Sie sind wohl die Künstlerin.“ „ Ja“ sie zeigte mir gleichzeitig die schlichte Teeschale voller Schönheit „ ich würde sehr gerne schöne Teeschale machen.“ Das hörte sich nicht wie ein Verkaufsgespräch an. Woher weiß sie, dass ich mich mit Tee beschäftige? Sie schaute mich fragend an. „Ich würde drei Fragen aufklären, bevor ich eine Teeschale kreiere.“ Ich bemühte mich, ihr zu erzähle, wie ich es sehe: 1. was für einen Tee sollte darin sein? Matcha oder Blatttee; 2. wie sollte diese Teeschale in der Hand aussehen; 3. wie sieht diese Linie aus, wenn der Teetrinker die Schale aus dem Tisch nimmt und zurück stellt. Ihre Augen wurden größer.  Meine Direktheit schien ihr nicht zu stören. Eine schöne Teeschale sieht in Schrank mit Lichtstrahlung wunderschön aus, aber verleiht dem Teetrinker nicht immer eine harmonische Linie, wenn er diese Schale in der Hand hält.

Das gleiche gilt bei Teekanne. Eine gute Teekanne macht nicht nur einen guten Tee, sondern einen harmonischen Regenbogen zwischen dem Körper, Teekanne und dem Wasserstrahl. Eine runde harmonische Linie zwischen dem Arm, der Hand, der Kanne, dem Wasserstrahl und der Tasse ist das, was ich unter Gongfu Cha verstehe. Kein Show, kein Folklore, sondern ein Regenbogen, der alles umfasst. Eine schöne Linie eben! (Ich hoffe, dass meine Wörter Verständnis schaffen!) Gestern hatte ich eine antik Silberkanne, die zwar Macke hatte – sie war zu heiß für normalen Benutzer. Aber sie fühlte sich sehr schön im Arm, in Hand und der Wasserstrahl gelang so harmonisch in die Teetasse. Mit Freude genoss mein Körper diese herrlichen Momente. Ästhetik einer Teekanne bedeutet für mich nicht nur die Form und Verarbeitung einer Kanne, sondern diese schöne Linie zwischen unserem Körper, der Kanne, Wasserstrahl und der Tasse! Das ist ähnlich wie bei Schuhen. Unsere Wirbelsäule spürt sofort, wenn wir gute Schuhe tragen. Wir stehen gut, die Schritte sind leichter und der Körper fühlt sich voller Würde! Mit dieser Würde könnten wir anderen Menschen würdig behandeln – das ist das Geheimnis einer guten Kanne und einer schönen Tasse! (so eine Teekanne ist oft kostbar, leider)

TeteDie feine Porzellan-Tasse von Simone.

Ihr Gesicht wurde sanft und anmutig. „Machen Sie Taiji oder Qigong?“ „Nein, nur Tee.“ Man kann nicht alles machen und überall dabei sein, oder? Sie sagte, dass meine Erscheinung wie gerufen war. Sie wollte seit langen mehr mit Teeschalen und Tee auseinandersetzen und traf mich, unerwartet. Ich lobte ihr Kunstwerk und würde mich sehr freuen, auf ihre neue Teekanne. Sie lächelte leicht schüchtern und wir verabredeten uns zu einer Tasse Tee.

Ich ging weiter und war entzückt von der Begegnung. Drei Primarschüler mit Migrationshintergrund pfiffen mich nach. Sie übten bereits das Erwachsenspiel, aber ich bin leider zu alt für sie. Ich lächelte sie ganz herzlich an. Sie wurde gleich wieder zu drei niedlichen Junge, die einfach zurück lächelten.

Darjeeling Makaibari Silver Tips

Vor Durst habe ich reichlich Sake getrunken;

    unter dem Krischbaum liegend –

Wundervolle Träume.                     Ryokan

Vor Durst trank ich den Darjeeling, anstatt Sake und erhielt dabei wundervolle Träume.

Darjeeling ist in diesem Blog ein Fremdwort. Nicht, dass ich etwas gegen den indischen Tee hätte, sondern weil ich bis jetzt keinen richtigen Darjeeling für mich fand. Dieser typische Darjeelinggeruch, der für mich eher eine erfolglose Fermentation bedeutet, stoßt mich eher ab. Das so genannte Frische erinnert mich nur an Heu.

Am letzten Tag im Jahr 2007 bevor ich weiter nach Bern reiste, besuchte ich Thomas in seinem verlassenen Teegärtli in Burgdorf. Er brachte mich zu dem Teegärtli, der seinen letzten Tag bereits hatte und leer verlassen aussah. „Überlege Dir Mal richtig, bevor Du einen Laden aufmachst! Du hast nur mit dem Früchtekunde zu tun und Deine Präsenz wird nicht belohnt. Aber Du wirst gebunden wie ein Hund an der Leine.“ Schwer und Wehmutig warnte er mir, als er das Licht im Teegärtli einschaltete.

Leere Dose, halbgefüllte Früchteteeflasche und einsame Teekanne standen noch auf dem Regal. Er erzählte mir, wie schwer es war, diesen Entschluss durchzusetzen. Ich sagte ihm, dass ich es verstehe, wie es ist, selber allein vor einem Projekt zu stehen. Aber, Tee bringt doch immer einen Energie-Wechsel, wenn wir mit Weggefährte zusammen trafen und eine Tasse teilen. Er seufzte, hier im Emmental ist er wohl ziemlich allein und einsam. 

Trotz allem, für diese Stunde, in dem wir uns trafen, möchte er in diesem Teegärtli noch eine gute Tasse Tee für mich zubereiten. Eine Tasse Silver Tips aus Makaibari Garten! Ein Darjeeling… Eigentlich lieber nicht. Aber ich sagte nichts. Wer weiss, warum gerade jetzt eine Tasse Darjeeling, dachte ich. Ich folgte dem kosmischen Regal und liess den Tee geschehen.

Doch ein Wolke stieg. Ich sah dem Jungle. Noch keine Blume, noch keine Früchte. Nur der frische Wind aus dem Nebel im Jungle. Die Tasse gold, die Farbe Sunshine und der Geschmack geschmeidig wie Seide. Was für eine schöne Überraschung am Ende 2007! Ich spürte eine tiefe Dankbarkeit. Als die Tasse leicht erkaltete, duftet es nach Blumenwiese. Was für einen Traum? Bin ich in dem Traum oder der Traum in mir?

DarjeelingJungle von dem Makaibari Teegarten

Thomas gab mir eine Tüte von diesem zauberhaften Darjeeling. Dieser Tee hat meine Vorstellung von Darjeeling grundlegend verändert! Wie ein Frosch im Brunnen, der endlich die anderen Teile des Himmels außerhalb dem Brunnen gesehen hat, sprang ich weiter zu meiner nächsten Station. Glücklich, unbeschwert und aufgeklärt.

Nachtrag: Thomas Grimm beschäftigt sich weiter mit dem Tee. Man kann mittels Internetseite seine Tees bestellen oder mit ihm kontaktieren. So ein kreativer Mensch wie er, ist eher ein Tee-Designer als ein Tee-Verkäufer. Ich hoffe, dass wir in Europa so ein Tee-Talent nicht aus unseren Augen verlieren!

Der Geist des Tees

Der Geist des Tees

Liebe Menglin,

vielen Dank für das tolle Seminar und die Übernachtungsmöglichkeit. Der Abend bei dir war mindestens genauso schön wie das Seminar. Ich habe vorhin etwas in deinem Blog gelesen, auch in den älteren Beiträgen, und kann mit den Begriffen endlich etwas anfangen. Ich werde versuchen die Bezeichnungen der Teesorten zu lernen. Es muss ja nicht von heute auf morgen sein. Einfach aus Neugierde und weil nun ein Bezug dazu vorhanden ist. „Schneeflocken Oolong“ ? – jaaa kenne ich 🙂 Ich glaube, wenn man anfängt ein wenig zu verstehen wird der Reiz immer größer mehr herauszufinden. Danke, dass du mir (uns) diese Gelegenheit gegeben hast und gibst. Es ist wie mit dem Feinstaub (in München ein wichtiges Thema, weil die Belastung groß ist“. Was die wenigsten wissen ist, dass ohne Feinstaub kein Leben stattfinden könnte. Ohne Feinstaub gäbe es keine Wolken, weil die Wassermoleküle etwas benötigen um das sie sich herum anordnen können. Im übertragenen Sinne habe ich nun Feinstaub geatmet und bin gespannt was sich drum herum bilden wird und freue mich auf die Entwicklung.

Sich mit Teesorten und Qualitäten auszukennen ist sicher nur ein Aspekt. Ein anderer Aspekt, sich selbst kennenzulernen und zu reflektieren hat mir ebenfalls sehr imponiert. So hatte ich es noch nicht gesehen, zumindest nicht bewußt. Die Demonstration, wie ich die Teekanne auf den Tisch gestellt habe war sehr einprägsam. Es geht nicht einfach nur darum etwas dahinzulegen. Nein, die Art und Weise wie es gemacht wird sagt anscheindend etwas über die Person und ihre Haltung gegenüber anderen Anwesenden aus. „Leise und unauffällig“, damit man sein Ego nicht in den Vordergrund stellt.

Es gibt noch viele Eindrücke, aber ich denke deine Geduld genug strapaziert zu haben. Ein letzter Kommentar noch zu der Gruppe. Sie waren einfach alle herzenslieb!

Herzliche Grüsse aus München
Cenk

Was für einen Sprung muss jemand wagen, aus einer völlig fremden Kultur zuerst auf eine fremde Gesellschaft wie die deutsche einzulassen und weiter in eine anderen einzutauchen? Was für einen Unterfangen könnte es bedeuten, diesen Schritt zu versuchen?

Ich kannte Cenk nicht, bevor ich irgendwann im Frühjahr ein Email von ihm erhielt. Er lobte das Tee Erleben Blog. Dann schrieb er mir wieder Emails, um endlich ein Teeseminar-Termin von mir zu bekommen. Er sagte, er würde den Termin sehr gerne freihalten, wenn er früher wissen könnte. Ich dachte zuerst, „Ach aus München? Wer macht sich diese Mühe wegen Tee?“ Da er hartnäckig daran blieb, habe ich endlich Termine festgelegt. Also er war der Geburtshelfer der vergangenen Veranstaltungen.

Innerhalb drei Stunde, die normalerweise kaum eine Rolle im Leben spielt, könnte etwas passieren, um das Leben in einer ganz anderen Richtung zu bringen. Er entdeckte plötzlich einen Weg, der zur Selbstbefreiung führt. Selbstbefreiung, wenn man sich selbst sein kann, das schreiende Ego beobacht und sich dabei nicht mehr bewegt - man kann sein Ego sehen und ihm nicht mehr befolgen muss. Dieser Wechselprozess von Sehen und Gesehen werden, begegnen wir immer wieder im Praxis des Tees. Wir könnten das Ego des anderen im Alltag sehr gut beobachten, während wir im Tee permanent das eigene sieht. Leise und unauffällig, Menschen eine Schale Tee zu servieren, ist für mich das Wichtigste, das ich im Praxis des Tee lernte und meine Leben grundlegend veränderte!

Mich hat das Email sehr berührt. Mit paar Sätze fasste Cenk den Geist des Tees zusammen, innerhalb drei Stunde berüht er den Geist des Tees. Ich freue mich sehr, dieses Moment dabei sein zu können!

Foto: von links: Carola, Cenk, Antje, Menglin, Madleine, Anja am Gongfu Cha üben.

Gongfu Cha in Zürich

Morgen findet ein Gongfu Cha Kurs am Nachmittag statt. Was sollte dort gearbeitet werden? Cenk fragte mich, ob man auf dem Boden sitzt. Nein, bei mir sitzt man zuerst im Stuhl.

Ich möchte keine so genannte Ziehzeit vermitteln, sondern die Augen von Teefreunde aufzumachen, dass es sich immer um Hier und Jetzt handelt. Es geht um die Menschen hier, den Tee und die Situation jetzt.

Als erstes möchte ich gerne etwas vermitteln, der so genannte Tee-Geist. Wie verhalte ich als Gast? Wie verhalte ich als Gastgeber? Geht es um meine perfekte Zubereitung und schöne Bewegung oder geht es darum eine Harmonie zwischen Menschen zu verschaffen? Geht es um mein Ego oder geht es um den Tee?

Kein chinesisches Folklore wird morgen erwartet (ich komme nicht mit Zopf oder in chinesischem Kleid;-) Erwartet wird eine Reise ans anderen Ufer, wo Menschen und Tee zur einer Einheit wird. 

1. Was bedeutet Gongfu Cha?
–          Wie verhält sich der Gast?
–          Wie verhält sich der Gastgeber?
Grüssen
Haltung
Handhabung
Bei Teekanne – wie wird eine Teekanne gehalten
Bei Gaiwan und Tasse – wie wird eine Tasse oder Gaiwan gehalten
Teekanne empfangen
Gaiwan empfangen

Wie schmecke ich Tee

wie trinke ich Tee

2. Wie bereite ich einen Tee zu?
–          wie viele Personen
–          wie viele Aufgüsse
–          was für einen Tee
–          Für wenn bereite ich zu
–          Welche Möglichkeit verfüge ich, Tee zuzubereiten
Kurz wie viele, wann, wer, welcher und was

Experiment: die Inhalte vertrate ich hier nicht.

3. Differenzen von dem Teegeschirr und Wasser

Was schmeckt besser? Porzellan oder Keramik? Experimente mit Wasser und Geschirr!

 

So ungefähr wird das Programm morgen sein.

Fremdgeruch aus dem Tee zu vertreiben

Noch eine Frage. Ich habe mich gestern nach dem Teekauf eines einfachen Senchas (trinke ich morgens anstatt Frühstück) und meines Nachttees, dem Keemun Mao Feng Bio zu Hause beim Umfüllen in Dosen sehr aufgeregt. Beide Tees beziehe ich schon seit einiger Zeit vom selben Händler. Als ich in der Dose an den Tees roch, hatten sie beide den grauenhaften Duft eines kompletten Teeladens. Die individuellen Noten waren komplett verschwunden und der Aufguss ein Grauen. Den Keemun habe ich einen Tag lang auf einem Teller gelüftet, mit dem Sencha versuche ich es auch. Gibt es andere Methoden Fremdgerüche aus Tee zu vertreiben?

Teefreund B. aus Köln fragte mich, wie man Fremdgeruch aus dem Tee vertreiben könnte.

Ich habe nur gelernt, wie man mit Tee Fremdgeruch wegnehmen kann. Dass man dem Fremdgeruch aus Tee vertreibt, ist es wirklich eine Wissenschaft.

Chinese schätzen Pu Er sehr, der jahrelang gelagert werden soll und sicherlich Fremdgeruch in den Jahren erhält. Aber meiste Teeliebhaber schätzten den Geruch und bewundert ihn. Nur mein Lehrer in Taipei verweigert das Pu Er Welle mitzureiten und distanziert von diesem „ausländischen“ Eindringlinge. Er lagert auch Tee, natürlich Oolongtee. Er lagert seinen Tee über die Jahren und weiss auch, dass dieser alte Oolong auf einer feuchten Insel Fremdgeruch selbstvertsändlich bekommt. Bevor er seinen alten Oolong weiter gibt, behandelt er dem Oolong entweder mit Holzkohle oder mit Ofen. Noch einmal mit der Wärme vom Holzkohle oder Ofen den Tee zu behandeln, könnte man dem Fremdgeruch des gelagerten Tees vermindern. Aber es ist kein Zauber. Der Tee schmeckt trotzdem anders. Der gebliebene Geruch bei einem alten Oolong ist für Teeliebhaber erwünscht. Aber der deutsche Teeladen-Geruch (verschiedene Aromen etc.) ist nicht ganz genussvoll, oder?

Ich habe natürlich gelernt, wie man kurzfristig den Geruch von der Nachfermentation (mit der Hitze in der aufgewärmten Teekanne) behandeln kann. Aber der gemischte Geruch eines deutschen Teeladens ist etwas anders. Eigentlich sollte man sich nun anfangen, zu überlegen ab diesem Moment an: Was ist ein Teefachgeschäft?

Kann ein Teefachgeschäft so viele Gerüche erlauben? Warum schmeckt ein Teeladen wie ein McDonalds, dessen „Taste“ man Meilen weit bereichts ahnt?

Ziehzeit von Oolongtee

Liebe Meng-Lin Chou,

mit grosser Begeisterung bin ich auf diese Website gestoßen. Herzlichen Dank für Ihr Engagement.

Seit zwei Jahren setze ich mit etwas intensiver, doch laienhaft mit dem Thema Tee auseinander. Momentan liegt es mir sehr am Herzen, dem Chinesischen Tee näherzukommen. Hierbei stoße ich immer wieder schnell an Grenzen, da es an Austausch über die Materie mangelt. Viele Teehändler haben leider keine ausreichende Bildung und so stoße ich auf unterschiedlichste Lehrmeinungen ohne zu wissen, ob mein Weg nur im Ansatz der richtige ist.

In diesen Blog einsteigen möchte ich mit einer sehr simplen Frage. Es geht um die Ziehzeiten bei Oolongtees, den ich immer im kleinen Tonkännchen zubereite. Mein Händler in Köln, der mir als recht gut informiert erscheint, empfiehlt pro Aufguss ca. 60 Sekunden. In Ihrem Blog und auf etlichen Seiten im Netz ist aber oft die Rede davon, dass der Tee sich länger entfalten muss und erst nach 2-3 Minuten abgegossen werden soll.
Sicher geht es letztlich um den persönlichen Geschmack, doch eine Grundrichtung gibt es doch sicher, oder?

….

Herzlichen Dank schon jetzt für Ihre Antwort.

Besten Gruß,

Florian B.

PS: Auch Sternzeichen Löwe

Hallo, lieber Florian,

für mich bedeutet die Rede von der „Ziehzeit“ gar nichts.

Ich würde Dir zwei Fragen zuerst stellen: was für Tee zubereitest Du? Wie hättest Du gerne Deinen Tee?

Als ich den Tee für Miriam und Roger am Samstag zubereitete, wurde es mir klar: was mir schmeckte, war für Roger schon zu bitter. Bei ihm musste die Ziehzeit 60 Sekunde kurzer sein, als bei mir.

Nun kommen wir wirklich auf die zentrale Frage: was ist Teetrinken? Standarisierende Methode braucht jeder, der Tee gerade kennenlernt, zu trinken. Für einen Teeliebhaber ist das standarisierte Wissen nicht mehr befriedigend. Man merkt plötzlich, dass der Tee und der Mensch nicht „tot“ sind, sondern lebendig. Dieses lebendige Wesen möchte verstanden werden und genossen werden.

Ich kenne solche Empfehlung von Gongfu Cha. Leider funktioniert die Ziehzeit von Tee zu Tee anders. Bei Buddha Hand und Paochung nimmt man eine andere Menge und deswegen auch eine andere Ziehzeit. Bei halbkugeligem Oolong geht es wieder anders.

Wenn ich hier im Blog nur das standarisierte Wissen schreiben würde, wäre es überflüssig. Solche Ratschläge gäbe es gier genug.

Mein Ratschlag wäre: überlege zuerst, welchen Tee Du zubereitest und für wen dieser Tee zubereitet wird.

Wenn ich einen neuen Tee kennenlerne, dann nehme ich gerne eine kleine Porzellankanne. Die Kanne wird zuerst aufgwärmt.

Die trockenen Blätter hinzufügen. Die Teeblätter sollte den Kanneboden decken. Natürlich variiert die Menge je nach Teesorte – das ist die Kunst der Teezubereitung, die gelernt und entdeckt werden will!

Den Deckel zudecken. Nach 1 Minuten abdecken. Den Duft geniessen und den Tee verifizieren.

Dann je nach Tee mit passendem Temperatur aufgiessen. Wenn unsicher, lieber kühler als zu heiss.

Nun nach 3 Minuten den Tee kosten. Wenn nicht geschmacksvoll, dann noch länger ziehen lassen. wir sollen dabei nicht vergessen: ausprobieren, experimentieren und geniessen.

Wäre diese Wörter hilfsreich für Dich?

Eine gute Nacht!

Eine Löwin in Zürich

 

Teerunde 四海存知己

Teerunde 四海存知己

Foto: Meng Hsien und Florian; unten Daiyu und Florian.

Ich kannte Meng Hsien eigentlich nicht. Zum ersten Mal höre ich diesen Name, dessen Aehnlichkeit mit meinem hat. Als ich ihn sah, erinnert er mich an meinem Bruder, der ganz ganz weit weg in der anderen Hälfte der Erde lebt. Sein Dasein war wie die Nähe meines Bruders. Sein Lächeln gleicht dessen meines Bruders.

Florian kannte ich vom Blog und wir haben uns in Taiwan zum Tee und Teereise getroffen. Seine Frau Daiyu (schöne Jade) macht ihre Ausbildung als Konditor in München und er selbst als Trainer für Mind Map und spricht ausgezeichnetes Chinesisch!!

Meng Hsien trinkt wohl eigentlich keinen Tee, obwohl er auch ein Kind vom Formosa Oolong ist. Auf seiner Durchreise wollte er seinem ehemaligen Tandem-Partner in Zürich treffen und traf mich unerwartet in meinem Teezimmer. Was für einen Zufall? Oder ist es bereit vorprogammiert, wer wen trifft im Leben?

Eigentlich war es nicht geplant, dass wir so viel über Tee sprachen. Immerhin sahen die Tandem-Freunde seit vier Jahren nicht mehr. Trotzdem drehte es immer wieder um Tee, als ob er eine Faden um uns wickelte und fesselte. Oder wir trafen uns weil es Tee gibt? Viele Tees kannten sie sogar nicht, als sie noch in Taiwan lebten. Plötzlich wollte Florian den Unterschied erkennen, was ich unter guten Tee verstehe. Er wollte es selbst entdecken, warum ein guter Tee gut ist und woran erkennt man es.

Ich degustierte zwei verchiedene Jadeoolongs: einer aus Fujian mit BIO Zertifikat und einer aus Taiwan Mingjian. Die Teedegustation habe ich bereits im Blog geschrieben, aber diesmal wurden sie in zwei Schale degustiert. Als die Düfte aus der Schale stiegen, schrieen die drei, dass der Tee aus Fujian stinkte und ich vielleicht vergass die Schale abzuwaschen. Ich verneinte es und sagte, dass dieser Tee halt so schmeckt im Vergleich mit dem anderen. Der Unterschied war so markant. Die unerfahrenen Entdecker waren sprachlos. Wie konnte ein Tee nur duften, während der andere nur stinkte? Ich schlug vor noch einen Vergleich zu machen, z. B. mit dem Oolong Nostalgie, den Florian mitbrachte. Daiyu war begeistert, während Florian nachdenklich wurde. Er wollte nicht, seine schöne Erinnerung von diesem Lieblingstee „enttäuscht“ werden konnte. Daiyu wollte allerdings erfahren, wie der Tee wirklich sein könnte. Es war ein Abschiedspräsent von ihrem Onkel.

Wir gossen die beiden Tee auf: Oolong Dongding Nostalgie von mir und Florian. Ein Oolong, der von Insekten gebissen wurden und traditionell schwer fermentiert und geröstet wurden. Die Antwort des Tees war klar: der Oolong von Florian hat einen starken Geschmack nach dem Feuer und hat die trockene Form vom winzigen Kugel. Dieser Tee erzählt uns, dass er aus sehr jungen Blätter hergestellt wurde und nicht sorgfältig verarbeitet wurde, so dass der Feuer-Geschmack nach einem halben Jahr immer noch sehr dominant wirkt. Für mich ist dieser Tee „tot“ geröstet, während der andere Nostalgie Oolong richtig nach Honig duftet – ein Zeichen von Insekten befallenen Blattgut. Der Duft ist süss und aromatisch. Keine Spuren von der Röstung und Brand.

Im Moment werden viele Tees als Nostalgie-Oolong und als alter Tee verkauft. Für mich sind solche Werbungen wie ein Betrug! Wenn man diese Tees degustiert, merkt man, dass dieser Tee eigentlich aus einem jungen Tee einfach zu einem alten verarbeitet wurde oder aus gewöhnlicher Blattgut mit einer starken Röstung zu Nostalgie-Geschmack „verbrannt“ wurde! Selbst erfahrener Teehändler macht diesen Fehler. Ich war sprachlos als der gute Teefreund mir mit Stolz seine neuen Errungenschaft für seinen Laden aus seiner Reise von China präsentierte, Ein alter Tee Namens Ban Tian Yao 50g für einen stolzen Preis von 35 Sfr. Dieser Tee zeigt mir sogar grüne Blätter, obwohl er angeblich bereits mind. zwei Jahrzehnte gelagert wurde…

Man sollte die Sprache des Tees verstehen anstatt an die Wörter des Verkäufers zu glauben!

Daiyu und Florian beschlossen, ihrem Onkel es nicht zu erzählen. Ihr Onkel kauft seit zwanzig Jahren direkt bei diesem Teebauer.

Frage zu Gongfu Cha von Corni

Liebe Meng-Lin,

erst durch deinen Tee-Blogg wurde ich inspiriert tef in den Tee einzutauchen!!!

Ich glaube der Tee ist nicht greifbar, (daher so spannend und inspirierend) sondern  veränderbar.

Ich habe  festgestellt, das durch verschiedene Teesorten (Proben), der Horizont sich ständig erweitert.

Trotzdem habe ich praktische Fragen:

Kann man bei Ihnen in der Shweiz Teeb bestelen, oder ist es nur auf die Schweiz beschränkt  (Siehe RvRtee)

Was ist  die optimale Kannengröße 200 ml oder 150 ml (Gon-Fu-Cha)?

Kann man bei Ihnen Proben über 10 Gramm bestellen?

Welche grünen Tees sind für Sie die besten? (Sorry auch die OOlongs)?
 
Wie ist das Verhältns  ein Teelöffel–Tee eine Tasse-Wassser?

Fie Tasse von 1 Liter oder kleiner ?

Bitte um schnelle Antwort!!

Als ich dieses fremde Mail bekam, muss ich ehrlich sagen, ein wenig von den Fragen und Aufforderung zur schnellen Antwort „überrascht“.

Ich bemühte mich höflich auf den Teefreund aus fernen Norden einzugehen, aber möchte ihn doch bitten auf die wenigste Ungangsform zu achten. Der Teefreund Corni reagierte sofort und das zweite Mail war schon anders. Er hat mir erlaubt das Mail zu veröffentlichen, so dass andere Teefreunde auch von ähnlichen Fragen profitieren.

1. Welche grünen Tee sind für mich die besten?

Eigentlich versuche ich in diesem Teeblog den Gegenteil zu zeigen, dass man eine autoritäre Person nicht braucht, um einen guten Tee zu trinken. Ich möchte meinen Geschmack hier nicht durchsetzen. Wenn es so wäre, wäre die Teekultur sich zu einer Sackgasse entwicklen, die nur „diese“ oder „jene“ Tee in Frage käme!Nein, ich möchte Teefreunde zeigen, wie wir aufgrund unsere eigene Sinneswahrnehmung, die Sprache des Tees kennenlernen könnten! Tee spricht eine Sprache, die jeder versteht und erkennt! Nur der Zugang fehlt! Z. B. die Frage „Was bedeutet, wenn die Blätter diese Farbe zeigen und diese Trübung hat… “ könnten beantwortet werden, wenn wir die objektive Beschaffenheit des Tees verstehen! Aber was für Tee sind die beste? Alle richtig hergestellte Tees!Glauben Sie an Ihre Zunge, anstatt an meine. Glauben Sie an Ihre Nase anstatt an meine.

Eine Teekundekurs wäre eigentlich dringend erforderlich in Europa.

2. Optimale Kannegrösse. Ich würde mich zuerst fragen, für wie viele Personen?Für Zwei Personen würde eine Grösse für 100 – 120 ml – es wäre im Gongfu für 6 kleine cups.

Eigentlich ist die Frage nach der Grösse nicht so wichtig. Viel Wichtiger sind, 1. was für einen Tee bereiten wir zu. Für einen kugeligen Oolong oder für einen grünen Tee mit losen Blätter. 2. Wer trinken diesen Tee?

Tee und Menschen stehen im Mittelpunkt des Teeverständnis im Gongfu Cha, nicht das Geschirr etc. Das ist ein häufiges Irrtum, um Verkauf zu fördern, dass Yi-Xing viel besser und das Wichtigste sei! Nein! Der Mensch, der diesen Tee trinkt und der Tee, der hier zubereitet wird sind das wichtigste! Danach kommt, wann, wo und wie.

Ich werde ein Gongfu Cha Seminar im November anbieten, wo wir die Grundeinstellung von Teezubereitung lernen könnten und mit verschiedenen Teegeschirr experimentieren!

Wenn der Mensch, der einen starken Tee gerne hat, dann würde er in einer Kanne Grösse für 100-120 ml bei einem FORMOSA HOCHLAND ungefähr zwei bis drei Teelöffeln nehmen (den Boden der Teekanne leicht bedecken als Faustregel) und ihn entsprechend länger ziehenlassen.

Wenn aber der MENSCH, der einen duftenden Tee gerne hat, dann würde er in einer Kanne Grösse für 100- 120 ml bei einem DANCONG ungefähr nur 2 Teelöffel nehmen, anstatt 3-4 Teelöffeln (mein Geschmack wäre aber so) und nicht zu lang ziehenlassen. DANCONG duftet stärker, wenn er kurzer gezogen wird.

Also der MENSCH und der TEE stehen im Mittelpunkt. Das Geschirr ist nur ein Hilfsmittel. Gongfu Cha ist nicht nur mit Yixing Kanne Tee aufzugiessen. Im Gongfu Cha lernen wir ebenfalls, Tee nur in einer Schale zuzubereiten, wo wir überall einen duftenden Tee zubereiten könnten!! Wir lernen frei zu werden, anstatt beschränkt und eingeschränkt vom Verkäufer zu werden!

Ich danke Corni, dass er mir die Chance gegeben hat, gezielt auf diese Grundeinstellung des Gongfu Cha einzugehen.

Ich bedanke mich herzlich bei ihm! Schöne sommerliche Grüsse an den Norden!

Tee und Kungqu